Rückblick WSOP 2006 - Event 12
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- PokerOlymp Redaktion, Montag. 01. Januar 2007
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Sammy Farha gewinnt $398,560 beim Omaha High-Low Championship
Der sorglose High-Stakes Pokerprofi schlägt Phil Ivey im Heads-Up und schnappt sich sein zweites Goldarmband.
Es gibt niemanden in der Pokerwelt, der mit Sammy Farha vergleichbar wäre. Schneidig und sorglos, zum Teil James Bond, zum Teil Humphrey Bogart, zum Teil Hugh Hefner – alle eingepackt in einen Dynamo von einem Mann, mit der unerbittlichen Leidenschaft für das schnelle Leben und teures Spiel.
Farha sprengte die Pokerszene vor ungefähr einer Dekade, als er ein Goldarmband im Pot-Limit Omaha Championship bei der 1996 World Series of Poker gewann. Aber es dauerte bis zu seinem TV-Auftritt bei ESPN beim 2003 Main-Event, dass Sammy Farha ein geläufiger Name wurde. Wenn es bei der World Series nur um den Auftritt gehen würde, wäre Farha seit ewigen Zeiten Champion. Farha schaffte es durch ein 837 Teilnehmer starkes Feld in diesem schicksalhaften Jahr. Alles, was zwischen ihm und dem $2,500,000 Preisgeld stand, war ein bis dahin unbekannter Mann aus Tennessee namens Chris Moneymaker.
Was damals vor drei Jahren am Finaltisch passierte, ist kein Geheimnis mehr. Moneymaker gewann. Aber in vielen anderen Belangen gewann auch Sammy Farha. Ob Sie ihn mögen oder nicht, Sammy Farha war ein gutgläubiger Pokerstar.
Farha hat seit damals in vielen Pokerturnieren und High-Limit Cashgames gespielt, mit gemischten Resultaten. Der libanesisch geborene self-made Multi-Millionär ist eine Attraktion in jedem Pokerspiel, das ist vielleicht auch der Grund, warum auch das Fernsehen ihn liebt.
Vielleicht war es sogar eines der stärksten Felder in der Pokergeschichte, 265 Spieler – viele Armband-Gewinner, weltklasse Turnierspieler, High-Limit Cashgame Spezialisten – nahmen am $5,000 Omaha High-Low Split World Championship teil. Nach 20 Spielstunden, aufgeteilt auf zwei Tage, waren 256 Spieler eliminiert und der Finaltisch stand fest.
Farhas Konkurrenz war beeindruckend. Die größte Bedrohung war Pokerwunder Phil Ivey, der nach Armband Nr. 6 griff. Mike Wattel und Brian Nadell brachten ebenfalls schon einiges an Top-Turniererfahrung mit an diesen Finaltisch. Auch mit dabei war der russische Pokerprofi Kirill Gerasimov.
Der Finaltisch begann kurz vor Mitternacht, was eigentlich nicht ok war, denn so gab es weniger Zuseher, als vielleicht möglich gewesen wäre.
Sitz # 1 – Jim Ferrel
Sitz # 2 – Jeff King
Sitz # 3 – Mike Wattel
Sitz # 4 – Phil Ivey
Sitz # 5 – Sam Farha
Sitz # 6 – Kirill Gerasimov
Sitz # 7 – Brian Nadell
Sitz # 8 – Ryan Hughes
Sitz # 9 – Mike Henrich
Ryan Hughes kam schon short-stacked. Der 25jährige Profi aus Phoenix musste sich verabschieden, als sein Gegner mit einem Wheel – gut als high und als low, einen großen Pot gewann. Der neunte Platz zahlte $24,910.
Dr. Jim Ferrel wurde in einem riesigen Five-Way-Pot vom Finaltisch geschickt. Ferrels Dame-hoch Flush verlor gegen Mike Wattels Flush, As hoch. Ferrel, ein 65jähriger Mediziner, ging für diese Nacht in den Ruhestand – mit dem achten Platz und $37,365.
Jeff King hatte schon sehr wenige Chips als er sich seiner letzte Schlacht mit A-2-5-9 stellte. Er musste gegen Mike Henrichs A-K-J-3 antreten. Als das Board schließlich Q-J-5-6-J zeigte, hatte Henrich Drilling Bube und King den siebenten Platz. Der frühere Pokerdealer aus Connecticut bekam $49,820.
