Bekenntnisse eines Multi-Tablers
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- Ed Miller, Donnerstag. 22. Juli 2010
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Es scheint, als könne ich nicht sechs Tische gleichzeitig spielen. Aufgrund des Zeitdrucks begehe ich immer eine Reihe ernster Fehler beim Multi-Tabling, doch ich habe das Gefühl, dass ich mit sechs Tischen gut umgehen könnte, wenn ich dies übe. Das stimmt vermutlich sogar, doch aktuell werde ich auf vier Tische reduzieren, um mich in meiner Komfortzone zu bewegen.
Vor einigen Tagen erreichte ich beim Multi-Tabling den Tiefpunkt. Ich spielte folgende Hand:
MP: $509.25 (254.6 bb)
CO: $175.50 (87.8 bb)
BTN: $224.80 (112.4 bb)
Hero (SB): $217.15 (108.6 bb)
BB: $40 (20 bb)
UTG: $118.10 (59.1 bb)
Pre-Flop: Hero is SB with 
UTG folds, MP raises to $7, 2 folds, Hero raises to $24, BB folds, MP calls $17
Flop: ($50) 

Hero bets $32.50, MP calls $32.50
Turn: ($115)
Hero bets $75, MP calls $75
River: ($265)
Hero checks, MP bets $286, Hero folds
Das Bemerkenswerte an dieser Hand ist, dass ich sie bis zum River völlig unbewusst spielte. Dann drang etwa Folgendes in mein Bewusstsein: „Hmm, vielleicht solltest Du mal einen Blick auf diesen Spieler zur Linken werfen. Er scheint bislang nicht gefoldet zu haben, daher musst Du vermutlich eine Entscheidung treffen.“
Nachdem ich die Situation durchdacht hatte, war mein Bewusstsein ein wenig sauer auf mein Unterbewusstsein. Ich stellte fest, dass ich auf dem River war, mehr als meinen halben Stack investiert hatte, nur ein Ass als höchste Karte hatte und keine Ahnung hatte, wie ich an diesen Punkt kommen konnte. Buchstäblich keine Idee. Es war, als hätte zunächst jemand anders die Hand gespielt und dann auf meine Schulter geklopft und gesagt: „Ed, den River spielst du.“
Der Grund, warum ich ohne Nachdenken mehr als die Hälfte meines Stacks gesetzt hatte, ist, dass ich Makros benutze, die die Einsatzhöhen angeben. Ich klickte einfach auf den Button „zwei Drittel der Potgröße“.
In der Regel sind sechs Tische kein Problem, da höchstens in einer Hand etwas passiert. Doch manchmal bin ich in drei oder vier Hände verstrickt und dann ist es fast sicher, dass ich mindestens eine davon versaue. Bin ich nur in eine Hand verwickelt, benutze ich die Makros nicht und gebe die Einsätze manuell ein. Bei drei oder vier aber klicke ich wild auf den Button „zwei Drittel der Potgröße“ und denke kaum darüber nach. Natürlich mache ich dabei Fehler, und einige davon kosten einen Stack.
Trotz dieser Dummheiten gelang es mir irgendwie, mir auf NL200 eine passable Bankroll aufzubauen. Schaue ich mir jedoch noch einmal die letzten 25.000 Hände an, ist mein Vorteil allerdings kaum so groß, dass ich mir solche Fehler oft leisten kann. Oder anders gesagt, grundsätzlich schneide ich mit meinem Stil gut ab, aber meine stündliche Gewinnquote ist höher, wenn ich nur vier Tische spiele und (hoffentlich) weniger Fehler unter Zeitdruck begehe.
Wir werden sehen. Vermutlich muss ich mein Ziel von 20.000 Händen auf 15.000 herunterschrauben, um den weniger gespielten Tischen Rechnung zu tragen.
Kommentare






















jaja AK, das alte Lied. Onlinetechnisch alles i.O. nur nach dem Call auf Flop hätte ich mir die Bet auf dem Turn verkniffen. Allerdings denke ich in 3 von 4 Fällen wären die Gegener nach der Bet am Flop ohne Hit rausgegangen.
Mittlerweile hasse ich AK und versuche den Pot ohne Treffer klein zu halten.
Fügt sich nahtlos in viele nachdenkliche Pro-Blogs dieses Sommers.
Ist der große Goldrausch vorbei, spielen die Leutln besser oder mit immer besserer Software?
Jedenfalls ein kleiner Vorteil für Hobbyspieler die nicht 6 Tische gleichzeitig spielen müssen.
GENAU SO geht es mir auch.
Für alle die überzeugt sind Multitasking befähigt zu sein:
http://www.dothetest.co.uk/whodunni....html
Dei scheisse ist auf Englisch was ist das??