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Beiträge von Marcel Luske


Der Tag fing einmal gleich wirklich gut an. Im Casino angekommen, kam ein sehr gepflegter Gentleman auf mich zu. Zusammen mit seinem Assistenten schüttelte er mir gleich die Hände: „Sie sind ein großer Star! Ein weltberühmter Mann!“ – So was schmeichelt natürlich und wir haben uns hingesetzt. Die beiden waren vom Casino in Madrid und die haben offenbar auch große Pläne mit Poker und das wollten sie mit mir besprechen (mit wem sonst?!).

Es war auch alles sehr interessant und die Unterhaltung durchaus packend. Dann waren wir fertig, weil ja wichtige Männer wie wir alle waren, dürfen doch nicht zuviel Zeit haben. Erst hat mit der Boss die Hand zum Abschied gegeben: „Vielen Dank Joe“ und dann sein Assistent: „Sie hören schon ganz bald von uns, Mr.Hachem!“ – Frechheit! Sonst werde ich gewöhnlich mit Gus Hanson verwechselt und nicht mit meinem Freund Joe Hachem. Da wäre ich ja der einzig blonde, libanesische Australier! Aber solange sie mich nicht mit Johnny Chan verwechseln.

Beim Omahaturnier habe ich gestern ein wenig Gas gegeben. Erfolglos! 13 Rebuys, immer wenn vier oder mehr Spieler im Pot waren, reingeschmissen und gehofft und dann „Rebuy, please“ gerufen. Habe es sogar an die letzten vier Tisch geschafft dann, aber Omaha ist halt ein brutales Spiel, wenn die Draws nicht greifen.

Heute werde ich das 1000er Turnier probieren. Wenn es gut läuft, dann volle Konzentration und sonst kümmere ich mich ein wenig ums Cahsgame. Wie das ausgeht, und was ich als nächste vorhabe, erfahrt Ihr selbstverständlich bald in diesem Blog.

Euer Marcel


Also, das Wetter ist wirklich schön hier in Barcelona. Soweit die gute Nachricht. Aber was nützt der schönste Sonnenschein, wenn die Dealer eine wahre Katastrophe sind.

Nun, jetzt könnte man doch sagen, das ist keine Überraschung. Das war doch schon letztes Jahr so in Barcelona und das Jahr davor und das Jahr davor auch. – Aber ich bin als Spieler immer Optimist und ich lerne auch aus Fehlern (die ich natürlich immer noch mache) und dann denke ich, dass das die Verantwortlichen in Barcelona auch tun werden. Und das denke ich jedes Jahr und es wird eigentlich noch schlimmer.

Es ist natürlich auch nicht leicht. Nur zweimal im Jahr ist wirklich Action hier und da bekommt man eben nicht so leicht gut ausgebildete Dealer, aber selbst mit ein wenig Talent und einer schnellen guten Ausbildung müsste man da mehr erreichen. Es ist doch schließlich ein EPT-Event und nicht nur irgendein Spiel. Und mit solchen Notdealern, wo es in jedem Pot Probleme gibt und nichts richtig abläuft, verliert man als Spieler ganz schnell die Konzentration. Für morgen werde ich mir wahrscheinlich eine gute Flasche Wein bestellen. Die Ohren mit dem iPod zustöpseln, damit ich die falschen Announcements der Dealer nicht höre und in meine eigene Welt eintauchen.

Vielleicht gelingt mir dann etwas mit einem kleinen Schwips. Vor ein paar Jahren war ich hier schon ähnlich verzweifelt und verärgert, da habe ich dann zwei Turniere nacheinander gewonnen (Das sollte man sich aber selbstverständlich nicht angewöhnen).

Sonst habe ich eine Einladung zu einer sehr hohen privaten Partie bekommen. Sehr schönes Haus am Strand und zwei private Tische. Nur, ich bin eigentlich wegen der EPT hier und das ist mein Ziel, also werde ich weiterhin hier kämpfen. Gestern gab es eine sehr nette Party von Pokerstars. Ein angenehmer und lustiger Event. Habe ein wenig mit Katja Thater geplaudert, ich glaube sie hat ihre Form behalten und bekommt jetzt auch den verdienten Respekt. Bin mir ganz sicher, Katja wird noch einiges gelingen. Vielleicht gleich hier in Barcelona?

Bis bald,
Euer Marcel


Jetzt habe ich mich ein wenig von den Strapazen in Las Vegas erholt und schon bin ich bereit für einen neuen Blog.

