Beiträge von Kenna James
Tag 2 LAPT in Costa Rica - Fortsetzung
- Beigetragen von
- Kenna James
- Datum
- Mittwoch. 10. Dezember 2008
Gerade komme ich von einer einwöchigen Reise in die Dominikanische Republik zurück. Dort war es sehr schwierig einen Internetzugang zu bekommen und dies hielt mich davon ab, meinen neuesten Eintrag einzustellen. Hier ist er:
In meinem letzten Blogeintrag hatte ich über meine Reise nach Costa Rica berichtet, wo ich als einer der Profis des PIC-Clubs bei der LAPT eingeladen war. PIC steht für Player Investment Company.
Ich fahre an der Stelle fort, an der ich aufgehört hatte. Ich hatte am Ende des ersten Tages die Chiplead beim ersten LAPT-Turnier in Costa Rica übernommen. Als ich meine Tischauslosung für den nächsten Tag betrachtete, stellte ich fest, dass ich mit den Pokerautoren TJ Cloutier und Tom McEvoy sowie Pokerprofi Barbra Enright an einem Tisch sitzen werde. Ich investierte eine Stunde, um einen Plan zu entwerfen, wie ich meinen Weg zum Finaltisch und hoffentlich zum Titel bestreiten wollte. Ich vermutete, dass meine Gegner annehmen würden, ich würde sehr aggressiv spielen und die Kontrolle über den Tisch übernehmen wollen. Daher entschied ich mich für das Gegenteil – die ersten paar Stunden ruhig und abwartend zu spielen. Gelegentlich schnappte ich mir ein oder zwei Blinds und blieb deshalb ziemlich exakt auf meinem Anfangsstack, bis Barbra Enright aus erster Position mit etwa 22.000 Chips All-In ging. Ich hatte knapp über 100.000, ein Paar Zehnen und entschied mich für einen Call. Enright hatte 
suited und zog den Kürzeren, wodurch sie ausschied. Wenig später geriet ich mit Pokerlegende TJ Cloutier aneinander. Da ich mich zurückgehalten hatte, konnte TJ die Rolle des Table-Bullys übernehmen und seinen Stack von 42.000 auf 60.000 Chips ausbauen. Die Blinds waren bei 600/1.000 plus einem Ante von 100. TJ raiste auf 3.800 und mein Instinkt sagte mir, dass dies eine gute Gelegenheit sein könnte. Daher callte ich mit den sehr spekulativen 
im Big Blind.
Obwohl ich TJ eigentlich aus dem Weg gehen wollte, war mir klar, dass wir auf unserem Weg zum Turniersieg früher oder später aneinander geraten mussten. Je früher desto besser, dachte ich mir, da ich aktuell die Führung innehatte. Außerdem kenne ich TJ und weiß, dass er seine Chips nicht gern hergibt. Mein Gefühl sagte mir, dass ich durch die Seitentür kommen muss, wenn ich ihm wehtun will. Nun, es zeigte sich, dass ich in dieser interessanten Hand sogar durch die Hintertür kommen musste, da TJ zwischenzeitlich die Nuts hielt.
Auf dem Flop kamen
Tx und ich setzte 9.000 Chips mit meinem Set Zehnen in der Hoffnung, TJ würde mich auf einen Bluff setzen und die Hand fortsetzen. Er callte rasch und auf dem Turn kam das
. Dies erschien mir die ideale Karte für einen Check-Raise, daher checkte ich und TJ setzte mit Nachdruck 30.000 Chips. Ich ging zügig All-In und bevor meine Chips in der Mitte des Tischs landeten, sagte TJ „All-In“. Nun wusste ich, dass ich in eine Falle getappt war, und ironischerweise drehte er meine Initialen KJ für die Nut Straight um. Mist, wieder gescheitert. Wieder ging ein kreativer Plan schied, oder nicht? Noch musste eine Karte aufgedeckt werden… Tatsächlich kam auf dem River die
, brachte mir das Full House und warf TJ aus dem Turnier. In all den Jahren habe ich verfolgt, wie TJ einige schlimme Niederlagen auf dem River hinnehmen musste, zum Teil in Situationen, die weit wichtiger als diese waren. Dennoch muss es ärgerlich sein, so viel in ein Turnier zu investieren, nur um dann von einer River-Karte eliminert zu werden. Später fragte ich ihn, wie er damit klar kommt, worauf sich auf seinem Gesicht ein ironisches Grinsen zeigte und er sagte: „Das ist ein Teil des Spiels. Wer damit nicht umgehen kann, wird nicht lange bestehen können. Und ich habe extrem lange bestanden.“ Er vertraute mir noch einige persönliche Weisheiten an, die in keinem Buch stehen und die ich für mich behalte.
Diese Hand verschaffte mir eine überwältigende Führung und es sah so aus, als wäre der Turniersieg bei 14 verbliebenen Spielern eine Leichtigkeit. Aber genauso wie der Kartenstapel TJ quer ins Gesicht getroffen hatte, hielt er auch für mich andere Pläne und Herausforderungen bereit. Er brachte mir eine hübsche Portion Demut, als sich die sieben verbliebenen Spieler zum Finaltisch versammelten. Ich hatte etwa 330.000 Chips angehäuft, das ist enorm, wenn man bedenkt, dass es im gesamten Turnier nur 700.000 Chips gab. Der Zweitplatzierte hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 140.000 Chips und da er der Einzige war, der mir wehtun konnte, hätte ich ihm vielleicht aus dem Weg gehen sollen. Aber als er in erster Position auf 10.000 raiste, war es zu verlockend für mich, mit 
auf dem Button zu callen, um die Sache eventuell direkt zu beenden. Wir beide sahen den Flop mit 

. Mein Gegner stand auf und wie Humberto Brenes, der zu seiner Rechten saß, verkündete er mit breitem costaricanischen Akzent „Allll-Innnn!“ und fuchtelte wild mit seinen Händen, um seine Chips in die Mitte zu bringen. Huch! Das kam unerwartet. Ich calle. Mein Gegner dreht 
um und hat somit den Redraw zum Flush. Auf dem Turn kommt die
. Auf dem River kommt die
und er löst mich mit seinem Flush als Chipleader ab.
