Wie man sich wehrt
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- Ed Miller, Freitag. 26. März 2010
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- widerstand, miller
Spielen Sie viel No-Limit, sind Sie sicher schon einmal auf einen hyper-aggressiven Spieler getroffen. Dieser setzt und raist permanent, ohne tatsächlich immer eine starke Hand zu haben. In vielen Partien geht die Rechnung des hyper-aggressiven Spielers auf, weil niemand den Mut hat sich zu wehren. Pot um Pot streicht er ein, da alle anderen mürrisch auf eine sehr starke Hand warten.
Es ist völlig in Ordnung, wenn jemand Pot um Pot von jedem anderen Spieler am Tisch stiehlt, aber für Sie darf das nicht gelten. Sie müssen sich wehren und dieser Artikel sagt Ihnen, wie Sie das tun. Zunächst lege ich zwei verbreitete Fehler in diesem Zusammenhang dar und anschließend gebe ich Ihnen zwei Tipps, wie Sie sich erfolgreich verteidigen können.
Versuchen Sie nicht den Flop zu treffen
Die Reaktion vieler Spieler auf einen hyper-aggressiven Gegner besteht darin, zu versuchen, den Flop zu treffen. Sie callen mit der Absicht, ohne Treffer zu folden, aber alles Geld in die Mitte zu bringen, wenn sie den Flop richtig gut erwischen. Dies ist vermutlich die schlechteste Variante des Widerstands und spielt dem hyper-aggressiven Gegner in die Hände. Dazu ein Beispiel.
Die Blinds betragen 2 $/5 $ und die Stacks 500 $. NotGonnaTakeIt raist in mittlerer Position mit 
auf 20 $ und SirRaiseALot reraist im Cut-Off auf 70 $. Alle folden und NotGonnaTakeIt hat von den vielen Reraises die Schnauze voll und callt.
Der Flop bringt 

. NotGonnaTakeIt checkt und SirRaiseALot setzt 90 $. NotGonnaTakeIt seuft frustriert, weil er den Flop verpasst hat und foldet.
Das Problem, den Flop treffen zu wollen, ist einfach. Es ist viel einfacher, ihn zu verfehlen als ihn zu treffen. Geben Sie jeden Pot auf, wenn Sie nichts treffen, folden Sie in den meisten Fällen. Vielleicht glauben Sie, Sie könnten dies durch einen großen Gewinn bei einem Treffer wettmachen, aber meist passiert dies nicht. SirRaiseALot ist zwar aggressiv, aber nicht dumm. Er wird merken, dass Sie auf einmal Ihr gesamtes Geld in die Mitte bringen wollen und sich daher aus dem Staub machen, anstatt Sie auszubezahlen.
Es taugt nichts, mit einem Call auf eine starke Hand zu hoffen. Wenn Sie nicht definitiv zu Widerstand bereit sind, sollten Sie die Hand gar nicht erst spielen.
Haben Sie keine Angst, Ihren Stack zu verlieren
Hyper-aggressives Spiel funktioniert am besten gegen Spieler, die sich fürchten, Ihren Stack zu verlieren. Niemand mag dies, aber einige Spieler haben geradezu entsetzliche Angst davor. Der Verlust von 50 $ oder 100 $ ist kein Problem, aber der Verlust der gesamten 500 $ undenkbar. Dazu ist folgendes zu sagen: Werfen Sie freudig mit 50 $ oder 100 $ um sich, sind aber überhaupt nicht bereit, um 500 $ zu zocken, sind Sie für einen hyper-aggressiven Spieler ein gefundenes Fressen. Er hat vor allem einen Trick drauf und der lautet, „Ich bedrohe deinen Stack und schnappe mir den Pot.“ Stecken Sie immer zurück, wenn Ihr Stack in Gefahr ist, verzichten Sie auf eine Menge Geld.
Sie müssen Ihre Analysen mit Ihrem Stack verteidigen. Tun Sie dies, werden Sie in einigen Fällen verlieren. Kaufen Sie sich neu ein und spielen Sie weiter. So spielt man starkes Poker.
Bringen Sie die letzte Bet.
Erfolgreicher Widerstand gegen einen hyper-aggressiven Spieler bedeutet, mit schwächeren Händen um große Pots zu spielen als gegen normale Gegner. Dies ist zwangsläufig richtig, da der hyper-aggressive Spieler Sie wiederholt zwingen wird, Ihren Stack zu riskieren und sich Pot um Pot schnappt, wenn Sie aufgeben. Aus diesem Grund müssen Sie in großen Pots zu einer looseren Spielweise bereit sein. Der Trick, mit marginalen Händen in großen Pots profitabel abzuschneiden, besteht darin, die letzte Bet zu bringen. Wenn zwei Spieler schwache Hände haben, gewinnt in der Regel derjenige, der die letzte Bet bringt. Die letzte Bet muss nicht unbedingt ein All-In sein, aber der Einsatz des gesamten Stacks ist die einfachste Methode bei diesem Konzept.
