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Wie Schach im Gegensatz zum Poker zum Glücksspiel wird

Das Spiel des Lebens besonders facettenreich anzugehen, möglichst viele Sichtweise und unterschiedliche Erzählungen zu integrieren, nicht immer vorbehaltlos gleich alles facettenarm hinzunehmen, das könnte man durchaus als Psycho-Kategorischen Imperativ für sich selbst betrachten und entsprechend mag es gerade auch für eingefleischte Spieler jeder einzelnen Richtung gar nicht so verkehrt sein, sich zur Abwechslung auch einmal anderen Spielen zuzuwenden.

Ein solches Angebot bestand im ersten vom Pokerclub Bad Beat Berlin e.V organisierten “Master of Games” Schach-Backgammon-Pokerturnier und auch wenn der Präsident vom Berliner Schachverband wohl persönlich dafür sorgte, dass die Ankündigung wieder von der Infoseite des Verbandes verschwand (mit solchen “Glücksrittern” will man dann doch nichts zu tun haben, oder war es Angst…?) – dennoch haben es auch einige passionierte Schach- (und Backgammon-) Spieler in die South Beach Bar geschafft, um sich hier in den verschiedenen Disziplinen zu messen. Der Schachverein Chemie Weissensee hat mit Material dankenswerter Weise zudem ausgeholfen, von Berolina Mitte reisten zwei Meister an, zudem spielte ein ehemaliger Deutscher Schach-Jugendmeister mit, sodass gerade die Schachspielerfraktion deutliches Gewicht hatte.

Insgesamt 27 Spieler (darunter 2 Frauen) lassen für das nächste Turnier dieser Art sicher noch Zuwachsmöglichkeiten offen, wobei der hohe Anteil von Nicht-Pokerclubmitgliedern besonders freudig überraschte. Die Atmosphäre war überaus freundschaftlich und geradezu rücksichtvoll wurde zum Teil auf mangelnde Kenntnisse in einzelnen Disziplinen Rücksicht genommen. Dennoch war es vor allem die ausgewiesene Schachspielerfraktion, die schlussendlich Oberhand gewann, und neben dem Bad Beat Vereinsspieler Ingolf Seifert fanden sich unter den letzten vier mit Andreas Reiche (1983), Horst Strehlow (1993) und Bad Beat Präsident Stefan Schüttler (1996) nun gleich drei ehemalige Berolina Mitte -Schachvereinsmeister wieder.

Im Finale konnte der “Überläufer” Stefan Schüttler die deutliche Überlegenheit von Horst Strehlow beim Backgammon in einem Heads up Pokermatch kompensieren, sodass eine 10minütige Blitzpartie Schach die Meisterschaft nun entscheiden musste. War sowohl beim Backgammon als auch beim Pokerduell der beiden dank der individuellen Erfahrungsüberlegenheit der Ausgang jeweils alles andere als ein “Glücksspiel”, sondern mehr oder weniger erwartungsgemäß und folgerichtig, so war es in einer einzelnen Partie Schach dank der vergleichsweise ähnlichen Spielstärke beider nun eine ziemliche Glücksache, und tatsächlich hatte Stefan Schüttler eine Menge Glück auf seiner Seite, um letztendlich sehr knapp Horst Strehlow im Schach besiegen zu können.

Bei der Frage, welche Rolle der Zufall beim Ausgang eines Spiels spielt, liegt nunmal der bedeutendste Faktor in der Frage, wer denn da nun gegeneinander antritt, und angesichts der Umstände, war diesmal eindeutig Schach hier das größte Glücksspiel. Entsprechend blieb der Pokal diesmal noch bei Bad Beat Berlin e.V. und dessen Präsidenten und ganz bestimmt wird es weitere Aktivitäten in dieser Richtung geben, gerade auch, um jeweils weiter Werbung für gerade auch die Spielweisen der anderen zu machen.

Text BBB


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