Dann callte ich ein All-In von Kathy Liebert, die auf dem Button saß und nur noch wenige Chips hatte. Sie hielt 
offsuit und ich hatte Könige. Kathy bekam Two Pair und plötzlich hatte ich mich vom Chipleader zu jemandem entwickelt, der jedem mit beliebiger Hand zur Verdopplung verhalf. In der Tat verdoppelte ich vier der letzten fünf Gegner, bevor ich als Fünfter ausschied. Dem späteren Sieger verhalf ich zu zwei Verdopplungen. Einmal bei einem Coinflip und ein anderes Mal, als er mich in einer Auseinandersetzung der Blinds mit 
gegen 
dominierte. Er hatte meinen Raise aus dem Small Blind gereraist, ich hatte ihn auf einen Bluff gesetzt und war All-In gegangen. Ich hatte mich getäuscht, denn er callte und drehte 
um. Ironischerweise war dies auch die Hand, durch die ich ausschied. Dieses Mal raiste er mit 
aus dem Small Blind und ich hatte 
im Big Blind. Ich reraiste mit 60 Prozent meines Stacks und er ging All-In. Widerstrebend callte ich und lag knapp in Führung. Er traf sein Paar und ich schied als enttäuschender Fünfter aus. Dennoch war es ein großartiges Turnier für mich, da ich mit solch großem Selbstvertrauen gespielt hatte.
In Punta Cana in der Dominikanischen Republik hatte ich ebenfalls einen großartigen Lauf, davon werde ich in meinem nächsten Blog berichten. Diese Woche spiele ich im Bellagio, um mir einen Platz im Main Event zu sichern, das am Freitag stattfindet.
Costa Rica und das erste Turnier der LSOP
- Beigetragen von
- Kenna James
- Datum
- Dienstag. 02. Dezember 2008
Gerade bin ich aus Costa Rica zurückgekehrt, wo ich an der ersten LSOP (Latin Series of Poker) teilgenommen haben. Das Startgeld betrug 3.000 $ und das Feld bestand unter anderem aus 57 internationalen Top-Spielern, die alle den ersten LSOP-Titel holen wollten. Unter den Teilnehmern befanden sich erfahrene Profis wie Humberto und Alex Brennes, TJ Cloutier, Tom McEvoy, Marsha Waggoner, Barbra Enright, Kathy Liebert, David Levi und Jim “KrazyKanuck” Worth. Weil ich mit all diesen Spielern gut befreundet bin und es außerdem an den Finaltisch schaffte, hat mir die Reise viel Freude bereitet. Gleich in meiner ersten Hand des Turniers kam es in einer Blind-Auseinandersetzung mit Barbra Enright zu einem wahren Feuerwerk. Wir hielten zu Beginn 12.000 Chips bei Blinds von 25/50 und glücklicherweise saß ich zu Ihrer Linken. Die Hand verlief so:
SB limpt
BB raist auf 250
SB reraist auf 750
BB Re-Re Raise auf 2.250
SB callt
FLOP 

(Rainbow)
SB setzt 1.000
BB callt
TURN 
SB setzt 2.000
BB raist auf 5.000
SB foldet.
Hmmmm. Was hatte Ihrer Meinung nach Barbra im SB? Und ich im Big Blind? Kommen Sie in Kürze wieder auf die Seite, um es zu erfahren. Spaß beiseite, ich hatte 
und wie ich später erfuhr, behauptete Enright, sie hätte die gleiche Hand gehabt. Zum Glück hatte ich Position, wodurch ich einen Pot gewinnen konnte, der eigentlich geteilt werden musste. Anschließend baute ich mir ein bedrohliches Table-Image auf, indem ich 80 Prozent aller Hände spielte. Da alle anderen am Tisch abwartend spielten und die richtige Strategie im Gegenteil besteht, beschloss ich aus dem tighten Spiel Kapital zu schlagen.
Nach der ersten Runde wurde ich zwar an einen neuen Tisch gesetzt, behielt aber meine rücksichtslose Spielweise bei und versuchte alles, um meinen Stack aufzubauen. Irgendwann war ich ein wenig frustriert, weil ich das Gefühl hatte, Wasser zu treten. Dann verlor ich mit Assen und Königen und fiel nach dem Verlust des Großteils meines Stacks weit zurück. Die Asse spielte ich miserabel und hatte es nicht anders verdient. Bei Blinds von 150/300 und Stacks von 38.000 (ich) und etwa 30.000 (mein Gegner) verlief die Hand folgendermaßen:
Cut-Off (Ich) 
Raise auf 1.050
BB callt
FLOP 


BB checkt
Cut-Off checkt (Ich setzte ihn auf Overcards und wollte etwas Farbe auf dem Borad sehen, bevor ich setzte, um einen großen Pot zu gewinnen.)
TURN 9
BB checkt
Cut-Off checkt
RIVER 5
BB setzt 6.000
Cut-Off callt (Ich versuche einen Bluff zu entlarven, da ich ihn auf Overcards gesetzt und keinerlei Stärke gezeigt hatte.)
Ich verlor gegen 
! Oje! Das war bitter. Zum Glück spielte ich während des restlichen Turniers keine Hand so schlecht wie diese. Direkt in der nächsten Hand bekam ich 
ausgeteilt. Ich raiste und wurde von einem Limper gecallt sowie von dem Spieler, der eben die Sechsen hatte und nun im Small Blind saß. Auf dem Flop kam ein Ass und er übernahm mit einer Bet die Initiative. Ich foldete und er zeigte ein Ass. Ab diesem Moment begann eine Pechsträhne, die mich bis auf 10.000 Chips zurückwarf.
Meine Chips haben in diesem Turnier gewiss keinen Staub angesetzt, da ich selbst dann nicht aufhörte, viele Hände zu spielen, als ich einen kleinen Stack hatte. Ich erinnere mich an meine Gedanken: „Du hast in diesem Turnier sehr aggressiv gespielt und änderst jetzt nicht deine Taktik. Wenn du untergehst, tust du dies ohne Angst vor dem Ausscheiden.“ Zu diesem Zeitpunkt brachte Kathy Liebert, die bis dahin solides und ausgewogenes Poker gezeigt hatte, einige Raises hintereinander und baute ihren Stack beträchtlich aus. Ich hatte sie erfolglos geraist, da sie anschließend All-In gegangen war und ich folden musste. Obwohl ich 
hatte, wusste ich, dass ich geschlagen war, da Kathy ihre gesamten Chips nicht in einer ungewissen Situation riskiert. Nachdem ich nun noch weiter zurückgefallen war, entschloss ich mich, in einer völlig anderen Situation Widerstand zu leisten. Sie raiste im Cut-Off und ich ging mit 
All-In. Sie foldete und ich konnte in der Folge die Dinge zum Guten wenden. Indem ich jede Gelegenheit maximal ausschöpfte, gelang es mir, am Ende eines sehr langen ersten Tages die Führung zu übernehmen. Dies gelang mir, weil ich meine Gegner aus dem Gleichgewicht brachte und diese nicht wussten, wer ich bin und was ich tat. Wie sollten sie auch, schließlich wusste ich es selbst die meiste Zeit nicht. Ich spielte heftiges, aggressives Poker, nutzte meinen Instinkt und meine gestiegene Konzentration. Es war schon einige Zeit her, seit ich meine Fähigkeiten in diesem Maße ausgeschöpft habe, aber es tat mir gut.
