Poker in der Spielbank Potsdam
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- Rainer Gottlieb, Montag. 05. November 2007
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- casino, deutschland, poker, potsdam, turnier
Seit dem 2. November bietet die Spielbank Potsdam „Joker’s Garden“ in der Schlossstraße 14 in Potsdam Poker an. Die relativ kleine aber feine Spielbank hat im Live-Spielbereich des Obergeschoßes drei sehr schön gestylte Pokertische aufgestellt. Bespannt mit dem spielbanktypischen bordeauxroten Tuch mit Bettingline und aufgedrucktem Logo sind sie eine echte Augenweide. An jedem Tisch ist Platz für neun Spieler.

Angeboten wird No Limit Texas Hold’em mit Blinds von € 2,50/5 und einem Minimum-Buy-In von € 100. Das Casino ist aber laut Auskunft des ultrafreundlichen Floorman gern bereit, auch andere Limits und andere Varianten (wie wär’s mal wieder mit Stud?) anzubieten, wenn die Nachfrage da ist.
Um das Geschäft anzukurbeln, werden seit Freitag 2. November Turniere angeboten. Jeweils samstags, sonntags und montags wird es auch zukünftig Freezeouts mit akzeptablen Buy Ins zu € 100, € 50 bzw. € 75 geben (Einzelheiten siehe www.spielbank-potsdam.de).
Das Eröffnungsturnier am 2.11. war nach Auskunft des Floorman ausverkauft. Anschließend gab es dann auch einen vollbesetzten Cashgame-Tisch.
Das Turnier am 3.11.07 mit Buy-In von € 100 (und € 3 Fee) war mit 18 Spielern nicht zur vollen Kapazität gefüllt, lief aber trotzdem in sehr angenehmer Atmosphäre ab. Mit 2000 Startchips und Blindintervallen von zunächst 20 Minuten, später 15 Minuten kann man die Rahmenbedingungen als akzeptabel bezeichnen. Die Blindsteigerungen sind verbunden mit den verkürzten Levels etwas „forsch“, aber noch annehmbar. Natürlich gab es dazu von verschiedenen selbsternannten Turnierexperten die üblichen Hinweise, dass durch die Struktur das Glückselement zu sehr im Vordergrund steht. Klar ist das so, aber alle Teilnehmer hatten sehr viel Spaß dabei und die Betreiber legen beim reinen Turnierbetrieb massiv Geld dazu. Aus € 54 Gesamt-Entryfee lassen sich keine sechs Dealer und diverse Floormen bezahlen. Wem eine solche Struktur nicht passt, der sollte zur WSOP reisen, $10.000 zahlen und sich dann an Zwei-Stunden-Blindlevels erfreuen.
Insgesamt lässt sich sagen, dass die Betreiber äußersten Wert auf Qualität legen. Das zeigt sich in vielen Dingen:
- Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Casinoangestellten
- Eingehen auf Kundenwünsche/vorschläge
- hochwertiges Turnierequipment wie:
o informativer Software („Tournament Director“ Blindtimer mit großem
Beamer)
o schön gestaltete Turnierchips mit Casinologo, kein Billigzeug wie es sonst
häufig üblich ist
o Dealerbuttons aus Messing mit Gravur
Die Kartengeber sind sehr freundlich, allerdings – was angesichts der Neuheit des Projekts durchaus normal ist – noch sehr langsam und sie wirken manchmal etwas unsicher. So wurde während der 20-Minuten-Blindintervalle gerade mal ein Buttonorbit geschafft. An der Schnelligkeit und Sicherheit der Croupiers muss gearbeitet werden, fairer weise muss man dem Personal dafür aber auch ausreichende Zeit einräumen. Der Turnierdirektor war so klug, vor Beginn des Turniers darauf hinzuweisen und um Verständnis zu bitten.
Am Samstag passierte kein großer Fehler, die Croupiers beherrschten Ihr Handwerk, auch wenn die einstudierten Abläufe manchmal etwas mechanisch wirkten. Zeit einsparen ließe sich schon mit Kleinigkeiten, die in der Summe durchaus Einfluss haben dürften. Nur ein Beispiel dazu: Bevor der Flop aufgelegt wird, sammelt der Croupier etwas langatmig die Chips ein, meist nicht in einer Bewegung, sondern in mehreren. Dann werden die Chips sortiert und gestapelt. Erst dann legt er den Flop auf. Wenn es nur noch 120 Sekunden bis zur nächsten Blinderhöhung sind und der Big Blind näher kommt, kann das etwas stressig sein und Chips kosten.
