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WSOP 2008 – Event # 45: Scotty Nguyen ist der neue H.O.R.S.E. Champion

Es gibt Spieler, bei denen man sich über einen Sieg freut und es gibt Spieler, da freut man sich doppelt. Scotty Nguyen ist einer, bei dem man sich dreifach freut. Er hat es sich den Sieg beim $50.000 H.O.R.S.E. mit Sicherheit verdient, ebenso wie die Siegesprämie von $1.989.120 und den ersten „Chip Reese Award“.

Pokerblatt

Dass der Final Table keine schnelle Angelegenheit werden würde, damit hatte man gerechnet. Weltklasse-Spieler, die sich allesamt den Titel verdient hatten. Einzig Patrick Bueno hatte als Nicht-Profi an den Final Table geschafft.

Seat# Name Chip Count Stadt Land
8 Erick Lindgren 3.680.000 Las Vegas Nevada
5 Scotty Nguyen 3.535.000 Las Vegas Nevada
6 Barry Greenstein 1.955.000 Rancho Palos Verdes California
1 Matt Glantz 1.445.000 Philadelphia Pennsylvania
4 Lyle Berman 1.430.000 Minneapolis Minnesota
2 Huck Seed 1.200.000 Las Vegas Nevada
7 Michael DeMichele 905.000 Las Vegas Nevada
3 Patrick Bueno 695.000 Paris France

Scotty Nguyen Barry Greenstein Erick Lindgren Huck Seed

Nur zehn Hände lang konnte sich Patrick Bueno am Final Table halten. Beim Razz war wurde ein Paar 4 nicht los und musste sich Erick Lindgren geschlagen geben. Doch Erick Lindgren konnte seine Führung nicht ausbauen und musste Scotty Nguyen den Vortritt lassen.

Huck Seed kamen auch immer mehr Chips abhanden und schließlich trat er mit X8X9X9Xq im Stud High Low gegen Michael DeMichele mit X3X2X5X6 an. DeMichele zeigte am Ende das Flush und ein Low, während Huck Seed seine Karten muckte und seinen Platz verließ.

Damit war Barry Greenstein der Shortstack am Tisch und tatsächlich folgte er nur wenige Hände später. Wieder war Stud High Low an der Reihe, als Barry mit X4XaXaX10 all-in war. Scotty lag mit X7X3X4Xk scheinbar zurück, doch er hatte verdeckt das Paar 7 für den Drilling. Barry Greenstein konnte seine Hand nicht mehr verbessern und musste sich mit Platz 6 und $355.200 begnügen.

Michael DeMichele zeigte, dass auch er nicht zufällig am Final Table gelandet war und konnte sogar die Führung übernehmen. Er war es dann auch, der Lyle Berman mit Platz 5 vom Tisch schickte. Beim Razz war auch Scotty Nguyen im Pot, doch DeMichele hatte mit X9X7X2X3X4X5X8 die beste Hand.

30 Hände später war das Turnier für Matt Glantz zu Ende. Beim Omaha High Low ging er am Flop von DqC6H5 all-in mit DkDjD10H10. Scotty Nguyen callte mit HaC2D7Ck. Der Turn brachte Ca, River C5 und Scotty nahm sich mit dem Flush den Pot.

Dann begann für Scotty Nguyen, Erick Lindgren und Michael Michele der anstrengende Teil des Final Tables. 180 Hände wurden bis zum nächsten Ausscheiden gespielt. Michael DeMichele lag überlegen in Führung, während Erick Lindgren sogar unter die Millionengrenze fiel. Doch er kämpfte sich zurück auf rund 5 Millionen, während Scotty Michael die Führung abnahm. Und er baute sie sogar beachtlich aus. Doch bei so vielen Händen kann sich vieles wieder ändern. Unglücklich fiel die Veränderung für Erick Lindgren aus. Der Full Tilt Pro baute wieder Chips ab und war schließlich im Stud mit X8X7SkS4 gegen X9XqX2Xj von Scotty Nguyen all-in. Mit XaX8 verdeckt konnte Lindgren nur ein Paar 8 vorweisen, während Scotty das Paar 9 hatte. Das reichte auch und Erick Lindgren musste sich mit Platz 3 und $781.440 begnügen.