In meinem nächsten Blog werde ich über Tag 2 berichten und außerdem erzählen, wie ich in Level 3 und danach aufgehört habe, Poker zu spielen. Bis dahin alles Gute
Kenna
Mit freundlicher Genehmigung von Pokerpages.
Auf der ersten Bewusstseinsstufe spielt man bei Poker nur die eigenen Karten, unabhängig davon, was der Gegner halten könnte oder was passiert ist. Wenn das Hauptaugenmerk auf den eigenen Karten und Chips liegt (und möglicherweise gar das Kinn die meiste Zeit auf dem Brustkorb, um die Karten und Chips zu sehen), dann befindet man sich auf der ersten Ebene.
Diejenigen, die auf der zweiten Ebene oder höher agieren, verstehen diese Leute nicht oder haben wenig Geduld für sie, auch wenn es sich um Anfänger handelt. Manchmal kann sich jemand nach einem Bad Beat nicht beherrschen und schreit: “Wie kannst du diesen Müll spielen?” Phil Hellmuth sieht man im Fernsehen immer wieder rufen: “Der Typ ist ein Idiot!”
Auf der zweiten Ebene spielt man nicht nur seine eigenen Karten, sondern berücksichtigt auch, was der Gegner haben könnte und wie er spielt. Das Hauptaugenmerk ist von sich selbst zum Gegner gewechselt, man ist sich seiner Umgebung bewusst. Weshalb? Weil man sich mehr Gedanken über seine Gegner macht? Nein, das ist die zweite Bewusstseinsstufe im Leben. Bei Poker geht es nur um die Entwicklung einer Strategie und einen Mittel zum Zweck. Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten, einen Pot zu gewinnen. Entweder hat man die beste Hand oder man weiß, der Gegner hat eine schlechte Hand und man stiehlt ihm den Pot.
Um Anfänger auf dieses Niveau zu bringen, lehre ich sie, ihre Konzentration von “Runter und Rein” zu “Rauf und Raus” zu ändern. Sie sollen nicht mehr hauptsächlich auf ihre eigenen Karten achten (wobei das Kinn auf ihrem Brustkorb festklebt, während sie die eigenen Karten und Chips betrachten), sondern auf ihre Gegner. Wie lernt man das? Indem man seine Aufmerksamkeit erhöht und die Konzentration von sich selbst auf andere lenkt. Es macht Spaß, die Bewegungen anderer zu beobachten und das neue Wissen anzuwenden, wirklich interessant wird es aber, wenn man beginnt, gegen andere Spieler auf der gleichen Bewusstseinsstufe zu pokern. Diejenigen, die weiter an sich selbst arbeiten können, heben sich auf die dritte Stufe.
Das ist notwendig, wenn die Partien mit Leuten besetzt sind, die ebenfalls auf der zweiten Stufe agieren und die eigene Strategie nicht länger effektiv ist. “Ich weiß, dass er weiß, dass ich weiß.” Wieso? Weil auch er weiß. Er weiß, was Sie tun, und hat eine Gegenstrategie entwickelt.
Dieses “Wissen”, die zweite Stufe, nenne ich das Erwachen im Leben. Am Tisch dient es der Anhäufung von Plastikchips. Abseits des Tisches wird es interessant. Wenn Sie dieses Bewusstsein entwickeln und versuchen, jemanden auszuspielen, von dem Sie denken, dass er auf der ersten Ebene agiert (aber falsch liegen), dann passiert etwas Interessantes. Plötzlich wird zurückgespielt und es ist fast wie ein unausgesprochenes “Warum machst du das mit mir? Geh weg.” Es gibt viele Beispiele und Worte, die auf die Unwissenden hinweisen. Bei Poker nennt man sie “Fische”.
Vor ein paar Tagen spielte ich das Heads-up-Turnier im Caesars Palace. Bei 128 Startern gewann ich meine ersten zwei Matches. In der Runde der letzten 32 versuchte ich in der Schlüsselhand einen Bluff, der nicht klappte. Bei Blinds von 50-100 limpte mein Gegner auf dem Button. Ich raiste mit AJo auf 400. Er callte. Der Flop kam K42. Ich machte eine Continuation Bet von 500, und er callte. Ich glaubte, mit einem König hätte er vor dem Flop geraist (da ich das getan hätte), und ging von einem Float aus. Auf dem Turn wollte ich dann den Pot gewinnen, indem ich ihn glauben zu machen hoffte, ich hätte einen König mit gutem Kicker. Wie macht man das? Natürlich mit einem Checkraise. Als auf dem Turn eine Sieben kam, checkte ich. Wie erwartet, setzte er 800. Jetzt raiste ich auf 2.100 und ging davon aus, den Pot mitzunehmen. Nach kurzer Zeit callte er. Jetzt lag 30% meines Stacks von 10.000 in der Mitte und ich hatte nicht einmal ein Paar. Als eine Neun auf dem River kam, wollte ich den Pot nicht einfach aufgeben und feuerte weitere 2.400, um es wie eine Valuebet aussehen zu lassen. Er callte mit K5o und gewann damit die Schlüsselhand.
Ich versuchte, die gegnerische Hand zu spielen, verstand aber seine Preflop-Strategie nicht, sondern traf Annahmen auf Basis meiner eigenen Spielweise. Die eigenen Neigungen und Gedanken auf jemand anderen zu projezieren, ist Teil dessen, worüber wir zum Verständnis der dritten Ebene in meinem nächsten Blogeintrag reden werden.
Um selbst eine neue Bewusstseinsstufe zu erreichen, ging ich gestern abend zu einem Meeting hier in Las Vegas. Ich verstehe mich jetzt selbst besser und traf Menschen, die den gleichen Weg beschreiten. Es war eine tolle Erfahrung und ich freue mich darauf, mehr davon weiterzugeben.
Bis bald,
Kenna James
Mit freundlicher Genehmigung von Pokerpages.
“The Real Deal”-Pokershow im Venetian
Vor einem Jahr rief mich mein Freund, der Produzent Bill Nuss, an, um sich mit mir zum Essen im Commerce Casino in Los Angeles zu treffen und über ein Projekt, an dem er arbeitete, zu diskutieren. Er erzählte von der Entwicklung einer interaktiven Pokershow und wollte mein Input zu einigen Entscheidungen bezüglich der Struktur dieses Events. Bisher konnte ich nicht über das Projekt reden, da es sich noch in der Entwicklungsphase befand – bis jetzt. Am Mittwoch ist die große Eröffnungsfeier. Es ist die erste interaktive Live-Pokershow der Welt, und sie findet hier im Venetian in Las Vegas statt. Sie heißt “The Real Deal”.
