Unser Weblog


"Schatz, mach Du mal weiter!" Das waren die letzten Worte meines Mannes während einer großen PotLimit Cashgame-Partie in Baden an die ich mich erinnere. Danach wurde es dunkel.

Ich habe wenig Black-Outs in meinem Leben gehabt. Einer ereignete sich im zarten Alter von 15 während einer Schul-Skireise im Bus, als wir versucht hatten die 18-stündige Fahrt mittels Alkohol zu verkürzen.
Das Tageslicht erblickte ich in diesem Fall wieder, bereits fertig in Montur, auf der Piste.

Ob ich aus dem Poker Black-Out jemals aufgewacht bin ist bis heute ungeklärt.

Vor genau 7 Jahren, im Oktober 1999, begleitete ich meinen Mann zum ersten Mal zu einem internationalen Pokerturnier, spielte meine erste Pokerhand, saß in dem wunderschönen Turnierraum im Casino Austria und versuchte das erstemal dieses "All-you-can-eat-package" ansatzweise zu bewältigen. Seitdem sind wir jedes Jahr zusammen zu dieser prächtigen Veranstaltung nach Baden gefahren um uns einen Arschvoll abzuholen. Wie aufmerksame Leser des 50outs-blogs wissen, haben wir es fertiggebracht 100% unserer Bankroll in das Land Österreich und seine pokerspielenden Bewohner zu investieren.

Im Turnier, damals ja "nur" die Europameisterschaft im 7-Card-Stud, verurteilte man uns jedes Mal zur Höchststrafe. Maximum Zeit gespielt mit Maximum Bad Beats und Minimum Auszahlung. Im paralell laufenden Cashgame (welches sehr vielfältig und ausgezeichnet ist) kein einziges mal +. Man kann abschliessend heute sagen, dass Baden empirisch gesehen unser Horror-Turnier ist. "Mach die Augen zu – ich kann kein Blut sehen" sagte Kai treffend als Jan nach 3 Tagen Schlafentzug (Wozu brauchen wir eigentlich für 160 EUR/ pro Nacht ein Hotelzimmer????) den Kopf aus seinem Chipstapel hob.

Also gute Stories haben wir genug aus Baden und wir haben auch jedes Mal trotz der Verluste einen Höllenspass gehabt.

Am Freitag früh um gnadenlose 6.30 Uhr fliegen wir wieder hin. Nach Baden. Da ich wohl doch abergläubisch bin (bringt das nun Unglück wenn die Katze von links oder von rechts kommt?) glaube ich fest daran, dass es nun mit dem 7. Jahr in Baden besser wird. Keine Bad Beats, kein Paar 7 gegen Asse. Ich überleg grad noch wie hoch die Zinsen in Östereich sind und ob ich eine Art Schmerzensgeldpauschale berechnen soll.

Mein Lieblings-MSN "Rene" arbeitet gerade an einer Baden-Spezial-Strategie. Mal sehen obs wirkt.

 

 


Beim heutigen Satellite für das Main Event war ein absolutes Rekordteilnehmerfeld mit 166 Spielern am Start. 18 Qualifikationen für das morgige 3150 € Hold’em No Limit setzten neue Maßstäbe für Wiener Verhältnisse.

Mit drei 3 Rebuys und eínem Addon war ich heute etwas in Spiellaune und setzte dem Action geladenen Tisch 4, mit Wolfgang Reither, Alex Levi und anderen gut entgegen und konnte die Rebuy Phase mit 4800 in Chips abschließen.

Nach einer Tischauflösung und langes Warten auf gute Karten, passierte bei Blinds 150-300 folgendes:

Ein Spieler passt, nächster Spieler 2850 Allin, Fr. Levi 2150 Allin, ich: AA All in mit 2900, alle anderen passen. Showdown: J10 gg 99 gg AA Flop: A10A, Turn 8, River 2 Ein Spiel ohne Risiko – Chipstand: 8350

2 Spiele später erhöhe ich mit A9 in drittletzter Position auf 950, Button (junger Schwede) bezahlt, Rest des Feldes passt. Flop 10 8 3, check, check, Turn A, ich spiele 1200, er erhöht auf 4000…hmmm was kann er haben AJ A10 AQ oder vielleicht einen Drilling, ich passe. Er zeigt seine Karten KQ, ein move, in dem Fall gut gespielt von ihm.

Dann lange keine Karten. Blinds schon auf 300 – 600 und ich nur mehr 1500 in Chips. Zwei Hände vor dem großen Blind entschied ich mich mit 10 9 in Karo Allin zu gehen, JJ bezahlt. Das Board 10 7 2 7 K, konnte mir auch nicht weiter helfen, out als 71.

6 Turniere: -520, Gesamt: – 2395 €

Abseits von meinem Spiel war unsere Promotion von www.PokerOlymp.de in vollem Gange. Unsere Promotion Girls begleiteten mich auf meinem Weg durch das Concord Card Casino um PokerOlymp bekannt zu machen und Flyer zu verteilen.

Wir feierten unseren Online_Gang ausgiebig und konnten schon richtig toll auf uns aufmerksam machen.

