Turnierpoker ist nicht mein Ding, ich spiel ja auch kein Lotto
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- villains_hero, Mittwoch. 16. Dezember 2009
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Längst nicht so überflutet mit Touristen ist Galway, wie ich das von vergangenen Besuchen im Sommer in Erinnerung hatte. Im Dezember sei es immer sehr ruhig, erklärte mir gleich nach der Ankunft Desmond, der Taxifahrer. Desmond, das sei angemerkt, ist nicht irgendein Taxifahrer, sondern wahrscheinlich der einzige der Welt, der schon in den zweiten Satz des Gesprächs mit seinem Fahrgast den Begriff „pittoresk“ einbaut. So nämlich, sagt er, sehe Connemaras Landschaft mit all ihren Farbschattierungen im Dezember aus, was das Jahresende aus seiner Sicht zur besten Zeit macht, die Halbinsel zu besuchen.
Ob das stimmt, habe ich noch nicht überprüfen können, denn die Zeit für Ausflüge war aus naheliegenden Gründen begrenzt bislang, mal abgesehen von einigen Spaziergängen entlang der Bucht und durch die City. Zumindest der Umstand, dass sich abseits der Ferienzeit wenige Touristen nach Galway verirren, bestätigt sich im sehr ordentlichen Radisson-Hotel. Solche Gäste wie die aus der Pokerkarawane haben sie hier wahrscheinlich nicht oft, und schon gar nicht so viele davon. Die Schlange von Nerds vor der Rezeption am ersten Turniertag war ein amüsanter Anblick.
Selten habe er den Feierabend so herbeigesehnt wie heute, raunte mir mein Lieblingsrezeptionsmensch zu, während er zwischen hunderten Check-Ins den vor dem Hotel-Eingang in Brand geratenen Aschenbecher löschte. Nicht nur die Rezeptionisten mussten sich umstellen, auch die Reinigungskolonne dürfte ihre Schichten verschoben haben angesichts all der Nachteulen, die vier Tage lang das Hotel bevölkern und mehrheitlich die Türen zu ihren Zimmern bis in den späten Mittag mit „Do not disturb“-Schildern pflastern.
Eine wunderbare Stadt und einen adäquaten Austragungsort hat sich Pokerstars für das erste Turnier der neu ins Leben gerufenen UKIPT ausgesucht. Und alle Beteiligten geben sich Mühe, das Turnier zu einer runden Sache zu machen. Eine Schar von Helfern steht bereit, alle Fragen zu beantworten und im Zweifel auch Bad-Beat-Geschichten klaglos zu ertragen. Die Resonanz seitens der Spieler belohnt sie dafür nicht.
Bis zu 400 hätten im üppig dimensionierten Turniersaal mitspielen können, aber letztlich waren es nur 270 Spieler, die sich vom knapp 500.000 Euro schweren Preiskuchen ein Stück abschneiden wollten. Etwas enttäuscht seien die Pokerstars-Leute, heißt es. Trotzdem spiegelt die angenehme Atmosphäre an den Tischen die liebevolle Organisation, was auch mit dem Umstand zusammenhängen mag, dass der Ire als solcher gerne Geschichten erzählt. Einen einzigen der vielen mir am Tisch begegneten Kontrahenten habe ich in der „Unsympath“-Schublade einsortiert, und das war einer der wenigen Deutschen im Feld.
Namen kann ich weder in dieser Hinsicht nennen noch in sportlicher. Wer genaues wissen will über den Turnierverlauf, dem sei das lesenswerte Galway-Blog von Pokerstars empfohlen. Allein schon, weil ich mich in der irisch-britischen Turnierszene noch schlechter auskenne als in der deutschen, lasse ich nur ein paar Anmerkungen zu meinem Turnierverlauf folgen.