Bei der Show geht es darum, Karten zu spielen, viele tolle Preise zu gewinnen und viel Spaß dabei zu haben. Der Top-Preis sind 1 Million Dollar in bar, sollte jemand im Publikum einen Straight Flush auf seiner Anzeige haben. Auch wenn es unwahrscheinlich ist, das kann passieren. Eins aber ist sicher. An jedem Abend werden Amateure auf die Bühne kommen und gegen Top-Pokerspieler wie beispielsweise Doyle Brunson, Daniel Negraneau, Phil Hellmuth, Todd Brunson, Antonio Esfandiari und Gavin Smith antreten. Für den komischen Teil ist Vinnie Favorito zuständig, einer der lustigsten Komiker, die ich seit langem gesehen habe. Er ist wie ein giftiger Don Rickles. Es ist mir eine Ehre, sein Assistent und als Ansager tätig zu sein, während die Amateure um ein Real Deal-Bracelet gegen die Profis kämpfen.
In den letzten Wochen war ich ziemlich beschäftigt, da ich fast jeden Tag an der Show arbeitete. Wir mussten zur Eröffnung fertig werden, daher kamen meine Blogeinträge nur spärlich. Es war toll, mit diesen Jungs zusammenzuarbeiten und ich fühle mich geehrt, mit ihnen auf der Bühne stehen zu dürfen. Daniel und Gavin waren bei den Proben sehr witzig und unterhaltsam. Außerdem gaben sie gute Antworten auf die Fragen des Publikums an die Profis im Laufe des Shoot-Outs.
Heute kam Phil Hellmuth an und ich ging mit ihm und Layne Flack aus. Nachdem wir die Produzenten getroffen und uns das Set angeschaut hatten, gingen wir zu Vinnies anderer Show im Flamingo. Wir hatten ein paar Stunden Zeit und ich erzählte Phil, dass ich gestern Michael Phelps traf. Es schien so, als hätte ich ihm einen Bad Beat zugefügt, als sein Kiefer nach unten klappte. Normalerweise trifft er die ganzen Prominenten, bevor ich es tue. Es stellte sich heraus, dass Phelps gerne Poker spielt. Und als ich gestern abend mit Todd Brunson zusammenarbeitete, lud Phelps ihn ins Palms ein. Natürlich ging ich mit und hatte ein paar Drinks mit den Jungs.
Nachdem ich Hellmuth meine Anekdote erzählt hatte, unterbrach er mich und sagte, er würde Michael Phelps gerne treffen. “Ich sah jedes seiner Rennen, selbst wenn ich bis 3 Uhr morgens aufbleiben musste. Es ist selten, dass ich jemanden idolisiere, aber ihn würde ich gerne treffen. Zumindest wenn er ein Fan von mir ist. (lacht) Sonst nicht. Ruf ihn an!” Ich rief Todd an, der sagte, er spiele Poker im Palms. Auf unserem Weg zur Comedy-Show hielten wir also beim Palms und trafen Phelps. Er spielte ein $5-10 Mixed Game mit Brad Booth, Jeff Madsen und meinem Freund Lee Childs. Wir machten ein paar Fotos und fuhren danach zur Comedy-Show.
Nach der Show gingen Phil, Layne, Brandon Cantu und ich zum Essen, wo wir ein paar persönliche Anekdoten und Erfahrungen zum Besten gaben. Es herrschte eine tolle kameradschaftliche Stimmung. Ich hatte die Jungs ein paar Monate nicht gesehen, und es war nett, wieder auf dem Laufenden zu sein. Zum Bellagio Championship und zur Show “The Real Deal” sind alle in der Stadt. Ich hoffe, euch dort zu treffen.
Gratulation an meine Freunde Kathy Liebert und Gavin Smith, die beim WPT-Event bei den Niagara Fällen letzte Woche Dritte und Zweiter wurden. Eine nette 1-2-Kombination…oder sollte ich sagen, 2-3-Kombination? Wie auch immer, Gratulation!
Kenna
Mit freundlicher Genehmigung von Pokerpages.
Poker-Turnier für die Krebshilfe, meine Eltern, E-Dog, Football und die "Zone"
- Beigetragen von
- Kenna James
- Datum
- Montag. 29. September 2008
Dieses Update kommt aus Dallas, Texas. Ich bin hier zusammen mit TJ Cloutier, Tom McEvoy, Warren Karp, Amir Vahedi, Jennifer “Jennicide” Leigh, Kido Pham und Young Pham bei einem speziellen Wohltätigkeitsturnier zugunsten des berühmten Künstlers Vladimir Gorsky, der an einem Gehirntumor leidet. Vladimir ging es zwischenzeitlich besser, doch im Februar hatte er einen Rückfall.
Gerade kam die Nachricht, dass Paul Newman seinen Kampf gegen den Krebs verloren hat und im Alter von 83 Jahren starb. Was für ein großartiger Schauspieler und Mensch. Er gab so viel Zeit und Geld für verschiedene Hilfsorganisationen. In einer meiner schönsten Erinnerungen nahm mich mein Vater in den Film “Der Clou” mit. Ich war etwa 10 Jahre alt und es war einer der seltenen Fälle, in denen wir zusammen ins Kino gingen. Der Film war fantastisch und machte diesen Augenblick umso schöner. Während ich darüber nachdenke, dieser Augenblick markiert womöglich den Beginn meiner Filmliebe und den Start meiner schauspielerischen Ambitionen. Vielleicht wollte ich diesen speziellen Augenblick erneut erleben. Oder vielleicht bin ich gerade etwas nostalgisch, da ich gerade aufwachte und diesen Blogeintrag im Bett tippe.
Auch meine Mutter starb an Krebs. Das heutige Turnier ist daher etwas Besonderes für mich und ich werde es ihr widmen. Ich bin glücklich, die Eltern gehabt zu haben, die ich hatte. Ich vermisse sie. Gestern erwischte ich mich dabei, auf dem Weg zum Flughafen im Auto laut mit ihnen zu reden. Es gab mir ein Gefühl von Geborgenheit, an ihren Geist zu glauben und zu verstehen, dass sie durch mich in dieser Welt weiterleben.
Ich saß im gleichen Flieger wie Warren und Young und wir tauschten ein paar lustige Anekdoten aus. Sie waren bei einem Pokerturnier in Südafrika, und als Young mit offener Balkontür in seinem Hotelzimmer im Erdgeschoss saß, kam ein Affe in sein Zimmer, öffnete den Kühlschrank und schaute nach Essen. Nach dem ersten Schreck, dass er vielleicht angegriffen wird, fütterte er den kleinen Pavian. Beim Pokern kann man interessante Orte zu sehen bekommen.
