Lederer-Interview: Spielerschulden und Bernard Tapie

Im sechsten Teil der von PokerNews.com geführten Interview-Serie mit Howard Lederer holt dieser zum Rundumschlag gegen viele ehemalige Pros aus und erklärt, dass Tapie die Seite übernommen hätte, wäre PokerStars nicht gewesen.

Darlehen an Full-Tilt-Pros

Full Tilt verlieh in großen Dimensionen an seine Pros Geld. Laut Lederer hatte das Unternehmen große Schwierigkeiten, das Geld nach dem Schwarzen Freitag zurückzubekommen. Lederer sagt, er selbst sei der einzige gewesen, der überhaupt etwas zurückgezahlt hatte – 1.000.000 Euro.

Unter anderem hatten Erik Lindgren, Phil Ivey, John Juanda, David Oppenheim und Ray Bitar Schulden bei Full Tilt. Keiner von ihnen zahlte etwas zurück. Juanda sei, so Lederer, dabei der Shareholder mit den zweitmeisten Anteilen gewesen.

Ganz kurios sei laut Lederer ein Darlehen an Erik Lindgren gewesen. Dieser lieh sich kurz vor dem Schwarzen Freitag 2 Millionen aus. Dieses Geld wurde ihm zum einen auf sein Konto überwiesen, zum anderen auch auf Full Tilt transferiert. Von Tull Tilt wurde das Geld ebenfalls abgehoben, so dass Lindgren tatsächlich 4 Millionen erhielt. Laut Lederer wurden diese 4 Millionen niemals zurückgezahlt, nicht einmal die 2 Millionen, die fälschlich überwiesen wurden.

Laut Lederer hatte Chris Ferguson kurz nach dem Schwarzen Freitag etwa 14 Millionen auf seinem Konto, die er als Gewinnausschüttung erhalten hatte. Weiter fügt Lederer an, dass Ferguson dieses Geld komplett zurücküberwiesen hatte, da er bei dem derzeitigen Zustand des Unternehmens keine Auszahlungen erhalten wollte.

Über die Bezeichnung Full-Tilts als “Ponzi-Scheme”

Am 20. September 2011 warf das amerikanische Justizministerium den Eigentümern Diebstahl und Betrieb eines “Ponzi-Schemes” vor (» Vorwurf vom 20.9. 2011 ). Lederer nennt diesen Vorwurf eine “Beleidigung”, da er Full Tilt nicht als solches Ansah, da Ponzi-Schemes keine Umsätze haben und nicht verkauft werden können.

Zu diesem Zeitpunkt sei, so Lederer, das Personal bei Full Tilt schon deutlich geschrumpft. Rafe Furst habe seine Amt niedergelegt und von den 23 Vorstandsmitgliedern seien nur noch 5 aktiv mit einer Lösung beschäftigt gewesen.

Über die Groupe Bernard Tapie (GBT)

Bernard Tapie kam laut Lederer erst Ende September ins Bild und sei über den Anwalt Jeff Ifrah vermittelt worden. Bevor es überhaupt zu Verhandlungen kam, mussten Full Tilt und die GBT, so Lederer, zunächst den potentiellen Verkauf mit dem amerikanischen Justizministerium vorbereiten. Erst als dieses vorläufig zustimmte, kam es zu den Verhandlungen zwischen Full Tilt und der GBT.

Die GBT war in lange Zeit in Dublin und machte Pläne für einen Relaunch ab Januar 2012. Doch, so Lederer, war Full Tilt von den Plänen nicht angetan. Das Problem war, dass die GBT nicht bereit war, die Spieler vollständig auszuzahlen.

Das Justizministerium hatte mit dem Deal zwar ebenfalls Probleme, doch Lederer meint, dass der Deal sehr wahrscheinlich zustande gekommen wäre, wenn PokerStars nicht eingesprungen wäre.

Tatsächlich sei Lederer schon im frühen April darüber informiert gewesen, dass PokerStars einen eigenen Deal anstrebe. Für den PokerStars-Deal gab es größtenteils Zustimmung bei den FTP-Mitgliedern.

Das Video ist auf PokerNews zu finden, oder hier eingebettet:

Fortsetzung in Kürze


Kommentare


Login-with-facebook
profile photo
  • Lügner!?
  • 22.09.12

Ich glaub dem kein Wort!


profile photo
  • Horst Husten
  • 22.09.12

Nicht falsch verstehen, aber Lederer sieht schlecht aus !

Gruß Husten


profile photo
  • Donk
  • 22.09.12

Ich verstehe es nicht falsch. Smile Ich vermisse im Interview die Stelle: ... und plötzlich waren die ganzen Millionen $ auf meinem Konto. Ich konnte es mir auch nicht erklären? Da fragte ich den Ray, aber der wußte auch von nichts. Da muß es wohl meins gewesen sein! Laugh Mad


profile photo
  • Donk
  • 22.09.12

Übrigens fehlt jetzt noch ein Unterview mit Ferguson. Dieser macht es aber schlau und macht Patrick Partouche zum Pressesprecher. Der kann sich dann aber auch an nichts erinnern.


profile photo
  • Jackbot
  • 22.09.12

Ein zwei Millionen Fehler bei ner Überweisung da kann es auch schon mal passieren das plötzlich die eigner das komplette FirmenVermögen überwiesen bekommen. Es gibt nur ein schuldigen. Der jenige der am ÜberweisungsButton sahs. LachHaft die Typen!



Pokerseiten Übersicht
Poker Recht und Steuer
Die_Poker_Bibliothek_
Der Glücksspielstaatsvertrag (GlüSTV)