Gratulation an unseren langjährigen Freund Dietmar Wegerer, der sich einen Platz im Main Event erspielte.

Vom Main Event berichte ich im News-Teil morgen, LIVE.


Beim heutigen Pot Limit Hold’em Event mit 540 € Buy in und einem optionalen Rebuy waren 67 Spieler am Start. Gesamtpreisgeld war 48925 €, der erste Platz war mit 16630 € dotiert.

Ich konnte die ersten 3 Runden ohne Rebuy überstehen. Mein Stack war ohne größere Begegnungen immer leicht unter dem Durchschnitt. Als ich aber AK gg 77 verlor, reduzierte sich mein Stack auf nur mehr 2450. Dann Tischwechsel und bei 48 Spieler folgende Hand: Alle passen bis zum Dealer Button, der erhöht auf 650, small Blind passt, ich am großen Blind AA, nach kurzem Überlegen erhöhe ich auf 1450 um ihn nicht zu verlieren, er call. Flop 3A7 mit Treff 3, Treff A und Herz 7, ich checke, er spielt mich All in, ich passe…… Nein, natürlich bezahle ich mein Allin. Showdown: K8 in Herz gg AA, keine direkte Karte für ihn zum Gewinnen. Drilling As gewinnt.

PokerOlymp Quiz: Welche Kartenkombination hätte mich mit 2 Karten Turn, River noch schlagen können, bei diesem Showdown gegen K8 in Herz. Der erste der mir als Kommentar seine Email bekannt gibt, erhält ein PokerOlymp Poloshirt gratis!

Chips verdoppelt auf 4900. Dann wieder länger keine Karten nur mehr 28 Spieler im Turnier. Ich am Großen Blind, meine Chips haben sich mittlerweile auf 3850 reduziert, Blinds bereits 200 – 400 und ich am Großen Blind. Michael Keiner, ein bekannter Pokerspieler aus Deutschland erhöht in vorletzter Position auf 950. Ich AQ, Allin, er bezahlt. Showdown JJ gg AQ. Flop 884 Turn 8 River 6 und out als 28ter.

Tja 50 / 50 (in etwa) sollte man einmal gewinnen. Da meine Form diese Woche nicht besonders war, spiele ich das große Turnier mit 3000 Buy in, wie geplant nicht.

Gesamtkosten bisher: -1875 €

Morgen Satellite mit 120 € Buy in und Rebuys.


Höchstes Gesamtpreisgeld bisher im 4ten Event der CCC Turnierwoche mit 61.275 € und 19.610 € für den ersten Platz.

Ausgeruht und zuversichtlich nahm ich an meinem ersten Tisch in diesem Turnier Platz.

Nach einstündigen Warten auf spielbaren Karten, passierte folgendes:

Alle passen bis zu einem Spieler vor dem Dealer-Button, dieser 450 auf erhöht bei Blinds 50 – 100. Ich am Dealer Button mit AJ in Karo bezahle, da ich einen möglichen Steal (Blinds gewinnen mit einer durchschnittlichen Hand ohne Gegenwehr) vermutete. Flop A73, der Raiser spielt 750, ich bezahle, Turn 5, er checkt ich checke, River K, er spielt 1200 …... Welche Hände kann ich schlagen? A8, A9, A10, ich bezahle. Showdown AJ gg AK. 1200 an Chips bleiben mir von der Startdotation von 4000.

Das kann man wohl als kleinen Fehler werten, AJ nach raise kann man auch entsorgen.

20 Minuten keine Hand, dann ich im small Blind mit 1010, fünf Spieler bezahlen!!! Ich All-in mit 975 bei Blinds 75 – 150, um den Pot möglicherweise ohne Showdown zu gewinnen. 2 Spieler bezahlen.

Flop A109 mit drei Treff, beide checken, Turn Herz 8, beide checken, River Karo Q. Showdown: A4 gg J9 gg 1010 … Strasse gewinnt.

94 Platz von 129 Spielern.
Kosten: -540 €, Gesamt: -1335 €

Geduld verloren nach 4 Turnieren, nein es geht weiter, bis morgen.


Wieder eine hohe Teilnehmeranzahl beim dritten Event der CCC Turnierwoche mit 145. Gespielt wurde No Limit Hold’em mit Rebuys. Gesamtpreisgeld mehr als 43.000 € und somit auch mehr als 13.000 € für den ersten Platz und das mit nur 120 € Buy in.
Rebuy Phase gut überstanden mit nur einem Rebuy und ein Add on, Durchschnitt an Chips. Gesamtstartgeld somit 320 €. Nach dem Add on im Limit 150 – 300 folgende Hand: Ich am Small Blind mit einem Paar 7, 6 Spieler bezahlen bis zu mir, ich entscheide mich für einen call. Flop: K87 mit 2 Treff, gefährlicher Flop bei 6 Spielern mit vielen Möglichkeiten für die nächsten 2 Karten. Ich spiele sofort 2000, 2 Spieler weg, nächster All-in mit 6300, letzten 3 ebenfalls weg. Ich bezahle, Showdown 77 gg KQ. Eine Traumhafte Begegnung mit keine direkten outs für den angereisten Skandinavier. Turn Treff 9, River Treff 5…..... Die Antwort ist nein, er hatte keinen Treff K oder Q. 7 Treff und 7 Karo gewinnt mit Flush. Chipstand: 19750.

