Die Probleme mit AQ
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- Alex Lauzon, Freitag. 03. April 2009
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Zweifellos gehört 
zu den besten Starting-Hands in Hold’em. In Mike Caros Ranking rangieren sie an der 12. Stelle, und suited sogar an der achten. Auch weisen Statistiken zur Investitionsrentabilität positive Erwartungswerte, zwischen 31 und 59 Prozent, aus. Nach hohen Pocket-Pairs und 
folgt logischerweise das Ass mit dem zweitbesten Kicker. Trotzdem, ohne entsprechende Vorsicht, lässt es sich damit leicht pleite gehen.
Man erinnert sich an die Konfrontation von Daniel Negreanu gegen Gus Hansen, 2006 bei High Stakes Poker. Beide hatten ein Set gefloppt und der Turn bescherte Hansen einen Vierling – und letztendlich einen 500.000-Dollar-Pot.
Vor dem Flop brachte Hansen ein Raise auf 2.100 Dollar. Es folgte Negreanus Reraise auf 5.000. Am Big Blind (600 Dollar) saß Antonio Esfandiari mit 
offsuite. Mit den Worten: „Out of position against Gus and against Daniel Negreanu!“, verabschiedete er sich von seinem Blatt.

zählt zu den Favoriten, solange niemand wirklich Stärke zeigt.
Bleiben wir kurz bei Antonio Esfandiaris Entscheidung. Nach Raise und Reraise wäre ein Call grundsätzlich auszuschließen. Im gegebenen Fall, er spielte gegen 
und 
, hätte ihm ein weiteres Raise wahrscheinlich den Pot eingebracht, es sei denn, einer der beiden Gegner hätte ihn eines Bluffs verdächtigt und nochmals geraist. An einem Cash-Tisch bzw. in der Deep-Stack-Phase von Turnieren wollen wir mit 
sicher kein All-in vor dem Flop.
Wogegen könnten wir in solchem Fall antreten?
Die klassischen Karten für ein Preflop-All-in wären: Ein hohes, selten ein mittleres, Pocket-Pair, 
, selten 
. Alle anderen Kombinationen, A-x, Connectors etc. entsprächen einem Bluff.
Das heißt, gegen 
, 
, 
und 
wären wir Außenseiter und gegen Pocket-Pairs von 
und niedriger wär’s ein Coinflip mit kleinem Nachteil. Favorit wären wir nur gegen einen Bluff.
Was schrieb Daniel Negreanu kürzlich zu 
bzw. 
?
„
und 
mögen in niedrigen, schnell gespielten Turnieren vielversprechend sein, nicht jedoch in teuren Deep-Stack-Events.
Während Big Slicks dabei natürlich deutlich mächtiger sind als 
, glaubt mir, vor dem Flop solltet ihr nicht euer ganzes Kapital darauf setzen. Zu oft liegen wir damit am falschen Ende des Coin-Flips. Natürlich lässt sich mit 
vor dem Flop raisen, aber es gehört keinesfalls zu den Blättern, die sich nach dem Flop leicht spielen lassen.“
Negreanu erklärt weiter, dass wir mit 
bei einem Flop von 

