Abhandlung über Bluff und Semi-bluff
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- PokerOlymp, Mittwoch. 25. Oktober 2006
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- bluff, semi-bluff, strategie
Wenn man gerade angefangen hat Holdem zu spielen, trifft man immer wieder auf Spieler, die anscheinend nicht immer die Stärke ihrer Hände spielen, sondern mit schwachen Händen versuchen, ihre Gegner aus dem Spiel zu drücken und damit teilweise recht erfolgreich sind.
Sie starten einen so genannten Bluff oder auch Semi-bluff. Darauf wollen wir in dieser Abhandlung näher eingehen, wobei gilt, das sich die hier erwähnten Aussagen auf ein Limit Cash Game beziehen, und nicht für ein Turnier oder Pot bzw. No-limit Holdem gelten, den obwohl die Regeln für jede Variante fast gleich sind, gibt es für jede unterschiedliche Strategien. Ein Author, der sich tiefer gehend mit diesem Thema beschäftigt hat, ist David Sklansky, der sich in seinem Buch „Theory of Poker“ eingehend damit beschäftigt hat, und das empfehlenswert ist, wenn man mehr zu diesem Thema wissen und sein Spiel verbessern will.
Ein Bluff ist per Definition ein Spielzug, bei dem durch einen bet oder einem raise versucht wird, den Gegner aus dem Spiel zu drücken, obwohl man eine schlechtere Hand bzw. nichts auf der Hand hat. Wenn der Gegenspieler callt, hat man also das Spiel mit Sicherheit verloren.
Ein Semi-bluff unterscheidet sich von einem Bluff dadurch, dass man mehr Möglichkeiten hat, das Spiel trotz der schlechtern Hand zu gewinnen. Bei einem Bluff verliert man, wenn der Gegner callt. Bei einem Semi-Bluff besteht die Möglichkeit, dass man seine Hand verbessern kann und dadurch das Spiel gewinnt, oder es taucht auf dem Deck eine gefährliche Karte auf, die dem Gegner suggeriert, dass man eine starke Hand hat, z.B ein Flush draw und man nutzt diese Situatin aus, um den Gegner aus dem Spiel zu drücken.
Beispiele für einen Bluff:- Ein Bluff der immer wieder gespielt wird ist, wenn man am button sitzt und und einige tighte Spieler checken durch. Im Flop liegen keine draws und es ist eine starke Karte wie Ass oder König dabei z.B K83 rainbow. In dieser Situation kann es sehr gut sein, dass man alle zum Folden bringt, wenn man setzt und zwar egal, was man hat, da die die Gegner vermuten werden, dass man eventuell ein Paar KK hält und sich nicht auf einen call einlassen werden.
Bluffen nach dem Flop oder auch nach dem Turn ist üblich, wenn man in der late position sitzt. - Eine andere Bluffsituation ist, wenn das board lauter kleine Karten floppt und man ist einer der blinds.Wenn man jetzt setzt oder man check-raised einen Spieler, der in der late position sitzt ist, das ein gutes Beispiel für einen Bluff. Der Hintergrund ist, dass ein check-raise in der Regel nur mit einer starken Hand getätigt wird, und da der Flop schlecht war, ist davon auszugehen, dass die anderen Spieler sich mit dem Flop nicht verbessert haben. Die Chancen, dass man auf z.B ein set mit kleinen Karten eingeschätzt wird, stehen nicht schlecht. Selbiges gilt, wenn man check-raised, wenn nach dem turn auf dem board ein Paar erscheint. Niemand legt sich gern mit einem vermuteten Drilling an.
- Man ist im Preflop und hat z.B. 78s und der big blind raist und ist ein passabler tighter Spieler, so dass er wahrscheinlich AK oder besser hält. Der Flop bringt einen flush draw J high. Das ist die perfekte Situation für einen Semi bluff. Denn entweder folded der Gegner, wenn ich setze oder ich habe in den nächsten Runden immer noch die Möglichkeit meine Hand zu verbessern , sodass ich ihn schlagen kann.
Zu wissen, wann man bluffen kann, ist sehr wichtig. Es ist zwar ein schönes Gefühl wenn man einen Pott durch einen Bluff gewinnt aber man darf nicht übermütig werden, sonst besteht die Gefahr, dass man dadurch mehr verliert, als gewinnt. Deswegen sollte man folgende Ratschläge beachten:
Bluffs funktionieren am Besten, wenn man von seinem Gegner auf eine bestimmte Hand eingeschätzt wird. Dazu ist es aber notwendig, dass man sich vorher schon ein bestimmtes Image am Tisch aufgebaut hat.
