Die Nostalgie-Ecke: Die fünf (und ein wenig mehr) Stufen einer Pokerkarriere
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- Tommy Angelo, Donnerstag. 03. Februar 2011
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Erinnern Sie sich an Ihre Anfänge beim Poker? Entweder noch nicht volljährig oder halbwegs legal probierten Sie etwas ganz Neues zum ersten Mal aus, in der verzweifelten Hoffnung, etwas Geld auf die Seite zu bringen.
Aber das genügt völlig, um meine Forschungsgeschichte zu beschreiben.
Es war lange, bevor ihr kunstlederner Schreibtischstuhl für 50 Dollar seinen Charme entwickelte. Zu einer Zeit, als sie noch mehr echte als „Internet-Freunde“ hatten. Es war auch, bevor ihre Pokerspielstärke sich reziprok zu ihrem allgemeinen Gesundheits- und Fitnesszustand verhielt.
Ja, damals.
Ich lade Sie ein, Haltung anzunehmen und mit mir eine kleine unangenehme Reise in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ihrer Pokerkarriere anzutreten. Diese beginnt mit …
1.Die erste Einzahlung
Im Ernst, wer dachte an den Film „Rounders“, als er seine erste Einzahlung tätigte? Aufgrund einer der kleinen Schwächen, die dazu führt, Artikel im Internet zu schreiben, kann ich alle ihre Antworten sehen bzw. hören. Ich gehe allerdings davon aus, dass wir bereits einen gemeinsamen Seufzer der Einvernehmlichkeit hinter uns haben.
Mit mehr Ehrgeiz als Hitler beschlossen sie, die Pokerwelt mit ihren irrwitzigen und unerkannten Pokerfähigkeiten zu erobern. Nicht einmal das gesetzliche Mindestalter konnte sie stoppen.
Die erste Einzahlung war eine unvergleichlich aufregende und lebensverändernde Erfahrung für uns alle. Ich bin sicher, Sie fragten sich, wie alles gekommen wäre, wenn Sie nie 50 Dollar auf PartyPoker eingezahlt hätten. Vermutlich nicht viel anders, aber wir dürfen alle träumen. Wie auch immer, sie hätten jedenfalls nicht das Vergnügen gehabt, ...
2. Der Verlust der ersten Einzahlung
Verdammt.
Wie konnte es passieren, dass Sie nach einem Plus von 14 $ pro Stunde nach 318 Händen alles verloren haben. Es lief doch glänzend.
2a. Sie schworen, nie wieder Internetpoker zu spielen.
“Ja, das ist es. Ich lösche PartyPoker komplett von meinem Computer.“ (Und das PartyPoker-Logo auf Desktop wandert per Drag and Drop im Papierkorb.)
Für die meisten von uns dauerte dieser Zeitraum maximal ein paar Wochen. Das Problem bestand darin, dass sie ihren Traum einfach nicht begraben konnten, ihre Gegner mit absurden All-Ins auf dem Flop zu überrennen, ganz zu schweigen von den brillanten Limps mit Assen in UTG.
Gedanken an diese hinterhältigen und meisterhaften Spielzüge keimten auf, bis zu ihrem…
3. Das erste Comeback
Nachdem sie eine absolut legale Ausgabe von Doyle Brunsons SuperSystem überflogen haben, starten sie ihr Comeback.
Leider haben sie nach einem zwischenzeitlichen zweiwöchigen Lauf weitere 50 $ verloren. Tut mir Leid, Doyle, aber ich bezweifle, dass JTs so unbesiegbar ist, wie du behauptest. Doch der Samen der Degeneriertheit ist gesät.
Metaphorisch gesprochen haben sie die Tüte mit den Nachos geöffnet und auf halber Strecke aufgehört. Nur weil die Salsa-Soße fehlte, lassen sie sich aber nicht aufhalten von …
4. Das nächste Comeback (mit mehr Ernsthaftigkeit)
Sie können sich nicht verkneifen, sich mehr und mehr mit Poker zu beschäftigen, bis sie ein mentales Wrack sind (oder noch mehr als zuvor). Unzählige Stunden haben sie damit verbracht, in den 2+2-Foren zu surfen. Sie fangen an, mehr Bücher bei Amazon zu kaufen, als in ihrem ganzen Leben zuvor. 2 Uhr morgens heißt nun „früher Abend“.
