Lohnt sich die Lektüre von Pokerbüchern?
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- Carl Sampson, Samstag. 16. Januar 2010
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- pokerbücher, sampson
Letzte Woche fragte mich jemand nach dem Wert von Pokerbüchern. Insbesondere ging es dem Fragensteller darum, ob es sich in den Zeiten der Pokerschulen im Internet noch lohne, ein solches Buch zu lesen. Keine Ahnung, ob dies nur auf mich zutrifft, aber ich habe es immer vorgezogen, ein Buch in den Händen zu halten und dabei meine Füße hochzulegen.
Das ist aber noch nicht alles. Ich glaube nämlich, dass es nicht viele Bücher auf dem Markt gibt, die ihren Zweck besser erfüllen als die Pokerschulen im Netz. Viele Bücher sind von Spielern verfasst, die kaum oder gar keine Interneterfahrung haben und die Spezifika des Internetpoker gar nicht berücksichtigen. Das Problem ist jedoch, dass das Internet in der Regel genau das Umfeld ist, in dem das Wissen angewendet werden soll, und viele Ratschläge deshalb nur teilweise oder gar nicht stimmen.
Zwischen Live- und Internetpoker bestehen riesige Unterschiede und das gilt nicht nur für Anfänger. Es gibt einige sehr gute Pokerbücher und es wäre ungerecht, alle über einen Kamm zu scheren. Zuletzt haben einige starke, junge Internetprofis ein paar sehr gute Bücher herausgebracht und wenn bestimmte Spieler über Pokerbücher im Allgemeinen herziehen, haben sie offensichtlich die falschen gelesen.
Die älteren Pokerbücher können meiner Meinung allerdings nur noch als Einführung dienen und vielleicht aus einem Anfänger einen mittelmäßigen Spieler machen. Als ich zu pokern anfing, gab es außer Büchern keine Möglichkeit zur Verbesserung der Spielstärke, und als ich 2002 die Profikarriere einschlug, hatte ich ein Niveau, mit dem ich heute – acht Jahre später – allenfalls als mittelmäßiger Spieler gelten könnte.
Das ist ein klares Zeichen, dass die älteren Büchern in der Welt des modernen Online-Poker nicht mehr viel ausrichten können, sofern Sie nicht gerade auf den niedrigsten Limits spielen und keinerlei Aufstiegsambitionen hegen. In diesem Umfeld können Sie kompletten Anfängern, die keine Ahnung haben und nicht besser werden wollen, Geld abnehmen.
Als Fazit lässt sich also sagen, dass es einige gute Bücher gibt, ich damit aber die Bücher meine, die in jüngster Zeit erschienen sind.
Kommentare

















Der Nutzwert dieses Artikels ist auch unter dem Mikroskop nicht auffindbar.
seh ich genauso..wie wäre es mit einer nennung der empfehlenswerten bücher???
Mir haben Pokerbücher sehr geholfen mein Spiel zu verbessern. Oft entdeckt man aber erst nach dem 2. oder 3. Durchgang die ganzen Feinheiten, wo einem vorher nicht aufgefallen wären. Ich hab zwar noch nicht alle meine Pokerbücher gelesen, doch das was ich bisher aufgeschnapt habe war sehr interessant und informativ! Ich werde das aber demnächst noch nachholen. Es ist doch auch nicht schlecht, wenn man durch verschiedene Bücher seinen eigenen Spielstil entwickelt.
Dazu gibt es Online ja auch gute Poker-Schulen und man kann auch nach einer Partie die gespielten Hände analysieren, was ich auch öfters mache. Und durch das Spielen selbst lernt man natürlich auch recht viel.
Pokerpartien im Fernsehr schau ich einfach nur zur Unterhaltung an, weil die ganzen Pros auf einer anderen Ebene spielen, wo viele Spielzüge auf den kleinen Limits überhaupt nicht funktionieren würden, da sich viele Neulinge von Händen ungern trennen und alles auch lange von den Pros vorbereitet wurde. Dazu wird auch vieles im Fernsehr zurecht geschnitten (abgesehen von Poker After Dark, wo man fast jede Hand sieht!). Kein Mensch möchte sehen wie jemand 5 Hände nacheinander foldet.
