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Legalisierung von Poker

Gute Argumente, warum Poker auch außerhalb von Spielcasinos auf keinem Fall verboten werden darf!

Poker richtig gespielt ist ein sehr genaues Abbild und spielerische Auseinandersetzung mit dem menschlichen Leben an sich. Poker muss kein Glücksspiel sein, und wenn ein guter Spieler gegen einen schlechten dauerhaft spielt, ist das zumindest mittelfristige Ergebnis ähnlich eindeutig wie beim Skat, Tennis oder Schach. Spielen zwei gleichstarke Spieler miteinander, so dürfte sich die Bilanz ebenso die Waage halten und ähnlich ist Poker auch hier auf Dauer kein Glücksspiel. Auch eine Deutsche Fußballmeisterschaft wird nicht in einem 10 Minutenspiel ausgetragen, mit sofortigen anschließenden Elfmeterschießen und Können braucht eben immer eine gewisse Zeit, um sich zu behaupten.

Beim Roulette, Lotto oder Aktion Sorgenkind wird man je mehr und länger man spielt, statistisch immer mehr verlieren. Der Erwartungswert ist bei jedem Spiel hier immer negativ(er) und davon leben die Anbieter. Dadurch zeichnen sich richtige Glücksspiele aus. Poker ist gerade nicht zwangsläufig solch ein Glücksspiel. Bei entsprechender Struktur des Turniers z.B. tritt der Glücksfaktor erheblich in den Hintergrund und das Geschick bestimmt dann maßgeblich den Ausgang. Also kommt es auf die Struktur des Turniers an, ob Poker ein Glücksspiel ist oder nicht. Poker kann eben gerade auch so gespielt werden, dass der Glücksfaktor in den Vorder- bzw. Hintergrund tritt. Ach könnte es durchaus bei noch breiteren Bevölkerungsschichten gelingen, Werbung für die „richtige“ zeitintensive Art des Pokerspiels zu machen und das Verständnis zu erweitern.

Was aber ist also das Besondere an diesem Pokern und warum ist es für viele so faszinierend?

Tatsächlich ist es gerade der Glücksfaktor, der sich zum Glück nie ganz aus dem Spiel eliminieren lässt. Es ist eben wie im „richtigen“ Leben. Nicht nur, dass man oft viel Geduld braucht und wenn es gut läuft sehr lange dauert. Macht man alles richtig, hat man aber trotzdem Pech, dann ist man schnell auf/in der „Zuschauerbank“. Fällt einem ein Stück vom Himmel auf den Kopf bzw. trifft der Mitspieler auf dem River drei mal hintereinander seinen Ein-Outer, dann kann auch der Geschickteste nichts tun, und er scheidet unglücklich aus. Sowohl Schach als auch Roulette beinhalten eine Lebenslüge! Man ist nie zu 100% für den Lauf der eigenen Figuren verantwortlich, noch ist es nur die Kugel des Schicksals die alles bestimmt. Genau der spielerische Umgang auch mit diesem Sachverhalt, die Erfahrung und Erkenntnis, dass neben möglichst viel Können immer auch das Schicksal in aller unserer Leben eine große Rolle spielt ist immens wichtig. Gerade beim „richtigen“ Poker kann man wie nirgendwo sonst auf vergleichsweise harmlose Art und Weise den Umgang mit Glück und Pech, eigenem Einfluss und Schicksal, „Bad Beats“ und eigener Über/Unterlegenheit einüben. Nicht nur Erfolge, gerade auch Frustrationen sind sehr häufig aus psychologischer Sicht sehr entwicklungsförderlich. Zudem sind Beobachtungsgabe, Selbstbeherrschung, Frustrationstoleranz, Umsichtigkeit, Konzentrationsfähigkeit, Selbstbeherrschung etc pp wichtige Faktoren bzw. werden hervorragend beim Pokerspiel geschult.

„Das Pokerspiel bezieht seine Faszination vor allem auch aus der Tatsache, dass es in einem spielerischen Sinne den Umgang mit Rückschlägen (sogenannten „bad beats“) einübt. Über die Förderung von Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer, Selbst- und Fremdwahrnehmung und Kreativität beim Spiel hinaus kann hier durch den Umgang auch mit zufällig erfolgenden Ereignissen die Frustrationstoleranz gestärkt und entwicklungsfördernd nutzbar gemacht werden. Das Pokerspiel bildet in einem spielerischen Sinne die vielfältigsten Situationen und Herausforderungen menschlichen Lebens, seiner Faszination und seines Leidens ab. Dies einerseits im Sinne von „Selbstverwirklichung“ und der Ermöglichung möglichst gesundheitlich risikoarmer Lebensfreude weiter zu erforschen als auch gleichzeitig die Integration des Spiels zu fördern bzw. der gesellschaftlichen Ächtung des Spiels entgegenzuwirken ist ebenso Zweck des (eines 2006 in Berlin gegründeten Poker) Vereins.“ (Auszug aus der Satzung).

Zudem: sind nicht gerade Pokerspieler zuweilen recht merkwürdige Mitbürger, denen die „Soziale Ader“ nicht unbedingt aus den Genen sprießt? Gerade solche Mitmenschen in die Gesellschaft zu integrieren, gemeinsam zum Spielen zu bringen, was kann es Überraschenderes geben, wenn dies gelingt?! Für einige mit geradezu „Asperger-Charakterzügen“ Gesegnete scheint im Pokerspiel eine fast einzigartige Chance zu liegen, doch noch Lust zu bekommen, mit anderen Menschen aller Altersschichten, Religionen, Geschlechter und Nationalitäten…in Kontakt zu treten, gemeinsam an einem richtigen Tisch zu sitzen, sich real auszutauschen, auch wenn es erstmal nur „Fold“, „call“ oder „raise“ gibt.

Mit den richtigen Strukturen, einem entsprechend angemessenem Verhältnis von Startgeld und Preisen, einer entsprechenden Preisverteilung, wahren Pokerexperten, die TÜF-artig Pokeranbieter überprüfen, bestimmten Mindeststandards kann wie in KEINEM anderen Bereich außer Pokerturnieren bundesweit eine spezifische entwicklungsförderliche Atmosphäre geschaffen werden, die nicht zuletzt auch unserer globalen, bunten, demokratischen, multikulturellen und facettenreichen Gesellschaft sehr nützlich ist. Einen solchen immensen individuellen und gesamtgesellschaftlichen Nutzen sollte wahrlich nicht so einfach verboten werden. Hier gilt es gemeinsam die vielfältigen Ressourcen und Chancen zu nutzen!


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