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Bibidels Einsichten von Soraya Homam
Soraya Homam

Arbeit am Fundament

Sind Pokerspieler Extremsportler, die ständig am Limit leben und handeln? Gemäß A. H. Maslow (Wikipedia) können die wichtigsten menschlichen Bedürfnisse in Pyramidenform dargestellt werden. Das Fundament der Pyramide ist dabei unerlässlich für den Aufbau der nächsthöheren Stufe, diese wieder für den Aufbau der darauffolgenden etc. bis zur Spitze.

Die unterste Schicht, die Basis, bilden die sogenannten Grundbedürfnisse wie etwa Essen, Trinken und Schlafen. Auf der nächsten Ebene ist das Bedürfnis nach finanzieller und materieller Sicherheit angesiedelt, gefolgt von den Ebenen „Soziale Bedürfnisse“ (Gruppenzugehörigkeit, Liebe, Freundschaft), „ICH-Bedürfnisse“ (Anerkennung, Geltung) und „Selbstverwirklichung“ an der Spitze.

Wie ist das aber nun bei einem Pokerspieler? Spielt er/sie nicht permanent um die finanzielle Sicherheit und gefährdet damit die Basis der Bedürfnispyramide?

Auf den ersten Blick mag das so aussehen und für manchen Laien oder Spielabhängigen ist dieses Grundproblem wohl schon zum Spiel um die eigene Existenz geworden.

Poker als Beruf

Das Abschätzen von Risiken und Wahrscheinlichkeiten ist jedoch das tägliche Brot des langfristig erfolgreichen Spielers. Er/sie kalkuliert nicht nur das Potenzial einer Hand, sondern auch ihren Einfluss auf den Verlauf eines Spiels, oder sogar eines ganzen Turniers. Gleichzeitig behält er/sie dabei die möglichen Folgen für die eigene finanzielle Absicherung im Blick.

Kaum eine andere Tätigkeit erfordert so viel Planung, auch auf lange Sicht, wie das Leben als Pokerspieler. Auch die Wahrscheinlichkeitsrechnung und die Taktik, zwei der Steckenpferde, die für den Pokerspieler unerlässlich sind, arbeiten nicht nur für den Augenblick, sondern stützen sich immer auf vergangene und vorhandene Daten, um Zukünftiges abschätzen und ihm adäquat begegnen zu können.

Auch wenn das Pokern vom Risiko geprägt zu sein scheint, arbeitet der Verstand des Pokerspielers permanent daran, Ungewissheiten zu vermeiden und Sicherheit ins Spiel zu bringen. Je besser die eigenen Fähigkeiten diesbezüglich ausgebildet sind, desto geringer ist das Risiko, das man eingeht.

Ob es wohl für den perfekten Pokerspieler gar kein Risiko mehr gäbe? Wir werden es wohl nie erfahren.

Ihre Soraya Homam


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Kommentare


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  • Sky
  • 30.07.10

Mal davon abgesehen, dass man fast alles in Pyramiden, Bezugssystemen und Zuordnungsmengen darstellen kann, also im Bild bleibend: In D zumindest gefährdet niemand durch Poker seine Grundbedürfnisse, der Sozialstaat schützt den Honk, dieser darf in jedem Fall Sozialhilfeprofi bleiben.

Poker ist nur für sehr wenige Spieler bestimmende Einnahmequelle, oft auch nicht direkt, also übers Nettocash am Tisch oder Preisgelder. Für die allermeisten wäre es “Selbstverwirklichung”.

Lustigerweise ist Poker üblicherweise – im Unterschied bspw. zu Backgammon oder Schach – kein Nullsummenspiel, sondern wg. Rake für die Spieler (nicht für die Veranstalter) ein Minusspiel. Wir erinnern uns: Üblicherweise sind Kooperationen Plusspiele, also wenn oder weil Mehrwehrt generiert wird und Werte geschaffen werden.

Man konsumiert also in der Regel Poker. Jedenfalls der Durchschnittsspieler (den es natürlich nicht gibt, harhar).

Sky