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Ed Miller

Der richtige Umgang mit unglücklichen Niederlagen

Bad Beats gehören zum Poker, daran führt kein Weg vorbei. Egal wie gut Sie spielen, Sie werden viele unglückliche Niederlagen hinnehmen müssen. Das lässt sich nicht vermeiden, doch es spielt eine große Rolle, wie Sie darauf reagieren. Dabei kann es leicht passieren, dass Sie durch eine negative Reaktion in den folgenden Händen weiteres Geld verlieren. In diesem Artikel möchte ich Ihnen zwei verschiedene unglückliche Niederlagen präsentieren und Ihnen Ratschläge geben, wie Sie positiv damit umgehen können.

Der Bad Beat, wenn man in einem großen Pot vorne liegt

Sie haben DkSk und raisen in einer loosen Partie mit Blinds von 2 $/5 $ auf 25 $. Vier Spieler callen und alle haben noch etwa 500 $. Auf dem Flop kommen HkC10H2. Alle checken und Sie setzen 100 $. Der loose Small Blind callt und der aggressive Spieler im Big Blind geht mit weiteren 400 $ All-In. Sie callen und der Small Blind callt. Der Dealer dreht den Dj auf dem Turn um und der Big Blind schleudert seine Hand offen auf den Tisch: HaHq. Auf dem River kommt die S4 und der Big Blind schreit, „Her mit der Kohle.“ Wie sollten Sie mit dieser Niederlage umgehen?

Denken Sie an die Wahrscheinlichkeiten. Natürlich ist es optimal, wenn Sie mit Top Set auf dem Flop ins All-In gelangen. Danach übernehmen die Wahrscheinlichkeiten das Kommando. Selbst wenn der Small Blind schon geschlagen ist, sind Sie mit Top Set nur 2 zu 1 Favorit auf dem Flop. Mit solchen Vorteilen werden Sie auf Dauer reich, können jedoch in jeder Hand auch verlieren. Es kann leicht passieren, eine verlorene Hand wie diese als Ungerechtigkeit zu betrachten. Der Pot war enorm, Sie haben perfekt gespielt und waren klarer Favorit. Es gab aber keine Ungerechtigkeit, denn Sie verlieren in 33 Prozent der Fälle. Spielen Sie viel, werden Sie nicht nur diesen Pot in 33 Prozent aller Fälle verlieren, sondern gelegentlich auch brutale Sessions erleben, in denen Sie drei oder vier solcher Pots verlieren. Manchmal werden Sie sogar zwei oder drei solcher Sessions in Folge erleben. Solch ein Antilauf kann dazu führen, dass Sie 10 bis 15 Buy-Ins verloren haben und Ihr Selbstvertrauen im Keller ist. Spielen Sie viel Poker, passiert dies automatisch und Sie müssen daher darauf vorbereitet sein.

Nach meiner Erfahrung besteht die beste Methode für den Umgang mit einem miserablen Lauf darin, viele Buy-Ins in Reserve zu haben. Gehen Sie nicht mit drei Buy-Ins ins Casino, sondern mit sechs oder acht. Spielen Sie nicht mit fünf Buy-Ins, sondern mit dreißig oder fünfzig. Nehmen wir an, Sie haben 5.000 $ zum Pokern beiseite gelegt. Sie fühlen sich definitiv beschissen, wenn Sie 5 $/10 $ spielen und mit Top Set einen Pot mit 3.000 $ verlieren. Spielen Sie dagegen 1 $/2 $ und verlieren einen Pot mit 600 $, tut dies nicht annähernd so weh und schon gar nicht, wenn Sie noch vier oder fünf weitere Buy-Ins einstecken haben. Mit anderen Worten steigt durch eine kleine Bankroll nicht nur das Pleiterisiko, sondern auch die Gefahr des Tilt und einer suboptimale Spielweise.

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Die Niederlage gegen eine starke Hand des betrunkenen Spielers am Tisch

An einem 1 $/2 $-Tisch sitzt ein Betrunkener. In jeder dritten Hand geht er vor dem Flop All-In. Meist gewinnt er die Blinds und ein oder zwei Limps. Geschieht dies, verspottet er alle Spieler am Tisch, sie hätten Angst vor ihm. Gelegentlich wird er gecallt. Dann zeigt er Hände wie DjS5 oder C4C2. In der Regel ist er mit einer starken Hand konfrontiert, doch er hatte bislang Glück und gewann die Hälfte dieser Pots. Immer wenn siegreich ist, kichert er vergnügt, und wenn er verliert, kauft er sich mit 100 $ aus einem dicken Bündel Scheine neu ein.

Zuletzt verlor der Betrunkene mit DqD4, als sein Flush Draw nicht ankam. Er hat 100 $ vor sich und geht wieder einmal All-In. Alle folden zu Ihnen im Big Blind und Sie callen mit CqSq. Er fängt an zu lachen und meint, „Das wird dir gefallen.“ Er dreht DaHa um und Sie verlieren.

Denken Sie daran, dass Ihr Gegner nur unverschämtes Glück hatte. Nach meiner Erfahrung sind viele Spieler entsetzt über den Betrunkenen, der alle paar Hände blind All-In geht. Dazu zwei Anmerkungen. Erstens haben die meisten Live-Spieler Probleme, mit Händen wie XaX10 oder X8X8 gegen einen Spieler, der mehr oder weniger blind agiert, vor dem Flop All-In zu gehen. Zweitens haben die meisten Spieler Angst vor obigem Szenario. Es ist wie bei Murphys Gesetz. Wenn Sie gegen den Betrunkenen All-In gehen, hat er zufällig eine starke Hand. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Verschwörung des Schicksals, sondern einfach nur unverschämtes Glück. Er geht alle paar Hände blind All-In und ausgerechnet dieses Mal hatte er Asse. Machen Sie nicht mehr daraus. Beim Poker spielt Glück eine größere Rolle, als viele Spieler einsehen wollen, und demzufolge kann es passieren, dass man gegen einen Betrunkenen mit Pocket Assen verliert.

