Das Re-Squeeze
- By
- Ed Miller, Donnerstag. 05. August 2010
- Tags
- re-squeeze, miller
Bei No-Limit stehen dem Spieler eine Vielzahl von Taktiken zur Verfügung, die er zur Anwendung bringen kann. Eine davon ist das sogenannte Re-Squeeze, das vor allem gegen aggressive Spieler eingesetzt werden sollte.
So funktioniert es: Sie raisen und ein oder zwei Spieler callen. Anschließend bringt der aggressive Spieler im Big Blind, der für regelmäßige Squeeze Plays bekannt ist, einen kräftigen Reraise. Sie reraisen noch einmal.
Konkretes Beispiel: In einer loosen Partie mit Blinds von 5 $/10 $ raisen Sie mit 
auf 50 $. (An diesem Tisch ist Ihr Raise nicht außergewöhnlich hoch.) Sie haben 2.000 $ und Ihre Gegner haben Stacks zwischen 800 $ und 1.000 $. Drei Spieler callen und dann squeezet der Big Blind, ein aggressiver Spieler mit einem 800 $-Stack, mal wieder auf 250 $. Sie gehen All-In.
Grund für diese Spielweise: Die Caller haben den Pot angefüttert und werden fast sicher folden. Mit Ihrer Spielweise repräsentieren Sie nichts anderes als Asse (vielleicht auch Könige) und jeder passable Spieler wird dies begreifen. Selbst mit einer so starken Hand wie 
oder 
wird Ihr Gegner im Big Blind deshalb vermutlich folden. Natürlich foldet er auch, wenn er wirklich nur gesqueezet hat. Unterm Strich handelt es sich um einen kraftvollen Semi-Bluff mit hoher Erfolgsaussicht.
Wann funktioniert das Re-Squeeze? Haben Sie es mit einem Gegner zu tun, der gerne squeezet, besteht in diesen Situationen eine gute Chance, dass er keine richtig gute Hand hat. Während andere Spieler mit einer guten Hand wie 
oder 
suited nur callen würden, bedeutet bei einem solchen Spieler ein Reraise nicht unbedingt ein Monster wie Asse oder Könige, sondern unter Umständen auch ein Squeeze Play mit schwächeren Händen. Theoretisch brauchen Sie dann für ein Re-Squeeze überhaupt keine gute Hand, da es vor allem auf Fold Equity basiert. Vielleicht könnten Sie im obigen Beispiel daher sogar mit 
statt 
requeezen.
Allerdings federn Sie mit einer starken Hand die Fälle ab, in denen Ihr Spielzug nicht funktioniert, was manchmal unvermeidlicherweise geschieht. Zum Beispiel foldet der Reraiser oft, doch bisweilen callt einer der Caller mit einer Hand wie 
. In diesem Fall ist es natürlich deutlich besser, 
als 
zu haben. Zudem durchschauen manche Squeezer Ihren Re-Squeeze und callen auch ohne Asse und Könige. Wichtiger als Ihre Hand sind aber Ihre Analyse und die Stackgrößen. Wurden Sie vermutlich gesqueezet und die Stacks eignen sich für einen Bluff, können Sie mit beliebigen Karten resqueezen.
Wann funktioniert das Re-Squeeze nicht? Natürlich funktioniert das Re-Squeeze nur gegen Spieler, die tatsächlich gelegentlich squeezen. Tut ein Gegner dies nicht, bedeutet ein hoher Reraise höchstwahrscheinlich ein Monster und ein Re-Squeeze Ihrerseits führt vermutlich zum Verlust des Stacks. Versuchen Sie es außerdem zu oft, werden einige Ihrer Gegner dies durchschauen und mit schwächeren Händen callen (während andere vor dem Flop weiterhin nur mit Assen oder Königen dazu bereit sind).
Beim Re-Squeeze spielen zudem die Stackgrößen eine wichtige Rolle. Ideal sind die Stacks, wenn das All-In teuer genug ist, um den Squeezer aus der Hand zu drücken, aber zu groß dürfen sie auch nicht sein. Natürlich ist ein Re-Squeeze nutzlos, wenn Sie nicht genügend Chips haben, um einen Gegner zum Folden zu bringen – selbst wenn Sie ihn „erwischt“ haben – (mit einer Hand wie AK kann es sich aber auch um ein Value All-In handeln). Und wenn die Stacks deutlich größer sind und Ihr Re-Squeeze kein All-In ist, laufen Sie Gefahr aus der Hand gedrückt zu werden.