Turnierpoker ist nicht mein Ding, ich spiel ja auch kein Lotto. Zwar nehme ich amüsiert zur Kenntnis, dass mich die Turnierseite pokerprolabs als Spitzenkönner und Fünf-Sterne-Ass führt, aber ich weiß es trotzdem besser. Theoretisch bin ich zwar vor allem dank der phantastischen Theorie-Serie „Things it took me a while to learn“ von Tony Dunst wahrscheinlich ok, Highstakes-Turniere spiele ich nachweislich profitabel, und vor der Galway-Reise hatte ich mich obendrein zu ein paar Trainingssessions am ICM-Rechner gezwungen, um mein Shortstack-Spiel zumindest halbwegs dem eines Fünf-Sterne-Asses würdig zu machen. Aber speziell mit effektiven Stacks von 20 bis 40 BB fühle ich mich am Tisch trotzdem nicht komfortabel. Mein Timing ist suboptimal, mal stelle ich es zu leicht rein, mal bin ich zu weak. Ist wahrscheinlich Übungssache, aber diese Übung fehlt mir nun einmal als Cashgame-Spieler, der aufblüht, je tiefer es wird.
Dass ich mit kleineren Stacks kein gutes Timing habe, hat mir Galway einmal mehr schmerzlich bestätigt. Einmal hab ich preflop TT sehr tight gefoldet in einem Spot, über den ich im Nachhinein denke, dass ich den Stack in die Mitte hätte stellen sollen. Und einmal durfte ich nach einer 4bet mit Q2s mit ansehen, wie mein Gegner 5bet-shovt, musste folden und hatte auf diese Weise knapp ein Viertel meines Stacks versenkt.
Tief war es zu Beginn in Galway, stundenlang sogar, und damit stand die Strategie fest. Mancher Turnierexperte empfiehlt ja, zu Beginn die Arschbacken zusammenzukneifen, tight zu spielen, und das auf diese Weise aufgebaute Image später auszunutzen. Ich mache es eigentlich immer andersherum in der Annahme, dass mein Edge über einen Tisch voller Turnierspieler größer ist, je tiefer die Stacks sind. So bin ich auch dieses Turnier angegangen und habe in den ersten vier, fünf Levels wahrscheinlich einen VP$IP von deutlich über 30 gehabt in dem Bemühen, jeden marginalen Spot mitzunehmen und nach Möglichkeit postflop so viel wie möglich zu reißen.
Und das funktionierte erstaunlich gut, denn nennenswerten Widerstand gab es nicht trotz teilweise absurder Frequenzen meinerseits, etwa einer Cbet-Quote von geschätzten 90 Prozent während der ersten Levels. Große Pötte habe ich kaum gewonnen, aber dafür einen kleinen nach dem anderen, so dass schon nach knapp zwei Stunden der Stack von 20.000 auf knapp 30.000 Chips gewachsen war. Die finale Hand vor der Pause (AA, was sonst) ging dann zwar mächtig nach hinten los und hat mich meinen halben Stack gekostet, aber das war zu verkraften, denn es blieb ausreichend Raum, die einmal begonnene Spielweise weiter durchzuziehen, so dass der Stack bald wieder oberhalb des Turnierdurchschnitts angekommen war.
Schon bei der Deutschen Meisterschaft neulich in Hamburg haben g2p2-Turnierexperte Exameter und einige andere mit mir geschimpft, dass ich nicht mitspiele und einen solchen auch für Nicht-Turnierspieler profitablen Spot einfach so sausen lasse. Wahrscheinlich zu Recht. Es ist schon erstaunlich, wieviele Leute im Feld eines Turniers mit 2.000 Euro Buyin nicht wirklich wissen, was sie tun. Ein paarmal hatte ich z.B. bei Diskussionen über „Lol-Live-Spieler“ aufgeschnappt, dass Spieler der alten Casino-Schule ein All-in eher als Stärke interpretieren denn als Versuch, mit einem Draw die Foldequity zu maximieren. Dass das stimmt, weiß ich seit Galway.
Bei Blinds von 200/400 eröffnet ein ebenso freundlicher wie sehr tighter, älterer Ire UTG, bekommt zwei Coldcalls, ich im BB mit JJ, effektive Stacks etwa 35.000. Tough spot, dachte ich erst, ist es aber eher nicht angesichts des tighten Spielers in UTG. Während gegen kompetente Villains mit halbwegs aggressiver Dynamik hier trotz der tiefen Stacks, trotz seines UTG-Openers mein Stack reinginge, dürfte es in diesem Fall ein klarer Coldcall sein, auch wenn sich Setmining mit Jacks ein bisschen weak anfühlt. Flop AJ9hh, UTG macht ne cbet von gut halben Pot, und am CO raist ein verrückter Franzose, der permanent seine Toppaare überspielte und bevorzugt dann raiste (und hinterher die Karten zeigte), wenn er garantiert keine Action von Schlechterem bekam. Da hab ich etwa 30 Sekunden geschauspielert und dann per „All-in“ meinen Stack in die Mitte geschoben. Ein sehr kräftiger Raise, den ich angesichts der vergleichsweise schwachen Range des Franzosen und der deswegen angenommenen Foldequity auch mit QThh oder T8hh so gespielt hätte. UTG ringt sichtbar mit sich, foldet schließlich, dann ringt der Franzose auch, foldet ebenfalls und zeigt AQ.