Im Moment bekomme ich alle Termine für den Herbst und bin am überlegen, wo und wann ich am besten spielen soll. WSOP London ist natürlich Pflicht, da muss ich hinfahren und freue mich auch schon darauf. Dann gibt es Barcelona, immer eine Reise wert und selbstverständlich komme ich zum „Baden Poker Festival“

Alles andere lass ich im Moment noch offen. Schon alleine weil ich die WPT im Bellagio spiele und vielleicht noch einen kleinen Trip in die Karibik mache. Wenn dort Poker und das Wetter ist fein, ist das eine schöne Unterbrechung von der kalten Jahreszeit. – Für mich ist die wirklich gute Nachricht, ich kann jetzt ein Album machen mit meinen Lieblingssongs. Da freue ich mich wirklich darauf und nehme mir auch die Zeit, die man braucht, um das richtig zu machen. Ein paar Wochen sind für das Studio reserviert. Sobald ich genaueres weiß, werde ich es hier bei PokerOlymp berichten.

Die Entwicklung mit Poker ist auch bei uns sehr positiv. In allen 13 holländischen Casinos gibt es jetzt wöchentliche Turniere. Kürzlich war in Utrecht ein reines Ladys Event mit 127 Teilnehmerinnen. Das ist wirklich super, wie Poker immer mehr Erfolg hat. – In Deutschland wird es auch noch einen weiteren Schub nach vorne geben. Dass Michael und Katja ein Bracelet gewonnen haben bei der WSOP, ist natürlich wahnsinnig gut für Poker und wird viele Türen öffnen. Ich melde mich bald wieder, wenn es neues zu berichten gibt.

Euer Marcel


Endlich wieder im Bellagio. Ich muss einfach zugeben, ich fühle mich wirklich wohl dort. Da läuft alles sehr gut ab. Die Dealer sind top ausgebildet und auch am Floor sind erfahrene Leute. – Heute ist für mich der 2.Tag vom $10.000 WPT Event. Sie haben dreimal den ersten Tag gespielt und jetzt läuft es normal weiter. Wer drüben beim Main Event ausgeschieden ist und noch spielen wollte, ist dabei. Phil Hellmuth habe ich gesehen und Phil Ivey auch.

Mein erster Tag war ziemlich turbulent. Die Startdotation war 10.000 und ich hatte ein ganz üblen Beginn. Während die anderen Spieler ihre Stack aufbauten, rutschte ich bis auf 1500 hinunter. Aber dann ging es rasch bergauf und jetzt bin ich mit über 50.000 dabei. Poker kann manchmal sehr komisch laufen. Erst gelingt gar nichts und dann trifft man spielt auch wieder gut. Da kommt die Form automatisch. Hoffentlich geht das so am zweiten Tag weiter.

Natürlich verfolge ich auch, was beim WSOP Main Event passiert. Es sind ja noch ein paar holländische Landsleute dabei und besonders Thierry van den Berg traue ich einiges zu.

Mein Rückflug ist für den 19. gebucht. Dann geht es nach langer Zeit mal endlich wieder nach hause. Davor werde ich mich aber noch ganz aufs Spielen konzentrieren. Bis bald.

Euer Marcel


So, jetzt konnte ich mich ein wenig ausruhen vom Spielen und mich um meine Gesundheit kümmern. Es geht mir auch wieder ganz gut und heute freue ich mich auf die WPT im Bellagio. Ganz untätig war ich in den letzten Tagen natürlich nicht. Zusammen mit Joe Hachem und vielen anderen guten Spielern haben wir Pläne und Konzepte für die WPA (World Player Association) besprochen und erstellt. Gerade für die WSOP 2008 gäbe es da einiges zu tun.

Es ist sicher keine leichte Aufgabe für die Organisation der WSOP soviel Personal in so kurzer Zeit einzustellen. Doch die Mängel sind zu groß und das darf nicht so bleiben. Nur zwei Tage Ausbildung. Das kann einfach nicht gut gehen. Natürlich haben sie erstklassiges Stammpersonal. Aber das reicht nicht und dann werden schnell, schnell viele Leute aufgenommen und einfach an die Tische gesetzt und kommen an den Floor. Das ist haarsträubend zum Teil. Viele haben einfach keine Ahnung von den Spielregeln und es ist ihnen scheinbar auch egal. Manchen sitzen da am Tisch und hoffen einfach dass die Zeit vorbeigeht. Vielleicht warten sie auf die Rente, aber das gibt es ja in den USA gar nicht so wie bei uns. Bei den Assistenten von den Floorleuten ist es oft ähnlich.

