Sit'n'Go Turniere
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- Martin Voigt, Samstag. 23. September 2006
Wer den richtigen Thrill im Poker sucht, der spielt Turniere.
Während man im Ringgame Orbit um Orbit um Orbit ohne direktes Ziel spielt, finde ich den Turniergedanken reizvoll. Es geht darum, 1. zu werden, ein Turnier zu gewinnen. Das ist für mich einfach spannender als mich an den Tisch zu setzen und ziellos vor mich hin zu spielen. Multitable-Turniere dauern aber leider relativ lange und halten selten große Erfolgserlebnisse wie einen Turniersieg bereit. Glücklicherweise gibt es One-Table-Turniere. SitnGos geben einem das Final Table-Feeling und die Glücksmomente, die in MTTs so rar sind.
SitnGos haben positive Eigenschaften. Ein Turnier hat eine überschaubare Dauer. Die Speeds bei Party Poker dauern im Schnitt 25 Minuten, zum Turniersieg sind es ca. 35 Minuten, bei den Regulars ist man durchschnittlich 45 Minuten dabei und 60 Minuten, sollte man das Turnier siegreich gestalten. Dazwischen liegen die Werte für die Turbos bei Pokerstars mit ca. 35 Minuten durchschnittlich bzw. 45 Minuten, falls man den Tisch als Gewinner verlässt. Als sehr angenehm empfinde ich es, dass andere Spieler nicht einfach weglaufen können. Im Ringgame kommt es vor, dass sich ein Tisch schnell leert und man sich auf die Suche nach einem neuen Tisch machen muss. Hat ein Turnier erst einmal begonnen, so muss man sich darüber keine Sorgen machen, die Fische bleiben, bis sie gebustet sind.
Der Spaß ist für mich größer, wenn das Spiel auf einen Höhepunkt zusteuert. Ein SitnGo erzählt eine Geschichte, hat eine Klimax. In dieser Geschichte, an der man mitschreibt, ist man um so erfolgreicher, je besser man sein Tun dem entsprechenden Stadium des Turniers anpasst. ATo ist nicht gleich ATo, es hängt davon ab, ob das Turnier beginnt und die Blinds klein sind oder ob sich das Turnier in der kritischen Phase mit hohen Blinds befindet. Man muss situationsbedingt in der Lage sein, sehr gute Karten wegzuschmeißen und mit grauenhaften Karten all-in zu gehen. Man muss sein Spiel innerhalb weniger Minuten von weak-tight zu loose-aggressive umstellen können. Und nur, wer bereit ist, dem Tod ins Auge zu blicken, kann am Ende erfolgreich sein.
In einem typischen One-Table-Turnier mit 10 Spielern wird man natürlich nicht immer 1., selbst wenn man der beste Spieler der Welt ist. Eine gute Platzverteilung ist z.B. 14% 1.Plätze, 11% 2. Plätze und 13% 3.Plätze, was in den normalen Limits (10+1$ bis 70+7$) einem ROI (Return on Investment) von 17,3% entspricht. Ein Spieler, der diese Platzverteilung erreicht und 30+3$-Turniere spielt, gewinnt also im Schnitt pro Turnier 5,70$. Da SitnGos sie eine verhältnismäßig geringe Varianz haben, eignen sie sich gut zum Aufbau einer Bankroll. Gerade für mathematisch orientierte Spieler bietet sich diese Turnier- und Pokerform an, da es teilweise möglich ist, Spielsituationen gegen Ende auszuanalysieren.
Appetit bekommen? PokerOlymp wünscht viel Spaß bei dieser aufregenden Turnierform.
MV
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