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Beiträge von Erich Kollmann


Fast eine Woche bin ich nun in Las Vegas, die Sonne brennt unbarmherzig vom wolkenlosen Himmel. Es ist fast unmöglich, sich im Freien aufzuhalten ohne sich Verbrennungen an der Haut oder die noch übrig gebliebenen Gehirnwindungen zu schädigen.

DSC_1771_640x480 Am Tisch…

Die Klimaanlagen laufen auf Hochtouren, für europäische Verhältnisse, oder zumindest für meine, um einige Grade zu tief. So macht sich nach sechs Tagen volle Konzentration bei den Turnieren die erste Verkühlung bemerkbar, die ich mit allen möglichen Medikamenten versuche zu bekämpfen.

Bei Event Nr.8, einem $1500.- NLH mit 2340 Teilnehmern war ich bis zu den letzten 25 Spieler an Tag 3 dabei, sehr short, aber dabei. Ich konnte dann noch einmal verdoppeln, ehe ich zwei Spiele später mit AK gegen 99 scheiterte.

Eine ganz respektable Leistung, aber wenn man so tief in ein Turnier vorstößt, will man natürlich zumindest den Finaltisch erreichen. An Tag 2 war ich sehr lange mit Phil Helmuth am Feature Table, wie immer war es sehr unterhaltsam mit ihm. Da wir uns schon sehr lange kennen, hatten wir fast keine Begegnung gegeneinander, wir beließen es bei Small Talk und sorgten für die Unterhaltung der Medien und Zusehern.

DSC_2751_640x480 Zusammen mit Marcel Luske

Auch ihm blieb es verwehrt, das Finale zu erreichen, sein 12. Bracelet muss also noch warten. So genehmigten wir uns einen Drink an der Bar, und er versprach mir, wenn es sein Terminplan zulässt, im Oktober nach Baden zur Poker EM zu kommen.

Für mich gibt es nun zwei Tage Pause, ehe es am Montag mit Event Nr.16, $1500.- six-handed weitergeht. Ob ich das morgige Championship Seven Card High Low spielen werde, entscheide ich kurzfristig. Bei einem Startgeld von $10.000.- sollte man schon voll fit sein, die Gegner, die Crème de la Crème der Pokerszene, verzeihen keine einzige kleine Schwäche.

Wer noch vor hat, nach Vegas zu kommen, vergesst nicht, zumindest immer eine Jacke oder Weste ins Rio mitzunehmen, hört sich zwar bescheuert an bei 40 Grad, aber wenn man Pech hat, zieht es ab und zu gewaltig von den Klimaanlagen herunter. Dann solltet ihr euch immer einen Tag vorher für das Turnier anmelden, so entgeht ihr langen Wartezeiten beim Check in, denn eine der Lieblingsbeschäftigungen ist hier, in einer langen Schlange zu stehen.

BILD1002 Der riesige Turniersaal

Die Air-Condition im Zimmer solltet ihr immer so um die 23 Grad einstellen, vermeidet häufige Ortswechsel, lieber länger einmal am Pool bleiben, oder länger im Casino. Trinkt jeden Tag 3-4 Liter Wasser, euer Körper und Gesundheit wird es danken, versucht einmal einen Tag Pause zu machen, relaxen, shopping, einfach einmal eine Abwechslung suchen.

Wer auf amerikanische Bekleidung wie Christian Audigier, True Religion, Calvin Klein, Guess, Nike… steht, sollte seine Koffer zu Hause nur halbvoll packen. Zwei Outlet-Shops und unzählige Shopping-Center für jede Brieftasche stehen zur Auswahl.

Also wir sehen uns in Vegas, denn hier ist COOLMAN!


Noch genau 6 Tage sind es für mich, ehe ich den Sprung über den großen Teich nach Las Vegas mache. Die Vorfreude auf Sin City ist groß, dennoch ist sie mit Vorsicht und sehr großer Disziplin anzugehen. Man ist immer wieder in großer Versuchung, wenn es mal nicht so läuft, in die Side Games zu investieren. Hierbei verliert man dann schon mal die Übersicht und die Kontrolle über sein eigenes Spiel, dies sollte man aber auf jeden Fall vermeiden, denn so etwas kann ganz böse enden.

