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Poker unter Palmen - Teil 3: Absturz in der Soi 6

Die Walkingstreet erinnerte mich entfernt an die Reeperbahn, weil es überall bunt flackerte und blinkte. Statt der finsteren Türsteher lockten uns attraktive Mädchen in eine der zahlreichen Tanzschuppen, den so genannten Agogos. Carl kannte sich natürlich aus und wir gingen in einen neuen Laden, wo sich auf diversen Bühnen Tänzerinnen zur Musik bewegten.

Wir setzen uns direkt an die Bühne und bestellten uns Fassbier. Die Damen hatten nur weiße Stiefel und sehr kurze, ebenso weiße Röckchen an. Mein freundliches Lächeln animierte eine der Damen, sich vor mich hinzuhocken. Unter dem Röckchen lachte mich der blanke Bär an. Hier war ich richtig!

Plötzlich hörte ich die Anfangsmusik von “Starwars” und „Röckchen“ verließ die Bühne. Carl beugte sich zu mir „They have the best show of Pattaya. Let’s order two more beer“ Zwei attraktive Mädchen im Evakostüm erkletterten die Bühne und fingen an sich abzuseifen.

Der nächste Programmpunkt war noch besser: Es kamen zwei weitere Tänzerinnen auf die Bühne, die eine im durchsichtigen Seidennachthemd, die andere im Lederdress. Das Ganze zur Musik der deutschen Gruppe Ramstein („mein Herz brennt“) .

So langsam reichte es mir, hier nur den Sehmann zu machen, und ich wollte endlich zur Tat schreiten: Ich war ja nicht zum Vergnügen hier…

„No problem“ meinte Carl “Let’s drive to Soi 6.” Mit dem nächsten Mopedtaxi ging es durch die tropische Nacht. Die folgenden Stunden sollten mir noch lange in Erinnerung bleiben…

Carl und ich wankten die Soi6 – von Kennern auch Doppeldrei genannt – herunter. Doppeldrei deswegen, weil man es als expat tunlichst vermeidet, in Gegenwart der Frau Thaigemahlin das Wort Soi 6 auszusprechen. Die Thaifrauen gelten als chronisch eifersüchtig. Bei den vielen „Gelegenheiten“ in Pattaya kein Wunder.

Die Soi6 ist quasi die Walkingstreet im Bonsaiformat. Rechts und links stehen viele Damen, die Anmache ist allerdings noch einen ganzen Zacken schärfer als bei den normalen Bars. Teilweise stellten sich die Damen auch in den Weg oder haken sich unter.

Als erstes suchten wir Carls Stammbar, die legendäre Kingkongbar auf. Ich brauchte erstmal einige Zeit, um mich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Aus den Tiefen der Bar kamen zwei Damen auf uns zu, die deutlich älter waren als die Hüpfer in der Agogo. Nach dem obligatorischen vorstellen „my name is“, „where you come from“, „how long you stay in Thailand“ ging es gleich zur Sache.

Trotz des hohen Alkoholpegels (wir waren mittlerweile auf Cola-Whisky umgestiegen) war das hier nicht so ganz mein Fall. Ich wollte ein wenig mehr Niveau, auch wenn mir das jetzt keiner glaubt, und war auch bereit, dafür etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Ich verabschiedete mich von Carl, um in einer anderen Bar mein Glück zu versuchen. Aufs Geratewohl klapperte ich die Bars ab. Im Gegensatz zu Deutschland blieb ich nicht lang allein. Mmhh ok, ich war ja auch im Puff, aber was solls. Leider liefen die „Bewerbungsgespräche“ durchweg unerfreulich ab. Irgendetwas hatte ich immer auszusetzen: Zu alt, Titten zu klein, Tattoos mit „I love Bob“.

In jeder Bar trank ich mir mit ein bis zwei Black Coke die Frauen immer schöner bis ich kaum noch geradeaus gucken konnte. Ich war grade am Überlegen, ob ich nicht noch mal Carl nach Tips fragen sollte, wie man in Thailand eine Frau findet, da sah ich sie:

Groß, lange, schlanke Beine und ein knappes Top, in dass zwei wunderschöne große Brüste gezwängt waren. „Hello darling, where you go“ fragte sie mich und hakte sich auch gleich unter. „Do you like something to drink?“ fragte ich sie ganz gentlemen. „Sure“ antwortete sie mit einem so süßen Lächeln, das mir ganz warm wurde. Nach wenigen Minuten war mir klar, die wollte ich und sonst keine. Wir wurden uns recht schnell handelseinig und ich zahlte an der Bar die Auslöse von umgerechnet 10 Euro. Meine Herzdame hieß Nok (auf deutsch Vogel), war zwar schon 27, aber hatte noch keine Kinder, wie die ganzen anderen Frauen mit denen ich gesprochen hatte. Die Oberweite war Silikon, wie sie reumütig zugab. Na ja wenigstens war sie ehrlich.

Bei mir im condo angekommen schickte ich sie erstmal unter die Dusche. In ein Handtuch gewickelt kam Nok, mein Vögelchen zurück und machte erstmal das Licht aus.

Ich war jetzt auch richtig heiss und wollte sie erstmal aus dem Handtuch wickeln. „Sorry, I cannot sleep with you I can only give blowjob“! „Wie bitte, was war das denn auf einmal?“ Beherzt griff ich unter das Handtuch….Schlagartig war ich nüchtern! Erst war ich fassungslos, dann fing ich an zu schreien „You are a man?“ „ Why you not tell me?” „Are you crazy?“ “ I am not man, I am ladyman.” Verdammt, ich hatte einen dieser Kathoeys erwischt, vor denen mich alle gewarnt hatten. Und ich dachte, mir passiert das garantiert nicht.

Noch unter Schock und um Nok schnell wieder los zu werden, gab ich ihr, ich meine ihm, den vereinbarten Preis und setze ihn vor die Tür.

Gleich am ersten Abend voll reingefallen. Wie peinlich! Wie gut, dass das nie jemand erfahren sollte…

In Teil 4 könnt Ihr über meinen beginnenden Poker-Alltag in Thailand lesen.


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