Brian Nadell ist seit fast einem Jahrzehnt ein beständiger Turnierspieler. Er schaffte unzählige Rankings und Finaltische, seine Gewinne gehen weit in den siebenstelligen Bereich. Naddells Kampf um sein erstes Armband wurde abrupt beendet, als Kirill Gerasimov seine Straße fertig hatte und den 49jährigen Poker-Profi auf Platz Sechs verwies. Nadell bekam $62,275 für seine Bankroll.
Mike Wattel gewann ein WSOP Goldarmband beim $1,500 Omaha High-Low Championship im Jahr 1999. Er hoffte, seine Juwelensammlung um noch eines erweitern zu können. Wattel genoss seine Chipführung meiste Zeit, die er am Finaltisch saß, aber er musste schließlich als Fünfter enttäuscht den Tisch verlassen. Nachdem er einige Schlüsselhände und viele Chips verloren hatte, fasste Wattel einen bad beat aus. Er hatte gute Chance auf das Low, Sammy Farha nahm sich aber den gesamten Pot. Wattel, der das Main-Event im letzten Jahr als 95. (von 5,619 Teilnehmern) beendet hatte, bekam diesmal $74,730.
Mike Henrich, Feuerwehrmann aus Omaha, Nebraska war eliminiert, als sein A-Q-J-4 von Kirill Gerasimovs A-10-8-2 geschlagen wurde. Das Board zeigte J-7-6-4-9, welches Gerasimov eine Straße bis zum Buben lieferte. Henrich wurde Vierter mit $87,185.
Kirill Gerasimov, einer der wenigen in russischen Pokerspieler, wurde als nächster eliminiert, als Sammy Farha sich mit einem Flush und dem Low einen großen Pot nahm (Gerasimovs Karten wurden nicht gezeigt). Gerasimov, der Fünfter beim 2004 WSOP Pot-Limit Omaha Championship war, nahm hier den dritten Platz und $112,095.
Mit allem gebührenden Respekt gegenüber den anderen Finalisten, das war das Heads-Up Match, das jeder sehen wollte. Die ESPN TV-Crew stand bereit für das massgeschneiderte Duell. Mit rund 1,300,000 Chips im Spiel und den Betting Limits bei 25,000-50,000, brauchte es nur zwei oder drei Hände und der Berg wanderte von einem zum anderen. Beide Spieler waren zu Beginn des Heads-Up ungefähr gleich auf. Dann nutzte Farha die Gunst der Stunde und schaffte es innerhalb von ein paar Pots, eine Chipführung von 4:1 herzustellen. Es war fast vier Uhr morgens als die letzte Hand kam. Farha hatte zwei Paar – Buben und Siebener gegen die Ivey, dessen Hand nicht gezeigt wurde.
Phil Ivey, der es nicht gewohnt ist, Zweiter zu werden, erhielt $219,208 Preisgeld. Das 29jährige Pokerwunderkind gewann das fünfte Gold Bracelet letztes Jahr. Er ist einer von zwei Spielern, die es schafften, in einem Jahr drei WSOP-Titel zu gewinnen (2002; Ted Forrest ist der andere Spieler).
Der Champion Sammy Farha kam in die USA 1978 und besuchte das College. Er machte seinen Abschluss and er Universität von Kansas. Farha war ein sehr erfolgreicher Billardspieler, bevor er Vollzeit-Pokerprofi wurde. Er hat schon immer gespielt, jede Art von Spiel ums große Geld, auch Videospiele, Pinball und Backgammon.
Bei Farhas rätselhaftem Charakter ist es schwer zu sagen, was ihm dieser WSOP-Sieg tatsächlich bedeutet. Auf der einen Seite versucht er seit zehn Jahren ein Armband zu gewinnen. Auf der anderen Seite ist das Preisgeld – $398,560 – nur Kleingeld für ihn, vergleicht man es mit seinen normalen Pokerspielen. Eigentlich ist dieser Sieg bei der World Series of Poker nur ein kurzer Zwischen stopp in Sammy Farha’s Leben.
Originaltext: Max Shapiro
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