War es früher überhaupt kein Problem die richtigen Cash Game Spiele zu finden, ist es jetzt schon wesentlich schwieriger, einen spielbaren Tisch zu finden. Die Omaha-Action war in den letzten Jahren immer im Rio angesiedelt. Hier wurden die höheren Limits gespielt, jedoch mit dem Zusatz des „Mississippi Straddle“, ab Blinds 25-50 wird hier wieder die Post abgehen.

Bei dieser Variante hat der Button die Möglichkeit, das große Blind zu verdoppeln, die Action beginnt dann wieder beim kleinen Blind. Also ein noch größerer Vorteil des Button, sein Vorteil und seine Position wird dadurch noch mehr gestärkt. Da ich es außer in Vegas sonst nirgends spiele, heißt es da auch wieder sein Spiel anzupassen, noch dazu ist da Rio nicht unbedingt mein Lieblings Casino, eher mein „Lieblings Eiskasten“ !

So werde ich mich hauptsächlich den Turnieren widmen, sie haben die Prioritätsstufe Nummer 1, meine zwei Cashes in der Vergangenheit gehören auf jeden Fall verbessert. Start ist für mich am 31.Mai mit Event Nr. 5 $1.500 NLH.

Je nach Form werde ich dann entscheiden, welche Events ich spiele, ein paar $10.000.- World Championship Turniere sollten aber schon dabei sein. Ob ich den Main Event spielen werde, entscheide ich kurzfristig. Ich habe mich zwar schon auf Full Tilt qualifiziert, ich weiß aber auch, dass ich keine 7 Wochen in Las Vegas verbringen werde.

Mal sehen wie es so läuft, vielleicht wird es diesmal so richtig COOLMAN!


Alle Menschen dieser Erde kennen es: Das Weinen. Jeder tut es, keiner will es so richtig. Man zeigt meistens damit Schwäche oder Trauer, aber auch Freude oder Ärger. Ich nehme mich davon nicht aus, versuche aber fast wie jeder, wenn schon, dann ganz alleine zu weinen. Gelingt nicht immer, aber fast immer.

super Superman modernster Prägung
Bild von hochgepokert.de

Um mich schlauer zu machen, schlug ich bei Wikipedia nach, damit meine Blog auch wahrheitsgetreu und sehr gut recherchiert bleibt. Ich will doch bei der Wahrheit bleiben, meine Eltern haben mir das so in mein Leben mitgegeben.

Teile der Wissenschaft gehen davon aus, dass der Mensch das einzige Lebewesen auf der Erde ist, das emotional bedingt weint. Meistens dauert so etwas ein paar Minuten, manchmal auch Stunden, vielleicht sogar Tage.

Bei ganz wenigen der Spezies Mensch dauert es sogar Monate oder ganz, ganz selten auch Jahre. Bei diesen besonderen Fällen gibt es aber auch medizinische Hilfe. Man darf nicht vergessen, welch wichtige Stoffe beim Weinen verloren gehen.

Durch Weinen produzierte Tränen unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung von Tränen, die zur Befeuchtung des Augapfels produziert wurden und enthalten deutlich größere Anteile der Hormone Prolaktin, Adrenocorticotropin und Leu-enkephalin sowie der Elemente Kalium und Mangan.

Ab und zu weinen ist natürlich laut Wissenschaft gesund, es sollte jedoch nicht zu lange dauern, bei einigen Monaten wird da die ganze Sache schon kritisch. Speziell im Business der Pokerwelt sollte jeder seinen Mann oder natürlich auch Frau stellen, jeder Bad Beat oder auch der ein oder andere Kommentar sollte man irgendwann einmal vergessen oder vielleicht sogar positiv verarbeiten.

Wenn nicht, wird das Ganze vielleicht zum Problem, mit dem man dann ein ganzes Leben zu kämpfen hat. Aber keine Angst, es gibt ja hier den Coolman, einfach bei ihm ausweinen, vielleicht hilft es, er hat eine starke Schulter und noch ein größeres Herz.

That’s COOLMAN


Nach den Ereignissen rund um Berlin meldeten sich sehr viele Medienvertreter und wollten natürlich eine interessante Story von mir hören. Da sich Gott sei Dank niemand ernsthaft verletzt hatte, legte sich der Schock schön langsam. Dennoch war dies ein Erlebnis, dass ich nie wieder erleben möchte.