Am Tag danach treffe ich den Iren vor dem Hoteleingang. Nachdem wir das Wetter besprochen hatten, sagt er mir, dass er 99 gefoldet hat und fragt, was ich hatte. „Queen ten of hearts“ lüge ich erst, aber als er sich dann ärgert, rücke ich doch mit der Wahrheit heraus. Und dann erklärt er mir zu meinem Entsetzen, dass er mich am ehesten auf einem Draw à la QThh gesehen hätte, hätte ich den Raise des Franzosen gecallt. Und in dem Fall hätte er natürlich mit seinem Set drübergeshovt. Oje, lol Livepoker, und ich denke über Balance nach. „My bad, nice fold, sir.“
Aber auch so war mein Stack bald bei knapp 70.000 angekommen, die Top Ten des Feldes waren in Reichweite, ein gutes Gefühl, das ich mit an einen neuen Tisch nahm, an dem ich endlich mal eines der Gesichter erkannte. John Duthie, den Pokerstars flächendeckend im Hotel plakatiert hatte, durfte ich mir nun live, in Farbe und aus allernächster Nähe angucken. Darüber war ich gar nicht einmal böse. Online habe ich ein paar hundert Hände gegen den Mann gespielt und bilde mir ein, in etwa auf dem Schirm zu haben, was der so anstellt am Tisch, während er keine Ahnung gehabt haben dürfte, wer ich bin. Erstaunt war ich, mit welcher Ehrfurcht die Einheimischen ihm begegneten. Wer Duthie auf Stars spielen sieht, der sieht ebenfalls die lange Warteliste von Mid-/Highstakes-Grindern an seinen Tischen, und für diese Warteliste gibt es einen Grund.
Trotzdem waren gut 70.000 das Allzeit-Hoch im Turnierverlauf. Bald musste ich wieder umziehen und feststellen, dass ich an einen ungünstigen Tisch geraten war. Den irischen Pokerstars-Pro Jude Ainsworth rechts von mir fand ich ganz gut, aber direkt links von mir ein loose-unberechenbarer Ire und links davon zwei sehr aggressive, junge, kompetente Spieler, alle drei mit größeren Stacks als ich waren ein ungünstiges Szenario. An dem Tisch habe ich meinen einzigen großen Stunt des Turniers hingelegt und den halben Stack in einen gar nicht einmal so toll getimten Bluff investiert:
Blinds 500/1.000, Hero mit knapp 60.000 eröffnet am Hijack mit T9hh, 3 fold, und im BB callt ein wilder Osteuropäer vermutlich recht loose. Flop J55 (ein h), und der BB feuert eine Leadbet. Kein schlechter Move mit Air gegen einen optisch weak-tighten Enddreißiger wie mich, dachte ich und calle mit zwei Hintertüren und der Absicht, den Pot am Turn oder River einzusacken. Turn K, BB checkt, Hero bettet gut halben Pot, BB callt. Mist, war seine Leadbet wohl doch nicht Air. River blankt, BB checkt, und Hero kann mit 10-high den Pot wohl nur gewinnen, wenn er bettet.
Immerhin kann ich hier noch ein störrisches AK reppen, bette nochmal gut halben Pot und bin ganz schön am Schwitzen, bis er dann nach langem Tanken endlich foldet. Puh. Im Lauf der folgenden Orbits hab ich dann festgestellt, dass Villains Leadranges am Flop eher stark sind, und der beste Weg, zu starke, schlecht balancierte Leads auszubeuten ist Fold und nicht Float. Naja, egal, ist ja gutgegangen.