Nach diesem Pot konnte ich endlich ein bisschen Druck machen und erhöhte meinen Stack in den nächsten 2 Stunden auf 22250, relativ risikolos.

Dann die Schlüsselhand des Turniers:

Ich im Großen Blind, alle weg, im Kleinen Blind Erker Walter, ein alter Poker Bekannter aus Wien.

Er raise auf 2500 mit Totalchipstand 10800.

Ein Paar 44, nach kurzer Bedenkzeit spiele ich All-in, da es für mich so aussieht, als wolle er mein Blind stehlen. 2 Möglichkeiten den Pot zu gewinnen haben sich durch meinen Move eröffnet, entweder er passt, oder ich muss den Pot im Showdown gewinnen.

Er bezahlt nach längerer Überlegung: Showdown: Q10 gg 44 Flop 9 2 10 , Turn 9 River 3

Schlüsselhand verloren. Chipstand neu 9600 bei Blinds 400 – 800.

Ab dann ging’s bergab. Tischwechsel nur mehr 33 Spieler im Turnier, 18 werden bezahlt.

Blinds jetzt schon 600 – 1200. 2 Runden keine Hand, dann glücklich aufgedoppelt mit K 10 gg Paar 10, im Flop der König. Wieder 2 Runden keine Hand, Blinds 1000 – 2000, 29 Spieler folgende Situation kurz vor Limitwechsel:

Ein Spieler mit 10100 Allin der diesen Move meiner Meinung mit jeden As oder Paar machen muss. Alle passen bis zu mir in vorletzter Position, AQ hmmm, Blinds in 2 Minuten 1500 – 3000, ich habe nur mehr 9200 – Move All in. Showdown AQ gg AK, Flop AK2 Turn 4, River 5.

29 Platz nach genau 7h Spielzeit.

Kosten : -320 € – Gesamt -795 €

Aber es macht Mut, die Form wird besser. Morgen das nächste Event bereits um 15:00; Hold’em No Limit 540 € Buy in Freezeout.

Ihr hört von mir.


Um 17:20 setzte ich mich an den mir zu gelosten Tisch 8, Platz 1. Heute hatte ich unter anderem das Vergnügen, mit dem gestern zweitplatzierten Candiago und Zhang Luzhe (Top Spieler aus Wien) meinen Eröffnungstisch zu spielen.

Überraschend: 171 Spieler, Gesamtpreisgeld von 34200 €.

Vierte Hand: J9 einfärbig in mittlerer Position, Candiago Raise 225 bei Blinds 25 -50, 4 Spieler bezahlen, somit war ich auch dabei., Flop 789, ich spiele 500, Candiago raise um 1000 – somit war das „overpair“ klar, ich bezahle, da ich ja immerhin 9 mögliche outs für 1000 habe, Turn 7, check – check, River 8, check – check – er gewinnt mit Paar 10. War das notwendig, geistert es durch meinen Kopf. Na gut, mit 1750 Chips von den ursprünglich 3500 kann ja immer noch was werden.

2 Hände später, eine Position vom großen Blind entfernt, bezahle ich mit QQ nur, ein Türkischer CCC Stammspieler raise auf 225, ein weiterer Spieler bezahlt, ich raise Pot auf 1000, nur der Türke bezahlt. Flop 253 mit Kreuz 5 und Kreuz 3, ich spiele sofort All in, er bezahlt sofort. Showdown: A6 in Kreuz gegen mein Paar QQ, Turn Kreuz 2 (immerhin noch 4 outs) , River 7, das Flush gewinnt gegen meine 2 Paar Damen und ich schied vorzeitig als 165. aus dem Turnier aus.

Der Quickie (mit 30 min Spielzeit) kostete 220 €. Gesamt: – 475 €

PS: Morgen komm ich garantiert weiter…:)


Endlich hat die CCC Turnierwoche begonnen. Als ich das CCC um 17:23 (wie des öfteren mit einer kleinen Verspätung) aufsuchte, war ich ein wenig überascht das weniger als 200 Spieler bei dem so beliebten Hold’em Limit (80 € + 15 € Buy in, 80 € Rebuy) Eröffnungsturnier angemeldet waren. Nach Anmeldeschluss waren es aber immerhin 182 Spieler die mehr als 36.000 € einspielten. Mehr als 13.000 € für den ersten Platz mit 18 bezahlten Plätzen.

Gleich nach dem ich auf Tisch Nummer 27 Platz nahm, traf ich auf einige alte Bekannte wie Pfister Hans (CH) sowie einige CCC Stammspieler.

Was sofort bei einem Blick über das Teilnehmerfeld auffiel war das immer mehr Skandinavier den Weg nach Wien finden.

Gleich nach dem ersten Spiel machte ich ein Rebuy um meine Startdotation zu erhöhen und erreichte damit auch das Addon, daß ich wie meistens natürlich auch in Anspruch nahm.

