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Chronik der WSOP: 2006 – Gold schäffelt Gold

Es war das Rekordjahr der World Series of Poker (WSOP). $12.000.000 hat Jamie Gold für seinen Weltmeistertitel beim $10.000 No Limit Hold’em Championship Event gewonnen. Eine Summe, die bis heute nicht überboten ist – und vielleicht auch nicht mehr wird.

Poker als Beruf

Auch 2006 hatte niemand so wirklich daran geglaubt, dass die Rekorde aus dem Vorjahr noch übertroffen werden könnten. 40 Events waren im Rio All Suite Hotel und Casino angesetzt. Zum ersten Mal gab es das $50.000 H.O.R.S.E. Event. Es war das höchste Buy-In, das bislang jemals bei einem Turnier zu bezahlen war. Dementsprechend hochkarätig war natürlich auch das Teilnehmerfeld. 143 Spieler, darunter Weltmeister, Bracelet-Gewinner und jeder, der was auf sich hielt. Chip Reese gewann mit diesem Event nicht nur das Bracelet und $1.700.000. Schon lange Zeit galt er als einer der besten Cashgame Spieler. Und mit diesem Turniersieg ging er endgültig in die Geschichte ein.

Auch Phil Hellmuth feierte einen großen Sieg. Acht Mal war er im Geld, vier Mal davon am Final Table. Gewonnen hat er das $1.000 No Limit Hold’em mit Rebuys. Es war sein zehntes Bracelet und damit zog er mit Doyle Brunson und Johnny Chan gleich.

Bester Allround-Spieler wurde aber Jeff Madsen. Der wurde der jüngste Bracelet-Gewinner und vor allem auch der jüngste zweifache Bracelet Gewinner aller Zeiten. Zwei weitere dritte Plätze brachten im die Allround-Wertung.

Ein wenig enttäuschend waren die Ergebnisse der deutschsprachigen Spieler. Davood Mehrmand war der beste Deutsche. Er kam vier Mal ins Geld, allerdings sah er die Final Tables auch nur aus der Zuschauerperspektive. Frank Blümlein, Andreas Krause und Thomas Bihl platzierten sich beim $2.000 No Limit Hold’em Shootout. Aber auch sie hatten mit der Entscheidung nichts zu tun. Katja Thater schaffte ihre ersten Platzierungen bei einer WSOP und auch der Österreicher Zhang Luzhe konnte sich erstmals in die Ergebnislisten eintragen. Dafür gleich doppelt und sogar mit einem vierten Platz beim $1.500 Pot Limit Omaha. In der langen Turnierkarriere von Erich Kollmann will man gar nicht wahrhaben, dass auch er 2006 sein bislang einziges WSOP-Ergebnis schaffte. Platz 17 beim $1.500 No Limit Hold’em und $13.058 als Preisgeld.

Und dann war da noch das historische Main Event. 8.773 Teilnehmer, über $82.000.000 an Preisgeld und 873 bezahlte Plätze. Hier mit einem Plus auszusteigen, war schon Grund genug sich als Sieger zu fühlen. Markus Golser wurde bester Österreicher mit Platz 239 und $42.882. Bei den Deutschen konnte sich u.a. George Danzer auf Platz 305 niederlassen. Der beste Deutsche aber war Sebastian Zavarshy mit Platz 61 und bereits einem Preisgeld von $65.973. Am allerbesten aber schnitt der Schweizer Marc Friedmann ab. Er konnte sich auf Platz 38 vorkämpfen und durfte sich so über $247.399 freuen.

Ab dem dritten Tag war Jamie Gold Chipleader gewesen. Ob er sich selbst den Sieg zugetraut hatte? Vermutlich schon. Und wir wurden eines besseren belehrt. Denn mit Michael Binger und Allen Cunningham am Tisch kann es keine leichte Herausforderung gewesen sein.

Über das Talent von Jamie Gold als Pokerspieler kann man streiten. Vermutlich hat aber nicht Jamie Gold das Turnier gewonnen, sondern vielmehr Paul Wasicka verloren. Denn als sie nur noch zu dritt waren, lag am Board C10S6S5. Wasicka hielt X8X9, foldete aber, als Jamie Gold all-in ging. Nur Michael Binger glaubte, dass er mit HaH10 auf der sicheren Seite war. C7 am Turn brachte Jamie Gold mit X4X3 einen Riesenpot und Michael Binger Platz 3. Wer weiß, vielleicht wäre alles ganz anders gekommen, wenn Paul Wasicka bezahlt hätte. Im Heads-Up war er chancenlos gegen Jamie Gold und der durfte sich über den Rekord-Gewinn von $12.000.000 freuen. Oder besser gesagt, er durfte für das Siegerfoto mit den 12 Millionen posieren. Denn bekommen hat er sie nie. Nur die Hälfte durfte er behalten, die andere Hälfte musste er in einem Rechtsstreit abgeben. Bis heute konnte Jamie Gold nicht an seinen unglaublichen Lauf bei der WSOP 2006 anschließen. Und bestätigte so die Kritiker, dass er des Titels nicht würdig sei.