Wir von der WPA werden uns da bemühen, Ausbildungsstandards zu entwickeln und aktiv an die WSOP herantreten. Außerdem wegen den Regeln und der Umsetzung derselben gibt es auch einiges zu tun und wir kümmern uns darum – Bei soviel Trubel ist es kein Wunder, dass ich gar nicht zum Cashgame spielen komme. Lust hätte ich schon manchmal. Nur wenn man Cashgame spielt, muss man bereit sein sich mit seinem Rhythmus anzupassen. Dann zu schlafen, wann die Partie aufhört oder nicht mehr gut ist. Sobald man Termine hat oder wegen den Turnieren nicht frei ist in seinem Rhythmus, hat man viel schlechtere Chancen beim Cahsgame.

Deshalb lass ich es lieber sein. Mal gucken, wie es läuft bei der WPT und ich melde mich bald hier bei PokerOlymp.

Euer Marcel


Leider ein kurzer Auftritt für mich beim Main Event. Ich war am ersten Tag dran und hatte mir viel vorgenommen. Aber wie immer, beim Poker spielen braucht man auch die richtige Form und die richtigen Karten. – Die Verkühlung hatte ich einigermaßen im Griff. Und das soll auch keine Ausrede sein, durch die große Hitze draußen und die unterkühlten Räume plagen sich sehr viele mit solchen Problemen.

Im Spiel selbst konnte ich nicht so recht Akzente setzen. Die Struktur ist natürlich bei so einem Event sehr langsam und auch die Spieler halten sich zurück. Meine Könige habe ich gegen A8 verloren, weil mein Gegner Drilling Acht gemacht hat. Dann noch ein paar Beats und schließlich leider mit wenig Chips und 9-9 gegen drei Spieler all-in gegangen. Da hatte ich dann Glück und haben mit Poker 9 gewonnen. Ich dachte schon, jetzt geht’s los. Aber leider war es nicht so. Mit meinem wieder erstarkten Stack A-K gefunden und mich wichtig gemacht. All-in und mein Gegner zeigt mir zwei Asse. Das war es dann auch. Ein kurzer Auftritt von mir und schon komisch wenn man bedenkt, dass der erste Tag für viele Spieler erst am kommenden Montag stattfindet.

Was einfach nicht mein Ding ist war der TV-Tisch von Start. Ich meine, ich bin immer für Spaß zu haben und auch Interviews und Fotos sind kein Problem. Dass man meine Karten sieht, daran habe ich mich ehrlich gesagt noch immer nicht gewöhnt. Es ist einfach ein anderes Gefühl, wenn man einen Move macht und damit rechnen muss, dass jemand fragt „wieso und warum“. Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich erst langsam und unauffällig in Schwung kommen kann, bevor ich an den TV-Tisch komme. Aber dem war nicht so. Egal, das Leben geht weiter. Wahrscheinlich werde ich ab kommenden Dienstag die WPT im Bellagio spielen. Sobald es etwas Neues gibt, berichte ich das hier bei PokerOlymp. Allen, die noch ihr Main Event vor sich haben, wünsche ich von Herzen viel Glück!

Euer Marcel


Jetzt mache ich mich schnell auf den Weg zum deutschen Fernsehen hier. Da gibt es eine Show und Michael Keiner hat mich eingeladen. Sie filmen, was es so Lustiges gibt in Las Vegas und dann auch in einem Fernsehstudio mit Pokertisch und so. Ich bin leider ein wenig erkältet. Dieser Wechsel zwischen den kalten Räumen und der Hitze draußen. Normalerweise macht mir die Aircondition nichts aus. Aber diesmal hat es mich erwischt. Schnupfen, Augen tun weh und überhaupt fühle ich mich sehr abgeschlagen. Morgen ruhe ich mich dann aus. Vielleicht gehe ich ein wenig in die Sauna und bleibe sonst am Zimmer. Fürs Main Event habe ich am ersten Tag genannt und da sollte ich mich schon körperlich richtig wohl fühlen, um auch gut spielen zu können.

