Nächtliche Gedanken beim Pokern
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- Soraya Homam, Dienstag. 22. September 2009
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Als Abschluss der Reihe über den kranken Pokerspieler Kevin blickt Soraya Homam noch einmal zurück und fasst die Geschehnisse aus ihrer Sicht zusammen:
Wer nichts weiß, liebt nichts,
Wer nichts tun kann, versteht nichts.
Wer nichts versteht, ist nichts wert.
Aber wer versteht,
der liebt, bemerkt und sieht auch.
Je mehr Erkenntnis einem Ding innewohnt,
desto größer ist die Liebe
Wer meint, alle Früchte
würden gleichzeitig mit den Erdbeeren reif,
versteht nichts von den Trauben.
Von dem Arzt und Philosophen Paracelsus (zitiert aus dem Buch „Die Kunst des Liebens“ von Erich Fromm)
Erich Fromm war ein Psychoanalytiker und Sozialforscher, der 1934 aufgrund des Hitlerfaschismus aus Deutschland in die USA immigrieren musste, wo er an verschiedenen Universitäten lehrte. Eines seiner Werke, das mich am meisten beeinflusste, ist „Die Kunst des Liebens“, das mit dem oben erwähntem Gedicht beginnt.
Dieses Gedicht beschreibt auch meine allgemeine Betroffenheit hinsichtlich Kevins Geschichte, gleichzeitig soll es eine Antwort auf diejenigen sein, die die Pokerwelt als eine Einbahnstraße betrachten.
Gewiss bin ich keine Mutter Teresa, jene zierliche Frau, die ihr ganzes Leben unter schwersten Bedingungen dem Humanismus und vielfältiger Hilfe gewidmet hat. Dementsprechend wurde sie berechtigterweise von der ganzen Welt bewundert.
Ich habe auch nicht Kevin gesucht, um meine humane Seite für meine Mitmenschen zu entdecken, sondern ich wurde als Full Tilt Pro einfach von Kevins Freunden ausgesucht. In der Folge habe ich mich bewusst zu einem verantwortungsvollem „Ja“ entschieden.
Zweifellos bin ich weder die Erste noch die Letzte, die als Weltbürgerin über Höhen und Tiefen in solch schwierigen Situationen schreibt. Eines meiner Hauptanliegen in der Reihe über Kevin war, transparent zu machen, dass nichts, was die Menschen betrifft, privater Natur ist. Ein Leitsatz, den ich schon längst aus der Frauenbewegung kenne. Um dies in meine Gedanken zu integrieren, nehme ich oft Erich Fromms Philosophie zu Hilfe.
Daher bin ich der Meinung, dass man seine schwer erarbeitete Position selbst in der Pokerwelt, in der behauptet wird, dass alles aus Profit und Gier besteht, dazu nutzen sollte, das Gewöhnliche aufzubrechen.
Nichtsdestotrotz musste ich Kevins Leidensweg erst einmal für mich verarbeiten. Deshalb fing ich an darüber zu schreiben, um diese Anspannung aushalten zu können. Als ich Kevin meine nächtlichen Gedanken über ihn mitteilte, motivierte er mich, diese zu veröffentlichen.
Im Verlauf des Austausches mit Kevin, seiner offenen Art und dem bewussten Umgang mit seiner Krankheit, verringerte sich nicht nur meine anfängliche Anspannung, vielmehr motivierten er und unser virtueller Freundeskreis mich, weiter zu schreiben.
Somit entwickelte sich aus meinem ursprünglichen Kerngedanken und aus meinen Höhen und Tiefen eine ausführliche Kevin-Reihe. In diesem Sinne möchte ich mich hier bei meinen Leserinnen und Lesern, die mich, sowohl mit ihren öffentlichen Kommentaren, Bewertungen, Kritiken und auch per E-Mail bereichert haben, bedanken.
Soraya Homam
Kommentare























Hallo Frau Homam,
ich danke sehr dafür dass sie öffentlich erklären was ihre Beweggründe waren diese Geschichte so zu präsentieren wie Sie es getan haben.
Viele Grüße M. Flushmann
Schön, dass Kevin dieser Veröffentlichung zugestimmt hat. War eigentlich selbsteverständlich, aber es kam ja schon Kritik auf, die genau das bezweifelt hat. Finde die Geschichte hier bei Pokerolymp jedenfalls toll platziert und freue mich auf weitere persönliche Gedanken, die nicht immer ganz unmittelbar mit Poker zu tun haben müssen, um interessant zu sein.
DANKE DANKE !
Habe dieses Thema von Anfang an verfolgt, und sehr interessiert die verschiedenen Meinungen aufgenommen.
Aber ich bin auch lernfähig und in der Lage meine Meinung gegebenfalls zu ändern. Daher meine Bitte!! Könnten Sie ,Frau Homan , uns irgendeinen Beweis liefern das die Sache sich genauso zugetragen hat wie Sie immer behaubten. So wie Sie reden sind Sie ja eine Art Gott für Kevin, und das er in allem was Sie veröffentlich haben auch zugestimmt hat. Da müsste es doch eine Möglichkeit geben das so Ungläbige wie wir auch überzeugt werden können . Sie sollten sich auf jeden Fall bewust sein das man solche sensiblen Themen nicht einfach ins Netz stellen kann ohne mal Fakten zu nennen, die sich auch nachvollziehen lassen. Also nicht das ich unhöflich sein möchte, aber bitte jetzt mal nachvollziehbare Beweise!!(nicht nur Romane ) Für Ihre Antwort wären wir dankbar. GB