Als wir ankamen, wurden wir mit einer wunderschönen weißen Stretchlimousine vom Flughafen abgeholt. Wir plauderten weiter, hatten ein Bier und ließen uns breitschlagen, ein spezielles Bountyturnier auf der anderen Seite der Grenze zu Oklahoma zu spielen. Auf unserer Fahrt kamen wir am Texas Stadium vorbei, wo die Cowboys Football spielen. Es schien gerade gestern gewesen zu sein, als ich auf dem Weg zum Flughafen in Atlantic City am Stadion ihrer größten Rivalen, der Philadelphia Eagles, vorbeikam.
Die Stadien sehen im Fernsehen mit der Energie und Begeisterung zehntausender kreischender Fans wesentlich größer aus. Einsam und verlassen sind sie wenig beeindruckend. Das Bild ist das Eine, die Wirklichkeit etwas anderes, wie Elvis Presley sagte.
Als ich anfing, diesem Blogeintrag zu schreiben, hätte ich nicht gedacht, von solchen Dinge zu sprechen. Ich fing bloß an zu schreiben und schrieb. So wie beim Pokern. Ich habe keine klar strukturierte Disziplin, sondern verfolge eher eine Strategie, die sich den Umständen anpasst. Diese fließende Anpassung ist effektiv, aber gefährlich, wenn das Timing oder die Konzentration nicht da sind. Dann fühlt es sich an wie ein Mustang mit einem schlechten Katalysator. Läuft es dagegen gut, dann gibt es nicht Besseres.
Die meisten Spieler nennen es “Zone”. Darum geht es, in die Zone zu kommen und so lange wie möglich in der Zone zu bleiben. Wie sieht das aus? Letzten Monat im Bike ging ich an Erick “E-Dog” Lindgrens Tisch vorbei und ich glaube, er hätte nicht einmal bemerkt, wenn ein Elefant vorbeigetrampelt wäre. Seine Konzentration war durchdringend, obwohl er nicht einmal in der Hand war. Er strahlte ruhiges Selbstvertrauen aus. Ich bin zwar kein Elefant, aber doch bemerkbar, wenn ich singend oder andere Spieler begrüßend an einem Tisch vorbeikomme. Als ich Erick bemerkte, war das genau das, was ich tat. In Wirklichkeit tat ich das nicht, aber so ist die Geschichte besser. Die Wahrheit ist, ich verließ ein weiteres Turnier deprimiert, bewunderte aber seine Präsenz am Tisch, als ich vorbeikam.
Kenna James
Mit freundlicher Genehmigung von Pokerpages.
Poker, Musik und meine eigene Blödheit
- Beigetragen von
- Kenna James
- Datum
- Dienstag. 23. September 2008
Hey, ein Gruß an alle Leser bei PokerOlymp, wo meine Blogeinträge für alle meine Fans übersetzt werden. Ich vermisse Deutschland und freue mich darauf, eines Tages wieder dort zu spielen. Dort war ich das bisher einzige Mal in der Minderheit und sprach als einziger englisch. Zuerst fühlte ich mich fehl am Platz, dann aber habe ich ins Gelächter mit eingestimmt und hatte eine Menge Spaß. Ich glaube, es war in der Spielbank Baden, wo ich in einem sehr schönen Hotel um die Ecke wohnte. Es war etwas unheimlich, da ich die Umgebung nicht kannte und aus dem Casino heraus in die dunkle regnerische Nacht trat. Die kalte Luft jagte mir einen Schauer über meinen Rücken. Eine Allee war von großen, entlaubten Bäumen flankiert und das Laub schmückte den nassen Asphalt, während ich federnd zu meinem Hotel zurückging, meine Taschen voller Geldbündel wie in Gangsterfilmen. Ich habe viele schöne Erinnerungen an Reisen und bin glücklich, die Möglichkeit zu haben, an exotischen Plätzen auf der ganzen Welt spielen zu können.
Ich singe „Memories“ vor mich hin, was nicht einfach ist, da die Band meines Sohns im Nebenzimmer zu Iron Maiden und Aerosmith rockt. Mein Sohn Spence ist zehn und ich bin neidisch auf ihn, weil ich nicht einmal die Hälfte seines Talents in dem Alter besaß. Er hat mit seiner Band „Play Doh“ bereits auf ein paar Live-Konzerten gespielt und um die Wahrheit zu sagen: Sie rocken! Ihre Art Musik ist nicht meine erste Wahl, aber damit kann ich leben und freue mich, dass er Talent für seine Musik hat.
Ich bin zurück nach meinem Rückflug von Atlantic City nach Las Vegas und einer vierstündigen Autofahrt nach Los Angeles. Ich hatte viel Spaß in AC, habe aber leider nicht am WPT Main Event teilgenommen. Mit 40k Chips und Levels von anderthalb Stunden war die Struktur großartig.
Nach meinem letzten Blogeintrag fehlt noch mein Ergebnis in einem der kleineren Events. Ich war unter den letzten 27, wurde aber aufgrund eines dummen Calls mit AQ leider nur 18. Ein Spieler tat so, als hätte er seine Karten nicht angeschaut, sondern sei blind all-in gegangen. Tatsächlich hatte er aber hinter seinem Rack einen Blick darauf werfen können. Eigentlich sollten sich Racks nicht auf dem Tisch befinden, und an diesem Beispiel sieht man weshalb. Als die Spieler von drei auf zwei Tische aufgeteilt wurden, hatte der Turnierdirektor in der Eile die Turnieruhr angestellt und die Dealer die Karten ausgeteilt, bevor sich alle richtig gesetzt hatten und die Racks vom Tisch entfernt worden waren.
In diesem Moment versuchte ich das schnelle All-in meines Gegners nach meinem Limp auszunutzen. Alle anderen hatten zu ihm im Big Blind gefoldet und er schien nur darauf aus zu sein, den Pot zu stehlen. Ich dachte mir, mit Assen oder Königen wäre er auf Action aus. Wie konnte er auf Action von jemandem hoffen, der für 12.000 gelimpt und noch eine Viertelmillion an Chips hatte? Das, zusammen mit der Versicherung anderer am Tisch, die lachten und sagten, er hätte sich die Karten tatsächlich nicht angeschaut, war genug, um mich zu ködern. Ich tappte in der Hoffnung auf einen heldenhaften Call in die Falle.
Als er sagte: „Ich weiß nicht, was ich habe. Schauen wir mal nach.“ und zwei Asse zeigte, guckte ich ziemlich blöd aus der Wäsche. Ich wusste sofort, dass ich ihm auf den Leim gegangen war und meinte: „Das ist der älteste Trick der Welt.“ Er bestätigte das, bekam aber meine Reaktion darauf, dass er den Dolch in der Wunde drehte, indem er eine Karte zur Zeit umdrehte, nicht mehr mit, als er meine Chips stapelte.
