Poker-Skandal? Nein, unfassbare Realität!
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- Don Quijote, Dienstag. 06. November 2007
„Betrüger aufgeflogen!“, „Profis abgezockt!“ – Wirklich empörende Meldungen gab es am letzten Wochenende. Doch was ist daran tatsächlich der Aufreger? Es ist die Tatsache, dass ein solcher Betrug überhaupt möglich ist. Die viel gepriesene deutsche Gründlichkeit hat gründlich versagt!
Einmal mehr muss ich mich in so kurzer Zeit über das deutsche Pokerwesen entrüsten. Und das mit noch mehr Recht als vielleicht zuvor. Denn über zwei Jahre hindurch zwei Karten aus dem Deck verschwinden und wieder auftauchen zu lassen, ist keine ganz miese Tour oder gar Frechheit, sondern einfach das Ausnutzen einer Fahrlässigkeit der deutschen Casinos!
Im Pokerland Österreich reichen die Sicherheitsmaßnahmen in den Cardcasinos von Deckmates bis hin zu dreimaligem Zählen pro halber Stunde. Thomas Kremser betont es noch ausdrücklich in der Diskussion, dass bereits seit 1993 der Standard des Concord Card Casino ein dreimaliges Zählen innert 30 Minuten vorschreibt. Und dann gibt es da auf der anderen Seite die deutschen Casinos, in denen man von Glück reden kann, wenn sich der Dealer die Mühe einmal in der Stunde macht.
Tag ein, Tag aus liest man vom hohen Sicherheitsstandard. Staatliche Casinos samt ihrem Monopol seien das einzig Wahre. Nur so könne man vor Lug, Betrug und sonstigen kriminellen Machenschaften schützen. Ich bin mir sicher, dass das Casino Bad Zwischenahn der beste Austragungsort für die Deutsche Meisterschaft ist. Denn schließlich ist man dort ja bereits nach zwei Jahren auf den Betrug gekommen. Wer weiß, wie lange es in anderen Casinos noch gedauert hätte.
Doc Michael Keiner spricht von „Ungeziefer“. Doch hat der Betrüger nicht einfach nur eine Sicherheitslücke ausgenutzt und die selbst ernannten Profis nach allen Regeln der Pokerkunst ausgeblufft? Im Nachhinein zu sagen, das sei einem schon immer komisch erschienen und man hätte schon den Verdacht gehabt, stellt Spielern und Casinos nur ein weiteres Armutszeugnis aus. Denn trotz akkuratem Beobachten sei nichts zu bemerken gewesen. Videoaufzeichnungen und die Argus-Augen von Mitspielern haben nichts Auffälliges beobachten können. Na toll! Ob jemand eine typische Handbewegung macht, die auf einen Bluff hindeutet, darauf ist das Auge des Pokerspielers geschult, aber dass er gerade betrogen wird, entzieht sich seiner Auffassungsgabe.
Aber nehmen wir die erdrückende Last „Selbst schuld“ von den Schultern der Spieler und legen sie auf die der Casinos. Denn traurig sieht es aus mit der Pokerlandschaft Deutschland. Lug und Betrug wo man hinschaut. Turnierveranstalter sorgen für eine Aufregung nach der anderen. Doch auch vor den Casinos machen die Negativ-Schlagzeilen nicht Halt. Die Casinochefs ziehen sich mit nichtssagendenden Äußerungen aus der Verantwortung. Meinungen wie “Mischmaschinen seien doch viel zu teuer bei einem so unprofitablem Spiel wie Poker”, sprechen doch eindeutig dagegen, dass die Casinos alles tun, um den höchsten Sicherheitsstandard zu garantieren. Und eine bessere Ausbildung der Dealer wird wohl auch noch ein paar Jahrzehnte auf sich warten lassen.