Das Umgehen mit den Medienvertretern ist ja nicht immer ganz leicht und man muss da immer sehr vorsichtig agieren. Doch bis jetzt möchte ich mich bei allen Personen, die mit mir ein Interview geführt haben, egal ob für das Fernsehen, Radio oder Zeitung, bedanken. Es wurde nur das veröffentlicht, was ich auch wirklich gesagt habe, und es wurde sehr objektiv über die Vorfälle und über Poker im Allgemeinen berichtet.

Am Samstag war ich zu Gast bei Frank Elstners Show “Menschen der Woche”, es war – glaube ich – ein sehr positives Interview über das Pokerbusiness und Frank Elstner war ein sehr fairer und sympathischer Interviewpartner. Wem das Video der Show interessiert, man kann es auf www.unipoker.at ansehen.

Für mich geht es diese Woche noch nach Wien zum Main Event im Concord Card Casino, danach zum PokerStars EPT Snowfest nach Hinterglemm in Salzburg.

That’s COOLMAN


Eigentlich wollte ich von einem Erfolg beim Side Event Pot Limit Omaha berichten. Aber was gestern hier in Berlin passiert ist, werde ich wohl nicht so schnell vergessen können. Ich sitze hier wieder daheim vorm Computer und denke an die fürchterlichsten Minuten in meinem Leben zurück.

Ich war gestern ja noch beim PLO-Event dabei, jedoch kurz nach 14 Uhr, wir waren noch so um die 13 Spieler, passierte dieser unglaubliche Raubüberfall bei der EPT in Berlin. Mein Tisch war nur so um die 30 Meter entfernt vom Cashier-Desk, nur durch eine Tür getrennt, als plötzlich lauter Lärm von draußen zu hören war.

Ich sah dann nach was los war, dachte an einen kleinen Zwischenfall. Ich brauchte ein paar Sekunden bis ich überhaupt checkte was los war. Ein Security-Mann kämpfte wie ein Löwe gegen einen mir nicht sichtbaren Gegner, bis auf einmal hinter dem Cashier-Desk zwei vermummte und bewaffnete Räuber auftauchten. Sie waren gerade dabei, den Tresor auszuräumen.

Es ging alles so blitzschnell und für einen Moment stand ich da wie angewurzelt, ein schwerer Raubüberfall am helllichten Tag in Berlin, in einem Luxus-Hotel am Potsdamer Platz. Als der Security-Mann bei der Flucht der Gangster den Letzten überwältigen konnte und die anderen schon außer Sicht waren, wollte ich ihm zu Hilfe eilen. Eine Waffe lag neben den beiden am Boden, doch plötzlich sah ich aus dem Augenwinkel einen der Gangster zurückeilen und ich wich wieder zurück. Ich checkte dann, dass mein Leben auf dem Spiel steht und ich dem Security-Mann momentan nicht helfen konnte.

Gott sei Dank ist ihm dann nicht viel passiert, er dürfte dann gemerkt haben, dass es besser ist, den Gangster laufen zu lassen, als sein Leben aufs Spiel zu setzen.

Das Turnier spielte ich dann zwar nach ein paar Stunden weiter, doch irgendwie teilnahmslos und noch schwer geschockt. Es wurde schlussendlich der 7. Platz, aber das war eigentlich komplett unwichtig an diesem Tag.




Endlich geht es wieder los mit der neuen Pokersaison. Nach langem Hin und Her habe ich mich entschieden in Seefeld die Casino Austria Poker Tour zu spielen.



Die Feiertage und das Faulsein sind nun endlich vorbei, doch eigentlich war ich gar nicht so faul. Meine Mitgliedschaft im Fitness-Center macht sich wieder bezahlt, nach längerer Pause gehe ich nun wieder regelmäßig trainieren. Das Gewicht lässt zwar noch zu wünschen übrig, aber es geht wieder bergauf. Nein, nicht mit dem Gewicht, sondern mit meiner Kondition.



Dann war doch noch ein Projekt von mir, das ich zusammen mit Johan Brolenius schon länger plane. Es steckt eine Menge Arbeit dahinter, doch es macht Spaß, so ein Event zu planen und zu organisieren. In den nächsten Tagen erfahrt ihr von diesem Event mehr.



