Pokerschule – Die größten Anfängerfehler, Teil 2, Plan vor dem Flop
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- Alexander Moro, Dienstag. 31. Januar 2012
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- strategie, preflop, poker-schule, plan-vor-dem-flop
Im ersten Teil unserer Pokerschule behandelten wir die größten Fehler, die Anfänger bei der Auswahl der Starthände begehen und wiesen dabei auf die drei wichtigsten Faktoren Qualität der Hände, Position und bisherige Aktionen hin. In der heutigen Fortsetzung knüpfen wir daran an und besprechen, wie man vor dem Flop einen vernünftigen Plan fasst, anstatt „nach Gefühl vorzugehen“.
Weitere Artikel der Serie
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Sehr wichtige Faktoren sind hierbei Initiative, Pot Odds bzw. Implied Odds und gegnerische Spektren. Beginnen wir mit der Initiative, die in vielen Händen den Ausschlag gibt. Anfänger begehen den Fehler, zu häufig bzw. überhaupt zu limpen, anstatt ihre Hand kraftvoll zu spielen und mit der Initiative eine zweite Gewinnmöglichkeit aufzubauen. Beim Poker geht es nämlich nicht darum, am Ende die beste Hand zu zeigen, sondern Pots zu gewinnen.
Wer immer nur limpt und callt, wird aber selten in den Genuss kommen, sich einen Pot zu schnappen, der niemandem gehört. Hintergrund ist wie so oft die Mathematik. Mit einer ungepaarten Hand trifft man auf dem Flop nur in ein knapp einem Drittel der Fälle ein Paar oder eine noch bessere Hand. Dies bedeutet, dass man mit einer solchen Hand zwar nur in jedem dritten Fall etwas trifft, aber auch, dass dies für den Gegner genauso gilt. In einem solchen Fall gewinnt meist der Spieler mit der Initiative, sprich derjenige, der setzt.
Nehmen wir folgendes Beispiel. Spieler A raist mit 
vom Cut-Off und Spieler B callt auf dem Button mit 
. Der Flop bringt 

, Spieler A setzt (Continuation Bet) und Spieler B foldet. Spieler A hat dank der Initiative einen Pot mit der schlechteren Hand gewonnen.
Doch nicht nur mangelnde Aggressivität bzw. Passivität gereichen Anfängern oft zum Nachteil, sie bezahlen vor dem Flop oft einen zu hohen Preis für ihre Hand. Das Konzept hierzu sind die Pot Odds bzw. Implied Odds, die ausdrücken, welchen Preis man im Verhältnis zum Pot bezahlen muss bzw. wie viel man noch gewinnen kann.
Nehmen wir folgendes Beispiel. No-Limit Hold’em, ein Sit ‘n Go, die Blinds betragen 50/100. Spieler A hat 1.800 Chips, Spieler B ebenfalls. Spieler A raist auf 300 und Spieler B callt mit 
. Das ist ein typischer Fehler, den Anfänger unaufhörlich begehen. Die Pot Odds sind zwar mit 450 (der Raise plus die Blinds) zu 300 (der Preis, den man bezahlen muss), also 1,5 zu 1 nicht besonders schlecht, aber es gibt einen anderen Grund, warum dieser Call schlecht ist.
Der Preis, um mit einem Paar Zweien diesen Raise zu callen, ist zu hoch, da man nach dem Flop nur mit einem Drilling (Set) die Hand fortsetzen kann. Die Wahrscheinlichkeit, ein Set zu treffen, beträgt aber gerade einmal 12 Prozent, also mehr als 7 zu 1 dagegen, d.h. man trifft nur jedes ca. achte Mal sein erhofftes Set. Schaut man sich nun die Stacks an, sieht man, dass Spieler A nur noch 1.500 Chips übrig hat, die man gewinnen kann.
Selbst wenn man davon ausgeht, dass Spieler A immer seinen gesamten Stack verliert, wenn Spieler B sein Set trifft, sieht die grob vereinfachte mathematische Bilanz negativ aus. Sieben Mal macht man 300 Chips Verlust und nur in einem von acht Fällen gewinnt man die 1.800 Chips des Gegners, d.h. man erzielt einen Gesamtverlust von 300 Chips.
Wie gesagt, diese Rechnung ist vereinfacht, aber auch günstiger als die Realität, da z.B. nicht berücksichtigt wurde, dass der Gegner ein besseres Set treffen kann, seine Verluste in Grenzen halten kann und dass ein Spieler in den Blinds All-In gehen und Spieler B aus der Hand verjagen kann.
Man kann jedem Anfänger, der das Konzept der Pot Odds bzw. Implied Odds (das hier nur grob skizziert werden kann) nicht verinnerlicht hat, nur empfehlen, sich dieses genau anzuschauen. Dazu gehört auch das Studium der Wahrscheinlichkeiten einzelner Hände.
Kommen wir zum Abschluss zu einem weiteren Dilemma, das bei Anfängern immer wieder auffällt. Entweder sie kümmern sich überhaupt nicht um die gegnerischen Hände oder sie begehen den Fehler, den oder die Gegner auf „eine konkrete Hand zu setzen“. Zwar gibt es einige wenige Fälle, in denen man sich recht sicher sein kann, dass ein Spieler eine bestimmte Hand hat, doch in der Regel geht es darum, gegnerische Spektren einzugrenzen.
Das erfordert Übung und ist auch sehr stark vom spezifischen Gegner abhängig, doch sollte man sich möglichst angewöhnen, erstens nicht nur die eigenen Karten zu berücksichtigen und zweitens tunlichst darauf zu verzichten, dem Gegner eine konkrete Hand zuzuweisen.
Ein typisches Beispiel für dieses Denken tritt auf, wenn ein Spieler vor dem Flop All-In geht. Viele Anfänger reduzieren das Spektrum dieses Spielers auf 
. Diese Hand gehört zweifellos dazu, doch je nach Turniersituation können sich auch viele andere Hände in dessen Spektrum befinden. Richtig gute Spieler können das gegnerische Spektrum nicht nur gut eingrenzen, sondern auch ihre Gewinnwahrscheinlichkeit dagegen recht genau bestimmen.
Wie gesagt, es ist wichtig, sich diese Art des Denkens anzugewöhnen, denn Poker ist keine Kaffeesatzleserei, sondern ein Sammeln von Informationen und Indizien.
Soviel für heute, in der nächsten Woche wenden wir uns dem Spiel auf dem Flop zu.
Kommentare






















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