Die ersten vier Limits gingen ohne grosse Begegnungen über die Bühne.

Etwas später als bereits mehr als 100 Spieler ausgeschieden waren wurde mein Tisch aufgelöst und ich wurde auf Tisch Nummer 23 versetzt, wo ich unter anderem auf meinen besten Freund Sani traff. Bereits im 2ten Spiel verlor er mit einer unglücklichen Begegnung, AQ gegen 44 wo er im Board auf 10Q4 Turn A River K viele seiner Chips verlor. Wenige Minuten später schied er aus.

Ich hatte bis zu diesen Zeitpunkt keinen Pot gewinnen können, dann auch noch mit QQ wo ich in Late Position ein Raise bezahlte und am Flop JA3 nach einem Bet des Raisers sofort die Karten entsorgte.

Die Limits erhöhten sich und wieder keine nennenswerten Karten. Als ich dann 3 Spiele vor dem grossen Blind (800), nur mehr 1700 Chips hatte entschloss ich mich mit einem Paar 2 auf ein Raise Allin zu gehen.

Gerhard K. aus Österreich konnte sich von K10 nach meinem Allin nicht trennen. Am Flop traff er eine 10 und er beförderte mich aus dem Turnier

65. Platz, 255 € Spiel Ausgaben bisher.

Turnierleitung Thomas Kremser, Dealer wie gewohnt sehr profesionell.

Das Endergebnis mit Fotos findet Ihr morgen in der News Abteilung.

Aufwärmphase abgeschlossen, morgen gehts mit Pot Limit Hold’em 220 € Buy in, Freeze out weiter.


Mittwoch 17.00 Uhr, Flughafen Hamburg, die Frisur sitzt. Nach ein paar Stunden in Hamburg sind wir wieder unterwegs, diesmal nach London zum 2. EPT-Turnier dieser Saison. Wir fliegen bis London-Gatwick und fahren dann mit dem Express-Zug zur Victoria-Station. Irgendwie heisst hier alles "Victoria" was wichtig ist. Vor dort aus mit diesen einfach grossartigen Taxis (viel Platz, bequemes Einsteigen, beleuchteter Schminkspiegel) gehts zum Langham Hotel, einem *-Hotel im Viertel Westminster. Livrierte Door-opener, roter Teppich, das Messing geputzt. Bei PokerStars wird schick gewohnt.


Queen Victoria

Mein erster Spieltag ist Day 1B sein, also Freitag. Das heisst bis auf ein paar Pressetermine einen Tag frei um meine anhaltende Erkältung in den Griff zu bekommen. Am Donnerstag gehen wir schon mal ins Grosvenor Victoria Casino um die Formalitäten zu erledigen. Hier gibt es eine ganz besondere Regel: Wer nicht an seinem Tisch sitzt wenn die erste Hand gedealt ist, der ist bereits ausgeschieden. Also ein verpasster Bus, ein verspätetes Flugzeug oder ein langsames Taxi kosten im Zweifel EUR 5000.

Im Casino treffen wir den üblichen und bekannten Mob. Das erste Feld kämpft seit 15.00 Uhr auf zwei Etagen, Chipsgeklimper, angespannte Gesichter und viel Rauch. Hier darf nämlich im Casino gequalmt werden. Mich nervt es ehrlich gesagt. Ich rauche Zigarillos und kann Zigraettengeruch nicht ausstehen. Ich bin so ein Raucher, der sich in der Bahn und im Flugzeug grundsätzlich zu den Nichtrauchern setzt, weil fremder Qualm mir auf die Nerven geht. Ich bin schizophren? Ich auch.

Am Freitag fahren wir dann nach einem tollen "English Breakfast" im Kolonialstil gehaltenen Frühstücksraum des Langham Hotels zum Casino rüber. Meine Ohren sind mittlerweile so taub, dass ich nicht mal das Rauschen der Deckenventilatoren wahrnehme. Ich verständige mich in Zeichensprache.


Auf dem Weg ins Casino. Joe ist auch noch an meinem Tisch

Meinen Tisch finde ich ganz gut: Joe Hachem, Danish "Dynamisk" Frederik Hostrup, 2 wilde Skandinavier, 2 tighte Engländer und 3 die ich nicht kenne.