Am Freitag startet die CAPT in Seefeld, die Skier werden diesmal mitgenommen. Eine ganze Woche lang ist Seefeld die Poker-Hochburg Österreichs, mit dem Höhepunkt des Main Event mit einem Buy-In von € 2000.- Euronen. Auch beim Cash Game wird es wieder heiß hergehen, speziell beim Pot-Limit Omaha wird wieder das ein oder andere Pöttchen zu Stande kommen. Ich werde euch auf alle Fälle berichten, was hier in Seefeld ab Freitag so los ist.



Und hier ist es im Winter auf alle Fälle “COOLMAN”.


Mein Rückblick auf das Pokerjahr 2009 fällt heuer nicht besonders gut aus, um es genauer auszudrücken, ziemlich besch…….eiden.



Bei den Turnieren konnte ich zwar zwei Siege feiern, einmal bei einem H.O.R.S.E. Event und einmal bei einem Omaha Event. Doch sind diese Siege bei eher kleineren Turnieren erzielt worden.



Bei den großen Events blieb aber der Erfolg komplett aus, sowohl bei der CAPT in Österreich, als auch bei den anderen Events der EPT und WPT.



Obwohl ich bei der WPT und EPT sehr oft den dritten Tag erreicht hatte, konnte ich mich kein einziges Mal ins Geld spielen. In Österreich bei der CAPT kein einziges Mal einen Finaltisch zu erreichen gehört wohl schon ein wenig in die Rubrik „Unvermögen“.



Dann gab es noch die Premiere von German Highroller im Alpin Palace Hotel in Österreich. Hier konnte ich wie fast in jedem Live Cash Game die Session mit einem Plus beenden, und das obwohl ich sehr tight unterwegs war. Es war wohl dann doch die ungewohnte Situation, zum ersten Mal live im Fernsehen Cash Game zu spielen, und nur fürs Publikum eine „Kasperl“ herunter zu hauen, überlasse ich dann doch Anderen.



Wie oben schon erwähnt lief es beim Live Cash Game sehr gut, es waren ein paar ganz heiße Wochen dabei. In Amsterdam, Madrid, Barcelona und bei der CAPT war jede Menge Action, speziell bei Pot Limit Omaha. Teilweise unglaublich, welche Action hier abgeht, und man musste schon sehr vorsichtig agieren.



So gut ich live unterwegs war, so schlecht sieht es da heuer online aus. Teilweise selbst schuld muss ich das Jahr 2009 mit einem dicken Minus abschließen. Und das ist natürlich nicht besonders “COOLMAN”.



Ich wünsche allen PokerOlymp-Lesern ALLES GUTE für das Jahr 2010, viel Erfolg, mögen Eure Wünsche in Erfüllung gehen. Ich wünsche Euch aber vor allem Gesundheit, denn die kann man sich schlecht kaufen.



Auf das Jahr 2010, it´s COOLMAN


Seit Donnerstag findet in Madrid, der Hauptstadt Spaniens, das Finale der FullTilt Spanish Pokertour statt. In vier verschiedenen Städten Spaniens wurde schon gespielt, nun wird das Finale mit einem Buy-In von € 3000.- ausgetragen.



225 Spieler waren dabei, darunter Ross and Barney Boatman (HendonMob) aus England, FullTilt Pros aus Italien, Lokalmatador Raul Paez und natürlich Superstar Gus Hansen.



Für mich ist es der erste Besuch in Madrid, umso mehr war ich gespannt, was mich hier erwartet. Die Stadt selbst ist eine pulsierende Metropole, für alle ist was dabei. Egal ob Kultur, Sport oder Party. Hier geht 24 Stunden am Tag die Post ab, es ist immer was los hier.



Das Casino ist so um die 30 km außerhalb von Madrid, das Gesetz schreibt es so vor. Ein modernes, großes Casino mit zwei sehr guten Restaurants. Für spanische Verhältnisse ist das Turnier sehr gut organisiert, für uns FullTilt Pros wird bestens gesorgt. Alleine die Anfahrt am Nachmittag kostet ein wenig Nerven, da der Verkehr wie in jeder Hauptstadt Europas eine Katastrophe ist.



Heute starten wir mit Tag 3, ich bin noch dabei, jedoch sehr short mit den Chips. Doch die ausgezeichnete Turnierstruktur lässt mich noch hoffen, bei jedem anderen Turnier wäre für mich schon längst Sendepause. Besser ergeht es das Ross Boatman und Gus Hansen, sie beendeten Tag 2 im Mittelfeld.