Während das Board ausgeteilt wurde, wünschte ich dem Tisch viel Glück und versuchte, erhobenen Hauptes zu gehen. Hatte er mich ausgespielt? Überlistet? Ausgetrickst? Wie konnte ich nach jahrelanger Erfahrung nur so dumm sein, auf so etwas reinzufallen? Es spielt keine Rolle, da das Endergebnis das gleiche ist. Ein 18.Platz, der $1.670 wert war, und eine noch wertvollere Lektion, mich in Zukunft vor so etwas zu schützen.
Gewinn stammt nicht nur aus Siegen. Jeden Tag gibt es gewinnbringende Situationen. Man muss nur die Augen öffnen und erkennen, dass die größten Erfolge manchmal auf einfachen Fehlern basieren. Ich hoffe, dass das einer dieser Fehler war und rocke in der Zwischenzeit zur Musik meines Sohns…
Kenna James
Mit freundlicher Genehmigung von Pokerpages.
Diesen Blogeintrag habe ich an drei verschiedenen Tagen verfasst. Daher ist er in drei Teilen:
Teil 1
In letzter Zeit finde ich es schwierig, der Routine der Blogaktualisierung nachzukommen. Erneut muss ich mich bei meinen Lesern entschuldigen. Mein Updates kommen spärlich. Zumindest sind sie nicht spärlich. Es ist mir einfach nicht danach, über mein Leben zu bloggen. Das wird aber wieder, da ich eigentlich gerne schreibe und nach einem Ort suche, an dem ich das tun kann. Es ist 2:46 morgens und ich beginne das lange überfällige Update zu schreiben. In der letzten Stunde habe ich YouTube geschaut. Davor aß ich ein Chicken Sandwich von Jack in the Box, während ich sinnlose Sendungen im Fernsehen guckte. Es ist leicht, abzuschalten, statt sich zu konzentrieren, wenn man unter Druck steht, und in letzter Zeit stand ich unter großem Druck. Ich weiß, der meiste Druck kommt von innen. Das versuche ich zu vermeiden, indem ich mich auf die Worte meiner Mutter besinne, die wusste, dass es ein Licht am Ende des Tunnels gibt.
Ich versuche, ein Zitat zu erinnern, das harte Zeiten relativiert und ins rechte Licht rückt. „Wenn man geboren wird, hat man nichts, und wenn man stirbt, hat man nichts. Alles dazwischen ist bloß Varianz.“ Oder so ähnlich.
Teil 2
Ein neuer Tag und ein neuer Absatz! Ich schlief beim Schreiben der ersten zwei Absätze ein. Zu Poker: In den letzten Woche habe ich keine Turniere gespielt, sondern nur Cashgames in Los Angeles. Das Gute an Cashgames ist, der Unterschied der Ergebnisse ist nicht so groß wie in Turnieren und es ist immer nett, nach einer erfolgreichen Session nach Hause zu kommen und … “abzuschalten“, und mit einem Chicken Sandwich und einem Bier fernzusehen. Genau genommen guckte ich eine Fernsehserie mit dem Titel „Breaking Bad“ im Internet, die mir von meinem Bruder empfohlen wurde. Das Skript und die Schauspieler sind fantastisch. Wenn Ihnen schwarzer Humor gefällt, dann sollten Sie nach dieser Serie suchen.
Ich hätte gerne mehr Turniere im Commerce gespielt, wurde aber informiert, dass einige der Turnierveranstalter jetzt 7% des Preisgelds einbehalten, wenn man nicht aus Kalifornien kommt. Da ich in Nevada gemeldet bin, würde ich einen Rake von mehr als 20% bezahlen. Die Teilnahmegebühr sind mehr als 10%, dann gehen 3% an die Dealer und jetzt noch 7% an Kalifornien. Und wenn man unter die ersten Drei kommt, wird ein großes Trinkgeld erwartet. Bei diesem Rake sind Turniere unspielbar. Ich hoffe, die Casinos begehen diesen Fehler nicht so lange, bis kaum noch Turniere stattfinden. Wir brauchen Organisationen wie die WPA. Wir brauchen eine Stimme, die für unsere Rechte einsteht und die Integrität des Spiels schützt.
Teil 3
Vorgestern fuhr ich nachts, gegen die Müdigkeit ankämpfend, von Las Vegas nach Los Angeles und kam gegen 3:30 morgens an. Um acht stand ich auf, wischte mir den Schlaf aus den Augen und prüfte meine Liste der zu erledigenden Dinge, bevor ich um 14 Uhr das Flugzeug nach Philadelphia bestieg.
Auf dem Flug hatte ich ein gutes Essen, einen guten Cocktail und ein gutes Gespräch mit meinem Sitznachbarn namens Bob. Unser Gespräch wurde ernsthaft und als wir über das Leben an sich sprachen, erzählte er sehr persönliche Sachen. Ich war von seiner Geschichte bewegt und bot ihm den Ratschlag an, den ich von den Eckhart Tolle Kassetten mitgenommen hatte. Bob ist irisch-stämmiger Katholik und hat gesundheitliche Probleme, während seine Frau Denise 31 ist. Ich nenne ihre Namen, damit diejenigen, die sie in ihre Gebete einschließen möchten, das tun können. Ich war glücklich, als er mir für meinen Trost in schweren Zeiten dankte.
Am Flughafen wurde ich abgeholt und nach Atlantic City gebracht, wo ich die nächsten Tage verbringen werde. Ich unterrichte am WPT Trainingscamp an diesem Wochenende, kam aber etwas früher, um in einem der Events mitzuspielen.
Ich hatte gut geschlafen und begab mich ins Borgata zum heutigen $500 No-Limit-Event. Es gab 520 Starter und bald nahm ich meinen Freund John Gale aus dem Turnier, als er auf dem Flop JT8 mein All-in mit AK callte. Meine Neunen hielten, aber das ist in Ordnung, da John schon einen Turniersieg feiern konnte. Ich hoffe, dieses Turnier geht an mich. Bei noch 27 Spielern habe ich 194.000 Chips. Amnon Fillipi, ein großartiger Spieler, der mit mehr als 300k zu meiner Linken sitzt, scheint das größte Hindernis auf dem Weg dorthin zu sein. Neben meinen eigenen Problemen natürlich.
Bis bald,
KJ
Mit freundlicher Genehmigung von Pokerpages.
Wie ich in meinem letzten Blogeintrag schrieb, hatte ich wegen meines schlechten Laufs eigentlich nicht die Absicht, beim WPT Main Event im Bike in LA mitzuspielen. Dann aber war ich letzten Freitag bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung im Bike und nahm an einem Satelliten teil. Die ersten 19 der 205 Starter gewannen ein Ticket zum Main Event. Ich hatte bei ein paar Händen das nötige Glück und konnte mich qualifizieren.