Wobei die Form zeigt eindeutig nach oben. Ich habe nämlich während dieser WSOP mein erstes $2000 Turnier gewonnen. Bracelet gab es keines, wahrscheinlich weil es auch nur ein 1 Table Tournament war. Immerhin musste ich Joe Hachem, Barry Greenstein, Andy Black und Joe Sebok besiegen. Das Ganze war natürlich für einen guten Zweck, gespielt wurde „Animal Snap“ und das geht so. Erstmals zieht jeder eine Karte und da ist dann immer ein Tier darauf gezeichnet. Einer war dann also ein Pferd, einer eine Kuh, einer ein Schaf usw. Dann wird das ganze Deck verteilt und man sitzt da mit seinen Karten. Wenn jetzt ich eine 9 aufschlage und Barry Greenstein auch eine 9 – und sagen wir er ist eine Ente – dann muss ich schnell „Quack“ sagen und dann gehört mir seine Karte. Hat viel Spaß gemacht, nur schade, dass es nicht einmal Punkte für die PokerOlymp Nationenwertung gibt. Aber Hauptsache, man kann mit dem Geld was Gutes tun. Weil ich gewonnen habe, durfte ich die Organisation bestimmen und habe es für Kinder in Not gespendet.

Beim Main Event ist aber Schluss mit lustig. Da muss ich wirklich konzentriert sein und hoffe, bis dahin auch wieder richtig fit zu sein. Ihr hört bald Neues von mir. Bis dahin viel Spaß.

Euer Marcel


Vielen Dank für die netten Wünsche. Jetzt mache ich mal ein kleines Resumee zu meinem Auftritt am Finaltisch. Als Chipleader anfangen ist natürlich schön. Aber es war schon sehr teuer und der Unterschied zwischen Chipleader und kleinem Stack war vielleicht zwei Hände und sicher nicht mehr. Dann habe ich noch einen sehr großen Pot versäumt. Einen exzellenten Low Draw und zwei Paar vor der letzten Karte und dann doppelt kaputt. Low ist nicht gekommen und die zwei Paar von einer Straße tot gekauft. Dann kann man halt nichts machen. Es braucht ein bisschen Glück und gute Karten sonst sind die Chips ganz schnell weg.

Eine wirklich teuere Hand war für 2-4-6-8 und der Flop war Q-5-3. Auf zwei Züge 19 Karten für mein Low. Es ist aber ein König gekommen und eine weitere Dame. Dann musste ich einfach noch einen Bluff versuchen, weil mit 8 Hoch gewinne ich sicher nicht. Mein Gegner hat lange überlegt und dann mit dem K bezahlt. Gute Entscheidung, aber leider schlecht für mich. – Aber ich freue mich auch über einen 4. Platz. Wirklich wahr. Und außerdem guckt die Nationenwertung bei PokerOlymp auch ein bisschen besser aus.

Was ganz nett am Tisch. Mein Nachbar Marvin Joe Ryan hat sich so sehr gefreut, an einem Finaltisch zu sein. Zum ersten Mal dabei und ein Satellite gewonnen für das Turnier. Seine Frau war da und seine Tochter und Marvin waren so stolz und glücklich, dabei zu sein. Und seine Familie auch. War sicher ein tolles Erlebnis und der 5. Platz für ihn ein großer Erfolg. Ich hatte auch nur noch wenig Chips und bin kurze Zeit danach vom Tisch gegangen, als Vierter eben.

Heute geht das $10.000 Buy in Pot Limit Omaha Turnier los. Viele starke Spieler, unter anderem Robert Williamson und mein Freund Devilfish. Aber ich bleibe optimistisch und werde weiter angreifen. Einmal möchte ich auch ein Bracelet gewinnen und vielleicht klappt es diesmal. Bis zum nächsten Mal.

Euer Marcel


Ihr wisst das sicher schon aus den PokerOlymp News. Heute ist Finaltisch und ich freue mich dabei zu sein. Mein Gefühl ist eigentlich sehr gut. Es sind auch starke Spieler am Tisch, die genau wissen was sie tun. Aber meine Form ist immer besser, ich habe viel Erfahrung mit dem Spiel und sehr gut Chips. Also vieles ist möglich und ich muss gucken, was ich erreichen kann.

Jetzt gehe ich mal in den Gym. Nur ein wenig und nicht zu wild trainieren. Vielleicht noch in die Sauna und dann habe ich einen Termin mit dem Fernsehen. Etwas offizielles, ich glaube die WSOP hat da eine Kooperation mit einer bestimmten Fernsehanstalt. Apropos das holländische Fernsehen ist auch schon da. Ich dachte, die kommen erst zum Main-Event, aber vielleicht kommen sie gerade richtig! Morgen werden wir es wissen.