Danish "Dynamisk" Frederik Hostrup

Ich spiele solide, schaue belustigt den Moves der anderen zu, unterhalte mich mit meinen Nachbarn und hab nach ca. 3 Stunden an die 17.000 Chips. Dann wird mein Tisch aufgelöst und ich komme "nach oben", in die zweite Etage. Heute müssen von 200 Spielern ca. 150 ausscheiden, die dann an dem Tag "Day2" mit den verbliebenen des "Day1A" zusammentreffen. Mein neuer Tisch ist auch ganz ok, niemand wirklich Bekanntes. Ich fühl mich ganz wohl und kann meinen Stack auf über 20.000 ausbauen. Dann kommt eine Hand, die sogar die Jounalisten geschüttelt hat. Das war der Aufreger des Tages sozusagen. Die Blinds waren glaub ich bei 400/800 mit Ante. Es kommt ein Standard-raise in früher Position von einem unberechenbaren Spieler. Von dem hatte ich schon Showdowns gesehen, dass mir die Haare zu Berge standen. Ich sitze auf dem Button mit AA. Ich raise noch mal richtig fett auf 5000. Das ist ein Alarm-Bet: "Hallo hier ist eine Granate". Die Blinds halten sich raus und der ursprüngliche Raiser zahlt nur. Flop kommt 10 4 6 rainbow. Er checkt ich spiele nochmal 7000. Das ist wieder ein "Achtung hier sind KK oder AA". Er zahlt. Ich wunder mich und denke, na ja, er hat die gleiche Hand wie ich oder QQ oder KK. Turn 7. Jetzt spielt er und geht mit seinem Rest All-in und ich zahle. Der Flop ist immer noch rainbow und ne Strasse trau ich ihm nicht zu. Nicht wirklich. Obwohl? Showdown: Er hat Pocket 7 und sein Set getroffen. Er zahlt den ganzen Weg für all seine Chips mit ein Paar 7. Ich maule rum und nenne ihn Fish, beschimpfe ihn als den größten Idioten unter der Sonne als der Dealer auf dem River ein A umlegt. Upps. Ich verstumme, schaue ungläubig und schenke den Dealer mein schönstes Lächeln. Ich streiche einen Pot von 42.000 ein und lehne mich zurück. Suck und Re-suck…Hat doch tatsächlich mal die bessere Starthand gewonnen.


Tüten auspacken, Gegener einschätzen

Ich erreiche das vorläufige Ziel: Zweiter Tag/ 50 von 200 Spielern noch dabei/Durchschnittschips 40.900. Mein neu ausgeloster Sitz ist am TV-Tisch, Platz 6. Um mich herum nur Engländer (soweit ich das einschätzen kann), die Chipstände reichen von 30-60 Tausend. Ich liege etwa in der Mitte. Das Spiel beginnt mit 600/1200, Ante 100. Den Vortag beendeten wir mit 400/800 und irgendwie ist ein Level ausgelassen worden, was mich doch etwas irritierte (500/1000). Das heisst ich hab im Verhältnis zu den Blinds doch nicht so viele Chips. Aber das war ja für alle gleich.

Bevors losgeht am 2. Tag geh ich noch mal an die frische Luft wo ich draussen Andy Black sehe. Das ist einer meiner "Lieblingstreffer"; ein irischer Pokerspieler, Buddist und grundsätzlich in Schlafanzughosen. Diesmal kombiniert mit einem Oberteil (T-shirt konnte man das nicht nennen) wo man die Spagetti-Bolognese-Spuren der letzten Woche gepaart mit Textmarker sah. Er erzählte mir, dass sein Sohn (7 Jahre alt) neulich auf einem Musikfestival nackt vor 150.000 Zuschauern getanzt hätte. Er wunderte sich woher das Kind das wohl habe. Ja woher denn nur? Auf jeden Fall sprechen wir über Chipsstände und Strategien. Er hat (wie ich) leider immer das Problem am 2. Spieltag. Wir einigen uns darauf, dass wir das Trikot tauschen wenn wir es an den Finaltisch schaffen. Mir graut ehrlich gesagt davor, aber er würde in meiner schwarzen Satinbluse auch scheisse aussehen. Was macht man nicht alles….


Andy mit Joe WSOP 2005

Also wir schnappen die frische Luft zu Ende und begeben uns ins verrauchte Casino.

Zurück an den TV-Tisch wo mittlerweile alles prepariert ist. Kameras, Wasser, Kaffee, alle hatten ihre Chips hübsch aufgebaut und dann schon "Shuffle up and deal".
Es geht gleich heftig los. In der ersten Hand gibts das erste All-in und den ersten Toten am Tisch. Irgendwie sind alle auf zack und ich habe das Gefühl jeder will sich hier beweisen wie toll er doch spielt, blufft oder trifft. Das kann ja heiter werden. Nach 10 Minuten gibt es bereits das zweite Händeschütteln und "Auf-Wiedersehen". Das sieht alles so nach "Bring more Russians" von Tony G. aus.

