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"Mensch gegen Maschine" - der Poker-Härtetest

Oft probiert und doch gescheitert sind die Experten an einem richtig guten Poker-Computer. Was im Schach bereits gang und gäbe ist, stellt die Wissenschaftler immer wieder vor neue Herausforderungen. Nun treten mit Phil Laak und Ali Eslami zwei Poker-Profis im Heads-Up gegen “Polaris” an.

Phil Laak

Immer wieder versuchten Wissenschaftler in den letzten Jahren ein Pendant zu den Schachcomputern zu konstruieren. Doch sie scheitern an den fehlenden Informationen, die ein Spieler im Zuge seines Spiels wahrnimmt. Beim Schach sind eine bestimmte Anzahl von Zügen möglich, die kann der Computer simpel berechnen. Auch das strategische Denken hat er verinnerlicht.

Doch beim Pokern bleibt immer eine Unbekannte in der Gleichung. Bislang haben es die Wissenschaftler noch nicht geschafft dem Computer die vielen verschiedenen Aspekte wie Position, Größe des Stacks, Körpersprache beizubringen. Jetzt glaubt ein Team der Universität von Alberta den Durchbruch geschafft zu haben. Im Rahmen des jährlichen Meetings der Association for the Advancement of Artificial Intelligence (AAAI) treten Phil Laak und Ali Eslami an, um das Können des neuen Computers “Polaris” zu testetn.

Gespielt werden heute und morgen je 500 Hände Fixed Limit Hold’em im Heads-up. Polaris erhält im Match gegen Laak dieselben Karten wie Eslami in seinem Duell bzw. Laak erhält Eslamis Karten. Die Board-Karten sind ident. Zu dem gibt es für Laak und Eslami auch etwas zu gewinnen. Sind Laak und Eslami in einer Session mehr als 25 BB vorne, so dürfen sie sich $5,000 teilen, sind es weniger, dann wird es als Unentschieden gewertet und die beiden teilen $2,500. Schaffen sie es, in allen 4 Sessions mehr als 25 BB vorne zu sein, dann winken ihnen $50,000

Für “Unabomber” Phil Laak ist es keine Premiere im Kampf gegen die Maschine. Bereits vor zwei Jahren war er im Binion’s Horseshoe zu einem Wettkampf angetreten und hatte den damaligen Herausforderer Poker Probot in über drei Stunden besiegt.

Der Vorsitzende der AAAI erklärt, warum es so schwer sei, einen entsprechenden Computer zu schaffen. Er meint, dass Spieler – zum Teil beabsichtigt, zum Teil auch nicht – irrationale Entscheidungen treffen. Und die kann der Computer nun mal nicht. Wenn ein Spieler Reads hat und meint 6-2 callen zu müssen, dann widerspricht das einfach der Logik des Computers.

Vier Matches à 500 Hände und dann werden wir wissen, ob auch im Poker das Computerzeitalter begonnen hat. Bevor Phil Laak und Ali Eslami in eine peinliche Niederlage schlittern, bleibt ihnen neben Check, Bet, Fold noch eine weitere Variante “OFF” – Stecker ziehen.


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