Danach ging aber nicht mehr viel und schon gar nicht gut. Hero ist fortan carddead, kommt mit keinem Steal oder Resteal mehr durch, und nach und nach schmilzt der Stack weg bis auf 28.000 bei 1000/2000 Blinds und Ante 200. Da find ich mit supertightem Image im Hijack 55, stell es rein, werd vom CO mit 99 gecallt, und aus die Maus. So blieb wenigstens eine Menge Zeit, die Cashgames in Irland anzutesten. War eine Reise wert, nächstes Jahr bin ich wieder da.
Kommentare























Interessanter Bericht und Galway ist auch im Sommer eine Reise wert.
Leider wie immer laaaaangweilig
Der einzige Blog, den mann gerne auf pokerolymp liest. Schreib bitte öfter, sonst ist hier echt öde.
ich find den blog auch sehr gut und alles andere als langweilig,
einer der wenigen blogs über poker die auch sprachlich was hergeben, und der zynismus der sich wie ein roter faden durchzieht, gefällt mir auch sehr
Die Kunst des Turnierpoker ist in die Zukunft zu sehen.
Bekomm ich am Ende gute Hände spiel ich vorher tight, bekomm ich am Ende schlechte Hände spiel ich loose.
Wie kann ich aber wissen ob das Timing gut oder schlecht ist wenn ich nicht in die Zukunft sehen kann ?!
Ja, ich denke, kann man gut lesen – muss sich aber doch recht gut reindenken können. Bester Blog nebem dem von Pohoker Udo.
Weiter so, Olympioniken…
thumbs up find deine Schreibe super. Irgendwas nimmt man immer mit, entweder n bisschen Strat, n Spruch oder auch nur n Schmunzeln.
kann mich nur anschliessen, cooler report. aber du glaust doch wirklich nicht ernsthaft, dass der ire 99 foldet. der hat natürlich gelogen, wie du auch.
Macht spass das zu lesen und ich wünsche dir, dass dein nächster Turnierbericht frühestens im Heads-Up ein Ende findet.
@Rente Bei Stacks von ca. 35.000 und Blinds von 200/400 kann ich den irischen Fold von 99 in dem Szenario schon ein (wenn auch nur kleines) bisschen nachvollziehen. Der Ire hat den Flop bei der Beschaffenheit keineswegs perfekt getroffen und gegen eventuelle Q10hh von Hero würde das ganze einem Coinflip schon ziemlich nahe kommen (ca. 43%:57%). Darüber hinaus Gibt es mit AA/JJ zwei Hände die ihn krass dominieren. Er hatte sich denk ich einfach fest im Griff und keine Lust sein gesamtes Turnier zu riskieren denn mit was für anderen Händen hätte sich solch ein Szenario mit All-In auf dem Flop schon entwickelt? Würdest du das ein bisschen mehr Objektiv sehen würdest du ihm nicht so “leichtfertig” eine Lüge unterstellen. Wahrscheinlich tut es dir einfach nur weh, dass du ein All-In mit 99 (sowie ich im übrigen auch ;)) in dein Verderben rennen würdest und zu so einem Fold nie im Stande wärst. Sollte er, wie ich annehme, echt 99 gehalten haben kann man nur den Hut ziehen!
FRIEDE, FREUDE, FROHE WEIHNACHTEN
“Wer Duthie auf Stars spielen sieht, der sieht ebenfalls die lange Warteliste von Mid-/Highstakes-Grindern an seinen Tischen, und für diese Warteliste gibt es einen Grund.” IdT bemerkenswert.
@ausnerson; jaja, du hast recht. jetzt wo du es sagst und ich nochmal objektiv an das “szenario” rangehe, fällts mir auch auf, dass 99 hier ein klarer fold ist. könnte einer mit geslowplayten assen auf einmal allin pushen oder der mögliche monsterdraw könnte gegen mein set ankommen. ich hab dir doch geraten dich um dinge zu kümmern von denen du was verstehst. poker gehört definitiv nicht dazu, wie wir gerade bemerkt haben. und mit tut nicht weh, dass ich kein set folden kann, wenn keine straight oder flush liegt, mir tut viel mehr weh, dass ich nicht weiss wo du spielst.lol
Danke für das Lob.
Den 99-Spot find ich auch spannend, hab ihn leider unvollständig beschrieben oben. Der Franzose war preflop der zweite Coldcaller, und auf die cbet von UTG hat am Flop der erste Preflop-Coldcaller gefoldet. Das ist aus Sicht des Iren wichtig, weil damit AA nicht mehr in der Range seiner beiden Gegenspieler ist. Der Franzose und ich hätten AA preflop ge3bettet, um nen Multiwaypot zu vermeiden.