In Wirklichkeit muss nicht einmal ein Betrunkener blind All-In gehen, damit der gleiche Gedankengang zutrifft. Jeder schlechte Spieler kann und wird Glück haben und Pots gewinnen.

Legen Sie sich mit einem solchen Spieler an und warten Sie dabei nicht auf hohe Paare. Callen Sie mit guten Pocket Pairs, starken Assen und auch Händen wie SqSj. (Passen Sie aber auf die Spieler hinter Ihnen auf, die Asse oder Könige haben könnten.) Je häufiger Sie sich mit dem Betrunkenen anlegen, desto kleiner wird sein Mysterium. Er zeigt Ihnen nicht nur Asse, sondern auch ungleichfarbigen Schrott. Je öfter Sie mit ihm spielen, desto mehr Geld gewinnen Sie unterm Strich und desto größer ist Ihre Chance, den Tag mit großen Gewinnen abzuschließen. Natürlich gehen Sie damit auch das Risiko einiger unglücklicher Niederlagen ein, aber aus diesem Grund treten Sie auch mit mehreren Buy-Ins an.

Fazit

In beiden Beispielen agierte der Gewinner wie ein Idiot. Leider verlieren Sie viele Pots an Idioten. Lassen Sie sich davon nicht beeindrucken, jeder hat einmal Glück und einmal Pech. Lassen Sie nicht zu, dass Sie ein unglückliches Ereignis persönlich nehmen. Gehen Sie mit unglücklichen Niederlagen positiv um. Spielen Sie konstant gut, sind Sie derjenige, der am Ende gute Laune hat.


Kommentare


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  • zawi
  • 11.10.10

Zocker habens eben leichter, die zocken ohne schlechtes Gewissen solange die Kohle reicht und warten dann bis zur nächsten Gehalts- bzw. Sozialhilfe-bzw. Taschengeldüberweisung.

Mein BR Managment ist krisenfest, führt aber leider zu sehr langsamen Aufstiegen …


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  • 13.10.10

Meine schönste gewonnene Hand beim Poker (Gegenteil von Bad Beat):

Ich. 78 oder 56 in Pik. Eigentlich will ich nur gucken was der Flopp bringt und limpe rein , hinter mir wird erhöht (wir sind zu 5. in der Hand) und ich denke – na gut wenn ich treffe soll es mir recht sein. Das Blöde – hinter mir wird wieder erhöht und ich kann es mir eigentlich nicht mehr leisten den Flopp zu verfehlen – gehe dann aber mit ( ja ja vielleicht bin ich eine Callingstation). Flop Axx davon eine Karte Pik aber kein 7 oder 8 oder Straight draw. Da ich der erste bin der nach dem Flopp setzen darf gehe ich All in – alles oder nix. Der 1. schmeisst weg, der 2. schmeisst weg, der 3. überlegt und überlegt und called mit A 10, der 4. geht raus. Turn x Pik River x Pik.

Menie 2. schönste gewonnene Hand: Ich AQ der andere QQ Flopp Q24 beide all in Turn 3 River 5.


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  • Reiner
  • 14.10.10

“Beim Poker spielt Glück eine größere Rolle, als ….....”

Dieses ist mir schon länger klar, und wenn ich dann auch noch diese Runner Runner Bad Beats lese und erlebe, sowie mir die vielen Ein- und Zweiouter bei z.B. Pokerstars angucken muss, ist es doch vollkommen klar für mich, das wir KEINE Diskussion mehr führen müssen, ob Poker (Texas Holdem etc.) nu ein Glücks- oder eher ein Strategiespiel ist ! Poker ist also meiner Meinung nach in Deutschland richtigerweise als Glücksspiel eingestuft, denn ohne Glück kann und wird man beim Cashgame, als auch beim Turnier nicht gewinnen – Egal wie gut man Poker spielt, denn ohne Glück geht es einfach nicht ! Nehmen wir an, wir hätten 6 absolut gleichstarke Pokerspieler an einem Tisch, wer gewinnt dann am Ende ? Der, der das meiste Glück hatte, wobei sicherlich jeder der Teilnehmer seine guten Hände richtig gespielt hat !

So long: Reiner


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  • SickNik
  • 14.10.10

Wenn du zwei gleichgute Schachspieler hast gewinnt auch der, der das glück hat das sein gegner als erstes einen Fehler macht… Oder beim Fussball, gewinnt da etwa immer die bessere Mannschaft? Surprise


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  • Nick Name
  • 14.10.10

Oder beim Pferderennen immer das beste Pferd ???? Laugh


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  • AlohaMan
  • 15.10.10

nur beim Windsurfen gibts kein Glück! Smoke


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  • NeNeNe
  • 10.11.10

“Spielen Sie nicht mit fünf Buy-Ins, sondern mit dreißig oder fünfzig.”

Ok… erstmal ein guter Hinweis auf´s richtige BRM.

Aber dann:

“Nehmen wir an, Sie haben 5.000 $ zum Pokern beiseite gelegt. Sie fühlen sich definitiv beschissen, wenn Sie 5 $/10 $ spielen… spielen Sie dagegen 1 $/2 $...”

Also mit 5.000 $ sind – bei Anwendung obiger BRM mit 50 Stacks – grade mal NL100 (0,50$/1,00$) spielbar.