Sehr früh wurde ich vor eine schwierige Entscheidung gestellt. In Level 1 bei Blinds von 25-50 und einem Stack von 4.500 limpt ein Spieler in Early Position, ich raise mit 99 auf 200. Der SB, der BB und der Limper callen. Der Flop kommt Qs Js 6h. Alle checken zu mir und auch ich klopfe auf den Tisch. Auf dem Turn kommt die 9h. Die beiden Blinds checken, der Limper setzt 600, ich raise auf 1.500, der SB foldet, und der BB raist auf einmal auf 4.000! Was nun?
Er repräsentiert KT, aber hat er diese Hand wirklich? Oder semiblufft er mit einem Straßen- oder Flushdraw? Oder beidem? Ich dachte mindestens 3 Minuten lang nach, entschied mich dann aber, den sicheren Weg einzuschlagen und zu folden Das Turnier begann gerade und ich war in der Lage zurückzukommen. Ich kam zurück, war nach ein paar Stunden Chipleader am Tisch und sicherte mir einen Platz im Main Event! Obwohl mein Sponsoring-Deal mit der WSOP endete und ich augenblicklich nicht in der finanziellen Situation bin, selbst $10.000 zu bezahlen, schien mich das Schicksal im Main Event zu wollen.
All das führte jedoch nicht zu mehr, da ich in der zweiten Hand an Tag 2 ausschied. Tag 1 war ein Auf und Ab, und ich beendete den Tag als einer der Shortstacks mit nur 8.500 Chips. In der vorentscheidenden Hand raiste ich UTG mit AK und hatte einen Caller. Der Flop brachte mit Kxx drei Karo. Ich bettete 800 und mein Gegner raiste auf 1.800. Ich vermutete, er hielt den Nutflush-Draw, weshalb ich callte, um auf dem Turn groß zu betten, wenn kein Karo kommt. Das war ein entscheidender Fehler. Wäre ich nicht so in Sorge um meine Chips gewesen, dann hätte ich einen großen Reraise gemacht und damit den Pot gewonnen.
Der Turn brachte eine klene Karte (kein Karo). Ich bettete 7.500. Nach längerem Nachdenken callte mein Gegner. Der River brachte den vierten Karo, und ich check-foldete auf seine Bet von 12.000. Wichtiger als der Verlust von 10k Chips aber war der Verlust meines Momentums und meines Selbstvertrauens. Vor der Hand hatte ich etwas mehr als 40k. Jetzt war ich wieder beim Chipstand vom Anfang. Mein Elan war verflogen. Normalerweise fühle ich mich nie so schlecht, wenn meine Stackgröße schwankt. Wieso jetzt? Weshalb fühlte ich mich nun so geplättet, nachdem ich 25% meines Stacks verloren hatte.
Man braucht eine Menge Energie, um in einer so langen Verlustphase optimistisch und positiv gestimmt zu bleiben. Nach ein paar gewonnenen Pots sitze ich noch gerader, so als ob ich mich selbst überzeugen wolle, dass ich es noch drauf habe. Der Optimismus und das Selbstvertrauen sind nach einem so lang andauernden Downswing aber nur eine Fassade, die die Unsicherheit dahinter verbergen soll. Der Verlust der Hand traf mich wie ein Erdbeben ein instabiles Gebäude. Mein Stack schmolz dahin. Ich wurde an einen anderen Tisch gesetzt, doch mein Spiel wurde so defensiv und passiv, dass mein Stack letztendlich implodierte und ich am Ende des Tages nur noch wenige Chips übrig hatte. Zumindest interpretiere ich das Geschehen nach der Hand so. Ich muss also weiter an meinem Spiel und an meiner Disziplin im Angesicht negativer Ereignisse arbeiten.
Es war schön zu sehen, dass mein Freund John Pham das Turnier gewinnen konnte. John und ich wurden zusammen bei kleinen Turnieren im Hollywood Park Casino groß. Genau genommen hatte ich ein paar Jahre vor ihm angefangen und erinnere mich noch daran, wie er zu mir aufschaute und mich um Rat fragte. Als determinierter, kreativer und gefährlich aggressiver Gegner, wird John praktisch von seinem Willen zum Turniersieg getragen. Weiter so, John!
Kenna James
Mit freundlicher Genehmigung von Pokerpages.
$500 Limit Hold’em-Turnier im Bike in LA
Heute spielte ich mein erstes Turnier seit einem Monat, $500 Limit Hold’em. Ich mag Limit. Mir gefallen die subtilen Nuancen des Spiels. Wir begannen mit 4.500 Chips und nach vier Stunden lag ich bei über 7.000. Mir gelangen ein paar Bluffs, um meinen Stack beizubehalten, ich hatte aber nicht genügend Premiumhände, um richtig vom Fleck zu kommen.
Eine der Hände, die ich spielte, um bei dieser schnellen Blindstruktur flüssig zu bleiben, nahm einen glücklichen Verlauf für mich. Ich hatte T3 im BB. Alle foldeten zum Cutoff, der bloß limpte. Der Small Blind callte und wir drei sahen den Flop 842 in unterschiedlicher Farbe. Es wurde zum Cutoff gecheckt, der bettete. Als der SB foldete, sah ich eine Chance wie ein Running Back, der eine Lücke in der sonst dichten gegnerischen Verteidigung entdeckt. Ich callte, um auf einer späteren Straße bluffen zu können.
Da ich kaum spielbare Karten bekam, und wir uns bereits in Level 4 befanden, entschloss ich mich dazu, um diesen Pot zu kämpfen. Auf dem Turn kam ein Ass, und sicherlich hätte mein Gegner kaum in Late Position mit einem Ass gelimpt, oder? Ich dachte, ein Checkraise sieht stärker aus, und erwartete, dass mein Gegner darauf seine Karten weglegt. Stattdessen callte er. Der River brachte die glückliche 5 und mir damit die Straße. Ich bettete, mein Gegner callte, und als ich meine Karten zeigte, schüttelten fast alle am Tisch bei meinem Dusel mit dem Kopf. Das Wort Dusel, wenn es denn ein echtes Wort ist, verwende ich selten. Hier scheint es aber angebracht zu sein. Trotz meiner Verwirrung über Vokabeln und die Hand sammelte ich den Pot ein.