Sie müssen auch nicht mehr erst die Tür schließen, bevor sie etwas bei Google recherchieren. Okay, genauso wenig wie vorher.
Ich bin sicher, wir alle denken bei diesem Super-Comeback an Stallones Trainingscamp in Rocky IV. Allerdings glaube ich nicht, dass Szenen mit jemandem, der krumm in seinem Schreibtischstuhl hängt und von Subway-Verpackungen umrahmt wird, mit „Hearts on Fire“ im Hintergrund so geil wirken würden.
Dennoch. Unterm Stich ist ihr Poker deutlich besser geworden, auch wenn alles andere in Ihrem Leben sich rückläufig entwickelt hat. Fairerweise muss man jedoch sagen, dass dies eine beeindruckende Entwicklung ist, wenn man es vom Standpunkt des Arbeitsaufwands und des Engagements betrachtet.
5.+ Die Plackerei
Nun haben sie ihre Bestimmung gefunden, was nichts anderes ist als ein Euphemismus für das Erreichen eines „bestimmten Lebensstandards“.
Der Traum von Champagner, Hummer und Cirque du Soleil hat sich in Red Bull, japanische Nudelsuppe und Xbox verwandelt.
Die Tatsache, dass das Innere ihrer Maus nun mehr Staub enthält als eine Urne verursacht ein etwas ärgerliches Problem. Die Buchstaben auf ihrer Tastatur „p“, „m“ und „/“ funktionieren nicht mehr, aber das ist nicht schlimm, da sie diese nicht brauchen, um „wtf“, „fish“, „blonde“ oder „hardcore“ einzugeben.
Ihr Internet-Pseudonym ist bekannter als ihr echter Name und wenn sie einen Screenshot von der Anzahl ihrer Beiträge bei 2+2 machen würden, kämen sie auf die Idee, diesen an ihren Kühlschrank zu hängen.
Glückwunsch, nun sind sie ein Regular.
Abschließende Gedanken
Danke, dass sie mir auf dem unbequemen Weg in die Vergangenheit gefolgt sind. Ich hoffe, der längere Schlenker über die Allee der Enttäuschung hat ihnen nichts ausgemacht.
Keine Sorge, sie sind nur noch eine PokerStars Sunday Million vom Ruhm entfernt.
Jetzt allerdings muss ich mich verabschieden. Ich glaube, einiges aus meiner Forschungsgeschichte muss ich entfernen.
Kommentare























“Mit mehr Ehrgeiz als Hitler beschlossen sie, die Pokerwelt mit ihren irrwitzigen und unerkannten Pokerfähigkeiten zu eroberngeil..”
mhh kenn ich irgendwo her…
Egal was Tommy Angelo schreibt, ich find’s eigentlich immer gut. Es steckt meist viel Wahrheit drin und ist mindestens zum Schmunzeln. Auf meiner persönlichen Coolness-Skala kommt der gleich hinter Peter Zwegat und Dr. Bob
Jep, sehr schöner Artikel. Auf den Punkt und funny.
Allein der Hitler-Vergleich hätte nicht sein müssen.
Stimmt, Adolf zu erwähnen ist nämlich immer böse…
Hitler/Nazi-Vergleiche sind in den USA ein beliebter Spaß.
Ein lustiges Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=N4...#t=04
In Deutschland durften bisher nur Kabarettisten ihre Späße mit Hitler machen.
Ach, was alle immer mit Addi haben… @Don stimmt nicht, auch Kabarettisten kriegen meist Ärger, wenn sie solche Witze reißen… Verücktes Deutschland! ;)
@topic Super Text und mal wieder was um mir ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, siehe da:
;)