Da versteht man doch die Welt nicht mehr! Poker sei Glücksspiel, dürfe nur unter staatlicher Casinoaufsicht angeboten werden und dennoch ist es so unlukrativ für die Spielbanken? Das widerspricht sich doch! Poker spielt man nun mal gegen Mitspieler und nicht gegen die Bank. (Es sei denn, die Rake erreicht schwindelerregende Höhen!) Das ist ja fast so, als dürfte man Bridge, Skat, Backgammon, Schach und Mensch–ärgere–dich–nicht nur noch in den Casinos spielen. Der Glücksfaktor ist gegeben und das reicht doch auch beim Pokerspiel als Argument, dass es unter staatliche Aufsicht gehört.
Gelobtes Land Österreich! Der Widerstand der Cardrooms gegen das staatliche Monopol hat sich bezahlt gemacht. Denn jeder weiß, dass in den Cardcasinos ein Betrug in der Art und Weise wie in den deutschen Casinos nicht möglich gewesen wäre.
Aber das Kartenzählen wird ja nun sicherlich in die Anleitungen für die Dealerausbildung in den deutschen Casinos aufgenommen werden. Es muss doch immer erst etwas passieren, ehe man reagiert. Und meine Frage ist nun wieder dieselbe: “Wann erwacht der deutsche Pokerspieler aus dem Dornröschenschlaf und nimmt den Kampf gegen die Dornen auf?”
Kommentare

















Pssst. Nicht so laut! Sonst wachen am Ende noch die deutschen Casinos auf und würden mit Erstaunen den Pokerboom in Deutschland registrieren und ausnutzen…
Aber so lange große deutsche Casinos gerade mal am Wochenende es schaffen zwei Cashgame Tische für Poker bereitzustellen, kann man auch gerne auf das meilenweit bessere Angebot in Österreich oder eben online zurückgreifen.
Mag sein, dass bei niedrigen Limits nicht sehr viel bei den Casinos hängen bleibt und dass sich damit Poker nicht als beste Einnahmequelle offenbart, aber irgendwie scheinen die Casinos in den USA ja auch zu überleben, obwohl dort massenhaft gepokert wird…
Und solange die Casinos nicht verstehen, dass sie mit Pokern keinerlei Risiko eingehen, weil niemand gegen sie spielt, es also auch keine Bank gibt, die man sprengen kann, wird der lange Zug – auf den sie immer noch aufspringen können – weiterhin an den Casinos vorbeifahren.
20 Augen am Tisch jede menge Zuschauer, Videoüberwachung und das zwei Jahre lang ,unglaublich
“Doch hat der Betrüger nicht einfach nur eine Sicherheitslücke ausgenutzt und die selbst ernannten Profis nach allen Regeln der Pokerkunst ausgeblufft?”
Wenn man sich diese reichlich balkanoide Vorstellung von was Beschiss und was Geschick ist anschliessen möchte, dann sollte man den Täter wenigstens auch “nach allen Regeln der Pokerkunst ” in Pech und Federn durch die Stadt tragen und anschliessend hoch hängen.
hi,
tja armes deutschland,
ich spiele seit jahren poker in enschede Niederlande und muß dem aufschwung der dort seit ca 2 jahren gemacht wurde nur bewundern.
Angefangen mit turnieren 1 mal die woche
dann 2 mal, ende letzen jahres kamen 2 tische cah dazu.
dann anfang des jahres kartenmischmaschinen.
mitte diesen jahres 30 neue dealer und nun sind wir da auf acht tische mit mischmaschinen und täglich sind ca 4 tische voll besetzt. am wochende alle besetzt mit warteliste.
Tja die anzahl der deutschen gäste liegt bei ca 50 %.
habe mir vielen dort unterhalten und sie sind von den deutschen casinos sehr entäuscht.
also wer im deutschen casino sagt es lohnt nicht poker anzubieten, der lebt auf einem anderen stern .
würde holland casino sowas aufbauen, wenn es sich nicht lohnen würde?