Damit bleiben in beiden gegnerischen Ranges 6 Kombos, die 99 zerstören: JJ, sonst nix. Das wäre der Hauptgrund, warum ich anstelle des Iren 99 kaum hätte folden können. Dazu kommt, dass Hero durchaus nen Spot hat, mit einem Draw einen Move zu machen, denn UTG und CO haben selten mehr als Onepair. Meistens sollten sie mit TPGK unterwegs sein, und das ist genau die Art von Hand, die man gegen ne 3bet am Flop idR weglegt. Die 3bet-Range eines kompetenten Heros kann deswegen durchaus weiter sein als Toptwo+ oder 15-Outer. KTs hätt ich ziemlich sicher geshovt, QTo womöglich auch.
Am Tisch war ich mir nicht sicher, ob UTG darüber nachdenkt, wie Hero den Franzosen sieht und wie sich das auf Heros Range auswirkt. Aber dass wir beide AA preflop 3betten, sollte ihm klar sein, insofern fällt es mir schwer, ihm 99 zu glauben. Sein Ärger sah aber authentisch aus. An seiner Stelle müsste ich den BB schon als supernittig empfinden, bevor ich AJ und besseres folde.
Der Ire war übrigens Brite (Schotte oder Waliser nehm’ ich an), das weiß ich, weil er im Galway-Blog von Stars auftauchte. Der gute Mann ist Zweiter geworden und mit mehr als 80k nach Hause gegangen. Am Tisch fand ich ihn sehr angenehm. Als ich mich setzte und fragte, was gespielt wird, lachte er und sagte “Omaha mit zwei Karten”. Das gefiel mir.
Das 9er-Set zu folden war schon recht trocken. Gegen tighte Spieler aber ein Muss, die gegebene Tiefe berücksichtigend.
Am Rande: Wie verhält sich simpler ein Call auf diesem Board? Ja, ich weiss, aber ich kenne welche, die auf so einem Board callen um am Turn reinzustellen. Nicht ungefährlich, aber vermutlich rentabler?
für mich ist es “hier” impossible ein 9er set zu folden, da aa nicht in der range meiner gegner ist, wie hero nochmals angemerkt hat, und dann gibts wirklich nur noch jj, und wenn so ein mieses setup zustande kommt, dann isses halt so. aber das schöne am poker ist ja, dass es viele verschiedene denk- und spielweisen gibt, aber keine korrekte. sieht man daran, dass der irische schotte, walisischer herkunft zweiter wurde. meiner meinung nach ist es nicht rentabler zu callen um am turn reinzustellen, da es an der konstellation nichts ändert und nur meine ausgangslage verschlechtern kann, weil sehr viele scared karten ankommen können, welche die action killen bzw. die draws, welche am flop noch bezahlt hätten folden lässt. hero hat hier meiner meinung nach die richtige entscheidung getroffen und der brite die falsche, wenn er denn wirklich 99 gehabt hat, was ich mir einfach nicht vorstellen kann. oder er ist einfach bombenspieler oder kartenflüsterer und wusste dass hero jj hält. er wurde ja zweiter!!!
@ff: Mit nem Call am Flop kann ich nicht viel anfangen, wegen Balance, hab ich ja im Text angedeutet. Wir können ja nicht nur Monster coldcallen und mit Semibluffs shoven, das wäre gegen denkende Gegner fatal. Außerdem halt ich 3way auf diesem Board Protection am Flop für lebenswichtig. Mit nem Set sollten wir deswegen am Flop mE entweder so 3betten, dass wir committed sind, oder halt gleich shoven. Und wenn wir so unser Set spielen, dann sollten wir die Semibluffs genauso aussehen lassen, um unsere Gegner nicht mit Gratis-Information zu versorgen und unsere Range so verschleiert wie möglich zu halten.
@hv Denke ich auch, aber manche protecten hier nicht und ich weiss nicht, obs besser ist. Ein gewisses donkeyges Imgage vorausgesetzt.
Ansonsten: Sehr gute Arbeit, auch sehr lesbar, Niveau und unterhaltsamer IQ so zu sagen. Aber das kenne ich schon von Dir von 2p2.
Beste Grüße! ff