Andere Schlüsselhände gingen nicht zu meinen Gunsten aus. Ich kam an einen Tisch mit Vince Burgio, der normalerweise sehr tight und konservativ ist. Nach einem Bad Beat durch eine Dame links von mir, saß ich aber im Kreuzfeuer. Vince raiste die nächste Hand aus dem Cutoff, ich 3-bettete ihn auf dem Button mit Ad Qd und der BB callte. Wir drei sahen den Flop AQT mit zwei Pik. Es wurde zu mir gecheckt, ich bettete, der BB foldete und Vince callte. Auf dem Turn kam die Pik Sieben. Wieder bettete ich, und er callte. Auf dem River kam die Pik Drei, so dass vier Pik im Board lagen. Wir beide checkten und Vince zeigte K9o mit der Pik Neun. Ironischerweise floppte ich ein paar Hände später mit AT Top Pair und wurde von 66 geschlagen, nachdem Turn und River einen Flush brachten. Damit war ich ausgeschieden.
Ich wanderte benommen herum und wollte nicht direkt nach Hause gehen. Daher spielte ich noch ein No Limit One Table Satellite. Ich spielte genau eine Hand. Nach etwa 15 Minuten nahm ich 99 auf bei Blinds von 25-25 auf. Es gab einen Limper vor mir, ich limpte und der Spieler zu meiner Linken raiste auf 125. Alle foldeten zum ursprünglichen Limper, der callte. Ich entschied mich für einen Reraise und ging all-in. Beide Spieler callten mich. Der Spieler zu meiner Linken hielt AJ, der Limper für 25 und Overcaller für 1.000 hatte KT! Das ist es, worüber ich in meinem letzten Blogeintrag schrieb. Wie stellt man sich auf so etwas ein? Ein König floppte und der Limp-Caller eliminierte zwei Spieler. Das Positive daran war, ich kam früh zurück ins Hotelzimmer, wo ich eine sehr interessante Dokumentation sah, über die ich ein anderes Mal schreiben möchte. Mit den Eindrücken der diesjährigen WSOP noch im Hinterkopf denke ich darüber nach, beim Main Event im Bike auszusetzen und stattdessen Cashgames zu spielen. Vor ein paar Jahren wurde ich dort Zweiter, ich möchte dort aber nicht gegen meinen schlechten Lauf ankämpfen.
Ich bin darüber hinaus, frustriert zu sein. Meine Schmerzgrenze ist überschritten. Ich bin damit zufrieden, dazusitzen und voller Erstaunen zuzusehen, wie mich Pots meiden, die eigentlich zu mir geschoben werden müssten. Im Wissen, dass sich die Dinge irgendwann wieder zu meinen Gunsten wenden, versuche ich, nicht ergebnisorientiert zu denken. Jetzt probiere ich Cashgames aus. Ich hoffe, Euch am Tisch zu treffen.
Bis dann,
Kenna
Mit freundlicher Genehmigung von Pokerpages.
Bei der WSOP kam ich viermal ins Geld. Aber wenn man mehr als 20 Events spielt und kein einziges Mal an den Final Table kommt, dann ist das Nettoergebnis negativ. Nach dem Stress der WSOP war es schön, Zeit mit meinen Jungs verbringen zu können. Ich bin hier bei meinem Bruder in Michigan, die Koffer sind gepackt und meine Kinder und ich sind abflugbereit für unseren gemeinsamen Sommerurlaub. Der Globus am anderen Ende des Zimmers lässt mich darüber sinnieren, wohin meine Reise als nächstes gehen wird.
Viele Leute fragen mich, wie ich mit Downswings umgehe. „Was machst du, wenn es schlecht läuft?“ Nun ja, gerade komme ich vom Fangen spielen mit meinem Sohn. Gestern abend waren wir mit dem Kanu auf dem See und genossen den wundervollen Sonnenuntergang. Und obwohl ich momentan die Dornen der Rosen zu spüren bekomme, höre ich nicht auf, mich am Duft zu erfreuen. Statt mich verbittert zurückzuziehen, verbringe ich Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden.
Jetzt gegen Ende des Sommers geht es zurück zur Arbeit. Wirklich? Im Augenblick laufen die Turniere im Bike in LA. Mir ist aber nicht danach, sofort wieder das Pferd zu satteln, das mich in den letzten anderthalb Jahren ständig abgeworfen hat. Die Berichte über die WSOP im Fernsehen haben mir klar gemacht, welche Anpassungen ich in meinem Spiel vornehmen sollte, und ich frage mich, ob ich schon wieder dazu bereit bin, mich in die Turniere zu stürzen. Die Leute reraisen mit 72 und gehen mit KT all-in – am Final Table. Ok, es war shorthanded, aber auch an vollen Tischen gab es Spielzüge, die zeigten, dass das Spiel in den letzten Jahren sehr viel looser geworden ist. Damals war das Tempo hoch, heute ist es irrsinnig. Vielleicht ist es mein Alter und heute bin ich einer der alten, konservativen Spieler, die ich vor einem Jahrzehnt noch belächelte. Oder vielleicht spiegelt der Zustand des Spiels den Zustand in der Welt wider.
Wie nähert man sich nun diesem scheinbaren Wahnsinn an und entwickelt bei so vom normalen abweichenden und zufällig erscheinendem Spiel eine Strategie? Das Leben und Poker verlaufen in Zyklen. Sollte ich daher zu den Konzepten und Prinzipien zurückkehren, die vor einem Jahrzehnt funktionierten? Eine gute Strategie ist heute umso wichtiger, da es um viel mehr geht. Geduld, Disziplin und gutes, solides Poker sind entscheidend, während um einen herum die Kugeln fliegen. Eines habe ich im Laufe der Jahre gelernt. Man muss dem (Turnier-)Tod ins Auge blicken können, ohne mit der Wimpe zu zucken.
Eine der Herausforderungen des Alterns sind die schwächeren Nerven. Es hört sich so an, als sei ich 80, aber so fühle ich mich manchmal bei der um mich herum zur Schau gestellten Jugend. Um dagegen anzukämpfen, solte ich in guter Form sein, was ich nicht bin. Deshalb begann ich letzte Woche zum x-ten Mal ein Fitnessprogramm. Eigentlich ist es nur gehen und laufen, aber für einen älteren, übergewichtigen Pokerspieler außer Form ist es ein Anfang. Außerdem arbeite ich spirituell. Auf diese Weise arbeite ich nicht nur von außen, sondern auch von innen an mir. Das sollte mich physisch, mental und spirituell stärker machen. Diese elementaren Dinge sind nicht mehr so elementar, wenn man die 40 überschritten hat.
Dieser Artikel beantwortet nun die Frage, was man bei einem schlechten Lauf tun sollte. Man sollte sich auf die elementaren Dinge besinnen. Die wirklich Herausforderung liegt darin zu…
Bis bald,
Kenna
“Mutig zu spielen ist schwer, aber notwendig, wenn man gewinnen möchte.”
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