Wie bei Pokerspielern üblich, waren etwa 90 Prozent aller Teilnehmer Raucher. Es nervt wirklich, wenn man an einem Neunertisch der einzige Nichtraucher ist und von allen Seiten rücksichtslos vollgequalmt wird. Ein Lichtblick wird allerdings der 1. Januar 2008. Dann wird nach Auskunft eines Floorman der gesamte Livegamebereich rauchfrei sein. Man darf gespannt sein, wie die hektischen Raucher mit dieser begrüßenswerten Regelung umgehen werden.
Fazit: Ein Besuch der Spielbank Potsdam kann ich empfehlen, wenn man vorübergehend das Gequalme zu akzeptieren bereit ist. Die Atmosphäre ist sehr angenehm. Den Betreibern wünsche ich viel – besonders finanziellen – Erfolg bei Ihren Poker-Aktivitäten, die sich hoffentlich stabil und positiv entwickeln.
Rainer Gottlieb
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Kommentare













@ Rainer Gottlieb
Ich frage mich, bei welcher Veranstaltung du warst! Ich habe ebenfalls am Turnier am Freitag teilgenommen und bin sehr enttäuscht von der Veranstaltung gewesen. Trotz hervorragender Rahmenbedingungen (Beamer, Tische) ist dieses Turnier für jeden ernsthaften Pokerspieler ein reines Fiasko gewesen. Die Blindstufen waren absolut inakzeptabel. 30 Teilnehmer insgesamt, der Final Table startete mit 10 Teilnehmern, 6 im Geld, mit einem durchschnittlichen Stack von 6 k und die Blinds nach 15 Minuten 1600/3200. Das ist noch nicht das Schlimmste. In dieser Blindstufe wurden tatsächlich 3 Spiele gemacht und dann die Blinds auf 3200/6400 erhöht. Was hat das bitte mit Pokern zu tun? Und das in einer Phase mit noch 7-9 Teilnehmern.Auf Proteste von Spielern wenigstens die Zeitanzuhalten, wenn 5!!!! Minuten ein Sidepot berechnet wurde oder die Blinds einzufrieren, wurde nicht eingegangen. Ausserdem waren stark alkoholisierte Personen am Tisch, die wirklich nicht für eine angenehme Atmosphäre gesorgt haben (ausser man war selbst in solch einem Zustand!). Bei welchem Turnier warst du und wieviel hast du für das Schreiben eines solch geschönten Artikels bekommen? Übrigens war der “volle” Cash Table durchschnittlich mit 4-6 Personen besetzt… Der Spielbank Potsdam wünsche ich für die Zukunft viel Erfolg und hoffe, dass sie richtigen Schlüsse aus dieser Veranstaltungen ziehen werden, ansonsten werden diese Turniere schnell der Vergangenheit angehören und die Spieler, die anschliessend Cash Game spielen sollen/wollen mit Sicherheit nicht nicht an diesem Glücksspiel teilnehmen. Dies wäre sehr bedauerlich, da im Raum Berlin/Brandenburg in diesem Buy In-Bereich bestimmt großes Potential liegt.
Gruß mic1860
Gemach, gemach. Zunächst einmal möchte ich feststellen, dass mein Text keine Gefälligkeits-Lobhudelei war, für die ich eventuell auch noch entlohnt worden sein soll. Der Text ist am Sonntag spontan entstanden als Reaktion auf meine positiven Eindrücke vom Turnier am Samstag. Was dort zu verbessern ist, habe ich hinreichend deutlich gesagt, denke ich. Ich bin auch davon überzeugt, dass die Spielbank im Rahmen ihrer Möglichkeiten Verbesserungen herbei führen wird.
Natürlich sind die Blindsteigerungen kombiniert mit kurzen Zeitintervallen von einem bestimmten Zeitpunkt an mörderisch und das Turnier wird zum Crapshoot. Klar gibt es da etwas zu kritisieren, aber verdammt nochmal, eine solche Veranstaltung verursacht dem Betreiber doch nur Kosten. Für den Zeitraum von 2,5 bis 3 Stunden sechs Dealer und diverse Florrmen bereit zu halten ist von 60 bis 90 Euro Entry-Fee wohl kaum zu bezahlen.
Ich denke, als Kunde muss man akzeptieren, dass die Betreiber die Turniere in halbwegs akzeptablem Zeitrahmen über die Bühne bringen wollen. Wer das nicht akzeptieren will, der sollte einfach nicht teilnehmen. Als Alternative kann er dann ja die in Berlin zahllos angebotenen “Sachpreisturniere” mit Blindzeiten von 8, 10 oder 13 Minuten wählen.
Zunächst einmal sollten wir alle froh sein, dass die hauptstadt (bzw die Umgebung) endlich aus dem Poker-Dornröschenschlaf erwacht und dass es Alternativen zum herkömmlichen Angebot gibt. Lasst uns den Potsdamern eine Chance geben. Sie sind Kunden gegenüber sehr aufgeschlossen.
RG