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Rolf Slotboom - Das Portrait

Rolf “Ace” Slotboom fand es an der Zeit, eine neue Karriere zu beginnen. Im Januar 1998 quittierte er seinen Job im Concord Card Casino und ging daran, seinen wahren Traum zu verwirklichen. Professioneller Pokerspieler wollte er werden. Auf jegliche Sicherheit verzichten, zu einer Zeit als er noch wenige Spieler gab, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten konnten. Mit eisernem Willen, Entschlossenheit und Disziplin verfolgte er sein Ziel.

Erst auf den kleinen Limits bei Stud und Hold’em und dann arbeitete sich Rolf „Ace“ Slotboom langsame in die mittleren Limits hinauf. Zurückgekehrt in seine Heimatstadt Amsterdam war er dann bereit für die High Limit Omaha Potlimit Games. Trotz der unglaublich harten Konkurrenz (Rob Hollink, Ed de Haas, Marcel Luske und auch viele deutsche und dänische Spieler), schaffte er es über drei Jahre hinweg, der größte Sieger in dieser Partie zu sein. Aber irgendwann war es dann leider vorbei mit dem Spiel in Amsterdam. Rolf widmete seine Aufmerksamkeit nun vermehrt dem Online-Gaming und war sehr erfolgreich bei den mittleren PLO Spielen (Blinds $5-10 bis $25-50). Gleichzeitig verbesserte er aber auch seine Qualitäten als No Limit Hold’em Spieler.

Eigentlich ist Rolf der klassische Cash Game Spieler, aber auch seine Turnierresultate waren ausgezeichnet. Besonders wenn man bedenkt, dass er nur an wenigen Events teilgenommen hat.. Zu Beginn seiner Karriere wurde er einmal Zweiter und einmal Fünfter hintereinander bei den Master Classics, zweimal bei der selben Variante – Stud/Hold’em Mix. Während er in Wien lebte, konzentrierte er sich zwei Monate lang nur auf die lokalen Turniere. Das Buy-In war eher nieder (€ 50), rund 50 Teilnehmer, und er schaffte es tatsächlich, 11 von 47 gespielten Turnieren zu gewinnen – inklusive dem ersten Potnopine Hold’em Event, welches Rolf selbst kreiert hatte. Nach diesen beiden Monaten spielte er über drei Jahre kein einziges Turnier, kehrte aber Ende 2005 in die Turnierszene zurück. Er gewann das Holland Casino Poker Championship und wurde somit der erste Holländische Champion.

Auch im nächsten Jahr schaffte er es ins Finale, verlor aber seinen Titel an Steven ten Cate. Kurze Zeit später gewann Rolf eines der seltenen PLO Turniere in den Niederlanden und wurde Zehnter beim Pot Limit Omaha World Championship bei der WCOOP (er schied mit A-A double-suited gegen den Chipleader aus, der ebenfalls A-A double suited hielt). Seine Serie endete, als er Fünfter beim Main Event der Master Classics 2006 wurde. Mit ein wenig Glück erreichte Rolf den Final Table, wurde aber mit einem grausamen Bad Beat schließlich eliminiert. Mit 30 % aller Gesamtchips verlor er mit AK gegen AK, ausgerechnet gegen jenen Spieler, der mehr Chips als er hatte – Alex Jalali, der später das Turnier gewann). Aber es war Rolfs erster Gewinn von über $100,000 und das überzeugte ihn auch, sein Glück bei der World Series of Poker 2007 zu versuchen. Derzeit hält er bei drei Cashouts bei 13 gespielten Events.

Aber Rolf ist eigentlich für seine Aktivitäten abseits des grünen Filzes weit mehr bekannt. Im Jahr 2000 wurde er der erste europäische Kolumnist beim Poker Digest Magazin, einige Jahres später startete er seine Strategie-Kolumne “Ace Speaks” bei CardPlayer. 2005 wurde er Bürochef von CardPlayer Europe und begann auch, zu den europäischen Turnieren zu reisen und auf Poker Pages über alle wichtigen Live-Events zu berichten.

2006 erschienen seine ersten beiden Bücher “Hold’em on the come” und “Secrets of Professional Pot Limit Omaha”. Beide Bücher verkauften sich gut und speziell das Omaha Buch gewährt einen tiefen Einblick in die Art und Weise, wie derzeit das Spiel gespielt wird. (Es wurde auch auf Schwedisch und Deutsch übersetzt). Rolf hat auch eine DVD-Serie mit 4 DVD’s herausgebracht. Dabei geht es um Limit und No Limit Hold’em. Der Titel ist “Rolf Slotbloom’s Winning Plays”. Rolf wurde auch der niederländische Kommentator für alle Pokerübertragungen auf Eurosport. Ebenso ist er der erste Holländer, der eine tägliche Pokerkolumne in einer (kostenlosen) holländischen Tageszeitung bekommen hat. Eine Auswahl aus dieser Kolumne gibt es in Rolf’s neuem Buch “Poker(f)ace”, welches im Oktober 2007 erscheinen wird.


Kommentare


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Thomas Brackland
  • Thomas Brackland
  • 05.07.07

Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn von Rolf Slotboom!!!

Eine kleine Geschichte von mir über Rolf.

Sint Maarten Dezember 2006. 500k Sint Maarten Open. Nachdem es mich am Vortag im letzten Spiel des Tages im Main Event mit A+A gegen Q+T zerissen hat,lol, lag ich mit meinem mitgereisten Bekannten am Pool des Sonesta. Mein Bekannter sagte schau,”DER APFEL”, so nannte er Rolf,geht rüber… In wenigen Minuten ging der zweite Tag los.

Rolf geht angespannt,man kann eigentlich gar nicht sagen, das er geht.Sein Geist befindet sich wahrscheinlich schon im Casino.Ich glaube,sein Körper versucht da gerade irgendwie hinterher zu kommen.Sein Balast ist ca. 1 Tonne Adrenalin,1 grüner frischer Apfel,und 1 grünes TIC TAG.

Ich sage zum Lothar(meinem Bekannten),unser Turnier geht gleich weiter,wir werden ihm zuschauen…..

Am Tisch später, eine 1 Mann Show von Rolf. Immer in Bewegung am Tisch.Beschwörend einwirkend auf die Karten.Und seine benötigen River kommen dann auch wirklich…. Nun fängt Rolf an Türme zu bauen,nebendran der Apfel,und oben steht die TICK TAG Dose.Kein Spieler lacht oder beschwert sich,das Rolf keine kleinen Chip mehr abgibt.Die braucht er ja zum Türme bauen.

Leider ist er dann nicht an den Final-Tisch gekommen.Aber jedes Turnier, wo Rolf dabei ist,ist auf jeden Fall eine Bereicherung. Immer freundlich,und sehr unterhaltsam.Fachlich top. Ein wirklich kompakter Poker Spieler.

Eine Bereicherung für das Pokerolymp Team.

LG, PrettyJack


Fisch
  • Fisch
  • 13.07.07

Wo kann man die deutschen Übersetzungen seiner Bücher kaufen?