Also bei 5 % rake aknn mann sich ja mal ausrechen was da am abend rum kommt. ohen verlust des casinos. sie stellen ja nur das personal und die lokalität und trozdem läufts.
caprese
Ahhhhh, ... da sind ja zwei mit richtig viel Ahnung! Äpfel it Birnen zu vergeleichen. Kommt immer wieder vor – ist aber immer wieder wenig klug. In den USA geben die Casinos 13 % des Einspielergebnisses ab. In Holland um 40%. Und in Deutschland? zwischen 80 und 90 % je nach Höhe des BSE. Wenn in einem Spiel in USA 2 $ getaxt werden sind 1,74 $ Gewinn für die Bank pro Spiel übrig. =(>52 $ Gewinn/Std.) Das ist O.K.
In Deutschland bei 2 EUR TAX = 20 cent Gewinn/Spiel. Das sind pro Stunde – bei etwa durchschnittlich 30 Spielen = 6 EURO Gewinn für das Casino.
Erkennt einer den Unterschied?
“also wer im deutschen casino sagt es lohnt nicht poker anzubieten, der lebt auf einem anderen stern .”
Also: Auf einem anderen Stern lebt, wer keine Ahnung hat wovon er redet. Merke: Pssssst. Nicht so laut mitteilen, dass man keine Ahnung hat.
ach komm don quijote übertreib doch nicht, du lobst die österreischiche casinos in den himmel. ich spiele selbst regelmäßig im concord, was erzählst du den da das jede 30 minuten 3 mal die karten gezählt werden, das wäre ja ca. jede dritte bis vierte hand. das wäre garnicht möglich und vor allem ist das seit ich dort spiele noch nNIE passiert!!! und gerade was die cardcasinos angeht ist dort doch der grösste betrug im gange. ein beispiel, ich habe ca. im märz ein 500er buy in satellite zum main event der WSOP im pokerworld gespielt bei dem die ersten 4 spieler sich qualifiziert haben. alle 4 sieger stellten sich als mitarbeiter der pokerworld heraus. ist das kein betrug? und wie manche stammspieler in bregenz sich zeichen geben ist auch mehr als auffällig. in jedem casino sowohl in deutschland als auch in österreich wird auf irgend eine art und weise beim pokern betrogen. und das wird auch so bleiben entweder man betrügt oder wird betrogen!!!
@Hans Hansi Hansen: cool! Danke für die Info. Das ist echt ein deutlicher Unterschied, also müssten die Pokerspiele für die Casinos erstmal steuerlich entlastet werden, bevor es in Deutschland lohnenswert wird… Wie birnt und äpfelt es sich denn mit dem Vergleich der Casino-Betreiber? Stecken in Deutschland genauso wie in den USA private, also nicht-staatliche Eigentümer dahinter?
ich denke, das einzige was in einem casino privat ist, ist die gastronomische versorgung. ansonsten arbeiten dort sehr viele “unkündbare finanzbeamte” und studenten. somit stellt sich die frage nach verbleibenen gewinnen fürs casino auch nicht. wofür braucht es gewinne? ich halte es auch für irreführend zu behaupten, die casinoangestellten lebten ausschließlich vom tipp der im casino gemacht wird. klar, solange der ausreicht, warum nicht, sollte er aber nicht ausreichen, um die gehälter zu zahlen, würde es an die einnahmen gehen. so einfach. oder wollte man einen finanzbeamten kündigen, weil der tipp nicht mehr ausreicht? oder sollen die finanzbeamten dann selbst den dealer machen und nicht mehr die bwl-studentin?