Das Heads-Up begann mit 12.140.000 für Scotty und 2.660.000 für Michael. Nur elf Hände später kam beim Hold’em die Entscheidung. Und wieder war von Scotty ein „It’s gonna be all over, baby“ zu hören, als er mit DaH10 raiste. Michael DeMichele callte mit CaH3 all-in und hätte besser auf Scotty gehört. Am Board SaH9H6C7S4 und Scotty Nguyen hatte Michael DeMichele besiegt. Er darf sich nicht nur über sein fünftes WSOP-Bracelet und $1.989.120 freuen, sondern ist nun auch offizieller Weltmeister im H.O.R.S.E. und der allererste Gewinner des Chip Reese Awards. Im Gedenken an die letzten Dezember verstorbene Pokerlegende hat sich Harrah’s entschieden, beim 50k H.O.R.S.E. diesen Award zu vergeben, da er der erste Sieger des Events war und als der beste Allround-Spieler galt.

Wir dürfen uns nun auf die Ausstrahlung der TV-Aufzeichnung freuen. Ob da eigentlich das Main Event noch mithalten kann? Denn es ist doch zu bezweifeln, dass so viele Profis beim Main Event den Final Table erreichen werden. Oder gibt es da noch eine Überraschung in diesem Jahr?

Platz Name Stadt Land Preisgeld
1 Scotty Nguyen Las Vegas Nevada $1.989.120
2 Michael DeMichele Las Vegas Nevada $1.243.200
3 Erick Lindgren Las Vegas Nevada $781.440
4 Matt Glantz Philadelphia Pennsylvania $568.320
5 Lyle Berman Minneapolis Minnesota $444.000
6 Barry Greenstein Rancho Palos Verdes California $355.200
7 Huck Seed Las Vegas Nevada $284.160
8 Patrick Bueno Paris France $230.880

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Kommentare


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  • DaOarge
  • 30.06.08

Kein Thema, dass Scotty Nguyen ein erfahrener und sehr guter Pokerspieler ist. Aber, lieber Janya, das heisst sicher nicht, dass ein 20-jähriger der vielleicht erst seit zwei Jahren spielt um soviel schlechter sein muss. Bestes Beispiel Martin Kläser – bei der DSF Show war extremes Glück notwendig um es ins Finale zu schaffen, aber wer im gleichen Jahr ein Braclet gewinnt, der hat wohl alle Neider genug gestraft.

Und das man beim 50k HORSE hauptsächlich namlich bekannte Profis findet, liegt wohl auch zu 80% am Startgeld – glaube nicht, dass irgendein WSOP Spieler die Regeln von Razz, Omaha oder Stud nicht kennt.


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  • nummer1
  • 30.06.08

Mit Sicherheit ist bei diesem Event der Lotteriefaktor am niedrigsten, doch das Buy-in ist nur ein Teil der Wahrheit. Wenn es mehr Spieler wie mich gibt, dann muss ich einfach sagen, dass ich sämtliche Lowball und Fixed-Limitvarianten ablehne, da Sie einfach den Grundcharakter des Pokerspiels ad absurdum führen ( Schlecht ist Gut und Limit als Versicherung für ängstliche Spieler ) und mich schlichtweg sehr langweilen. Ein 50.000.- NL in Texas oder Omaha wäre sehr gut besucht.


Erich Kollmann
  • Erich Kollmann
  • 30.06.08

Bei Lowball gebe ich dir 100% Recht. Das hat wenig mit Poker am Hut, aber das du Limit Poker als Angsthasen Poker darstellst, naja das will ich lieber nicht kommentieren. Ein NL Omaha Event mit 50.000.- buy in, wow welch grossartige Idee. Bist du sicher das du auch Poker spielst.


Iron4mantora
  • Iron4mantora
  • 01.07.08

Ich würde es sehr toll finden wenn viele Profis beim Main Event unter den letzten 30-50 Spielern vertreten sind, vielleicht sogar am Finaltisch?! Dieses Jahr gab es ja schon einige Überraschungen. Vielleicht gewinnt Gavin Smith ja auch noch ein Armband?? Ein 50K Pot(-Limit) Omaha Event wär sicherlich auch sehr beliebt und spannend/interessant für alle Pokerfans Smile


dizzle
  • dizzle
  • 01.07.08

Ich freu mich wirklich dreifach! Scotty ist einfach einer der sehr sympathischen Spieler aus der Szene und neben dem Respekt, den er sich verdient hat, gönnt man ihm den Sieg auch so richtig. Letztes Jahr im Main Event hat er ein Paradebeispiel geliefert, was passiert, wenn man in einer wichtigen Turnierphase etwas von seinem Spiel und Gespür abkommt, heuer hat er beim prestigeträchtigsten Event gezeigt, was er wirklich kann.