Bevor die Bubble platzt
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- Scotty Nguyen, Mittwoch. 03. Februar 2010
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Neben jemand wie Phil Ivey, der den unfassbaren Rekord hält, in 65 Prozent der Fälle, bei denen er ins Preisgeld kommt, auch den Finaltisch zu erreichen (bei WPT-Turnieren ist die Quote sogar noch besser), gibt es Spieler, die mehr als 50mal ins Preisgeld, aber nie an den Finaltisch kamen. Der Grund hängt vor allem mit dem Spiel auf der Bubble zusammen. Das Spiel auf der Bubble ist entscheidend für Ihren Stil und kann Ihre Gewinnquote als MTT-Spieler maßgeblich beeinflussen.
Um auf der Bubble richtig zu spielen, müssen Sie sich auf die Psychologie Ihrer Partie und Ihres Tisches konzentrieren. Spieler, die ins Geld kommen und ihr Startgeld zurück haben wollen, schaffen es selten an den Finaltisch, sofern nicht ausgesprochen günstige Karten kommen. Spieler, die auf der Bubble aggressiv sind, halten diese Phase eines Turniers für die optimale, um sich über die anderen herzumachen. Während sich die aggressiven Spieler erbarmungslos mit den zuvor erwähnten „Preisgeld-Spielern“ anlegen, häufen sie entweder riesige Berge von Chips an oder scheiden beim Versuch aus. Indem Sie die Psychologie der Ziele anderer Spieler auf der Bubble verstehen lernen, tun Sie den ersten Schritt, diese auszunutzen.
Der Buy-In-Bandit: Es ist leicht, die Spieler am Tisch auszumachen, die nach so langer Spielzeit vor allem nicht mit leeren Händen nach Hause gehen wollen. Sie haben einen durchschnittlichen bis leicht unterdurchschnittlichen Stack und werfen ständig einen nervösen Blick auf die Anzeigetafel, weil sie noch 50 Plätze vom Preisgeld entfernt sind. Oft fragen sie den Turnierleiter, wie viele Spieler noch ausscheiden müssen, bis die Bubble geplatzt ist. Sie machen völlig dicht und können kaum akzeptieren, dass sie vor ihrem Fold Karten bekommen. Diese Spielertypen sollten Sie angreifen, angreifen, angreifen und ihnen schonungslos die Blinds stehlen. Außerdem sollten Sie jede Bet eines solchen Spielers, mit der er seinen Stack intakt halten will, mit einem Reraise angreifen. Sie wollen diese Spieler permanent unter Druck setzen, weil sie dann alles außer Assen, Königen, Damen und vielleicht Buben folden.
Allerdings raisen solche Spieler mit einem durchschnittlichen bis kleinen Stack kaum Hände, mit denen sie nicht auch zu einem All-In bereit sind. Kommt ein Raise aus früher Position oder der Spieler investiert 10 bis 15 Prozent seines Stacks, ist er vermutlich zum All-In bereit und Sie müssen auf die Bremse treten und auf eine bessere Gelegenheit für einen Angriff warten.
Der Short-Stack: Gegen Short-Stacks müssen Sie genauso spielen wie sonst und eine gute Hand für eine Konfrontation haben. Startet ein solcher Spieler einen Angriff, wissen Sie, dass er Pot-Committed ist, und brauchen eine entsprechende Hand. Im umgekehrten Fall – wenn der Spieler in den Blinds ist und seine Bereitschaft zum Fold schon mehrfach gezeigt hat – hängt alles davon ab, welchen Anteil der Blind von dessen Stack ausmacht. In einer Situation, in der dieser Spieler mit beliebigen Karten All-In gehen muss, brauchen Sie eine gute Hand. Hat er jedoch genügend Chips, um nach einem Raise zu folden, müssen Sie die Situation abschätzen und entsprechend vorgehen.