hallo,ich finde den artikel sehr gut.eine meinung über österreich kann ich mir nicht bilden da ich dort noch nicht gespielt habe. aber:ich spiele seit einigen jahren poker und besuche casinos seit 24 jahren.das problem ist doch das einige dealer so arrogant und eingebildet sind,dass sie hinweisen garnicht nach gehen,weil sie meinen sie wären die größten!das sie aber mehr misdeals innerhalb kürzester zeit machen,versuchen sie mit dummen kommentaren zu überspielen.das problem ist ganz klar die ausbildung und das intresse am dealen.in dem casino wo ich spiele,gespielt habe(später mehr dazu),gibt es allenfalls 3-4 von 15 dealern die es wirklich beherschen!!!! die ausbildung ist das problem!!! aber statt sich darum zukümmern,hat sich so ein SUPER dealer darum gekümmert das ich nicht mehr pokern darf in deutschen casinos, weil er von meiner insolvens erfahren hat und das seinem chef sagen mußte. das sind doch super dealer!!! sorry wenn das etwas lang ausgeführt ist,aber ich mußte das mal los werden.außerdem bin ich mir sicher das er mir meine “pokerkarriere “gekostet hat gruß marco
Also, wegen Kameras und Karte zählen usw.
Schaut mal hier und dann fragt noch einer was wegen Kamera oder warum es niemand gemerkt hat: http://www.youtube.com/watch?v=Tt...15HIg
Hätte es wirklich einer von Euch bemerkt bzw. geahnt?
Privat oder nicht privat: Zu der Frage:
Wie birnt und äpfelt es sich denn mit dem Vergleich der Casino-Betreiber? Stecken in Deutschland genauso wie in den USA private, also nicht-staatliche Eigentümer dahinter?
Das ist unterschiedlich. Es gibt in Deutschland sowohl komplett staatliche, als auch Casinos in privater Hand. ALLE sind natürlich staatlich konzessionierte Casinos. Die Gewinne fliesen (bis zu 90%) an den Staat. Der Rest ist Gewinn für den Betreiber. Davon muss er natürlich alle weiteren Aufwendungen zahlen. Ein Pokertisch fährt mit den Gewinnen für den Betreiber gerade mal die Stromkosten/Pacht und evtl. noch die täglich benutzten Spielkarten ein. Pokerspieler kosten üblicherweise nur Geld – es sei denn:
Sie spielen nebenbei auch noch etwas anderes (Roulette, Black Jack)
Und zu dem Herrn /bzw. den “Beitrag” skylounge: Natürlich werden die Finanzbeamten nicht von dem Casino bezahlt. Beamte werden natürlich vom Steuerzahler bezahlt. Wie alle Beamten. Und NATÜRLICH werden alle Angestellten eines Casinos vom sog. Trinkgeld bezahlt. Einem Finanzbeamten wird also natürlich nicht gekündigt, weill der “Tip” nicht ausreicht. Er ist aja auch kein Angestellter des Casinos. (Hätte ‘skylounge’ ja eigentlich auch selbst drauf kommen können- Er benutzt ja das Wort Beamter -aber scheint ja nicht zu wissen, was das Wort bedeutet). Reicht das Trinkgeldaufkommen nicht aus, werden tatsächlich aber Croupiers auch mal arbeitslos. Siehe Casino Hittfeld – da wurden alle entlassen – es gibt nur noch Automaten)
...ein casino in wiesbaden oder baden baden oder hamburg würde nie geschlossen werden, egal ob der tipp ausreicht die croupiers zu bezahlen oder nicht, denn das casino/staat lebt ja nicht vom tipp, sondern von den einnahmen/umsätzen. und die croupiers würden ebenfalls nicht gekündigt, da sie für den spielbetrieb nötig sind, allenfalls ausgetauscht. deswegen variiert ja auch die abgabensumme, das eine casino braucht halt mehr zum leben und das andere eben weniger. für hittfeld (keine ahnung wo das ist) mag das zutreffen, es lag aber wohl eher an den schwachen umsätzen im verhältnis zu den kosten und weniger am tipp.
...du hast übrigens meine ironie nicht verstanden. es ging nur darum, ob man den spielbetrieb einstellen würde, wenn der tipp nicht ausreichen würde, um die angestellten damit zu bezahlen. der beamte wird natürlich nicht gekündigt, sondern würde versetzt werden.
...natürlich werden (finanz)beamte vom staat bezahlt. meine frau z.b.
cooles video martin, das würde ich auch gerne können