Die Blinds betragen 2 $/5 $ und die Stacks 500 $. NotGonnaTakeIt raist in mittlerer Position mit 
auf 20 $ und SirRaiseALot reraist im Big Blind auf 70 $. NotGonnaTakeIt callt.
Der Flop bringt 

. SirRaiseALot setzt 100 $ und NotGonnaTakeIt geht All-In. Entscheidend dabei ist, den Reraise vor dem Flop nur zu callen und nach einer Bet auf dem Flop von SirRaiseALot All-In zu gehen. Indem NotGonnaTakeIt vor dem Flop callt und auf jedem Flop All-In geht, behält er sich die letzte Bet vor und zwingt SirRaiseALot damit, entweder eine Hand vorzuweisen oder nachzugeben.
Natürlich können Sie die letzte Bet immer mit einem All-In bringen, Sie sollten aber nicht mit 400 $ in einen Pot mit 50 $ pushen. Damit riskierten Sie für einen zu geringen Ertrag zu viel. Stattdessen sollte Ihr All-In einigermaßen mit der Potgröße einhergehen. Planen Sie Ihre Hand entsprechend, damit Ihr Gegner den Pot so aufbauen kann, dass Sie ihm diesen mit einer entscheidenden Bet wegnehmen können.
Geben Sie Ihrem Gegner etwas Spielraum
Normalerweise wollen Sie die Einsätze nach oben treiben, wenn Sie eine ausreichend starke Hand haben. Dieser typische Ansatz funktioniert deshalb so gut, weil die meisten Spieler mit mittelstarken Händen eher callen als selbst setzen.
Gegen hyper-aggressive Spieler trifft jedoch häufig das Gegenteil zu. Diese callen größere Bets nur, wenn sie eine starke Hand treffen, setzen aber immer, wenn sie das Gefühl haben, sich den Pot unter den Nagel reißen zu können.
Was sollten Sie dagegen tun? Bauen Sie zu Beginn den Pot auf und tun Sie dann so, als gäben Sie ihn auf. Gelingt Ihnen das glaubhaft, wird Ihr Gegner setzen und Sie können callen oder raisen. Dazu ein Beispiel.
Die Blinds betragen 2 $/5 $ und die Stacks 500 $. SirRaiseALot raist in früher Position auf 25 $ und nach dem Call eines schwachen Spielers auf dem Button callen Sie im Big Blind mit 
. Der Flop bringt 

und Sie haben Bottom Set. Sie setzen 70 $, der Button foldet und SirRaiseALot callt.
Auf dem Turn kommt die
. Sie checken und er checkt auch.
Auf dem River kommt die
. Checken Sie wieder.
Ihr Gegner kann auf dem Flop durchaus mit einem Flush- oder Straight Draw gecallt haben, die allesamt geplatzt sind. Nach einer Bet wird er vermutlich folden.
Aus der Sicht Ihres Gegners könnten aber auch Sie einen geplatzten Draw haben. Setzt er, kann er vielleicht einen Pot stehlen, den er beim Showdown kaum gewinnen könnte. Checkraisen Sie dann All-In. Mit einem Check können Sie von Ihrem Gegner eine zusätzliche Bet gewinnen, weil er einen geplatzten Draw hat, oder sogar das Glück haben, ihm den ganzen Stack abzuknöpfen, wenn er sich mit 
zu einer merkwürdigen Spielweise entschließt.
Gegen einen normalen Spieler sollten Sie auf dem Turn vermutlich weiter setzen und darauf hoffen, dass Sie von einem Draw gecallt werden, der bereits Drawing Dead ist. Aber einem hyper-aggressiven Spieler sollten Sie etwas Spielraum lassen.
Gestalten Sie das Spiel nach Ihren Bedingungen
Behalten Sie sich die letzte Bet vor und verwirren Ihren Gegner damit, den Pot mit starken Händen angeblich aufzugeben, begegnen Sie dem hyper-aggressiven Spieler unter Ihren Bedingungen. Halten Sie sich dauerhaft daran und lassen sich nicht frustrieren, werden Sie am Ende die Oberhand behalten.
Kommentare






















kann man online so nicht spielen-zumindest nicht bis 3/6 und wer besitzt schon von den lesern die bankroll dafür?
entweder wirst du gegrindet oder der donkey verbläst deinen bluff mit bottom pair. da muss man sich nix vormachen. der artikel sollte nur die leute ansprechen die auch tatsächlich nen effektiven stack von 500 spielen.
