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Der Wechsel von Hold’em zu Omaha

Spieler, die von Hold’em zu Omaha wechseln, haben häufig größere Probleme in Bereichen wie der Auswahl der Hände und der Einschätzung der durchschnittlichen Stärke bestimmter Hände, da sie nun nicht mehr zwei, sondern vier Karten haben. Einer der wichtigsten Faktoren, der Omaha von Hold’em unterscheidet, ist die Anzahl der Kombinationen, die einem Spieler zur Verfügung steht.

Während ein Hold’em-Spieler wie erwähnt zwei Karten bekommt, erhält man bei Omaha vier. Zwar wurde die Anzahl der Karten nur verdoppelt, doch die Anzahl der Handkombinationen wird versechsfacht, wodurch Omaha Anfängern sehr kompliziert erscheint. Für den ambitionierten Omaha-Eleven ist dies aber natürlich großartig, da jeder, der sich die Zeit nimmt, diese Pokervariante zu meistern, gegenüber seinen Kontrahenten einen klaren Vorteil haben wird.

Betrachten wir jede Karte einzeln und bezeichnen sie mit A, B, C und D, erkennen wir, warum eine Omaha-Hand sechs Kombinationsmöglichkeiten hat. Diese sind AB, AC, AD, BC, BD und CD, während es bei Hold’em schlicht nur AB gibt. Es ist daher kein Wunder, dass sich viele Spieler schwer tun, die mit Omaha beginnen. Dieser Umstand zeigt zudem einen sehr wichtigen Gesichtspunkt dieser Variante, der darin besteht, dass Position noch deutlich wichtiger als bei Hold’em ist.

Pokerblatt

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich behaupte mit Sicherheit nicht, dass Position bei Hold’em nicht wichtig sei. Doch wenn Sie bei Omaha eine Hand ohne Position spielen, sind Sie mit viel mehr Handkombinationen konfrontiert. Schauen wir uns die Konsequenzen an einem vollbesetzten Tisch an, wenn Sie bei Hold’em und Omaha eine Hand in erster Position spielen. Bei Hold’em sind Sie nach einer Beteiligung am Pot mit acht Händen, sprich genau acht Handkombinationen konfrontiert, die noch mitspielen können.

Bei Omaha aber entsprechen diese acht Hände nicht weniger als enormen 48 Handkombinationen, die nach Ihnen noch an der Reihe sind. Bei Hold’em befinden sich zwischen Ihnen in erster Position und dem Button sechs Spieler, die Position auf Sie haben, aber auch nur sechs verschiedene Handkombinationen halten. Diese sechs Spieler stellen bei Omaha eine weit größere Bedrohung dar, da nicht weniger als 36 Handkombinationen folgen, die nach dem Flop Position auf Sie haben.

Diese Erkenntnis reicht schon aus, um den großen Unterschied im Positionsspiel bei diesen beiden Varianten zu begreifen und damit auch den großen Nachteil, den man bei Omaha ohne Position hat.

Der erhebliche Anstieg der Handkombinationen bedeutet auch, dass die durchschnittliche Qualität der Gewinnerhand deutlich ansteigt. Bei Hold’em ist ein Paar Asse weiterhin eine gute Hand und Hände wie Two Pair oder Trips sind für Value Bets in mehreren Setzrunden nach dem Flop gut. Bei Omaha jedoch sind Hände wie ein Paar Asse oder Two Pair in Pots mit mehreren Spielern recht schwach, vielmehr hält deutlich öfter ein Spieler die absoluten Nuts.

Omaha an vollbesetzten Tischen kann bisweilen fast ein “Nuts-Festival“ sein und dies gilt besonders in Pots mit mehreren Spielern. Aus diesem Grund bevorzugen Profis und ernsthafte Omaha-Spieler Shorthanded-Tische, weil man dafür mehr Können und Gefühl braucht. Ich persönlich habe in Internet-Omaha-Partien mit Blinds von 200 $ und 400 $ gespielt, an denen einige sehr gute, aggressive Spieler teilnahmen. Beim Shorthanded ist es leichter, aggressiv zu sein, und das gilt auch für Omaha.

Ein weiterer wichtiger Unterschied von Omaha zu Hold’em ist die größere Varianz. Es gibt nur wenige Starthände, bei denen ein Spieler einen klaren Vorteil gegen einen anderen hat. Die kleineren Unterschiede zwischen den Starthänden haben zur Folge, dass es bei Omaha wesentlich mehr Action gibt und die Pots im Schnitt größer sind. Obwohl größere Pots zu potentiell größeren Gewinnen der besseren Spieler führen, steigt auch die Volatilität. Genau damit haben viele Omaha-Anfänger sehr oft zu kämpfen.

Mein Ratschlag lautet, Omaha auch dann zu lernen, wenn es sich nicht zu Ihrer Lieblingsvariante entwickelt. Die Beherrschung anderer Pokervarianten verbessert auf jeden Fall ihr allgemeines Spielverständnis und es gibt viele Konzepte und Strategien, die Sie als erfahrener Hold’em-Spieler bei Omaha wirksam einsetzen können.


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Kommentare


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  • 0maha noob
  • 23.04.10

Danke! Sehr guter artikel für omaha-einsteiger.


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  • badbeatomaha
  • 23.04.10

Die Tipps mögen für Omaha 200/400 vielleicht wertvoll sein, für umsteigende Anfänger sind sie jedoch relativ wertlos. Auf den unteren Limits ist Omaha ein nahezu reines Postflopspiel: Das heißt, sich mit chancenreichen Starthänden (double suited Connectors, hohe Paare mit Flush- und Straightpotenzial, etc.) möglichst billig Flops anzuschauen, auf die Textur des Boards achten und nur Hände, die sehr starke Madehands sind und Draws, die viele Outs haben die Nuts zu werden, weiterspielen (second nuts sind bei Omaha oft der Untergang).


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  • chosen one
  • 23.04.10

welche tipps? er erklärt die grundlegenden unterschiede von omaha und hold em… wenn das jemand auf 200/400 noch nicht gepeilt hat dann bitte sag mir den tisch wo ich den finden kann…


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  • Tomstar
  • 23.04.10

@ badbeatomaha

glaube mir. Auch wenn in den höheren Limits etwas mehr preflop-action ist. Das was Du sagst, das Omaha ein nahezu reines Postflopspiel ist, gilt auch für die höheren Limits. Ich persönlich spiele sehr viel 10/10 € live in Casinos Omaha dementsprechend denke ich nicht das ich gerade ein Pro bin aber es doch passabel spiele. Dort sitzen auch ab und an mal Spieler wie Eddy Scharf, Marco Meloni etc….

Das Spiel an sich verändert sich in den höheren Limits nicht unbedingt!

Es hat nur Pre-Flop mehr Action. Ist aber Trotzdem ein Postflopspiel