Nehmen wir zum Beispiel an, dass Ihr Gegner ebenfalls 2.000 $ hat und Sie 
statt 
haben. Nach dem Reraise auf 250 $ erhöhen Sie auf 800 $ (Sie könnten Ihr Risiko vermutlich mit einem Reraise auf 600 $ verringern, doch aus Gründen der Vereinfachung wollen wir bei diesem Betrag bleiben.) Dann geht Ihr Gegner All-In. Mit Ihrem Blatt haben Sie eine Chance von etwa 20 Prozent, die mutmaßlichen Asse noch zu überholen, doch nun müssen Sie folden und Ihren Einsatz komplett in den Wind schreiben.
Varianten: Sie können ein Re-Squeeze auch als einer der Caller versuchen, wenn Sie das Gefühl haben, dass der Big Blind squeezete. Nehmen wir etwa an, ein aggressiver Spieler raist, zwei Spieler callen und Sie callen mit 
ebenfalls. Der Big Blind, ein Squeezer, reraist kräftig. Alle vor Ihnen folden. Nun ist ein Re-Squeeze denkbar. Die Vorteile sind dieselben, doch es kommt ein weiterer Nachteil hinzu: Ihr Reraise ist weniger glaubwürdig. Mit einem Re-Squeeze repräsentieren Sie ganz konkret Asse oder vielleicht Könige. Die Erfolgsaussicht hängt daher stark davon ab, mit welcher Wahrscheinlichkeit Ihr Gegner Ihnen glaubt.
Waren Sie der ursprüngliche Raiser, ist die Drohung glaubwürdig. Doch callten Sie nach mehreren Callern und erwachten dann mit einem riesigen Reraise zum Leben, glaubt Ihnen der Squeezer vielleicht nicht und durchschaut Sie. Einige Spieler haben dennoch nicht den Mut zum Call, aber einige schon. Wollen Sie diese Variante ausprobieren, sollten Sie daher besonders gut darüber nachdenken, wie Ihr Gegner reagieren wird.
Kommentare






















ganz tolle neue erkenntnis, dass man mit AK suited gegen einen loose aggr. player auch mal pre flop all in schieben kann….hab ich erst in 147 pokershows gesehen…! Mal im ernst?! wem von den leuten die auf solche seiten wie pokerolymp gehen solltre dieser tipp etwas bringen?
PS: ich hab allerdings auch nur den ersten abschnitt(konkretes bespiel) gelesen…danach musste ich aufhören…
Wer bspw. auf den teueren Tischen bei Stars zuschaut, sieht regelmässig diese Action und – Trara! – nach dem Allin-Mann zahlt ein Cold-Caller auf einmal und hat TT oder JJ, LOL.
So liest es sich besser:
“Mit Ihrer Spielweise repräsentieren Sie nichts anderes als Asse (vielleicht auch Könige) und jeder passable Spieler wird dies begreifen.” (Zitat aus dem Artikel)
Das ist, glaube ich, nicht ganz richtig. Wird an einem Tisch häufiger mal gesqueezt, dann representieren wir hier eine gute bis sehr gute Karte, mehr nicht. Wie soll sich denn ein Open Raiser bei dieser Bet Sequenz und den Stack Sizes sonst verteidigen, dieser hat doch nicht mehr soo viel Respekt vor dem Squeezer.
Wer bspw. auf den teueren Tischen bei Stars zuschaut, sieht regelmässig diese Action und – Trara! – nach dem Allin-Mann zahlt ein Cold-Caller auf einmal und hat TT oder JJ, LOL.
jaja, die foldequity ist schon riesig wenn man dem reraiser nur gerde so potodds von 2:1 gibt
sky kann ich auch nur zustimmen.
Jedesmal frage ich mich wer dieser Typ ist und warum seine Tips so wertvoll sein sollen? Hab schon im Hendon Mob geschaut, der Ed Miller den ich dort gefunden hat kann nicht gerade mit großen Erfolgen glänzen! Bitte um Aufklärun
angeblich ist dieser ed miller ein guter cash gamer und er war bei stoxpoker. zudem hat er einige pokerbücher geschrieben. turniererfolge hat er keine.
@Nutzzz: Vielen Dank für die Info
Der Artikel ist völlig überflüssig
Ich als Mikrogamer sehe die Taktiken von Miller einfach für den Müll! Bei 00,1/00,2 wird alles gepusht und wenn er mir dann 3,3 zeigt am ende!
wenn ich da auf 28 cent raise er reaist auf 86 cent ich sage 5 Dollar all in wird er mich callen egal mit welchem Pocket paar auch immer!
was für ein Müll wenn einer dauer re-squeezed dann callt er das meist auch. Was für ein schwachsinn. Manchmal glaube ich das sowas reingeschrieben wird um die Tatsachen zu verdrehen.