Nach weiteren fünf Minuten finde ich in mittlerer Position meine Lieblingshand AJ. Ich kotze direkt in die Karte und raise. Natürlich gibts SOFORT einen Caller. Oder waren es gleich zwei? Auf jeden Fall sehen wir alle den Flop. Ich kann mich nicht genau erinnern, aber ich glaube da war Schrott/ Schrott/ König. Ich muss zuerst sprechen und setzte sofort noch mal rein um den Pot eventuell gleich ohne Showdown zu ziehen. Einer bezahlt wieder. Turn keine Hilfe für mich sondern ganz im Gegenteil und ich muss mich entscheiden ob ich reinbluffe mit all meinen Chips oder die Hand aufgebe. Ich checke, er spielt und ich passe. Na tollert Start. Ich fühl mich wie auf einem Schleudersitz und habe leider mit dem Move total meine Comfortzone verlassen. Kurze Zeit später fühle ich mich leicht paranoid. Schon wieder AJs. Ok, auf gehts Jungs. Mein Raise wird von einem schon sehr ergrauten Landlord im Big Blind gecallt, der schon ein paar Hände zuvor QQ durchlaufen lies und nur behind checkte und bezahlte. Der Flop kommt 445, zwei Pik. Null Treffer für mich. Weder hab ich ein einziges Pik in der Hand, sondern Kreuz noch sehe ich irgendwie eine Möglichkeit, dass meine Hand besser ist oder gar besser werden kann. Er muss zuerst sprechen und setzt ohne zu Zögern 7000, was etwa Pot war. Ich kann mich wieder nur entscheiden ob ich jetzt mit zwei Highcards und ohne Pik all-in raise oder ob ich meine Hand weglege. Ich schätze ihn sehr tight ein und denke, dass er sowieso callt wenn ich drüberkomme. Also wieder passen. Meine Chips schmelzen nur so dahin. Keiner hat mir gesagt, dass es leicht sein wird mit Poker Geld zu verdienen. Ich beisse die Zähne zusammen. Nicht lange genug. In einer ungecallten und ungeraisten Hand bis zu mir, ich hab Small Blind, hole ich die Kettensäge raus. Jetzt aber mit Gewalt den ersten Pot und wenns nur die Blinds und Ante sind. Der Big Blind geht "In the tank". Ich grinse ihn an, schliesslich hab ich nur J9 in Karo. Er schaut das dritte mal in seine Karten und bezahlt. Der Tisch ist gedeckt für ihn: Er hat AK. Keine Hilfe vom Board für mich, im Flop liegt sogar schon das A. Der River kommt mit J. Tja, wenn ich AJ spiele (jetzt gut für 2 Paar) null komma null. That´s life.

Ich krieg auch einen Händedruck und "it was a pleasure". Kein Wunder, mit seinen Chips wärs mir auch a pleasure gewesen. Für ESPN gebe ich noch ein schönes Statement ab und schaue fröhlich in die Kamera. Das ist halt auch ein Teil des Jobs: Trotz Ausscheiden, schlecht spielen, Pech haben noch grinsen und ohne Atempause sagen: Poker ist klasse!

 

 

 

 


Wie jeden Herbst bereite ich mich auf ein paar aufregende Wochen / Monate vor. Auf alle Turnierspieler warten in Europa fette Preisgelder darauf abgestaubt zu werden. Gerade dieses Jahr werden Preisgelder in Rekordhöhe erwartet. Pokerboom sei dank. Alle tradiotionellen Events wie z.B. die Concord Card Casino Turnierwoche Ende September, die EM in Baden oder die Masterclassics in Amsterdam gehöhren sicherlich zu den Fixterminen und stehen unter den ersten 3 auf meiner Liste. Weitere Events suche ich mir je nach Erfolg und Zeit aus.

Nun aber zu meinen Vorbereitungen:

Als erstes ist es für mich ein absolutes muss “Ausgehungert” zu sein. Da ich schon seit 7 Jahren intensiv Turnier spiele und schon viele Durststrecken hinter mir habe, ist es für mich sehr wichtig eine kleine Pause von Live Turnieren zu haben um auch wirklich Freude am spielen mitzubringen, denn nur dann kann ich wirkliche Top Leistungen bringen. Gesundheitlich fühle ich mich Fit trotz meines Typ I Diabetes also Rockn and Roll.

Das zweit wichtigste für mich ist die finanzielle Absicherung (Bankroll). Dieses Jahr habe ich mich, wie fast immer für die Soft Variante entschlossen. Alle Turniere werden durchgespielt bis auf das 3150 € teure Main Event mit kalkulierten 3 Einheiten für alle Rebuy Events und den Buy ins für alle Freeze out Events – Kostenpunkt : 4115 € Der Grund warum ich das so ansetze ist, daß ich immer auf die Gesamtwertung mitspielen will, zumindest es immer vorhabe.

Falls ich mindestens 4000 € bis zum Main Event gewinne, passt die Form und ich trete auch ohne Satellite Gewinn an.

Das dritte ist jedes Turnier ohne wirkliche Fehler durchzuspielen, d.h. nur mit Pech auszuscheiden und nicht mit einem Spielfehler (klingt relativ ist es aber in Wirklichkeit nicht). Das Motto lautet FAST PERFEKT zu spielen, denn es gibt manchmal auch knappe Entscheidungen, die ich für mich akzeptiere.

Concord Card Casino vom 27.09.2006 – 05.10.2006

Bisherige Erfolge im CCC 2000 – 2006: 28 Final Tische mit 4 ersten Plätzen, 3 mal Best overall Spieler.

Ich halt euch auf dem laufenden.


Barcelona ist schon eine Reise wert, nicht nur weil dort letzte Woche das Auftaktturnier der EPT stattfand. Diese Stadt ist schon Jahren mein Favorit, weil sie einfach alles hat: Wunderschöne Architektur, mediteranes Wetter, europäisch-zentral gelegen und einen angenehmen Tagesrytmus. Man schläft etwas länger, Frühstück besteht aus Zigarette – Donut – Kaffee, Mittagessen zwischen 14.00 und 16.00 und abends macht man halt so lange bis einem die Augen zufallen.


