Der bisherige Teilnehmerrekord im Online-Poker ist nach elf Jahren gefallen. Beim $5 Ocean KO Opener auf GGPoker wurden insgesamt 420.084 Entries registriert. Damit übertraf das Turnier die bisherige Bestmarke von PokerStars aus dem Oktober 2015 deutlich, als 253.692 Spieler an einem Common Cents-Event teilgenommen hatten.
Für GGPoker kommt der Rekord zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt: Ocean KO gehört erst seit Kurzem zum Turnierangebot des Netzwerks. Schon bei der ersten großen Serie mit dem neuen Knockout-Format wurden nun Zahlen erreicht, die über ein Jahrzehnt lang kein anderes Online-Turnier vorweisen konnte.
Allerdings unterscheiden sich die beiden Rekorde in einem wesentlichen Punkt. Während PokerStars seinerzeit die Anzahl der Spieler erfasste, berücksichtigt die neue Bestmarke von GGPoker sämtliche Entries und damit auch mögliche erneute Teilnahmen.
PokerStars setzte 2015 mit einem Buy-in von einem Cent neue Maßstäbe
Bevor GGPoker den Rekord übernahm, lag die Bestmarke bei 253.692 Teilnehmern. Sie wurde am 5. Oktober 2015 während der Common Cents-Serie von PokerStars aufgestellt.
Das damalige Konzept war ungewöhnlich: Für lediglich $0,01 konnten Spieler an einem Online-Turnier mit einem garantierten Preispool von 100.000 Dollar teilnehmen. Die Kombination aus minimalem Einsatz und hoher Garantie sorgte für ein Teilnehmerfeld von mehr als einer Viertelmillion Menschen.
Den Sieg beim Common Cents-Turnier holte schließlich Simon „DaDumon“ Grabenschweiger. Sein ursprünglicher Einsatz von einem Cent brachte ihm am Ende 10.000 Dollar Preisgeld ein.
PokerStars hatte schon in den Jahren zuvor mehrfach neue Größenordnungen bei Online-Turnieren erreicht. 2011 kamen bei einem Event bereits 200.000 Spieler zusammen. Zwei Jahre später stieg der Rekord auf 225.000 Teilnehmer. Mit dem Common Cents-Turnier im Oktober 2015 folgte schließlich die Marke von 253.692, die elf Jahre lang unangetastet blieb.
Nun steht ein neuer Höchstwert in den Rekordlisten – allerdings unter anderen Turnierbedingungen.
Ocean KO Opener: Über 1,9 Millionen Dollar im Preispool
GGPoker erreichte die neue Bestmarke mit einem Buy-in von $5. Anders als beim damaligen PokerStars-Rekordturnier verteilte sich die Teilnahme am Ocean KO Opener auf zahlreiche Startflights.
Als am 12. Oktober 2026 der zweite Turniertag begann, waren sämtliche Startmöglichkeiten abgeschlossen. Die endgültige Bilanz lautete 420.084 Entries.
Auch finanziell lagen die Ergebnisse weit über der ursprünglichen Planung. Für den Ocean KO Opener hatte GGPoker eine Million Dollar garantiert. Tatsächlich kamen durch die zahlreichen Teilnahmen mehr als 1,9 Millionen US-Dollar zusammen, womit die Garantie nahezu verdoppelt wurde.
Von dieser Summe waren über 1,05 Millionen Dollar für Bounty-Auszahlungen vorgesehen. Der spätere Turniersieger konnte zudem mit rund 43.000 Dollar regulärem Preisgeld rechnen. Eventuelle Knockout-Prämien waren darin noch nicht enthalten.
Nach Bekanntgabe der endgültigen Zahlen veröffentlichte GGPoker eine Rekordmeldung in den sozialen Medien. Der Anbieter bedankte sich bei den Spielern, die mit ihrer Teilnahme dazu beigetragen hatten, „Geschichte zu schreiben“.
PokerStars und GGPoker: Die beiden Rekordevents im Überblick
| Event | |||
|---|---|---|---|
| PokerStars Common Cents Kick-Off | 2015 | $0.01 | 253.692 Teilnehmer |
| GGPoker Ocean KO Opener | 2026 | $5 | 420.084 Entries |
Neues Turnierkonzept statt Ein-Cent-Buy-in: Die Hintergründe des Rekords
Die beiden Rekordturniere zeigen, mit welchen unterschiedlichen Ansätzen sich außergewöhnlich große Teilnehmerfelder im Online-Poker erreichen lassen.
Bei PokerStars stand 2015 vor allem die niedrige finanzielle Einstiegshürde im Vordergrund. Der Buy-in von einem Cent machte das Common Cents-Turnier für eine besonders breite Spielerschaft zugänglich. Zugleich garantierte PokerStars trotz des minimalen Buy-ins einen Preispool von 100.000 Dollar.
GGPoker setzt beim Ocean KO auf eine andere Kombination von Turnierelementen. Der Buy-in von fünf Dollar ist zwar ebenfalls niedrig, die Besonderheiten liegen jedoch vor allem in der Struktur des Events.
Ocean KO verbindet progressive Bounties mit zufälligen Jackpot-Multiplikatoren. Für ausgeschiedene Gegner werden dadurch zusätzliche Knockout-Prämien vergeben, deren Höhe von den jeweiligen Multiplikatoren abhängt.
Hinzu kommen die zahlreichen Startflights. Sie ermöglichen es, ein Turnier über einen längeren Zeitraum auszutragen und mehrere Teilnahmen zuzulassen.
Dass Ocean KO bei den Spielern auf Interesse stößt, war bereits vor dem zweiten Spieltag des Rekordevents zu erkennen.
Bei den ersten großen Sonntagsturnieren der Serie wurden sämtliche garantierten Preispools übertroffen. Ein besonders auffälliges Ergebnis lieferte dabei ein $10-Event mit 23.443 Entries.
Die Kombination aus mehrfachen Einstiegsmöglichkeiten, progressiven Kopfgeldern und Jackpot-Multiplikatoren trug somit zu den hohen Teilnahmezahlen bei.
Warum die Rekordzahlen nicht unmittelbar vergleichbar sind
So eindrucksvoll die 420.084 Entries auch sind, sie stehen nicht für dieselbe Kennzahl wie der Rekord von 2015.
Beim Common Cents-Event bezog sich die von PokerStars veröffentlichte Zahl auf 253.692 einzelne Spieler. Der neue Rekord beim Ocean KO Opener beschreibt dagegen die Gesamtzahl der Turniereinstiege. Ein Spieler konnte somit durch erneute Teilnahmen mehrfach in die Statistik eingehen.
Für die Einordnung ist dieser Unterschied entscheidend. Die Zahlen dokumentieren zwar jeweils außergewöhnliche Größenordnungen, lassen sich aber nicht als direkter Vergleich der Anzahl individueller Teilnehmer verstehen.
Gleichzeitig machen die beiden Turniere deutlich, wie sich die Organisation großer Online-Poker-Events innerhalb von elf Jahren weiterentwickelt hat.
Während PokerStars 2015 mit einem Ein-Cent-Buy-in und einer hohen Garantie mehr als 250.000 Spieler anlockte, konnte GGPoker 2026 mithilfe einer Multi-Flight-Struktur und zusätzlicher Knockout-Anreize die Schwelle von 420.000 Entries überschreiten.
Der Ocean KO Opener markiert damit einen neuen Meilenstein für GGPoker. Zugleich zeigt das Ergebnis, welche Dimensionen Online-Turniere erreichen können, wenn mehrere Startmöglichkeiten mit modernen Bounty-Mechaniken kombiniert werden.