Egal wie es für mich heute ausgeht, Madrid war auf jeden eine Reise wert und ich glaube, die FullTilt Spanish Poker Tour hat Zukunft und wird im nächsten Jahr noch populärer werden.



Coolman live aus Madrid



Ab morgen startet in Seefeld die HighrollerWoche, auch ich bin diesmal zum ersten Mal dabei.

nutella



Über 100 Pokerspieler haben sich angemeldet, also wird in Seefeld eine Woche lang die Post abgehen, besser gesagt werden die Karten nur so durch die gesunde Tiroler Bergluft wirbeln. Sogar in Amsterdam wussten die Highroller schon Bescheid und erkundigten sich bei mir über das kleine Berg-Städtchen Seefeld.



Da ich nur Gutes darüber berichten konnte, wurde von einigen Spielern der Flug nach Innsbruck gleich noch in Amsterdam gebucht. So wird diese Highroller-Woche eine sehr starke internationale Besetzung aufweisen, mit Spielern aus ganz Europa.



Schon in Amsterdam war die Cash Game Action sehr gut, jeden Tag von 14 bis 3 Uhr früh wurde im Circle Privee Pot-Limit Omaha gespielt. Bei mir lief es auch sehr gut, und so verlängerte ich um einen Tag meinen Aufenthalt, um mir die Action nicht entgehen zu lassen. Diese Idee fiel leider unter die Rubrik “man sollte nicht zu gierig werden”. Genau dieser Tag war dann der einzige Eintrag in meiner Finanzbuchhaltung mit einem dicken MINUS.



Mal sehen, wie es in Seefeld diese Woche so läuft, nebenbei habe ich mir fest vorgenommen, viel Sport zu machen. Irgendwie sind die verlorenen Kilos von der Wette mit Stefan wieder dazugekommen, für mich einfach unerklärlich.



That’s not Coolman


Bei jeder Show oder bei jedem Event, das im Fernsehen zu sehen ist, ist es Mode, sich kluge und sympathische Gastkommentatoren einzuladen. Mit ihrem fundierten Wissen und ihrem Können sollen sie den Zusehern Hintergrundinfos und eine spannende Unterhaltung bieten.



So geschehen bei einer neuen Staffel einer Pokershow im Deutschen Fernsehen. Ich freute mich schon auf fachliches Wissen und objektive Beurteilung der Spielsituationen. Was dann geschah. war eigentlich traurig – ich hätte da eigentlich eine anderen Ausdruck – aber belassen wir es bei traurig.



Wie gesagt. um das Ganze noch etwas exklusiver zu machen, wurden zwei Pokerpros eingeladen. Ich nenne sie mal Kasperl 1 und Kasperl 2, oder nach ihrer Einschätzung, die Erfinder des Pokersports!



Am Pokertisch saßen Größen, die sich Poker-Europameisterin, EPT-Sieger und WPT-Sieger nennen dürfen. Cash Game-Spezialisten waren dabei, die schon sehr viel in ihrer Pokerkarriere erreicht haben. Nur Kasperl 1 und Kasperl 2 wollten es nicht so richtig wahr haben, wo es ging, machten sie sich über die Spieler lustig, Kommentare weit unter der Gürtellinie waren an der Tagesordnung. Vielleicht glaubten sie, dass muss so sein, ist es doch im Kasperle-Theater auch so, dass man sich über die anderen lustig macht.



Ist es wirklich der Neid und Missgunst, die einem solche Comments über die Lippen kommen lässt? Ich informierte mich, ob die beiden schon große Erfolge bei Live-Turnieren erzielt hätten. Ich wurde nicht fündig, die ältesten Leute konnten sich nicht daran erinnern. Wenn man wie die beiden immer alle Hole Cards sieht, ist es wahnsinnig leicht, die Spieler zu beurteilen und einen nach ihren Worten „Donkey Call“ zu machen.



Der Pokersport boomt noch immer, ein paar Leute versuchen fest daran zu drehen, um das zu ändern. Beim nächsten Theater bin ich sicher nicht dabei, ich schaue mir lieber den richtigen Kasperl mit dem Pezi an, der ist wirklich lustig.



That’s really Coolman