Pokerseiten Übersicht
EPT Übersicht
Pius Heinz bei der WSOP
Legalisierung von Poker

Niederlage für Polaris

Also, wer gerade dabei war, sich auf Maschine umschulen zu lassen, sollte sich das besser nochmals überlegen. Zu unser aller Beruhigung sei es stolz und laut verkündet. Phil Laak und Ali Eslami haben das „Man vs Machine“ Duell gewonnen.

Jetzt schmollen die Jungs von der British Columbia University in Vancouver und würdigen ihren Pokerautomaten „Polaris“ keines Blickes mehr. Gerüchte, wonach Polaris nach der Niederlage planlos über den Campus zog, um sich Geld auszuleihen („nur bis morgen – garantiert, das schwöre ich bei meinem Motherboard““) konnten nicht verifiziert werden.

Wobei der Start für Polaris war gar nicht so schlecht. In der ersten Session mussten sich das Laak und Eslami als Team mit einem Unentschieden zufrieden geben und die zweite Sitzung konnte die Maschine überhaupt gewinnen. Allerdings mussten sich die beiden Spieler wohl auch entsprechend auf den programmierten Spielstil einstellen und das gelang ihnen dann doch ziemlich gut. Session 3 und 4 brachten dann den verdienten Erfolg. In den Interviews danach zeigten sich die beiden Profis durchaus beeindruckt von der Spielstärke und sprachen von einem harten Kampf – Andererseits, was sollten sie auch sonst sagen nach nordamerikanischer Etikette?

Jedenfalls eines muss man Polaris zugestehen. Die Maschine jammert nicht und es werden auch keine Bad Beat Storys erzählt. Wahrscheinlich werden die Techniker der British Columbia Universität weiter an ihrem Gerät schrauben und programmieren und dann gibt es hoffentlich wieder etwas auf die spielerische Mütze. – Wir von PokerOlymp werden Sie auf dem Laufenden halten.

Wer sich die einzelnen Partien im Detail anschauen möchte, der kann jede Hand unter http://www.cs.ualberta.ca/~games/poker/man-machine/Live/ nachlesen.


Kommentare


Login-with-facebook
Stefan "vodoo" Schüttler
  • Stefan "vodoo" Schüttler
  • 26.07.07

Das prinzipielle Problem fürs Onlinepoker ist meines Erachtens folgendens:

Je besser die Programme werden, umso häufiger der Durchschnittsspieler von ihnen leicht geschlagen wird, umso weniger gerne werden viele Spieler bereit sein, online um Geld zu spielen.

Ich würde nie Online im Schach um Geld spielen, bzw. davon ausgehen, dass ich dabei grundsätzlich gegen einen Computer antrete. Dies könnte sich recht bald auch im Pokerbereich entsprechend etablieren, und es ist meines Erachtens keine große Hürde, einen Computer so zu basteln, dass man die Infos, die man am Bildschirm bekommt, nebenbei eingeben kann, um einen Computervorschlag zu erhalten.

Wie lange wird es noch dauern, bis ein großer Prozenmtsatz der Mitspieler nebenbei nicht an den Fängernägeln kaut oder TV schaut, sondern nur stumm vor sich hinrattert??!

Welche Signalwirkung wird davon auf die Pokergemeinde ausgehen, wenn erst “Bild” und “Spiegel TV” davon groß berichtet?


Anestis Karasavvidis
  • Anestis Karasavvidis
  • 26.07.07

Ich erkläre mich sofort bereit, online und mit maximalem Einsatz, bei einem vollen Tisch mit BOTS zu spielen.

Poker ist ein komplexeres Spiel, reduzieren wir es nicht auf 1 oder O !


Stefan "vodoo" Schüttler
  • Stefan "vodoo" Schüttler
  • 26.07.07

Schach ist auch nicht gerade besonders wenig komplex, und es reicht doch vollkommen aus, wenn ein Horde von Bots in den niedrigen Limits das Geld abschöpft. Schon bekommt die Online-Begeisterung eine heftige Delle…

Computer auf 1 oder 0 zu reduzieren, ich glaub das ich auch nicht mehr wirklich zeitgemäß.


Anestis Karasavvidis
  • Anestis Karasavvidis
  • 26.07.07

Nein, das hat mit der Realität nichts zu tun.

Schach hat vielleicht extrem viele Möglichkeiten, sie sind aber alle definierbar und zu erfassen.

Poker hat die psycholigische Variante und einen Bot so einzustellen ist fast unmöglich. Ganz im Gegenteil, die Bots wären meiner Ansicht nach überfordert weil viel zu “engstirnig” und “monoton”.

Dort wo Gefahren und Aktionen lauern gibt es immer auch Gegenaktionen.

Aber, die allgemeine Angst vor online Spielen führt zur einer Enstcheidung ganz am Anfang: spiele ich oder sehe ich nur die Gefahren.

Ich habe kein Problem damit und mit geht es gut dabei. Das Problem zu verallgemeinern dient nicht der Sache. Und wenn man freerolls und play money spielt, dann ist man nicht richtig drinnen :=)


Stefan "vodoo" Schüttler
  • Stefan "vodoo" Schüttler
  • 27.07.07

“Und wenn man freerolls und play money spielt, dann ist man nicht richtig drinnen :=)”

Ja, dann wechsel doch … bzw. von wem sprichst Du, respektive was soll denn solch eine schnöde Bemerkung hier?

Nur gut, dass einer hier die Realität so genau kennt und darüber alleine urteilen kann. Herzlichen Glückwunsch!

Ich schreibe allgemein davon, dass viele sich abgeschreckt fühlen KÖNNTEN, und Anestis widerlegt diese These ganz einfach mit Bezug auf sich selbst. Immerhin: In Deinen UNIversum magst Du damit vollkommen Recht haben. Sind bloss nicht besonders viele Stimmen drin berücksichtigt, bzw. vorhanden. Aber die Diskussion hatten wir ja nun bereits öfters… Sad

Schach hat übrigens auch einige psychologische Komponenten, so einfach ists dort nun auch nicht. Es gibt darüber hinaus wohl längst Computerprogramme, die gehen im inhaltlichen Gehalt der Unterhaltung weit über das hinaus, was wir beide hier gerade bieten.


Anestis Karasavvidis
  • Anestis Karasavvidis
  • 27.07.07

Stefan, Du hast natürlich recht, auch wie immer.

Ich habe anstatt abstrakt etwas zu behaupten von einem konkrten Beispiel gesprochen: von mir.

Der seit dem Jahr 2000 diese Diskussionen über Online Gefahren verfolgt und kein Verständnis dafür hat, dass Diskussionen abstrakt bleiben. In der Zwischenzeit kommen wir von einem Boom zum Nächsten.

Das ist alles. Zahlen, Fakten und Beispiele. Mehr nicht und auch nicht weniger.