Weiters gelingen sie gegen gute Spieler leichter als gegen schwache, die die anderen Risiken des Spiels noch nicht einschätzen können, und man sollte einen Bluff nur gegen einen Gegenspieler versuchen.
Am besten funktionieren Bluffs in späteren Setzrunden, da hier der Einsatz höher ist und das Spiel für den Gegner teuer wird, wenn er weitere Karten sehen will.
Vorsichtig sein sollte man mit einem Bluff, wenn der Pott groß ist und viele Leute noch im Pott sind. In dieser Situation sollte man die Finger davon lassen, da die Mitspieler unter diesen Umständen sich nicht aus dem Pott drängen lassen werden.
Das gelingen von Bluffs hängt im wesentlichen von drei Dingen ab. Von den Karten auf dem board, den Gegenspielern und dem Image, das man am Tisch hat. Wenn man laufend starke Karten zeigt, mit denen man gewonnen hat, ist es wesentlich leichter einen Bluff durchzubringen, da man sehr glaubwürdig ist, wenn raist oder check-raist.
Wenn man sich zu einem Bluff entschieden hat, darf man keine Schwäche zeigen und sollte ihn auch konsequent zu Ende spielen. Beispielsweise wenn man am Turn geblufft hat und der Gegner callt, ist es besser am River nochmals zu setzen. Die Chance, dass mein Gegner foldet, kostet noch einen bet und ich kann das Spiel noch gewinnen, aber wenn ich checke, habe ich das Spiel verloren.
Das bringt uns zu dem Thema, wie oft man Bluff als Spielzug einsetzen sollte. Nun man sollte diesen Spielzug beherrschen, aber er sollte kein wesentlicher Bestandteil der Strategie sein, schon gar nicht gegen schwache Spieler. Etwas anders sieht es mit einem semi-bluff aus. Dieser Spielzug kann durchaus öfters angewandt werden, da die Chancen zu gewinnen um einiges höher sind. Des Weiteren gilt, dass ein Bluff bei höheren Limits besser wirkt als bei Spielen mit einem sehr niedrigen Limit. Der Grund liegt auf der Hand. Die Spieler sind schlechter und leichtsinniger.
Kommen wir nun zu den Vorteilen eines Semi-Bluffs:
Wenn man auf den Turn einen flush draw raist und man bekommt ihn auf dem river, sind die Gegenspieler erst mal überrascht. Man hat sie verwirrt und Verwirrung bedeutet auf Dauer mehr Gewinn. Des Weiteren kann ein Semi-bluff eine kostenlose weitere Karte bedeuten, wenn man einen ängstlichen Gegenspieler hat, denn er wird in der nächsten Runde checken und man selbst kann dann überlegen, wie man weiter vorgeht.
Außerdem ist semibluffing ein geeignetes Mittel, jemanden die Initiative zu entreißen und das ist wichtig, denn wer die Initiative hat, kontrolliert den Pott.
Abschließend ist zu sagen, dass ein Spieler der den Bluff gelegentlich und den Semibluff geschickt einsetzt, mehr gewinnt als ein Spieler, der diese Spielzüge nicht beherrscht. Je weiter man in seiner Entwicklung als Spieler fortschreitet, umso effektiver wird man diese Spielzüge einsetzten können, da der Blick und das Verständnis für das Spiel, besser werden. Anfangs sollte man aber diese Spielzüge wirklich nur sporadisch einsetzen.
Im Übrigen muss es kein Nachteil sein, wenn man bei einem Bluff erwischt wird. Die Gegenspieler vermuten dann, dass man es immer wieder versucht und folgen dann bei den starken Händen, da sie einen immer wieder erwischen wollen. Im Idealfall werden sie zu calling stations und das ist das Beste, was einem passieren kann. Semibluffing hingegen ist ein Spielzug, der, wenn man ihn beherrscht, aus einem tighten Spieler, der nur nach seinem Buchwissen spielt, einen cleveren Spieler macht, der sich auch mit Profis messen kann.
Kommentare





















Dieser Artikel ist wirklich sehr hilfreich gewesen! Ich beherschte das Bluffen nicht so sehr bisher, aber ich denke, ich kann mich jetzt in diesem Spielzug weiter schulen und ihn mal öfter ausprobieren!