Poker und Steuer: Urteilsbegründung im Fall Eddy Scharf veröffentlicht

Eddy Scharf Eddy Scharf
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  • RADIOMEN 19/11/2015 2:54pm (vor 5 Jahre)

    Die Begründung ist auf einen Profikartenspieler angewendet richtig. Doch Eddy Scharf war Lufthansapilot mit recht gutem Einkommen und daher konnte er sich auch höhere Pokerturnierbuyins leisten. Die regelmäßige Teilnahme an Pokerturnieren aus Spielsuchtgründen oder Hobby wird vom Finanzgericht einem Nebenjob gleichgestellt, doch nicht die hohen Kosten (Verluste) solch eines Hobbys in Rechnung gestellt. Die Formulierung: seine Pokerspielfähigkeiten beim Turnier zur Schau zu stellen (und das mit einer TV-Show zu vergleichen) finde ich falsch, es sei den der Spieler ist unter Vertrag und bekommt das Buyin von seinem Arbeitgber bezahlt.
    Das größte Problem bleibt für Pokerspieler ihre Ausgaben und Verluste durch das Spiel beim Finanzamt nachzuweisen da es nicht überall Belege gibt.

  • Nuggi 19/11/2015 9:34pm (vor 5 Jahre)

    Die regelmäßige Teilnahme an Pokerturnieren wird mitnichten als Nebenjob gesehen. Das würde ja einem Angestelltenverhältnis entsprechen. Es handelt sich um einen Gewerbebetrieb und nichts anderes. Und ein Gewerbebetrieb ist es auch nur, wenn man Gewinne verbucht. Soweit eigentlich ganz logisch. Natürlich kann er auch sämtliche Kosten die mit diesem Spiel in Verbindung stehen als Verluste anrechnen wie das jeder andere Betrieb auch tut. Im Übrigen sind auch Eigenbelege erlaubt, sofern keine Rechnungen ausgestellt werden (Nachweise über Turnierteilnahme gibts quasi überall).
    Was das Übersteigen der persönlichen Vermögensverwaltung angeht so sind weit über 1Mio$ Cashes anscheinend auch für gut betuchte Leute zu viel. Aber der Punkt ist natürlich subjektiv. Seine TV-Präsenz etc. ist da eigentlich nur das i-Tüpfelchen.

  • RADIOMEN 20/11/2015 12:01am (vor 5 Jahre)

    @ Nuggi,
    ich glaube du hast mich missverstanden.
    Ein Nebenjob muß nicht als Angestelltenverhältnis funktionieren sondern ist nur auf die zusätzlichen Einkünfte zum Hauptberuf zu verstehen.
    Mit den Kosten und Verlusten meine ich auch Cashgame was jeder noch ein wenig spielt wenn er aus dem Turnier rausgeflogen ist. Das diese Verluste nicht anerkannt werden weil sie nur indirekt im Zusammenhang mit den Turniergewinnen stehen und es dort auch niemals eine Quittung gibt.
    Das LEHRGELD was jeder Pokerspieler in den Jahren bezahlt übersteigt bei 99,99 % aller Spieler die Gewinne. Das HedonMob als Beweis für Gewinn steht ist auch Schwachsinn da nicht alle Turnierbuyins erfasst werden geschweige alle Pokerspiele erfasst sind.
    Das nun Eddy Scharf als Einzelfall vor Gericht steht ist auch damit verbunden das er sich als Pokerpro wohl verkaufen wollte und somit das Hobby überstiegen hat.
    Falls das Finanzamt nun Poker wie Termingeschäfte behandeln würde wäre das ein neues Zeitalter des Glücksspiels.

  • Nuggi 20/11/2015 1:40am (vor 5 Jahre)

    Es spielt keine Rolle ob Nebenberuflich oder sonst wie. Diesen Begriff gibt es im Steuerrecht gar nicht bzw. nur in Hinblick auf Ehrenämter. Es sind einfach Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Punkt.

    Woher weißt Du das Verluste aus CG nicht verrechnet werden dürfen? Diese finden hier nur keine Beachtung, weil sie auch nicht durch Eigenbelege o.ä. nachgewiesen werden können und die Steuerfahndung diese Beträge auch nicht schätzen kann. Die Onlineverluste könnte Eddy durch Pokertableratings evtl. belegen (er hat Verluste online). Aber darum geht es in dem Urteil gar nicht. Das wird erst noch in Köln entschieden.

    Auch wenn es in dem Urteil nur um Live-Turnierpoker (und dort nur in NLH und Omaha) geht, gilt das mit großer Wahrscheinlichkeit auch für alle anderen Varianten. Mir fällt kein Argument für eine Unterscheidung ein. Der Grund, warum das nicht mit vor Gericht gelandet ist könnte u.a. am zu hohen Streitwert liegen. Prozesse kosten schließlich Geld.

    Und Hendon Mob ist kein Beweis, sondern die Schätzgrundlage, da Eddy nicht für alle Jahre Belege hat. Das FA hat hiervon auch pauschal Kosten abgezogen. Cashes sind also nicht gleich Winnings. Aber über die Höhe wurde wie gesagt noch gar nicht entschieden.
    Das Lehrgeld kann man natürlich verrechnen und wenn da eine schwarze 0 steht dann stehen die Chancen nicht schlecht es nicht als Gewerbebetrieb zu sehen. Das Problem ist, dass das keiner aufzeichnet. Eigenbelege zählen auch.

    Das er vor Gericht steht hängt natürlich mit seinen öffentlichen Auftritten zusammen. Er wurde schließlich angezeigt. Die meisten Pokerspieler werden nach wie vor im Verborgenen bleiben. Das wäre im Übrigen ein Grund für eine Klage vor dem BVerG. Eddy hat im Kings Stream gesagt, dass Leon ihn unterstützen würde. Für ihn persönlich wäre die Sache abgehakt. Evtl. lesen wir also noch was von dem Fall.

  • RADIOMEN 20/11/2015 1:03pm (vor 5 Jahre)

    Leon ist ein kluger Mann ( was ich gehört habe) und würde kein Geld für einen Gerichtsprozess spendieren der von vorne rein möglicherweise schon verloren ist.
    Er würde zwar damit beweisen das er seinen Deutschen Kundenstamm die Treue hält.
    Doch selbst wenn er eine Million Pokerspieler vorweisen kann um die Begründung des Finanzgerichts zu entkräften würden die immer noch sagen das es eine Einzelfallentscheidung für Eddy Scharf ist und somit nicht mit anderen Pokerspielern verglichen werden muß.

  • Nuggi 20/11/2015 2:25pm (vor 5 Jahre)

    Die Begründung des FG kann das BVerG nicht entkräften. Dort geht es nur um grundsätzliche Fragen. Das Stichwort ist strukturelles Vollzugsdefizit. Aber ob das hier zieht ist schwer zu sagen. Dasselbe Argument hätte man bspw. auch bei Drogendealern.

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