Eines von Gaudis Zuckerhäuschen

Als wir in Barcelona gelandet waren gabs für mich sofort ein richtiges "Zu Hause Gefühl", denn ich habe hier 2 Jahre gelebt und gearbeitet. Gleich die Fahrt zum Hotel war typisch: Stau in Richtung Innenstadt. So hatte ich ein wenig Zeit mir die Umgebung anzusehen. Die Barcelonetta war ganz neu gemacht, die Stadtbewohner haben jetzt einen tollen Strand mit jeder Menge Bars und Restaurants, direkt am Meer. Das Hafenviertel sieht klasse aus. Früher musste man hier die Handtaschen festhalten und sich schön unterm Licht aufhalten, jetzt ist alles ‘muy elegante’. Das Casino, wo das EPT mit 480 Leuten stattfinden sollte liegt auch hier.

Also schnell ins Hotel "Hilton Diagonal Mar", umziehen, Pass schnappen und ab zum Casino, wo PokerStars einen Welcome-Abend veranstaltete. Das Casino hat strenge Einlassvorschriften: Jedesmal melden am Counter, sich registrieren, Eintrittszettel abholen, Kontrolle zum eigentlichen Casinoeingang usw. Ganz untypisch für Spanien. Unten im Casino dann das Übliche: Abzocker-Black-Jack und Roulette, Glücksrad und jede Menge Pokertische. Alles ziemlich eng gestellt, viel zu viele Leute. Das Turnier war ja restlos ausverkauft. Ok, nachdem wir dann unsere Welcome-Drinks genommen hatten bließ Courtney die Mannschaft zusammen um zum Abendessen zu gehen. Irgendwo war ein Restaurant gemietet worden. Also alle raus aus dem Casino und kaum hatten wir die Mitte der Strasse erreicht fing es an zu regnen. Nein, es schüttete, nein es goss, nein jemand stand mit einem Feuerwehrschlauch am Himmel und liess laufen. Es war unbeschreiblich. Zurück? Nach vorne ins Einkaufszentrum? Wohin? Egal, wir waren so nass, es spielte keine Rolle. Die Platzregen kommen immer im September so ruckartig, dass Mütter ihre Kinder wie Seemänner antäuen, damit sie nicht auf der Strasse wegschwimmen.

Wir retteten uns dann in das Einkaufszentrum und enterten den erstbesten Italiener. Platz gabs nur noch auf der gott sei Dank überdachten Terasse. Wir Mädchen sahen aus wie aus einem Wet-T-shirt-Contest, die Kerle wie nach einer Seeschlacht. Aber alle waren relativ fröhlich, es war ja warm und es würde Essen geben. Gleich beim Essen merkte man, dass Zocker unterwegs sind. Es wurden sofort Wetten (um Geld) angezettelt: Wieviele Buchstaben hat der Name der Kellnerin? Wie lange ist das Ehepaar am Nachbartisch verheiratet? Wie hoch ist die Gesamtrechnung? Nachdem Joe Hachem dann dem Rosenverkäufer auch noch alle Stengel abgekauft hatte war der Abend gerettet.

Am nächsten Tag hatte ich meinen ersten Spieltag. Gewohntes Chaos bei der Registrierung, die Warteschlange lud aber dazu ein lauter Leute zu treffen und schön zu schwatzen. Ich hatte meinen Platz gezogen, ganz hinten in einer Ecke und hab mich dann häuslich eingerichtet. Mein Ziel war den Tag mit Durchschnitts- oder mehr Chips zu beenden. Ca. 15 Stunden standen uns bevor, inklusive Dinnerbreak und Pipipausen. Die Spieler an meinem Tisch waren bunt gemischt. Alles war vertreten: Der hyperaggro Schwede, ruhige Dänen, erfolgreiche Pros. Mein direkter Nachbar kam aus der Schweiz, der sich bei PokerStars qualifiziert hatte. Ein sehr netter Kerl, wir haben uns gegenseitig mit Kaffee und RedBull versorgt. Der Tag ging für mich sehr langsam rum. Ich habe insgesamt nur 4 Hände durchgezogen und jeweils volle Auszahlung erhalten. Bisschen Blinds links und rechts klauen natürlich, aber ich hab mich grundsätzlich zurückgehalten. Den Tag hab ich dann mit ca. 35.000 Chips beendet, der Average lag bei 26.000. In unserem Feld waren noch ca. 80 Spieler von 240 übrig. Leider erwischte es an diesem Tag Sebastian, meine Lieblings-Luckbox und auch Seri, der sich ebenfalls bei PokerStars qualifiziert hatte. Es ist nicht so einfach sich über Stunden und Stunden zu konzentrieren und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Aber was auch wieder an Glücksrittern unterwegs war – unbeschreiblich!


