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Strategie von Ed Miller
Ed Miller

Ass auf dem Flop mit einem Paar Königen

Es geschieht unzählige Male. Wir bauen mit Pocket Königen einen schönen Pot auf, der Flop kommt und … BUMM… da ist das Ass. Wie Sie damit umgehen, hängt viel von Ihren Gegnern, den Stackgrößen und weiteren Faktoren ab. Schauen wir uns einen Beitrag eines meiner Leser an:

Final Table eines Live-Turniers in No-Limit Hold’em: Es sind noch neun Spieler dabei, die ersten sechs werden ausbezahlt. Ich habe mit etwa 14 BB einen überdurchschnittlichen Stack und bekomme im Big Blind ein Paar Könige. Vor mir gibt es zwei Limper und ich raise auf 5 BB. Einer der Limper callt. Er ist eine Calling Station und callt offenbar jeden Raise, wenn er zuvor gelimpt ist. Bisher hat er fast immer getroffen. Nach dem Call beträgt mein restlicher Stack etwa Potgröße und der meines Gegners ist etwa 3 BB kleiner. Auf dem Flop kommt XaXx und ich habe keine Position. Was nun?

Da mein Gegner zuvor auch mit Händen wie mittleren, ungleichfarbigen Connectors Raises vor dem Flop gecallt hat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er ein Ass hat, schwer einzuschätzen. Da er auch schon mit schwachen Draws gesetzt hat, bin ich auch nicht sicher, dass er mich schlägt, wenn er meinem Check eine Bet folgen ließe. Eine niedrige Bet meinerseits würde er jedoch fast sicher callen und ich wäre Pot-Committed.

Schließlich ging ich All-In und er callte mich mit XaX2 offsuit. Gegen einen anderen Spieler hätte ich auf dem Flop eher den Rückzug erwogen und meinen…

Mein Leser schrieb nicht zu Ende, aber ich meine, wir können uns den Rest denken. Turniere erfordern ein zusätzliches Niveau an Analyse und Psychologie.

Analytisch betrachtet unterscheiden sich Turniere von Cashgames, weil sie nicht Chips gewinnen, sondern einen bestimmten Platz belegen wollen. Die Spielweise in bestimmten Situationen kann je nach Preisgeldstruktur stark differieren. Werden die ersten sechs Spieler ausbezahlt, aber der erste erhält 50 Prozent des Geldes, lohnt es sich oft zu zocken und den ersten Platz anzustreben. Ist die Auszahlungsstruktur jedoch recht homogen, ist es in der Regel besser, vorsichtig zu agieren und sich erst einmal einen der hinteren Plätze im Geld zu sichern. Mein Leser hat die Auszahlungsstruktur nicht spezifiziert, aber es wäre schwer zu rechtfertigen, seine Könige nicht zu spielen.

Psychologisch betrachtet vergrößern Turniere die Aufs und Abs beim Poker um ein Vielfaches. Man verliert nicht einfach ein paar Big Blinds in einer Hand, sondern scheidet aus! Und man gewinnt nicht einfach ein paar Dollar, sondern das Preisgeld für den ersten Platz! Diese psychologische Ebene führt dazu, dass Spieler selbst die alltäglichsten Situationen hinterfragen.

Mathematisch betrachtet sind diese enormen Aufs und Abs jedoch gar nicht so groß. Scheiden Sie aus einem Turnier aus, fühlt es sich vielleicht so an, als hätten Sie das gesamte Preisgeld für den ersten Platz verloren, doch in Wirklichkeit haben sie nur eine prozentuale Chance auf dieses Preisgeld verloren (die zudem häufig recht klein ist). Ein Großteil des Sturm und Drang bei Pokerturnieren findet nur in Ihrem Kopf statt.

Poker als Beruf

Schauen wir uns die Hand an. Neun Spieler sind noch im Turnier, zwei loose Spieler sind gelimpt und Sie haben ein Paar Könige. Sie haben noch 14 BB und liegen damit leicht über dem Durchschnitt. Die ersten sechs Spieler erhalten Preisgeld. Sie sind nicht annähernd nah genug an der Bubble, um einen Fold Ihrer Könige in Betracht zu ziehen. Dies ist eine Hand, mit der Sie Ihren leicht überdurchschnittlichen Stack in den größten verwandeln können.

