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Odds and Outs

Bevor man ein sehr guter Pokerspieler werden kann, muss die mathematische Grundlage dafür geschaffen werden. Die Basis guten Spiels und der Schlüssel zum Erfolg ist das Wissen, wann es mathematisch richtig ist, Geld in den Pott zu tun und wann nicht. Dazu muss man mit Wahrscheinlichkeiten rechnen können. Ist es wahrscheinlich genug, dass ich mit der letzten Karte, dem River, eine Straße oder einen Flush bekomme? Oder, anders gesagt, habe ich die Odds?

Um die Odds bestimmen zu können, muss man wissen, wieviele Outs man hat. Die Outs sind die Karten im Kartendeck, die unsere Hand entscheidend verbessern.

Ein Beispiel:

Wir halten standard_herz_05standard_herz_06,

das Bord ist standard_herz_01standard_pik_02standard_karo_08standard_herz_12.

Bisher ist unsere Hand nicht viel wert, aber wir haben die Chance auf einen Flush. Es gibt noch 9 Herz-Karten im Deck, wir haben also 9 Outs.

Ein weiteres Beispiel:

Wir halten wieder standard_herz_05standard_herz_06,

das Bord ist diesmal standard_pik_02standard_karo_07standard_kreuz_08standard_herz_13.

Bei dieser Konstellation haben wir die Chance auf eine Straße. 4 Buben und 4 Sechsen ergeben 8 Outs.

Wir haben nun die Anzahl der Outs ermittelt, doch was bedeutet das? Zuerst einmal kann man damit die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der man sich entscheidend verbessert. Wir kennen 6 der 52 Karten, es bleiben 46 Karten im Deck. Die Wahrscheinlichkeit, im ersten Beispiel mit dem River einen Flush zu bekommen, beträgt somit 9/46 (ca. 19,6%). Die Wahrscheinlichkeit, im zweiten Beispiel eine Straße zu treffen, liegt bei 8/46 (ca. 17,4%).

Odds sind das Verhältnis von Pottgröße zur Größe der zu bezahlenden Bet. Befinden sich 20$ im Pott und man hat 5$ zu bezahlen, dann hat man Odds von 4:1. Wie kann man diese Odds und die Kenntnis der Wahrscheinlichkeit, zum Showdown die vermutlich beste Hand zu haben, dazu verwenden, zu ermitteln, ob es langfristig lukrativ ist, mitzugehen oder nicht? Wenn die Wahrscheinlichkeit, den Pott zu gewinnen, größer ist als das Verhältns der zu zahlenden Bet und dem Pott, dann sollte man den Call machen, weil man gute Pot Odds hat.

Wir halten wieder standard_herz_05standard_herz_06,

das Bord ist standard_herz_01standard_pik_02standard_karo_08standard_herz_12

und unser Gegner geht all-in für 50$. Der Gesamtpott beträgt 100$. Sollten wir callen? Nein. Vermutlich haben wir genau 9 Outs, also eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 9/46. Das Verhältnis von zu zahlender Bet und Pott beträgt aber 1:2. Das gleiche Beispiel, nur beträgt der Gesamtpott diesmal 300$. Sollten wir callen? Ja, denn 9/46 (19,6%) ist größer als 1:6 (16,7%).

Neben den Pot Odds gibt es sogenannte Implied Odds. Kann man damit rechnen, dass man nicht nur den im Pott befindlichen Betrag gewinnt, wenn man seine Hand trifft, sondern noch weitere Chips darüber hinaus, dann spricht man von Implied Odds.

Die Berechnung der exakten Wahrscheinlichkeiten, seine Hand nach dem Flop zu treffen, ist natürlich zu schwierig, um sie in Windeseile am Tisch vorzunehmen. Glücklicherweise gibt es eine Faustformel, die es einem erlaubt, eine gute Schätzung vorzunehmen: Gewinnwahrscheinlichkeit in % = 4 x Anzahl der Outs bei bis zu 8 Outs und Gewinnwahrscheinlichkeit in % = ((4 x Anzahl der Outs) – (Anzahl Outs – 8)) bei mehr Outs)

Beispiel:

Wir haltenstandard_herz_05standard_herz_06

und der Flop kommt standard_pik_03standard_herz_08standard_herz_13.

Unser Gegner zeigt uns standard_karo_01standard_karo_03 und geht all-in. Wir haben 9 Outs zum Flush. Nach unserer Faustformel beträgt unsere Gewinnwahrscheinlichkeit (4×9 – (9 – 8))% = 35%, ein Wert, der nur geringfügig vom echten Wert 35,76% abweicht.

Zum Abschluss eine Testfrage: Wie viele Outs kann man maximal haben? Antwort in weiß.

25. Hält man Ks Qs, der Gegner 2h 2d und das Bord liest sich Js Ts Tc 7d, dann helfen einem 8 Pik-Karten (die 2s nicht, da sie dem Gegner ein Full House geben würde) für den Flush, 3 Asse und 3 9en für die Straße, 3 Könige, 3 Damen und darüber hinaus 3 Buben und 2 7en.

MV


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Kommentare


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  • Axel Link
  • 01.12.06

Also ich finde folgenden Möglichkeiten wesentlich einfacher zur Berechnung (und sie weicht auch nicht wesentlich von den genauen Prozenten ab, max. 1 %):

Wahrscheinlichkeit nach dem Flop (Vor dem Turn): Outs x 4 (z. B. 4 Outs = 4×4 = 16%)

Wahrscheinlichkeit nach dem Turn (vor River): Outs x 2 + 2 (z. B. 4 Outs = 4×2 + 2 = 10%)

Pot Odds: (Wahrscheinlichkeit / 100) x Pott z. B.: 4 Outs vor Turn = 16% Pott = 200 $ -> 0,16×200 = 32 => Bis 32 $ sollte man mitgehen, wenn man mehr callen muss, sollte man folden


Fisch
  • Fisch
  • 16.04.07

dann rechne die wahrscheinlichkeit ma auf deine weise für 23 outs aus …


Fisch
  • Fisch
  • 03.07.07

... und du erzähl uns mal, was das für eine Konstellation sein soll mit 23 Outs? Ist doch rein spekulativ; selbst ein Straight-/Flush-Draw mit 2 Overcards kommt nur auf 21!!! Outs. In der Praxis sind doch Outs im Bereich von 8 bis max. 15 relevant. Daher finde ich Majors Methode sehr praktisch, wenn man im Live-Spiel schnell eine Entscheidung treffen muss. Ich komme damit ebenfalls gut zurecht!


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  • Mr.T
  • 25.06.09

Was ich an der Rechnerei vor dem Turn nicht verstehe ist, warum man von 2 zusätzlichen Karten ausgeht. Das Bezahlen nach dem Flop zeigt einem ja erstmal nur eine weitere Karte. Wenn der Draw dann nicht kommt wird der Spieler mit Top-Pair wieder einen Bet machen und man muss erneut über die Bücher. In meinen Augen sollte man in der Regel nach dem Flop vorsichtiger callen, zumindest einkalkulieren dass erneut bezahlt werden muss.