Holländischer Professor fordert beim höchsten Gericht die Einstufung von Poker als Geschicklichkeitsspiel

Der niederländische Professor und Experte auf dem Gebiet der Statistik und der Wahrscheinlichkeitsrechnung Ben von der Genugten fordert den obersten Gerichtshof auf, Poker als Geschicklichkeitsspiel einzustufen.

genugten Van Genugten

Van der Genugten war selbst aktiv bei der Anwendung der holländischen Glücksspielgesetzgebung beteiligt und entwickelte eine Formel, mit der man ein beliebiges Spiel als Glücks- oder als Geschicklichkeitsspiel qualifizieren kann. Er moniert nun, dass genau diese Formel, die in der Vergangenheit von den Gerichten zur Einordnung von anderen Spielen häufig genutzt wurde, im Poker bisher noch nicht angewendet wurde.

Seine Formel, die er zusammen mit dem Mathematikprofessor Peter Born entwickelte, ist imstande, den Geschicklichkeitsanteil eines Spiels genau zu bestimmen und ihm einen Wert zwischen 0 und 1 zuzuordnen. Nach der Formel ist der Anteil des Skillfaktors so hoch wie die Differenz im Ergebnis eines Spiels zwischen einem Anfänger und einem Experten. Das Ergebnis ist nicht mehr oder weniger als der Skillfaktor. Also vereinfacht: Spielergebnis Experte minus Spielergebnis Anfänger gleich Skillfaktor.

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Einige Beispiele: Beim Roulette ist der Skillfaktor gleich Null, es gibt keinen Unterschied zwischen einem Experten und einem Anfänger. Bei reinen Geschicklichkeitsspielen ist der Skillfaktor gleich Eins. Black Jack hat einen Wert von 0,049 Skillanteil.

Poker hingegen, hat einen Skillanteil von 0,4 und liegt somit laut den Professoren nahe beim Schach oder Bridge, die allgemein als Skillgames angesehen werden.

Wenn der Professor sich beim höchsten Gericht durchsetzen kann, hätte dies nicht nur Folgen für das dort laufende Verfahren gegen zwei Turnierveranstalter, die ein Pokerturnier in Bussum abhielten. Es könnte ein Domino Effekt entstehen, der auch andere europäische Gerichte dazu bringt, Poker als Geschicklichkeitsspiel zu klassifizieren. Gerichte verlassen sich gern auf Zahlen.

Fraglich ist nur, wie das Gericht die Formel selbst klassifiziert. Es könnte zum Beispiel zu dem Ergebnis kommen, dass man den Charakter eines komplexen Spiels nicht einfach durch eine Formel bestimmen kann. Andererseits haben holländische Gerichte die Formel bei anderen Spielen bereits angewendet. Die wichtige Entscheidung des obersten Gerichts wird auf jeden Fall mit Spannung erwartet.


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