Event Sieger Preisgeld Teilnehmer
$10,000 Championship Event Jamie Gold $12,000,000 8,773
$500 Casino Employees No-Limit Hold’em Chris Gros $127,496 1,232
$1,500 No-Limit Hold’em Brandon Cantu $757,839 2,776
$1,500 Pot-Limit Hold’em Rafe Furst $345,984 1,102
$1,500 Limit Hold’em Kianoush Abolfathi $335,289 1,068
$2,500 Short-Handed No-Limit Hold’em Dutch Boyd $475,712 1,895
$2,000 No-Limit Hold’em Mark Vos $803,274 1,919
$3,000 Limit Hold’em Bill Chen $343,618 415
$2,000 Limit Omaha Hi-Lo Jack Zwerner $341,426 670
$5,000 No-Limit Hold’em Jeff Cabanillas $818,546 622
$1,500 Seven-Card Stud David Williams $163,118 478
$5,000 Omaha Hi-Lo Sam Farha $398,560 265
$1,500 Limit Hold’em Bob Chalmers $258,344 701
$2,500 No-Limit Hold’em Max Pescatori $682,389 1,290
$1,000 No-Limit Hold’em mit Rebuys Allen Cunningham $625,830 752
$1,000 Ladies No-Limit Hold’em Mary Jones Meyer $236,094 1,128
$10,000 Pot-Limit Omaha Lee Watkinson $655,746 218
$1,000 No-Limit Hold’em Jon Friedberg $526,185 2,891
$2,000 Pot-Limit Hold’em Eric Kesselman $311,403 590
$1,000 Seniors No-Limit Hold’em Claire Miller $247,814 1,184
$50,000 H.O.R.S.E. David “Chip” Reese $1,784,640 143
$2,500 Short-Handed No-Limit Hold’em Bill Chen $442,511 740
$2,000 No-Limit Hold’em Jeff Madsen $660,948 1,579
$3,000 Limit Hold’em Ian Johns $291,755 341
$3,000 Omaha Hi-Lo Scott Clements $301,175 352
$2,000 No-Limit Hold’em Shootout David Pham $240,222 600
$1,500 Pot-Limit Omaha Ralph Perry $207,817 525
$1,500 Pot-Limit Omaha mit Rebuys Eric Froehlich $299,675 158
$1,500 No-Limit Hold’em Mats Rahmn $655,141 2,126
$5,000 Seven-Card Stud Benjamin Lin $256,620 183
$2,500 Pot-Limit Hold’em John Gale $374,849 183
$5,000 Short-Handed No-Limit Hold’em Jeff Madsen $643,381 183
$2,000 No-Limit Hold’em Justin Scott $842,262 2,050
$1,500 Razz James Richburg $139,576 409
$5,000 Pot-Limit Hold’em Jason Lester $550,764 378
$1,000 No-Limit Hold’em mit Rebuys Phil Hellmuth $631,863 754
$1,000 7-Card Stud Hi-Lo Patrick Poels $172,091 788
$1,500 Limit Hold’em Shootout Victoriano Perches $157,338 524
$1,500 No-Limit Hold’em James Graham $765,226 2,803
$5,000 2-7 Draw Lowball Daniel Alaei $430,698 81
$1,000 No-Limit Hold’em Praz Bansi $230,209 1,100
$1,500 No-Limit Hold’em Paul Kobek $316,144 1,007
$1,500 No-Limit Hold’em Jimmy Mitchell $153,173 362
$1,500 No-Limit Hold’em Kevin Nathan $171,987 420
$1,500 No-Limit Hold’em Kevin Cover $196,968 481
$1,500 No-Limit Hold’em Anders Henriksson $202,291 494

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Kommentare


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  • L€xu$
  • 30.05.08

Nichts für ungut, aber man sollte von einem Pokerportal, das sich ja auch selber hoch ansieht, doch etwas mehr (poker-)journalistische Kompetenz erwarten können, zumal wenn man die sonst auch mehr als selbstbewusst geschriebenen Artikel liest!

Bei der oben beschriebenen Hand hatte Wasicka nicht 8×9x, sondern 7s8s und damit einen OES-Flush-Draw gefloppt.

Der Turn (7c) brachte zwar die Straße für Gold (und logischer Weise NICHT die höhere Straße für Wasicka!), sondern auf dem River hätte Wasicka mit der Qs seinen Flush getroffen!

Wenn man die Hände richtig wiedergegeben hätte, so wäre der Wunsch von Wasickas Call auch nachvollziehbar gewesen aber so ?! Warum sollte er all sein Geld auf einen Gutshot riskieren?

Als “richtiger” Journalist könnte man sich solch einen Fehler bei jeder Zeitung nur einmal erlauben…


Rosi Gruenstaeudl
  • Rosi Gruenstaeudl
  • 30.05.08

Du hast recht mit der Hand. Allerdings hätte ich ohne Dein Posting nicht noch einmal nachgesehen. Denn auf unzähligen Pokerseiten wird die Hand so wiedergegeben, wie ich es oben beschrieben habe. Du kannst diesen Pokerportalen allen die Kompetenz absprechen.

Aber solche Postings verleiten mich immer zu der Aufforderung, selbst Artikel zu schreiben….


Christoph Spitzer
  • Christoph Spitzer
  • 30.05.08

Also ich find die Artikel Serie über die WSOP super war echt eine super Einstimmung auf die WSOP 08 und man stelle sich mal vor wie viel arbeit des war für jedes Jahr einen Artikel zu schreiben und alles Infos zusammen zu tragen

also ich spreche da nur ein riesen großes Lob aus und nehme meine Hut

soda schönes Wochenende bis bald ciao Happy


San Daniele
  • San Daniele
  • 30.05.08

hab auch gerade blöd geschaut.
fand den fold nämlich mit openendstraightflush so gut weil er mMn realistischerweise von 8 outs ausgehen muss