Sie raisen auf 5 BB und werden von einem loosen Spieler gecallt. Auf dem Flop kommt ein Ass und Sie sind als Erster am Zug. Ihr Gegner hat noch 6 BB übrig. Mir gefällt das All-In. Der Pot ist (im Vergleich zu den Stacks) zu groß, um zu folden. Als Calling Station muss Ihr Gegner mit Sicherheit kein Ass haben. Setzen Sie, callt er vermutlich mit einigen schlechten Händen, gegen die Sie klar vorne liegen. Ein Check oder ein niedrigerer Einsatz als All-In besitzen ebenfalls Vorzüge. Ein Check ergibt gegen einen aggressiven Spieler durchaus Sinn, gegen eine Calling Station allerdings weniger. Ein niedrigerer Einsatz wäre gut, wenn Sie Ihren Gegner dazu verleiten können, mit schwachen Händen bis zum Ende weiterzuspielen. Aber unterm Strich ist der Pot groß, Sie haben eine gute Hand und Ihr Gegner ist eine Calling Station. Ich sehe keinen überzeugenden Grund für eine ausgefallene Spielweise. Gehen Sie einfach All-In und hoffen, dass Ihr Gegner mit einer schwächeren Hand callt.

Ich glaube, dass die meisten Spieler zu viel Wert darauf legen, im Turnier zu bleiben. Sicher, Sie können in der Tat ein Turnier gewinnen, wenn Sie nur noch einen Chip und einen Chair haben, aber das wird Ihnen nicht sehr oft gelingen. Der konkrete Wert eines Chips und eines Chairs variiert abhängig von der Turnierphase, der Preisgeldstruktur und weiteren Faktoren. Aber in den meisten Fällen ist er nicht sonderlich hoch.

Im Lauf der Jahre habe ich erlebt, wie Spieler einige unglaubliche Folds gemacht haben, um im Turnier zu bleiben. Mehr als einmal habe ich gesehen, wie ein Spieler buchstäblich alle Chips bis auf einen gesetzt und anschließend gefoldet hat. Jedes Mal reagierte der Tisch mit ungläubigem Staunen. Und jedes Mal sagte der Spieler, der gefoldet hatte, stolz, „Ein Chip und ein Chair.“ In den meisten Fällen ist es meines Erachtens besser, den großen Gewinn anzustreben und das Ausscheiden zu riskieren, als sich auf den Verlust einer teuren Hand einzulassen. Selbst eine relativ geringe Gewinnchance ist vermutlich mehr wert als ein Chip und ein Chair.

In Turnieren kommt es vor allem bei solch kleinen Stacks wie in der konkreten Hand zu Situationen, in denen man zocken muss. Ist erst einmal so viel Geld im Pot, ist es meist keine gute Methode, „von der Hand loszukommen.“ Meiner Meinung nach hat mein Leser gut gespielt.


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Kommentare


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  • TheRealMG82
  • 18.11.09

Für die Überschrift hätte ich mir etwas mehr erwartet….


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  • Jack M.
  • 18.11.09

Ja, ich hätte mit auch einen AKK Flop unter der Überschrift vorgestellt…. Tongue


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  • TheRealMG82
  • 18.11.09

LOL


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  • zawi
  • 18.11.09

Eiine sauberer Vergleich zwischen PF-Allin und 2-Step Allin fehlt mir in diesem Artikel.


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  • RoyBlack
  • 18.11.09

Bin bei Balboa, warum nicht gleich all in, wenn ohnehin schon ein riesiger Pitt da ist (zwei Limper, SB und vermutlich recht hohe Antes – wenn man mit 14 BB zu den größeren Stacks gehört. denn will ich Calls mit schwachen Assen? und wenn ja dann nicht lieber gleich preflop? so hat der A2 Spieler nach dem Raise auch mathematisch vielleicht nicht mal einen Fehler gemacht, wenn er der zweite Limper war, denn dann hat er shcon recht gute Pott odds und da reichen ihm die knapp 30 Prozent die er sich geben kann.


