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PokerOlymp Spielerportrait: Freddy Deeb

Der kleine, freundliche Herr mit dem bunten Hemd sieht nicht unbedingt aus wie ein gefährlicher Gegner – doch lassen Sie sich von seinem Äußeren nicht täuschen! „Friendly Freddy“ gehört seit über drei Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Spielern in den USA. Um genau zu sein, hatte Kassem „Freddy“ Deeb nie einen anderen Job als das Pokerspielen.

Freddy Deeb wurde am 27. November 1955 in Beirut (Libanon) geboren. Schon in seiner frühen Jugend lernte er im Kreise seiner Familie das Pokerspiel und spielte bald darauf mit seinen Freunden um kleinere Einsätze.

Im Alter von 19 Jahren verließ er sein Heimatland in Richtung USA, um an der Utah State University Maschinenbau zu studieren. Zwei Jahre lang lief in Amerika alles nach Plan und er stand kurz vor Abschluss seines Studiums, als der Ausbruch des Bürgerkriegs im Libanon alles veränderte. Freddy verlor durch dieses Ereignis den Kontakt zu seinen Eltern – und damit gleichzeitig sein Einkommen, denn er war auf regelmäßige Unterhaltszahlungen aus der Heimat angewiesen. Der junge Libanese befand sich nun in einer fast ausweglosen Situation: Zum Fortführen des Studiums fehlten ihm nun die finanziellen Mittel und für einen Job die passende Arbeitserlaubnis, da Deeb nur in Besitz eines Studentenvisums war. Doch anstatt aufzugeben, kratzte er seine letzten Ersparnisse zusammen und zog nach Reno (Nevada), um dort mit Poker seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Angefangen hat er in den niedrigsten Limits, konnte sich aber Dank seiner Geduld und seines starken Willens immer weiter hocharbeiten.

Mittlerweile hat der Cashgame-Spezialist seinen Wohnort nach Las Vegas verlegt und ist Stammgast an den High-Stakes-Tischen im Bellagio. Seine Ausflüge dorthin bezeichnet Freddy selbst als „Investitionen“ – und liegt mit dieser Einschätzung mit Sicherheit nicht falsch. Sein Können in dieser Disziplin konnte der US-Libanese unter anderem bei der ersten Staffel von „High Stakes Poker“ unter Beweis stellen.

Doch auch seine Erfolge bei Turnieren sind nicht zu verachten. Sein erstes Preisgeld bei einem WSOP-Turnier gewann er 1990 bei einem $2,500 No-Limit Hold’em Event. Damals wurde er Zweiter und setzte sich am Finaltisch gegen so prominente Gegner wie den Vorjahressieger des Mainevents Phil Hellmuth Jr., David Sklansky und T.J. Cloutier durch. Für ein Bracelet reichte es damals zwar noch nicht, aber Freddy hatte allen gezeigt, dass man mit ihm rechnen musste.

Zahlreiche In-the-money-finishes und Turniersiege folgten, jedoch musste Freddy bis 1996 auf sein erstes Bracelet bei der World Series warten. Beim $5,000 Deuce-to-Seven Draw Event erreichte er dann endlich dieses lang ersehnte Ziel.

Zuletzt konnte der Pokerveteran mit dem Gewinn des $50,000 H.O.R.S.E World Championship bei der WSOP 2007 auf sich aufmerksam machen. Für seinen Sieg bekam er sein nunmehr zweites Bracelet und die stolze Summe von $2,276 832. Insgesamt betragen seine Turniergewinne $ 5,537 810 und damit platziert sich Deeb auf Rang 22 der All Time Money List weltweit (Stand: August 2007).

Der Erfolg bei einem H.O.R.S.E Event hat einmal mehr deutlich gemacht, dass Freddy ein Spieler ist, der jede Pokervariante beherrscht. Sein genereller Spielstil ist sehr tight, aber er behauptet von sich selbst, dass er sich ständig an die jeweilige Spielsituation anpasst und daher oft seinen Stil wechselt.

Ansonsten macht der Allrounder ausreichend Schlaf, Sport, gesundes Essen und viel Sex für seine Erfolge verantwortlich. Phil Ivey dürfte das allerdings ein wenig anders sehen. Beim WSOP Mainevent 2003 traf dieser in einer entscheidenden Hand auf den erfahrenen Libanesen. Der Youngster wähnte sich schon klar im Vorteil, als er auf dem Flop Drilling 7 traf – doch der Turn brachte seinem Gegner den dritten König, damit das bessere Set und einen großen Haufen Chips. „Must be the shirt“, so Ivey in Anspielung auf Freddys farbenfrohe, grob gemusterte Hemd. Kein Wunder also, dass der kleine Mann aus Las Vegas heute kaum noch ohne seine „lucky shirts“ am Pokertisch Platz nimmt.

Für den Fall, dass Sie für die nächste Las Vegas Reise einen Abstecher an die High-Stakes-Tische im Bellagio geplant haben, seien Sie auf der Hut! Ihr kleingewachsener Tischnachbar mit dem ausgefallenen Modegeschmack ist nicht Hollywoodlegende Danny DeVito auf Vergnügungstour, sondern es ist einer der besten Cashgame-Spezialisten der USA bei seiner Arbeit. Wir haben Sie also gewarnt…

Sebastian Huppertz

WSOP Statistik



Cashes: 23
Finaltables: 14
Bracelets: 2

WPT Statistik



Cashes: 6
Finaltables: 3
Titel: 1

Kommentare


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der werthan
  • der werthan
  • 20.08.07

irgendwie erinnter er mich ständig an Danny DeVito


Martin  Silon
  • Martin Silon
  • 20.08.07

same here hehehe:=)