Noch eine lustige Geschichte vom ersten Tag. Ich war am Tisch mit Erik Seidel. Er ist rechts von mir gesessen und so hatte ich die ganze Zeit Position. Mein Stack war immer so zwischen 4000 und 7000 und irgendwann bin ich dann auf 2000 heruntergefallen. Trotzdem habe ich mich gut gefühlt und langsam den Tisch im Griff gehabt. Wichtig war nur endlich einmal gute Karten zu bekommen. Jedenfalls habe ich Erik Seidel, der sicher 12.000 in Chips hatte, eine Wette angeboten. Um $500 und ich habe gesagt, er fliegt vor mir aus dem Turnier. Erik Seidel hat ungläubig den Kopf geschüttelt und die Wette angenommen.

Jedenfalls sind dann die guten Karten gekommen. Für mich zumindest und nicht für Erik. Irgendwann hatte er dann nur weniger als 300 Dollar in Chips und ich hatte kräftig dazu gewonnen. Obwohl es am Tisch diskutiert wurde, wollte sich Erik Seidel nicht für $475 aus der Wette auskaufen. Dann war er draußen und mein guter Lauf ist weitergegangen.

Noch ein paar Worte zu den deutschen Spielern. Oder heute Mal zu Katja und Michael Keiner. Also Michael ist schon so lange dabei und ist ein wirklich sehr guter Spieler. Das er jetzt mit dem Bracelet die Bestätigung bekommen hat, ist traumhaft und ich freue mich sehr für ihn, weil er es ganz sicher verdient hat.

Und zu Katja. Auch eine ganz dicke Gratulation. Sie hat sich so viel Mühe gemacht und spielt auch im Moment sehr stark. Eine ganz tolle Leistung und sicher auch wichtig für Poker in Deutschland. Ich freue mich für beide sehr. – Jetzt muss ich aber gucken, dass ich weitermache. Bitte Daumen drücken für meinen Finaltisch.

Euer Marcel


Nun, ich bin sehr fleißig. Viel zu tun von morgens bis abends. Sechs Turniere gespielt und dreimal ins Geld gekommen, das kostet viel Zeit und bringt aber auch Spaß. Es gibt natürlich auch viele interessante Cashgames am Lauf, aber das geht sich beim besten Willen nicht aus.

Außerdem kümmere ich mich aktiv um die Interessen World Players Association (WPA). Es gibt hier einen Stand und wir werben um mehr Mitglieder. Dann kommt auch die Kraft und wir können besser mit der Industrie sprechen und verhandeln. Da gibt es Meetings und wir arbeiten an gemeinsamen Konzepten. Sicher eine gute und wichtige Sache wie ich meine.

Es gäbe auch wirklich viel zu tun hier bei der WSOP. Die Dealer sind zum Teil grausam und auch was so nebenbei abläuft ist oft nicht in dem Sinne der Regel. Zum Beispiel wenn ein Tisch aufgelöst wird und die Spieler zu freien Plätzen geführt werden. Was da manchmal weg vom Gaspedal gegangen wird, damit man zu spät zum großen Blind kommt und hinterher einsteigen darf. Da sagt dann keiner was und wenn die Blinds schon richtig groß sind, macht das einen Unterschied.

Wegen dem „f-word“ haben sie ja jetzt einiges unternommen, damit das wieder ein höflicher Sport wird. Aber slow-roll zum Beispiel. Ist mir vor ein paar Tagen passiert. Mein Gegner sagt „two pairs“, ich öffne meine Straße und dann annonciert er plötzlich „Flush“. Das gehört sich doch einfach nicht. Mich bringt das nicht aus der Ruhe, aber es ist kein guter Stil und der Dealer versteht gar nichts.

Sonst ist meine Form ganz gut. Ich fühle mich wohl und wenn mir noch eine große Sache hier gelingt, würde es mich nicht wundern. Habe viel Spaß mit meinem Bruder, der ist zum ersten Mal da. Jetzt hat er auch angefangen ein wenig Hold’em zu spielen und bekommt seine eigenen Bad Beats. Nur wenn er mit die erzählen will, sag ich: “Bitte nicht, lass mich in Ruhe damit“. – So das war ein kleines Update. Tut mir leid, dass ich mich solange nicht gemeldet habe. Bald schon gibt es Neues von mir. Bis dahin viel Spaß.

Euer Marcel