Das Interview mit Howard Lederer Teil 4 – Schwarzer Freitag und Shareholder-Probleme

Im vierten Teil der von PokerNews.com geführten Interview-Serie mit Howard Lederer spricht dieser über das Unternehmen direkt nach dem Schwarzen Freitag.

Direkt nach dem Schwarzen Freitag

Nach dem Schwarzen Freitag kehrte Lederer nach Dublin zurück und er meint, dass die Frage nach den fehlenden Geldern ganz oben auf seiner Liste stand. Doch es gab viel anderes zu tun, Feuer mussten ausgetreten werden, so dass Fragen nach dem Geld oder Bitars Führungsqualitäten vorerst hinten an gestellt wurden.

Er und Chris Fergusen kamen beide am 18. April 2011in Dublin zusammen und hatten ausführliche Gespräche bezüglich der Phantom-Einzahlungen und dem finanziellen Zustand des Unternehmens. Am 21. April habe er von Bitar Zahlen bezüglich der Finanzen erhalten und nannte diese schockierend. Bis zu dem Zeitpunkt habe er geglaubt, dass Full Tilt ähnlich wie PokerStars irgendwie die durch den Schwarzen Freitag verursachten Probleme umschiffen könne.

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Über die Höhe der Phantom-Einzahlungen

Insgesamt seien, so Lederer, 134 Millionen Dollar Phantom-Einzahlungen eingegangen. Von diesen waren nur noch 10 Millionen Dollar auf den Accounts der einzahlenden Spieler. Die restlichen 124 Millionen Dollar waren inzwischen auf Konten anderer Spieler und hätten regulär ausgezahlt werden müssen.

Nach dem Schwarzen Freitag haben nur Ferguson, Lederer, Bitar und der CFO von dem massiven Finanzloch gewusst. Nach Lederer habe man sofort ein Gespräch mit allen Shareholdern und Managern vereinbart, um das Problem zu besprechen. Ziel sei eine Lösung der finanziellen Probleme gewesen. Lederer habe in diesem und folgenden Gesprächen die Leitung übernommen und die Sachlage dargelegt, da Ray Bitar zu viel Hass entgegengeschlagen wäre. Diese Gespräche seien jedoch nicht zur Zufriedenheit von Lederer gelaufen.

Über die Probleme mit den Shareholdern

Die meisten der Shareholder ließen sich telefonisch nur noch von ihren Anwälten vertreten, um persönliche Konsequenzen zu vermeiden. So sei es nach Lederer nicht möglich gewesen, konstruktive Lösungsvorschläge zu entwickeln. Verantwortung für das Problem und eine Lösung wollte keiner übernehmen und entwickeln.

Lederer selbst sei die Frage, wer Schuld an dem Problem war, nicht wichtig zu diesem Zeitpunkt. Für ihn stand die Auszahlung der Spieler im Vordergrund. Er meint auch, dass einige Shareholder sehr viel mehr Interesse daran hatten, dass ein möglicher Deal und eine Lösung des Problems für sie selbst mit dem geringsten finanziellen Verlust verbunden sein möge. Namen nennt er, aus Fairness, wie er sagt, nicht.

So sei es ihm zum Beispiel kaum möglich gewesen, das Angebot von Jack Binion den Shareholdern vorzutragen. Dieser hatte vorgesehen, für 40% der Anteile eine einmalige Zahlung in Höhe von 150 Millionen Dollar zu leisten, so Lederer. Doch bei den Shareholdern stieß dieses Angebot auf massive Ablehnung.

Allerdings kam es nach dem Schwarzen Freitag nie zu einem Deal- oder Übernahme-Angebot, welcher es überhaupt erlaubt hätte alle Spieler auszuzahlen, so Lederer.

Das Video ist auf PokerNews zu finden oder hier eingebettet:

Die weiteren Teile folgen in Bälde.


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