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  • Jörg
  • 18.11.09

Ich finde die Spielweise mit dem Raise auf 5 BB in Ordnung . Mit KK will ich Kundschaft haben und nicht nur 2 1/2 BB stehlen. Mit einem Pre-flop all-In mache ich es meinen Gegnern leicht die Pre-Flop richtige Entscheidung ( nähmlich fold) zu treffen. Ich will doch erreichen das meine Gegner den Fehler machen und gegen mein Monster antreten . Wenn der andere mit der schwächeren Hand dann trotzdem gewinnt ist das Halt Pech. Auch das All-In auf dem Flop ist OK. Der Gegener hat bestensfalls ein schwaches Ass und muss ernsthaft über einen Fold nachdenken da er mir ja auch evtl das bessere Ass geben muss. Cool


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  • KIT
  • 18.11.09

Preflop all in ist doch ein totaler Schwachsinn! Die Chance daß ein Ass kommt und der Gegener gelcihzeitig eins auf der Hand hält ist viel zu gering. Bei Turnieren muß man aus seinen starken Händen maximalen Value machen und KK ist eine Bombe auf die man lange genug warten muß. Raise auf 5BB ist absolut in Ordnung, das Feld wird auf einen Gegenspieler reduziert, was genau das ist, was man erreichen will.

Natürlich ist das Risiko auf diesem Flop da, dennoch stimme ich mit Miller überein, diese Chance mit KK aufzudoppeln, kommt nicht oft, wahrscheinlich in diesem Turnier nicht mehr, also rein mit der Marie und davon ausgehen, daß die Calling Station mit K10, Q10 oder einem kleinen Paar gelimpt hat.

Die Leute die hier Preflop All in schieben verlieren auf lange Sicht enorm viele Chips und somit Power die sie in jedem Turnier weiter bringen würden.

Cheers,

KIT


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  • zawi
  • 18.11.09

Diese Aussage gilt generell eben nur bis 15 BB, darunter ist die Sache komplexer, hängt von den genauen Stacks und dem Pot ab und müsste mathematisch sauber berechnet werden.

Daher ist der Artikel unvollständig und sollte durch einen 2. Teil ergänzt werden.


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  • threkingz
  • 18.11.09

aber was ist das mit A2 auch für ein lächerlicher call, gegen offensichtlich so schwache gegner müssen sich doch bessere spots finden lassen mein tip raise auf 4-bb und dann auch mal wegschmeißen


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  • Jörg
  • 18.11.09

@trekingz 4BB sind zu wenig. Da sind die Pod Odds zu gut und ich spiele fast immer gegen 2 Gegner. Der 1. Limper muss 3BB in einen POt von 9,5 BB zahlen. Von den Pod Odds die der 2 Limper bekommt brauchen wir erst gar nicht zu reden


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  • Diboudo
  • 18.11.09

alles andere als ein all-in preflop ist ein grober fehler meiner meinung nach…

wir starten die hand mit 11 bb effektiver stackgröße. wir haben ein paar könige. folden ist also NIE eine option – weder vor dem flop noch nach dem flop. es geht also nur noch darum, ob ein all-in oder ein kleinerer raise besser ist…

1.

ich bin nicht wirklich davon überzeugt, dass das kleinere raise auf 5 bb pre einen höheren erwartungswert hat als ein direktes all-in. Wir verlieren value, wenn der gegner dass direkte all-in mit den ungepaarten händen seiner range callen würde (KQ, Ax usw…) – nach einem kleineren raise preflop aber dann postflop foldet, falls er nicht trifft – und so seine 6 bb übrigbehält. Wie dem auch sei, ich denke, es ist schwer zu sagen, welche der 2 optionen besser ist, wenn man diese situation isoliert betrachtet. Es ist aber auf jedenfall relativ knapp und die eine option ist der anderen keinesfalls klar überlegen.

Bei einem Pokerturnier, bzw. beim Poker generell sollte man aber einzelne Situationen nicht isoliert betrachten, sondern es existiert so etwas wie “game-flow” oder eine “meta-ebene”, da unsere gegner ja meistens denkende menschen sind.

