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Von Superrechnern und Pokerbots

In diesen Tagen sorgt ein Computer Names Watson für Aufsehen. Der nach dem Assistenten von Sherlock Holmes benannte Superrechner bestreitet gerade im US-Fernsehen ein ausführliches Jeopardy Match gegen die beiden besten menschlichen Kandidaten, die die Show je zu bieten hatte. Aktuell sieht es aus, als würde die Maschine gewinnen. Die letzte und entscheidende Folge wird heute Abend ausgestrahlt.

Was hat das mit Poker zu tun?

Immer wieder wird diskutiert, ob Computer bzw. Bots jemals in der Lage sein werden, Menschen beim Pokern zu schlagen. Watson wird diese Frage nicht beantworten können – egal ob er nun gewinnt oder nicht. Denn auch wenn seine Leistung beeindruckend ist, ist er am Ende nichts weiter als eine extrem schnelle und sehr komplexe Suchmaschine. Dennoch wird uns wie schon 1997, als Garri Kasparov gegen Deep Blue verlor, wieder vor Augen geführt, das Computer zu Leistungen fähig sind, die wir Ihnen einige Jahre zuvor niemals zugetraut hätten.

TexasHoldEmHU Pokerbot für Casinos
(Quelle: Slotmachinesforum.com)

Schon heute stehen erste Pokercomputer z.B. im Bellagio und treten im Heads-Up Limit Poker gegen zahlende Gäste an – ganz ohne Rake. Das Casino vertraut dem Computer, dass er zuverlässig Gewinne einfährt. Die ersten Heads-Up Experten, die sich dieser Herrausforderung stellten, haben bereits geurteilt: Das Teil spielt saustark und unbedarfte Casinobesucher dürften kaum eine Chance haben.

Bisher heißt es noch, dass ein großes Problem der Bots das Betsizing beim No-Limit Poker sei. Damit wären wir wieder bei Watson, der bei Jeopardy bereits eine Art von Betsizing demonstriert hat. Beim sogenannten Daily Double durfte er einen beliebigen Betrag setzen, den er je nachdem, ob er die folgende Frage beantworten könne, verlieren oder verdoppeln würde. Seine “Bet” von $6435 war unkonventionell und provozierte sogar Gelächter beim Publikum, doch am Ende der gestrigen Sendung lag Watson mit $35.754 klar in Führung vor seinen menschlichen Kontrahenten mit $10.000 bzw. $4.800.

Auch wenn Watson in der letzten Folge noch verlieren sollte, ist eines ziemlich klar: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sein Nachfolger dann den endgültigen Sieg im Jeopardy einfährt. Ebenso klar erscheint dann auch, dass es nur eine Frage der Zeit sein kann, bis Pokerbots in beliebigen Pokervarianten mit den besten Spielern mithalten können.

Watson Watson und seine Kontrahenten
(Quelle: Spiegel Online)


Einen ausführlichen Beitrag zu Pokerbots gibt es auf PokerOlymp zu finden.


Kommentare


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  • Cherrit
  • 16.02.11

Na ja … wir wissen, daß Poker genauso wie Schach ein sehr komplexes Spiel ist – allerdings “liegen” beim Schach, außer des Gegners Strategie, alle Fakten auf dem Tisch. Hinzu kommen dann noch die teilw. höchst anspruchsvollen Anpassungen und nicht zuletzt auch die Varianz … Die Frage ist auch, ob er gegen einen guten Spieler, der in einem Match Tracking-Software verwenden darf, jemals besser sein kann als sein Programmierer ?!?

C.


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  • zawi
  • 16.02.11

Am Anfang habens die Schachcomputer ausgelacht – heute ist der Weltmeister über jedes Remis hocherfreut und vorm Endspiel wird sowieso abgebrochen (die Maschine würde gern weiterspielen)

Ich find die Entwicklung der Bots positiv weil das 08-15-HM-Multitable-Dodl Spiel immer weniger ertragreich wird.


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  • Nick Name
  • 17.02.11

Im Zusammenhang mit diesem Artikel halte ich eine Wiederholung meines vorausschaunden Kommentars vom 26.10.10 für angemessen.

Es ist nur eine Frage der Zeit bis intelligente Computerprogramme den Menschen schlagen werden. Komplexe Fragen wie: der Pot ist x gross ich habe auf dem Turn einen Openender lohnt es sich im Durchschnitt gegen 3 Leute eine Bet von x zu callen ? – sind wie gemacht für ein Programm; jeder der in dieser Situation eine andere Entscheidung trifft wird dann auf Dauer Verlust machen.

Auch im no limit hu sehe ich die Zukunft pessimistisch, man muss der Software beibringen den Spilstil seines Gegners zu analysieren – ist der andere ne aggro Type die grundsätzlich nach jedem Flopp erst mal potsize bettet ? oder der schüchterne Typ der checkt wenn er nicht getroffen hat ? Man kann (beinahe) jede menschliche Entscheidungsfindung in Algorythmen packen. Wie an anderer Stelle bereits erwähnt gebe ich dem Onlinepokern vielleicht noch 30 Jahren bis es sich finanziell nicht mehr lohnen kann es zu spielen (eben wegen der Bots und Programme).

http://www.pokerolymp.com/articles/s...r+uns