Der Big-Stack: Dieser Spieler hat viele Chips und wird deshalb vermutlich auf dieselbe Weise wie Sie versuchen, den Tisch zu kontrollieren. Da er wahrnimmt, dass Sie dasselbe wie er tun, wird er sehr bemüht sein, Ihnen aus dem Weg zu gehen. Sind Sie bei ihm nicht sonderlich aggressiv, wie es das ungeschriebene Gesetz besagt, dass man seine Konfrontationen mit dem Big-Stack stark beschränken sollte, lässt er einen aggressiven Spieler wie Sie vermutlich auch eher in Ruhe. Ich halte mich an einige Regeln. Es ist alles in Ordnung, außer, er greift permanent Ihren Big Blind an. Das können Sie ein oder zwei Hände lang, in denen Sie nichts haben, zulassen, aber wenn es zuviel wird, müssen Sie ihm zeigen, dass er sich mit dem falschen Spieler anlegt. Scheuen Sie sich nicht, zurückzuschlagen und ein wenig Druck auf ihn auszuüben. Vermutlich steckt er zurück und lässt Sie auch in den weiteren Runden vor der Bubble in Ruhe. Da er an einem Tisch voller ängstlicher Spieler sitzt, die ins Geld wollen, ist das Letzte, was er will, seinen Stack gegen einen Spieler wie Sie aufs Spiel zu setzen. Stellen Sie fest, dass der Big-Stack permanent die Blinds der tighten Buy-In-Banditen angreift, können Sie in Position gelegentlich einen Angriff gegen ihn starten. Vermutlich will er nur die Blinds stehlen und Sie müssen ihn zwingen, diese mit Ihnen zu „teilen.“
Der Schadensbegrenzer: Als Schadensbegrenzer bezeichne ich einen Spieler, der zuvor als Buy-In-Bandit ins Preisgeld schlittern wollte und nun feststellt, dass er zu viele Runden lang keinen Pot mehr gewonnen hat. Nun rechnet er nach und merkt, dass er nicht mehr genügend Chips hat, um die letzten 1 bis 3 Runden Bubble-Phase zu überstehen. Spielen Sie gegen Schadensbegrenzer sehr vorsichtig. Haben Sie öfter beobachtet, wie ein solcher Spieler in Position All-In geht, wollen Sie zuallerletzt mit einer mittelmäßigen Hand einen Call auf Basis der Pot Odds machen müssen. Zum einen wird Ihr Stack bei einem Verlust ausgedünnt und zum zweiten zeigen Sie dem restlichen Tisch, dass Sie mit marginalen Händen spielen. Dies kann dazu führen, dass Sie bei Ihren Steals mehr Reraises bekommen und mehr Widerstand erfahren.
Entscheidend bei diesem Thema ist, dass Sie auf der Bubble immer so spielen sollten, als ob es darum ginge, entweder den Finaltisch zu erreichen oder auszuscheiden, Baby! Vieles von Ihrer Strategie in der Bubble-Phase hängt von den Denkprozessen Ihrer Gegner ab. Wenn Sie die Psychologie der Bubble-Phase beherrschen, werden Sie vermutlich eher den Finaltisch erreichen als nur Ihr Startgeld zurück gewinnen.
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Kommentare














Meine eigenen Statistiken können das aggressive Bubble+Bluff+LAG Spiel leider nicht bestätigen, außer dass sie die Varianz erhöhen.
Die sicherste Methode mit vernünftigem Stack ist nun mal ein paar Runden auszusetzen bis der FT erreicht ist. Das Turnier entscheidet sich ohnehin erst später mit dem ensprechenden Kartenglück, da macht es relativ wenig Unterschied ob ich 50% oder 70% vom Average hab, umsomehr wenn schon soviel Dead Money im Pot liegt.
Respekt vor Scotty, aber ich glaub dieser Artikel bezieht sich mehr auf die ganz großen Turniere wo mehr furchtsame Buy-In Banditen am Tisch sitzen.
ist wohl so …..bei kleinen buy ins ist die Furcht bei Null