Auch für Turniere nicht geeignet. Besser den Mitspielern die Schmutzarbeit mit der hohen Varianz überlassen und hoffen rechtzeitig ein starkes Blatt zu bekommen (bevor er weg ist).
witzig, wenn man nur nach den kommentaren urteilt, könnte man meinen, herr miller sei ein kompletter donkey
überhaupt nicht, der schreibt die besten hier. aber die realität online ist einfach ne andere und die wenigsen spielen live. find mal nen cash game table mit den limits und leuten die auch die bankroll besitzen das du so spielen kannst:-) davor wollte ich nur warnen, weil so gute texte natürlich verleiten es gleich mal auszuprobieren. und da geb ich dir brief und siegel: du bist dein geld sofort los.
Man sollte die Strategie auch davon abhängig machen, auf welchem Skill-Level sich der hyper-aggressive Spieler befindet. Wenn ich merke, dass er der Donk schlechthin ist, gehe ich stets nach dem Motto “Don’t let the donkism infect you!!”, da gekonnte Spielmanöver von Spielern mit niedrigem Spielniveau nicht als solche interpretiert werden. Daher auch der Leitsatz “Never bluff a monkey!”
Wenn es sich allerdings um einen einen erfahrenen aggressiven Spieler handelt, sind in dem Artikel umschriebene Moves durchaus wirksam, da mein Gegner halt auch nachdenkt, bevor er auf die Idee kommt irgendwelche abenteuerlichen Calls zu machen.
Ich spiele zwar überwiegend Live, aber auch dort treffe ich sehr häufig auf neue Gegner. Daher bin ich gezwungen zuerst einmal so viele Informationen so schnell wie möglich von meinen unbekannten Kontrahenten zu sammeln…erst dann passe ich mein Spiel dementsprechend an (wohl gemerkt angepasst an das allgemeine Table-Image; das Spielprinzip switched erst dann, wenn ich mit dem speziellen Fall in einer HU-Situation bin).
Der Artikel wendet sich auch eher ans Live Game als online. Dafür finde ich ihn aber als frei öffentliches Infomaterial sehr gelungen und eine gute Hilfe für Leute die auf Scared Money spielen bzw. sich nicht intensiver mit Poker auseinandergesetzt haben.
Da Ed ja über Cashgames schreibt will ich mich künftig meiner Stimme enthalten.
Mein Turnierspiel hab ich ja halbwegs beisammen, da brauch ich keine Zurufer mehr die mir ihr meist undurchdachtes Aggro Spiel aufzwingen wollen.
Mein Tipp an alle kritischen Pokergeister: Besser einen eigenen Stil entwickeln und anhand eigener Statistiken testen. Und net alles nachmachen was man irgendwo gelesen oder gesehen hat.
Good Luck und bye bye, zawi
levi strauss=genie
Darauf habe ich gewartet. Endlich kann ich mir meine Dollars zurückholen. Danke Ed, danke Annette! Ihr seid die besten !
Jedenfalls nicht OOP mit ATo die 3-Bet zahlen und dann blass gucken…
Die zweite Hand gegen eine Blind Defense gefällt mir auch nicht so gut. Einfach 4-Betten gegen den Maniac, der er hier per definitionem ist.
Da ich so fast nur Live spiele (vier mal die Woche), kenne ich solche Leute. Online, ist es immer so ne Sache, ich halte eh nichts davon, denn ich finde es wichtiger seine Gegner zu Spielen (!) und nicht immer die Karten, die man hat!!!
Ich kenne auch die Probleme, die man online nicht wirklich nachvollziehen kann, denn es gibt Menschen, die gehen pre-Flop All In um den Pot zu bekommen.
Vorgestern erlebt… Callt man denn mal so einen Helden und hält selber “AK”(dealer button), der Gegner “58”(BB), dann passiert so ein Flop “K55” und er verdoppelt sich… (Er gewinnt ca.160€). Ich habe absichtlich pre flop 5 fach geraist, weil es eh sehr aggressive spieler waren und ich nur max. zwei caller haben wollte.
Auch seine motivation ist höher, weiter so ein mist zu spielen, aber irgendwann bekommt man auch solche Leute, allerdings nervt es, wenn man mit Premiumhänden dann gegen so einen Schrott läuft und verliert.
Ganz wichtig, ist es… “cool bleiben” und sich nichts anmerken lassen. Besser ist es sogar noch, witze darüber zu machen, schnell neu einzahlen und den Fokus auf solche Personen zu haben.
Wie gesagt irgendwann bekommt man das Geld wieder… “denn es ist nur geliehen” (Wo ist das Phrasenschwein ;-) )