PS.: Es gibt sicherlich sehr viele gute Bücher. Es kommt aber ja auch ganz drauf an bei was man sich noch verbessern muss und auf was für einem Niveau man sich befindet. Für Neulinge kann ich aber z.B. das Buch von Phil Gordon empfehlen (Die besten Pokertipps für Einsteiger). Es ist einfach und verständlich geschrieben und man findet sich auch schnell zurecht!
zuersteinmal muss ich carl widersprechen, dass pokerbücher in erster linie beim onlinepoker anwendung finden sollen.
die klassiker von brunsen über harringten bis sklansky beziehen sich überhaupt nicht auf onlinepoker. teilweise sogar auf 7card, was in deutschen casinos so gut wie gar nicht meht gespielt wird.
einige beziehen sich auf holdem und differenzieren zwischen turnier und cashgame. allerdings hat sich das spiel in den letzten jahren sehr verändert.
jedoch werden die basics in manchen büchern gut vermittelt. zu nennen wären “Harrington on Holdem” und die bücher von sklansky die sehr mathematisch sind.
wer diese bücher gelesen hat, kann zwar noch lange nicht gut pokern, jedoch vermitteln sie ein gutes grundwissen fürs livepokern.
highstakes und poker after dark sind bildungsfernsehen pur. wenn man versteht welche gedankengänge in manchen spielern vorgehen. allerdings sollte man dem körner ab und zu den saft abdrehen…
live spielen lernen muss man am tisch. denn die psychologie des pokerns ist erfahrungssache.
oder wie berry greenstein kürzlich sagte: math is idiotic…
du musst den artikel besser lesen er sagt das die meisten bücher nicht fürs online spielen gelten
@ finnela
Und Du musst ab und zu mal ein Komma oder Punkt setzen, damit man weiß, was Du uns mitteilen möchtest.
Gleiches Spiel, gleiche Regeln, gleiche Mathematik, aber plötzlich ist alles neu und man muss sich unbedingt alle neue Bücher kaufen.
Jedem das Seine, ich find es besser mein eigenes Spiel zu analysieren, meinen Stil zu finden, und nicht alle Monate was neues ausprobieren.
Natürlich, wenn jemand einen neuen Move entwickelt, sauber mit Mathematik und Statistiken untermauert, jahrelang erfolgreich erprobt, und die Internetcommunity auch nach 5 Jahren noch enthusiastisch über dieses Meisterwerk spricht, dann würde ich mir das auch gratis im Netz durchlesen, wenn ich in 5 Jahren mit meinem Spiel noch unzufrieden bin.
Hallo Carl !
Super Artikel. Weiter so …..
PS: Vielleicht nächster Artikel ” Mit 7 2 UTG find ich nicht so toll ”
@finnela, ich weiss schon was ich schreibe und mit dem lesen klappts noch.
zitat carl: “Das Problem ist jedoch, dass das Internet in der Regel genau das Umfeld ist, in dem das Wissen angewendet werden soll, und viele Ratschläge deshalb nur teilweise oder gar nicht stimmen.”
zitatmyself:”zuersteinmal muss ich carl widersprechen, dass pokerbücher in erster linie beim onlinepoker anwendung finden sollen.”
Die Frage kann doch nicht lauten “sind Pokerbücher sinnvoll”, das steht ausser Frage, sondern “welche Pokerbücher sind sinnvoll”. Harrington oder Slansky sind für mich unverzichtbare Pflichtlektüre, allein der darin perfekt beschriebene mathematische Background ist entscheidend für erfolgreiches “long term” Pokerspiel. Jeder der behauptet dass Harrington nicht mehr zeitgemäß ist, soll mir bitte seine 4 WSOP Main Event Final tables erklären – dieser Stil ist zeitlos, zeitlos erfolgreich.
Sicherlich erlebt das Spiel einen Wandel, loose agressive Spieler erobern die Pokerszene im Sturm nur um….. wieder schön abzukacken. Basis jedes Stils sollte ein grundsolides Spiel sein, nur darauf kann man aufbauen und seinen eigenen, erfolgreichen, neuen Stil entwickeln.
Den soliden Basisstil kann man meiner Meinung nach am besten mittels den alten Schinken von Harrington, Slansky, Brunson erlernen…
So long, KIT
@ Kit: Volle Zustimmung!
Was mich allerdings an Sklanskys Büchern oft stört, daß man selbst die Unterscheidung treffen muß, ob sich die erklärten Dinge – wie so oft – nur auf LH beziehen, oder auch auf NLH anwendbar sind; das ist eigentlich nicht mehr zeitgemäß und erklärt sich aus den Zeiten in denen hauptsächlich LH gespielt wurde. Dennoch, für ein gutes Basisverständnis ist auch die Lektüre dieser Bücher nahezu obligatorisch.
C.