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Rückblick WSOP 2006 - Event 6

/ Der Australische Poker Pro Mark Vos gewinnt $803,274.
Auch dieses WSOP-Event zieht wieder ein Rekord-Teilnehmerfeld von knapp 2,000 Spielern an.

Mark Vos hat einen Plan. Obwohl er über eine dreiviertel Million Dollar in dieser Nacht gewonnen hat, hält er an diesem Plan fest: Vos – im zarten Alter von 23 – hat die persönliche Entscheidung getroffen, die nächsten 5 Jahre mit “Arbeit” und die darauf folgenden 5 Jahre mit “Relaxen” zu verbringen.
Vos Plan ist, Poker zu spielen (das ist seine “Arbeit”) und dann die zweite Hälfte des Jahrzehnts sich einfach frei zu nehmen. Nicht unbedingt die konventionelle Karriere.

Wenn “Arbeit” bedeutet, nach Las Vegas zu kommen, bei der WSOP zu spielen, ein Rekordfeld von 1,919 Spieler zu überleben, $803,274 in 3 Tagen zu verdienen, dann gibt es sicher bei weiterem schlechtere Jobs. Eigentlich muss man fragen, ob noch Jobs zu haben sind, oder wo man sich bewerben soll. Vos hat tatsächlich das $2,000 Buy-In No Limit Hold’em Event und sein erstes WSOP-Armband gewonnen. Er ist ein Student aus Brisbane, der zu Pokerspiel kam und der dritte Australier wurde, der jemals ein WSOP-Event gewonnen hat. Somit gehört er zu den früheren Aussie Champions Gary Benson (1996 – Seven Card Stud) und Joe Hachem (2005 – Championship Event). Nach zwei langen Tagen, begann der Finaltisch am dritten Tag mit neun Spieler, inklusive 2001 World Poker Champion Carlos Mortensen. Vos kam als zweiter in Chips an den Finaltisch, hinter Kevin Peterson, einem Poker Profi aus Dallas.

Name Chip Count Sitz #
David Wells $275,000 1
J.R. Reiss $222,000 2
Willard Chang $214,000 3
Kevin Peterson $1,130,000 4
Nam Le $323,000 5
Vanessa Selbst $492,000 6
Mark Vos $528,000 7
Thomas Hunt III $468,000 8
Carlos Mortensen $215,000 9

Obwohl bereits short-stacked, war der erste eliminierte Spieler eigentlich eine Überraschung. “The Matador”, Carlos Mortensen hielt nicht lange durch. Mortensen’s pocket sevens wurden zur Unglückszahl, als er all-in war und in A9 schaute. Am Flop das As und Mortensen winkte zu Abschied. Der neunte Platz zahlte $73,344.

Der Nächste, David Wells, flog mit K10 gegen K8 raus. Eine Acht am Flop und Wells war aus dem Spiel. Der Börsenhändler aus Scottsdale, Arizona bekam $87,315 für den achten Platz.

Vanessa Selbst war die zweite Frau, die den Finaltisch bei der diesjährigen WSOP erreichte. Sie hatte genug Chips, aber wurde böse bei einem Bluff erwischt. Selbst probierte einen Move gegen Kevin Peterson, als sie ihn pre-flop reraised. Aber Peterson zahlte und zeigte AA. Am Board kamen noch mal zwei Asse und mit Poker As waren Selbst’s Chancen, die zehnte Frau, die ein WSOP-Armband (in offenen Events) erhält, zu werden, dahin. Vanessa Selbst beendete letztes Jahr ihr Studium an der Yale Universität. Sie erhielt $101,285.

Das Endergebnis für Kevin Peterson war enttäuschend. Als Chipleader ging er an den Start, ging durch zwei harte Stunden und überlebte nicht. Die meisten Chips verlor er mit QQ gegen Nam Le’s AK. AK am Flop. Das schlug einen Krater in Petersons stack. Andere folgten. Der letzte Schlag war, als Peterson mit Q10 suited all in ging und gegen J.R. Reiss’s kleines Paar verlor. Peterson erhielt $115,255 als Preisgeld.

Kurze Zeit später ging Willard Chang mit einer schwächeren hand, die er unter anderen Umständen gemocht hätte. Währen Blinds und Antes stiegen, bluffte Chang in der Hoffnung, nicht bezahlt zu werden, mit K3. Doch Nam Le’s zahlte mit KQ. Beide bekamen den König am Flop, aber die Dame als Kicker war stärker. Willard Chang, ein Ingenieur aus Hawaii, erhielt $136,211.

Thomas Hunt musste sich wie ein Gang-Opfer fühlen, als er mit seinen wenigen Chips all-in ging am Small Blind und gleich von 3 Gegnern bezahlt wurde. Alle checkten in weiterer Folge und als J.R.Reiss ein As am Board fand, stiegen alle aus. Auch Hunt musste gehen, als Viertplatzierter. Thomas Hunt, ein Mediziner aus Las Vegas durfte eine Honoranote über $160,659 stellen.

Mit nur mehr drei Spielern ging J.R. Reiss all-in mit Top-Pair, Top-Kicker (AJ, am Board 10-8-4-J-6) und wurde sofort von Nam Le bezahlt, der 97 in der Hand hielt und seine Straße fertig hatte. Reiss, ein Profispieler aus Omaha, Nebraska, durfte $209,555 zu seiner Bankroll hinzuzählen.

Als das Heads-Up begann, hatte Nam Le faste einen 3:1 Chipvorteil – 2,775,000 gegenüber Vos’ 1,065,000. Aber große Pokerspieler strahlen in Momenten der Not. Vos brauchte 45 Minuten um das Chiplead zu übernehmen, und eine weitere Stunde, um den Sieg zu erringen. Le hatte noch eine kleine Chance, kurzfristig wieder in Führung zu gehen. Aber er konnte mit QJ das Paar Sieben von Vos nicht schlagen und so nahm das Ganze seinen Lauf.

Vos nahm Le nach und nach die Chips weg und ging 2:1 in Führung. Die letzte Hand kam eigentlich unerwartet. Vos bekam Q10 suited, Le hatte 66. Am Flop kam die Dame und Vos spielte an, Le bezahlt. Am Turn eine bedeutungslose Karte, Vos spielt erneut an, Le bezahlt. Am River kam noch eine Dame und Vos hielt somit Drilling Dame. Er ging all-in und Le vermutete einen Bluff und zahlte. Das war der Fehler. Mit Drilling Dame holte sich Vos den Titel.

Nam Le, der Zeitplatzierte erhielt $401,647. “Ich bevorzuge Online-Poker” sagte Vos gleich nach seinem Sieg. “I bevorzuge die Online Cash-Games nach wie vor. Aber das ist nichts gegen die Erfahrung in einem Live-Turnier mitgespielt zu haben und auch noch den Finaltisch zu erreichen. Cash Games sind meine tägliche Arbeit, aber die Turniere bringen Spannung und Spaß.”

Vos sagte, dass er weiter an seinem Plan festhalten wird. “Gewinnen ändert nichts daran”, sagte er, “es hilft. Ich werde 5 Jahre Pokerspielen und dann 5 Jahre ausspannen. Und dann werde ich entscheiden, was ich mit meinem restlichen Leben anfangen werde. “



Originaltext: Max Shapiro

 


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