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Chronik der WSOP: 1996 – Bühne frei für Huck Seed

Es gibt verschiedene Arten von Pokerspielern. Eine Art sind Spieler, die einfach alles spielen, was gespielt werden kann. Und dazu zählt Huck Seed. Er lässt keine Möglichkeit aus, um zu spielen, zu zocken oder zu wetten. Sein Erfolg spricht für sich. Denn 1996 konnte er den Weltmeistertitel erobern.

Poker als Beruf

Wieder gab es einen neue Teilnehmerrekorde. Und wieder war Matthias Rohnacher der erfolgreichste Deutsche in Las Vegas. Beim $2.500 Omaha High Low scheiterte er wieder knapp vor dem Bracelet und musste sich nur Men „the Master“ Nguyen geschlagen geben.

Bemerkenswert war in diesem Jahr auch, dass Barbara Enright beim $2.500 Pot Limit Hold’em ihr zweites Bracelet gewann. Mit Jennifer Harman saß auch noch eine weitere Frau am Final Table. Sie musste sich aber mit Platz 6 begnügen. Annie Duke hätte fast ihr erstes WSOP Bracelet gewonnen, landete aber schließlich beim $2.500 Seven Card Stud nur auf Platz 2. Marty Sigel holte sich den Sieg und ließ damit ein namhaftes Feld hinter sich. Neben Matthias Rohnacher auf Platz 12 waren auch Chris Bjorin, Ted Forrest und Mansour Matloubi mit dabei.

1996 war auch das letzte Jahr, in dem Chinese Poker gespielt wurde. Die Teilnehmerzahlen waren nicht überragend und so wurde diese Variante im folgenden Jahr aus dem Kalender gekickt. In diesem Jahr jedoch gab es noch zwei Turniere. Während sich beim $1.500 Chinese Poker noch 62 Spieler begeistern konnten, waren es beim $5.000 nur noch 10.

Wie schon in den Jahren zuvor gab es beim $10.000 No Limit Hold’em Main Event einen Teilnehmerrekord. Auf 295 Spieler war nun das Feld schon angewachsen. Auf den Sieger wartete wieder $1.000.000 an Preisgeld. Dan Harrington war natürlich fest entschlossen, seinen Titel zu verteidigen. Doch in diesem Jahr kam er über Platz 17 nicht hinaus. Nur einen Platz vor ihm musste sich auch Berry Johnston geschlagen geben.

Huck Seed

Der Final Table war durchwegs mit langjährigen Profis besetzt. Auch Huck Seed und Bruce van Horn waren keine Neulinge in diesem Spiel. Huck Seed gewann das Duell mit derselben Hand wie Dan Harrington im Jahr zuvor. Am Flop H9H8C4 raisten sich Van Horn und Seed all-in. Van Horn hatte mit CkC8 ein Paar getroffen, doch Huck Seed hielt D9D8. Turn und River halfen Van Horn nicht weiter und die Weltmeisterschaft 1996 war entschieden.

Es war Huck Seeds größter Triumph. Am Pokertisch ist er ein ruhiger Zeitgenosse, der sein Spiel für sich sprechen lässt. Denn schließlich zählt er zu den besten No Limit Hold’em Spielern der Welt. Fast noch mehr Berühmtheit erlangte Huck Seed aber mit seinen Prop Bets. Vor allem die $50.000 Wette mit Phil Hellmuth sorgte damals für Schlagzeilen. Er hätte 18 Stunden im Ozean stehen sollen, das Wasser bis zum Halse. Nach nur drei Stunden gab der 2.01m große Huck Seed auf und zahlte seine Wettschulden. Doch nur die Hälfte, denn die andere Hälfte nahm er Phil Hellmuth beim 9 Ball wieder ab. Es gibt nahezu keine Wette, die Huck Seed auslässt – mit durchwachsenem Erfolg. Seine Brötchen verdient er aber noch immer äußerst erfolgreich am Pokertisch.

Event Sieger Preisgeld Teilnehmer
$,10,000 Championship Event Huck Seed $1,000,000 295
$1,000 Women’s 7-Card Stud Susie Isaacs $42,000 105
$5,000 Limit Hold’em Hieu Ngoc Ma $236,000 118
$2,500 No-Limit Hold’em Mel Weiner $250,315 267
$5,000 Seven-Card Stud Henry Orenstein $130,000 65
$2,500 Pot-Limit Hold’em Barbara Enright $180,000 180
$2,500 Pot-Limit Omaha mit Rebuys Sam Fahra $145,000 78
$2,500 Seven-Card Stud Marty Sigel $144,000 144
$2,500 Omaha 8 or Better Men “The Master” Nguyen $110,000 110
$5,000 2-7 Draw mit Rebuys Kassem “Freddy” Deeb $146,250 24
$2,500 Seven-Card Stud Split Frank Thompson $94,000 94
$1,500 Pot-Limit Hold’em Al Krux $156,375 278
$1,500 Pot-Limit Omaha mit Rebuys Jim Huntley $168,600 133
$3,000 Limit Hold’em Donny Kerr $200,400 167
$5,000 Chinese Poker mit Rebuys Jim Feldhouse $50,000 10
$1,500 A-5 Draw Hans “Tuna” Lund $71,400 119
$1,500 No-Limit Hold’em John Morgan $227,815 405
$1,500 Omaha 8 or Better Adeeb Harb $155,815 277
$1,500 Razz Randy Holland $87,000 145
$1,500 Seven-Card Stud Split “Miami” John Cernuto $147,000 245
$1,500 Limit Omaha Dody Roach $102,600 171
$1,500 Seven-Card Stud Gary Benson $148,200 247
$2,000 Limit Hold’em David Chiu $396,000 528
$1,500 Chinese Poker Gregory Grivas $37,200 62

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