Rückblick WSOP 2006 - Event 7
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- PokerOlymp Redaktion, Donnerstag. 28. Dezember 2006
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Mathematikgenie und Spieltheoretiker stolpert zum Sieg
Der Berkley Dr. gewinnt seinen ersten WSOP-Titel und $343,618.
Mathematik wird als Studium der Maßeinheiten, Wahrscheinlichkeiten, Mengenverhältnisse mit Hilfe von Zahlen und Symbolen beschrieben. Da Poker ein Spiel mit Zahlen und Symbolen ist, ist es nahe liegend das ein Doktor der Mathematik vielleicht einen leichten Vorteil hat. Tatsache ist, dass William Chen meistens der Intellegenteste in einem Raum ist, den er betritt. Nicht dass er das zur Schau stellt. Diese Tarnung macht Bill Chen zu einem noch gefährlicheren Spieler – eine Meinung, die wahrscheinlich von seinen 414 Gegner bei diesem $3,000 Limit Hold’em Event geteilt wird.
Es war das zweite Limit Hold’em Event bei der diesjährigen World Series. No Limit hat Limit als “das Spiel” wahrscheinlich überholt, aber beide Limit Events hatten heuer mehr Teilnehmer als letztes Jahr. Bill Chen war einer der 415 Spieler, die das $3,000 Buy-In für dieses Turnier bezahlt haben.
Nach zwei langen Spieltagen standen die neun Finalisten fest. Zu Beginn hatte Karlo Lopez eine überlegen Chipführung. Aber neun Stunden später gehörten die alle Chen. Die Startchips am Finaltisch:
| Name | Chip Count | Sitz # |
| Allan Puzantyan | $144,000 | 1 |
| Danny Ciasamella | $46,000 | 2 |
| Jeffrey Lisandro | $153,000 | 3 |
| Karlo Lopez | $227,000 | 4 |
| Yueqi (Rich) Zhu | $221,000 | 5 |
| Larry Thomas | $59,000 | 6 |
| Ernie Scherer | $118,000 | 7 |
| Bill Chen | $122,000 | 8 |
| Henry Nguyen | $189,000 | 9 |
Jeffrey Lisandro zählte auf jeden Fall zu den Favoriten. Schließlich hat er das 2005 WSOP Circuit Championship in Harvey’s Lake Tahoe gewonnen und ist der Spieler mit der meisten High-Stakes-Erfahrung. Aber Lisandro bekam einen harten Schlag, als sein Drilling 3 gegen AK suited, was zu einem kompletten Flush wurde, verlor. Das war übrigens der dritte Finaltisch in Folge, an dem ein Australier am Tisch saß. Joe Hachem (aus Melbourne) wurde vor 2 Tagen Zweiter und Mark Vos (aus Brisbane) gewann das vorhergehende Event. Der in Perth geborene Lisandro schaffte nicht mehr als den neunten Platz und erhielt $22,908 dafür.
Ernie Scherer, der Poker Pro aus Süd-Kalifornien, schied als Nächster aus. Gestern war sein 28. Geburtstag und er dürfte alle seine Wünsche verbraucht haben. Im Endeffekt hatte er einfach keine guten Karten mehr und bald auch keine Chips und so bekam er $34,362 für den achten Platz.
Allan Puzantyan belegte den siebenten Platz, nachdem er seine zwei Paar gegen eine Straße verloren hatte. Der kanadische Juwelier verpasste die Chance ein begehrtes Goldarmband zu seiner Kollektion hinzuzufügen und bekam stattdessen $45,816.
Larry Thomas war der nächste Spieler, der einen unfreiwilligen Abgang machte. In seiner letzten Hand bekam er zwei hohe Karten und versuchte ein Paar abzubekommen, aber stattdessen wurde es ein drawing-dead, als sein Gegner das Full komplett hatte. Thomas, ein Casino-Manager im “Oaks Card Club” in Nord-Kalifornien, bekam $57,270 für seinen sechsten Platz.
Danny Ciasamella kam mit dem niedrigsten Stack, schaffte es aber irgenwie sich vier Stufen auf der Geldleiter nach obern zu arbeiten. Bei seiner letzten Hand zeigte er seine Karten nicht her, als Bill Chen seine zwei Paare öffnete. Der Lebensmittelhändler aus Pennsylvania verließ den Tisch mit $68,724.
Die vier verbleibenden Spieler lagen sehr knapp mit den Chips beieinander. Ungefähr eine Stunde später wurde Karlo Lopez ausgeraubt. Er fasste eine Serie mit Horrorkarten aus. Als er bereits hoffnungslos short-stacked war, ging er all-in und musste sich gegen Bill Chens zwei Paar verabschieden. Lopez, auch “Wizard” genannt, da er von Berufswegen Magier ist, war 33. im Main Event bei der 2005 WSOP. Hier nahm er Platz 4, wofür er $80,178 erhielt.
Als nächster musste der in Vietnam geborene Henry Nguyen gehen, als Bill Chen seine Straße komplett hatte. Nguyen hat gut genug für den dritten Platz gespielt, aber er stand nie in der Chance einen seinen Gegner wirklich herauszufordern oder die Chipführung zu übernehmen. Nguyen’s Preisgeld beträgt $91,632.
Die beiden Finalisten kämpften 3 Stunden im Heads-Up. Rich Zhu hatte zumeist die Chipführung, konnte aber keinen Nutzen aus diesem Vorteil ziehen. Chen war wiederholt der stärkere Spieler. War es weil er die größeren Pots gewann, Zhu manchmal zögerte oder Chen einfach die besseren Karten hatte. Was immer der Grund war, egal was Zhu probierte, Chen hatte die richtige Antwort.
Die letzte Hand versprach interessant zu werden. Zhu hatte 10 5, Chen A 4. Der Flop brachte mit 7 4 3 Chen ein mittleres Paar und Zhu einen inside straight draw. Zhu’s letztes Bet scheiterete, da er weder sein Straight noch ein Paar schaffte.
Als Runner-Up erhielt Yueqi “Rich” Zhu $184,409. Bill Chen’s Anteil am Preisgeld betrug $343,618.
Passenderweise bringt Chen diesen Herbst ein Buch heraus, mit dem Titel “Die Mathematik des Pokers”. Mit Jerrod Ankerman als Co-Author darf man sich einiges erwarten. Sie decken auf jeden Fall das Gebiet der Strategie und mathematischen Wahrscheinlichkeitsrechnung ab. Wenn man seine Performance an diesem Abend als Maßstab hernimmt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man Bill Chen nicht zum letzten Mal bei der WSOP gesehen hat…
Originaltext: Max Shapiro
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