Auf der Couch – Poker und Psychoanalyse
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- Rudolf Schramm, Donnerstag. 11. Februar 2010
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- poker, psychoanalyse
Wie noch vor Karneval bekannt wurde, ist in die Praxisräume eines namhaften Psychoanalytikers in Las Vegas eingebrochen worden, zu dessen Patienten eine Reihe weltbekannter Pokerspieler gehören.
Die Couch des Seelenklempners
(Name ist der Red. bekannt)
Die Akten des Seelenarztes wurden einer lokalen Zeitung zugespielt, die jetzt pikante Details über diese Poker-Superstars und ihre bislang unbekannten Macken veröffentlichte. Hier ein Auszug aus den gestohlenen Aufzeichnungen:
Mike Matusow: Wird angetrieben durch stark ausgeprägte masochistische Impulse, die umso zwingender werden, je mehr bunte Chips vor ihm auf dem Tisch liegen. Der sich dabei aufbauende Emotionsstau wird erst durch den so genannten „Matusow Blowup“ aufgelöst, d.h. wenn alle seine Chips im Besitz eines anderen Spielers gelandet sind.
Daniel Negreanu: Er wurde in seiner Kindheit wegen auffällig kleiner Genitalien gehänselt. Nun versucht er seit Jahren zu beweisen, dass man – zumindest im Poker – auch mit Smallball erfolgreich sein kann.
Barry Greenstein: Unheilbares Helfersyndrom, gepaart mit uneigennützigem Missionierungsdrang. Er verliert bei Turnieren gerne mutwillig, um sein Buch verschenken zu können und so seine Poker-Weltsicht unter die Leute zu bringen.
Scotty Nguyen: Erfolgreich vom Tourette-Syndrom geheilt. Wo immer er heute „Baby“ sagt, sagte er früher „Asshole“.
Jennifer Harman: Leidet unter ihrem mangelnden Mut zum Risiko. Schon als Kind fuhr sie nur mit Fahrrädern, die an den Seiten Stützräder hatten. Bezeichnenderweise ist sie Expertin für die Texas Hold’em Fixed Limit-Variante. Ihre wahre Mutprobe legte sie nicht am Pokertisch, sondern im Leben ab: sie heiratete einen italienischen Friseur!
Chris Ferguson: Ein lupenreines Fallbeispiel für den Ödipus-Komplex. Versucht durch das Durchschneiden von Karotten mittels Spielkarten den Vater zu entmannen. Bei seiner großen Leidenschaft, dem Tanzen, hält er fiktiv immer seine Mutter im Arm, die er so dem Zugriff seines Vaters entzieht.
Gus Hansen: Das psychologische Phänomen, dass Liebesentzug gesteigerte Aggressionen erzeugt, wird bei ihm sozusagen reziprok wirksam – das Übermaß an Liebesbezeugungen von Seiten weiblicher Fans überfordert sein diesbezügliches Leistungsvermögen. Die so aufgestaute Frustration wird in Aggression umgewandelt, die sich regelmäßig an diversen Pokertischen entlädt.
Phil Hellmuth: Der einzige, der (obwohl oder weil mit einer Psychiaterin verheiratet) ohne jegliche psychopathogene Auffälligkeit ist. Er verhält sich genau so, wie alle Pokerspieler es täten, wenn sie sich denn trauen würden.
Kommentare























Tut mir Leid. In keinster Weise witzig und amüsant. Lieber löschen bevor es wieder Flames hagelt. Ansatz bzw. Idee ist sogar ganz lustig, aber die Umsetzung katastrophal.
Ich fands lustig; aber mein Humor ist glaube ich nicht massentauglich…
sorry, total daneben. nicht mal im entfernten ansatz witzig und das sind echt die schlimmsten: würde gern, kann´s aber nicht! herr schramm, setzen! sechs.
ach, und … ich finde weisshaar könnte hier wunderbar einige zeilen vom stapel lassen. w wie weisshaar oder w wie weisheit mit dem löffel verschluckt. spiele mit dem gedanken weisshaar zum ultimativen “poker playa des jahres” zu wählen ohne ihn jemals spielen gesehen zu haben. mir reichen seine profunden, tiefsinnigen, literarisch wertvollen, didaktisch präzisen, penibel recherchierten, intellektuellen aussagen zum thema online player. wow, ich bin immer noch ganz benebelt. weisshaar, please! be my mentor und ich verneige mein haupt vor dir. wir alle sind unwürdig, nicht elementar vor deiner göttlichen poker gabe!
Genial, ich glaub ist wohl allen bewusst das es n fake ist, denoch genial.
wow, das ich diesen Tag noch erleben sollte. bin mal der Meinung wie die meisten hier. Abgesehen davon, dass ich an der Echtheit zweifele, finde ich es überhaupt nicht lustig. Selbst, wenn es wahr wäre, kann ich das Leid anderer nicht mit Schadenfreude unterstützen. Jeder Mensch hat auf irgendeine Weise Stärken und Schwächen. Ich finde es absolut daneben sich über die Schwächen anderer lustig zu machen oder diese gegen den Willen der Personen zu veröffentlichen. Die oben genannten Personen sind sehr gute Pokerspieler, belassen wir es doch dabei.
Der wahre Psychoanalytiker erkennt in dem Text eine große Portion an Neid, Mißgunst oder Frustration. Sich über andere derart lustig zu machen, und nun nicht soo schwer. Die Idee ist gar nicht so schlecht. Aber eher zu oberflächlich behandelt.
Die Couch von S. Freud sollte hier eher nicht abgebildet werden. Das dortige Geschehen war/ist dann doch etwas sehr viel tiefsinniger.
die sache mit dem tourettesyndrom und den genitalien find ich geschmacklos
die amerikaner gehen zum psychlogen wie wir deutschen zum hausarzt. ich würde nicht wollen, dass meine krankenakten veröffentlicht werden!
lustig ist das allemal nicht und sich darüber lustig zu machen auch nicht.
zum anderen darf bezweifelt werden, dass die informationen der wahrheit entsprechen. kein psychologe würde psychische unzulänglichkeiten anhand des pokerspiels definieren.
würde die überschrifft “spielweisen psychologisch betrachtet” lauten, könnte man das noch humorvoll betrachten…
also die leute, die hier zweifeln ob das gefaked oder echt ist, sollten selber mal nen psycho-doc aufsuchen. manche kapieren wirklich nada und dann aber beschweren.
Die Deutschen lachen halt nicht gern.
Mein Gott Leute, geht ihr alle zum Lachen in den Keller? So einen Beitrag am schmotzigen Donnerstag zu veröffentlichen, finde ich alles andere als geschmacklos sondern vielmehr karnevalistisch wertvoll.
@ Redaktion: Macht weiter so; denen, denen es nicht gefällt, können ja zur Konkurrenz gehen. Wir leben hier alle schließlich in einem freien Land!