Seri – Andrea – Luckbox

Der nächste Tag war frei. Wir haben ausgeschlafen, sind rumgebummelt und haben uns im Casino rumgetrieben. Im zweiten Starterfeld waren u.a. Michael Keiner und auch Phil Ivey. Beide an einem Tisch und nur um mal zu erzählen wie es so laufen kann und warum Ivey so erfolgreich ist: Er hat noch 12.000 chips und schiebt out-of-position mit K6o alles rein. Michi Keiner sitzt auf dem Big Blind mit AQ und 50.000 Chips. Er zahlt natürlich. Was kommt? Richtig. König. Ivey doppelt sich ab. Und so gings weiter. Crackt AA mit 67 uns so weiter. Ist das nun gutes Spiel oder was? Wo zum Henker kann ich das Buch kaufen? Ich könnte kotzen wenn ich nur zusehe. Devilfish verabschiedet mich immer ins Turnier mit den Worten: "Play good – get lucky". Also mit dem Letzteren hab ich so meine Probleme. Ich muss sagen, dass ich zu 90% die beste Hand habe wenns um die Wurst geht und zu 90% gegen die schlechte Hand ausscheide. Vielleicht hilft das ein wenig wenn ich mal hier rumheule. Wer den 50outs-Blog liest weiss was ich meine und wie wir immer ausscheiden: WSOP KK vs 44, WSOP Rolled-up Trips vs runner-runner Schrott, AA mit A im Flop vs Gutshot river usw. Und jedes Mal ging es um richtig Geld. Das meiste verdränge ich ja schon um meinen Kopf nicht zu belasten.

Tag zwei startete für mich und alle anderen um 17.00 Uhr. Thomas Kremser hatte alles perfekt organisiert denn die spanischen Dealer sind nicht so einfach. Endweder verstehen sie kein Englisch, haben Probleme den Sidepot auszurechnen oder sind sonst irgendwie pampig. Aber er hatte die Bande gut im Griff. Die Plätze wurden neu ausgelost, denn es kamen ja noch ca. 80 Spieler vom Vortag hinzu, so dass wir nun die letzten 160 im Rennen waren. 45 sollten ins Geld kommen, also ein langer Weg. Ich hatte diesmal einen richtig blöden Platz; mitten im Gang, jeder stieß an meinen Stuhl beim Vorbeigehen, es war laut und die allgeine Stimmung angespannt. Meine Tischkameraden kannte ich zum Teil. Teamkollege Umberto Brenes sass da, ein weiterer Onlinequalifier und noch 1-2 Typen mit denen ich schon gespielt hatte.

Es ging auch gleich richtig los. Humberto hatte etwa Average Chips und machte wilde Moves gepaart mit seiner unnachahmlichen Gestik gegen den Schweden auf seiner linken. Er schied dann leider auch nach 1 Stunde aus. Somit war ich die Letzte aus dem Team PokerStars, die noch im Turnier war. Luca, Isabelle, Joe, alle schon raus. Ich saß eigentlich nur rum, war genervt von den schubsenden Leuten und den absoluten Schrottkarten. Nach ca. 2 Stunden sind noch so 90 Leute drin, also jeder 2. im Geld. Ich konnte mich einfach nicht konzentrieren, es war mir unmöglich meinen Fokus ausschliesslich auf das Spiel zu lenken. Ständig hab ich nach Thomas Kremser  (wie immer am elegantesten angezogen) geschaut wann der Tisch endlich aufgelöst würde. Oh man, das war natürlich keine gute Strategie und weit weg vom "Gewinnen-wollen". So kams dann auch. Ich picke (viel zu spät) nach über 2 Stunden die erste Situation ab mit AJ, anscheinend meine Lieblings-Ausscheide-Hand. Der Chipleader mit ca. 70.000 macht seinen Standard-raise. Im Pot sind etwa 12.000. Ich hab noch 30.000 Chips und raise all-in. Was zum Henker hat mich da geritten? Vielleicht hab ich gehofft er hat ein schlechteres A (wie so oft) oder KQ oder oder oder. Auf jeden Fall leider nichts von dem. Er callt und zeigt AA. Na prima. Ich krieg keine Hilfe vom Board und scheide als 89te aus.

Phil Ivey segelt an den Finaltisch und wird 2. Ich glaube er hatte 60% die schlechtere Hand gegen seine Gegner, zumindest Preflop. Der Pokergott spuckt halt auf den größten Haufen.

Bei uns gab’s dann noch schöne Diskussionen; Jan, Michi Keiner und Andreas Krause haben mich dann noch auseinandergenommen. Ich war traurig und habe mir echt Vorwürfe gemacht. Wie konnte ich nur meinen Instinkt und meine Geduld auch nur eine Sekunde verlieren? Das er die bessere Hand hat und gewinnt is ja ok. Es war mein Fehler. Ich denke, ich muss Harrington deswegen nicht noch mal lesen, ich brauch einfach ‘n Yoga-Buch und muss autogenes Training machen. Über diese Mega-Kopfhörer hab ich auch schon nachgedacht. Die schirmen jedes Aussengeräusch ab.

Ok, ich bin jetzt in London. Nächster Versuch.

 

 

 

 




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