eigentlich nicht gecallt, und schon gar nicht geraist, werden wollen. Wir könnten gegen 
, 
oder gegen ein Set spielen. Halten wir nun 
in der Hand, so zählen wir zu den gegnerischen Karten, die wir nicht sehen möchten, 
auch noch dazu.
Natürlich gibt es eine ganze Menge von Situationen, in denen 
durchaus gewinnbringend eingesetzt werden können. Ein erstes Raise ist damit praktisch immer angebracht. Raist ein aggressiver Spieler, von dem wir im Postflop-Spiel ordentlich ausbezahlt werden, wenn sich unser Blatt verbessert, spricht nichts gegen einen Call oder, den Eigenschaften des Angreifer angepasst, auch ein Reraise. Gegen einen aggressiven Spieler ist die Queen als Kicker gut, nicht aber gegen einen Rock, der niemals mit 
oder schwächer raisen würde.
Ein typisches Beispiel der Probleme zeigt sich in folgender Situation:
Eine frühe Turnierphase, der durchschnittliche Stack liegt bei 5.000, die Blinds sind auf 50/100. Drei Limper, der Button raist auf 400, Small Blind passt und Big Blind hat 
vor sich liegen. Laut Caros Ranking immerhin das zwölftbeste Blatt.
Squeeze-Play vom Button? Durchaus möglich. Die Angelegenheit durch ein Reraise klar zu stellen, wäre aber kostspielig. Ein Min-Raise auf 700 gäbe ihm erstklassige Odds. Und dann sitzt er in Position.
Ein Raise müsste also höher ausfallen, auf 1.000 oder 1.200. Doch dabei handelt es sich um einen nennenswerten Teil des Stacks. Was, wenn einer der Limper ein Monster slow spielt? Was, wenn es sich doch nicht um Squeeze-Play handelt und er zurückschlägt?
Ein Call kostet 300 Chips. Das wären nicht mehr als 6% des Stacks. Die lassen sich verschmerzen, könnte er denken. Also, Big Blind entscheidet sich für einen Call. Zwei der Limper verabschieden sich, einer geht mit.
Die Flops, die wir jetzt gerne sehen würden, zeigen sich mit schmerzlicher Seltenheit, etwa A-Q-x, Q-Q-x oder K-J-10. Liegt neben einer Queen ein König im Flop, wäre die Situation, noch dazu in erster Position, auch nicht gerade erfreulich. Und ein Ass? Ein Bet wäre angebracht, wir wollen aber sicher kein Raise sehen, auch wenn dieses natürlich mit 
oder schwächer erfolgen könnte.
Von den ganz seltenen Flops mit wundersamer Verbesserung zu zwei Paaren oder besser abgesehen, finden wir in zwei von drei Fällen weder ein Ass noch eine Dame vor. Die Queen als Top-Pair mit dem Ass als Kicker wäre dabei noch günstiger als umgekehrt. Gegenwehr wollen wir aber in keinem der beiden Fälle erleben. Wir wissen also von Anfang an, dass wir kaum einen hohen Pot gewinnen können.
Ich erinnere mich an eine ähnliche Situation in einem Turnier im Indianer-Club. Das Raise kam vom Cutoff. Der Button callte und die ursprünglichen Limper passten. Im Flop fiel ein Ass und der Cutoff setzte all-in. Nach langem Überlegen passte der Button und zeigte 
. Don’t go broke with one pair!
Bei schnell gespielten SitnGos oder an Cash-Tischen mit niedrigen Einsätzen, da gelten andere Regeln. Wo immer die Spieler mit All-ins entsprechend freizügig umgehen, wenn massive Angriffe oft genug auf A-x, kleine Pocket-Pairs oder Connectors beruhen, wird 
sicher zur respektablen Starting-Hand. Wird aber solider Poker gespielt, geht es um richtiges Geld und die Gegner verhalten sich entsprechend, so lassen sich mit 
immer nur die kleinen Pots anstreben. Zocken wir damit, gleitet die Investitionsrentabilität leicht in die roten Zahlen.
Kommentare

















Ich glaub AQ hat einen besseren als den 12. Platz verdient. Alleine schon weil Ax suited und AJ- oft überspielt werden.
88- ist halt nur stark wenn sie das Set treffen, bzw. Heads Up, während Multiway AQ mehr Potential hat.
Aber ohne Not sollte man AQ wirklich nicht teuer spielen.
Ich glaube, wir können davon ausgehen, dass hinter Caros Liste seriöse Statistiken stecken. Sie sieht folgendermaßen aus:
A-A K-K Q-Q J-J A-K suited 10-10 A-K offsuite A-Q suited K-Q suited A-J suited A-10 suited A-Q mixed
Das Überspielen von A-x bzw. A-J passiert eher nur auf Tischen mit vielen schwachen Gegner, worauf der letzte Absatz des Beitrages aber auch verweist.
Was macht man denn, wenn man short-stacked ist? early position folden is klar. middle raisen, late limpen? oder umgedreht? limpen ist immer son problem bei vielen “mit-limpern”. standard-raise ist evtl zu teuer. wegwerfen ist auch doof, wer weiß, wann man nochmal so ne hand bekommt.