2.

das weitaus größere problem mit dem kleineren raise ist aber folgendes: in dieser phase des turniers ist der durchschnittliche stack bei ca. 10-12 BBs: solide turnierpokerspieler sind hier im push/fold modus, weil die stacksizes keinen raum für postflop spiel lassen.

wenn aber, wie im artikel beschrieben, unsere gegner bei diesen stacksizes immer noch regelmäßig limpen, muss man das als guter turnierspieler ausnutzen. das bedeutet aber auch, dass man mit marginalen händen vor dem flop all-in-gehen muss (dieser move ist oft allein deshalb profitabel, weil man 1. eine menge foldequity hat und 2. eine menge deadmoney durch die limper im pot ist)

da man also mit marginalen händen all-in geht, muss man auch mit den monsterhänden all-in gehen. ansonsten wäre unser spiel zu berechenbar und fürchterlich ausnutzbar.


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  • Sky
  • 19.11.09

Grosses Paar und es floppt das Ace. In der Tat, eine Kunst für sich, diese SNG-Hand war rel. verständlich, es kann aber noch viel übler kommen… Noch nie etwas dazu gelesen, aber mit Kumpels schon lange thematisiert und analysiert. Konsens: Schnauze halten, nicht zu viel rein tun, River billig anstreben, oft auch wegwerfen. LOL


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  • EddyEdik
  • 19.11.09

Tongue Ja das stimmt, mit der ueberschrift haette ich mir auch was besseres vorgestellt.

Aber was solls. Es gibt immer wieder schpieler, die jeden raise callen egal wei hoch und aus velcher position mit ihrem Ax….. Und dann treffen die genau einen A auf dem flopp. Und kriegen die ganzen chips, von einem schpiler der bischer gut geschpielt hat, und auch jetzt gut schpielt. Und der schpieler mit seinem Ax denkt, er ist Phil Ivey weil er so gut schpielt…..

Idiot…......


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  • PBL Leipzig
  • 19.11.09

klarer fold auf dem Flop unabhängig ob commited oder nicht der Fehler ist schon preflop passiert All-In ist eine gute Option zuviel death money im pot das reicht für 2 weitere Runden das der Gegener ein Ass hat die Wahrscheinlichkeit ist bei ca. 70%. Wenn man mit limpt und ein Ass erscheint kann man KK leicht entsorgen All-In ist die klar bessere Variante hängt natürlich auch vom Gegner ab ob er ein unüberlegt Spieler oder überlegter Spieler ist. Die unüberlegt Spieler neigen dazu mit meist 3 outs in dieser Situation mit fast gleichen Stack auch ein All-In zu callen.

cu Smoke


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  • Jackson
  • 19.11.09

Auch ich bin hier der Meinung, dass ein direkter All-In Preflop die bessere Variante gewesen wäre, unabhängig von den Spielertypen (Man siehe die Caller, man siehe Antes und vorallem man siehe das man hier schon mit 5 BB´s preflopraises sich selbst potcommitted). Berücksichtigt man die Tatsache, dass es sich um eine Calling-Station handelt die in die Hand involviert ist, ist es ein ganz klares All-in Preflop. Nach der Spielweise und verbleibenden 9 BB´s ist es nunmehr Postflop für mich ein klarer Fold. Smoke


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  • Diboudo
  • 19.11.09

@ die spieler, die hier postflop noch folden wollen

leute, im pot sind (5+5+0,5+Antes) ~ 13BB. der gegner hat noch 6 BB übrig. wir bekommen odds von ~ 1:4 !!! Selbst, wenn wir aus irgendeinem unerklärlichen grund 100% wüssten, dass der gegner ein ass hält, selbst dann ist ein call nur knapp falsch, denn dann sind wir 1:5 aussenseiter

folden ist hier ein verbrechen und absolut schlecht, schlecht, schlecht…

btw. eventuell ist sogar postflop check/call besser als als openshove… aber NIE folden…


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  • Diboudo
  • 19.11.09

edit: hab mich verrechnet, wir sind natürlich größerer underdog auf dem flop, wenn er ein ass hat so. das ändert aber nix, weil der gegner nicht immer ein ass hat


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  • Jackson
  • 19.11.09

tja, logisch einerseits. wenn ich schon preflop durch meinen raise selbst commited bin, ist natürlich ein fold total krank. weil – commited ist commited. ich meinte auch nur die spielweise ingesamt. wenn ich so krank preflop spiele muss ich natürlich check/callen oder allin gehen. nur sind nach dieser spielweise 9 bb´s nach der “chair or no chair” premissehier immer noch einen fold wert. Cool