Urteil im Steuerprozess von Eddy Scharf noch in diesem Jahr erwartet

Laut einem Bericht in der Online-Ausgabe des Spiegel könnte der Musterprozess, den Eddy Scharf gegen das Finanzamt führt, noch in diesem Jahr entschieden werden.

eddy_scharf Eddy Scharf führt Musterprozess

Im Jahr 2011 hatte der erfolgreiche deutsche Pokerspieler Eddy Scharf aus Köln gegen einen Steuerbescheid des Finanzamts aus dem Jahr 2008 geklagt.

Hierin wollte das Finanzamt Steuern für Pokergewinne von Eddy Scharf, die unter anderem in der Hendon Mob Database verzeichnet waren. Nach Auffassung des Finanzamts sei das Pokerspiel für ihn eine gewerbliche Tätigkeit, die auch versteuert werden müsse.

Zuvor hatte Scharf bereits Einspruch eingelegt und zusätzlich Aussetzung der Vollziehung beantragt.

Dies wurde abgelehnt, somit blieb für Scharf nur der mit erheblichem Kostenrisiko verbundene Gang vor das Finanzgericht Köln.

Jetzt geht es in dem Musterprozess unter anderem um die Frage, ob Poker im Wesentlichen ein Glücksspiel ist oder nicht. Ein Gewerbe im Sinne des Gesetzes ist nämlich “eine erlaubte, selbständige, nach außen erkennbare Tätigkeit, die planmäßig, für eine gewisse Dauer und zum Zwecke der Gewinnerzielung ausgeübt wird und kein freier Beruf ist”. Glücksspiele fallen darunter eigentlich nicht.

Die Behörde war aber der Ansicht, Scharf nutze eher “persönliche Fertigkeiten und ein tieferes Spielverständnis” zum Erzielen der Turniergewinne. Eddy Scharf und sein Anwalt Dr. Robert Kazemi aus Bonn wollen den 12. Senat des Finanzgerichts Köln nun davon überzeugen, dass es beim Poker doch letztlich um Glück geht. Dabei kann Scharf laut Spiegel insbesondere ein von ihm geäußerter Satz aus dem Jahr 2007 zum Verhängnis werden: “Solange man glaubt, es ist ein Glücksspiel, bin ich auf dem falschen Dampfer.”

Daneben ist möglicherweise zu klären, ob und wie Buy-ins und andere Kosten, zum Beispiel Hotel- und Fahrtkosten, berücksichtigt werden können. Oft ist dies wegen der schwierigen Nachweisbarkeit nämlich schlecht möglich.

In den vergangenen Jahren hatten mutmaßlich hunderte deutsche Pokerspieler derartige Bescheide im Briefkasten liegen. Eine Entscheidung in einem Musterprozess könnte endlich Rechtssicherheit schaffen.

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Kommentare


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  • eben
  • 19.08.12

wie soll man das bitte ermitteln, nur weil ich in einem casino gewinne oder auf einer seite, heist das nicht, dass man wo anders keine verluste hat. Steuern auf Poker ich glaub es HACKT


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  • Haid0r
  • 19.08.12

Der Typ kotzt mich an. Was für ein W*r. Jeder der ein bisschen ernsthafter Poker spielt egal ob online oder im Casino kämpft seit langen darum das poker als skill und nicht als glücksspiel angesehen wird.

Ich hoffe das Gericht zieht dem Penner die ganze Kohle raus


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  • gut der Mann
  • 19.08.12

@Haid.., der Scharf ist eben schlau, denn wenn Poker als Glücksspiel gewertet wird, kann das nicht besteuert werden und ihm bleiben mehr Gewinne übrig. Dass manche beweisen wollen, dass Poker ein Geschicklichkeitsspiel ist, ist meiner Meinung nach ein Irrweg, denn das bringt nur mehr Nachteile für die zumindest professionellen Spieler.


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  • baumschule
  • 19.08.12

@ Haid0r

erst denken dann reden imo Cool


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  • Sky
  • 19.08.12

Vermutung:

Der deutsche Staat wird einerseits, wenn es ihm beliebt, Poker als Glücksspiel einstufen, ggf. strafen und kasinomässig selbst zu betreuen suchen, gerne auch das angeblich Pathologische am Poker betonen und pflegen.

Andererseits Poker realistischwerweise als Geschicklichkeits- oder Strategiespiel einordnen – und voll besteuern, lol.

Dabei auf der Ausgabenseite des Pokerspielers maximal ungnädig sein und diesem Ausgaben im Kontext Poker (siehe auch “Glücksspiel”) als Privatvergnügen explizit als nicht abzugsfähig einstufen.

Scheiß Deutschland, die Politiker und Steuereintreiber werden Euch – gerade im Kontext der Euro-Krise – noch rupfen, dass Ihr grün und blau werdet. Passt auf den Mann im Rollstuhl auf und auf Mutti!

Sky


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  • Cherrit
  • 19.08.12

... richtig, außerdem ist das dann auch so ein Fall der beliebten Sekundärsteuer bei uns, daß sich vor allem jene Sesselfurzer ausdenken, die sich keine Sorgen zu machen brauchen und deren gesichertes Einkommen und Rente wir bezahlen. Abzocke ist das, wie bei den Sportwetten, wo seit kurzem 5% auf den Bruttogewinn als Steuer fällig sind, also auf Gewinn UND Einsatz. Die Wetter, die Sportwetten als “Geschicklichkeitsspiel” betreiben und nicht nur gamblen, sind damit automatisch mehr als ihrer Gewinne beraubt …

Auswandern ist leider auch teuer, und nicht jeder kann sich das leisten, ts.

C.


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  • Lukas
  • 19.08.12

Wenn schon steuern, dann auch poker komplett legalisieren!

Ziemlich heuchlerisch von Herrn Scharf, in vielen interviews klang das eher nicht so als hätte er nur glück bei seinen gewinnen gehabt Glare


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  • Doc Holiday
  • 19.08.12

Das ist ja richtig lustig! Ein professioneller Pokerspieler will dem Gericht weis machen, dass Poker ein Glücksspiel ist. Dadurch zwingt er DAS GERICHT dazu, zu beweisen, dass es keins ist.

Nehmen wir jetzt an, es wird per Gerichtsbeschluss fest gestellt, dass Poker KEIN Glücksspiel ist, was Scharf und sein Anwalt wahrscheinlich auch anstreben. Dann müsste man ja Poker folgerichtig als eine Sportart landesweit anerkennen und endlich legalisieren.

Sollte das Gericht doch entscheiden, Poker wäre ein Glücksspiel, dann ist Eddy Schaft aus dem Schneider und muss keine Steuern zahlen.

Hoffentlich schaffen er und sein Anwalt es, das Gericht dazu zu zwingen, sich auf eines von beiden fest zu legen und keine Lösung aus dem Ärmel zu ziehen, die die Grauzone Poker beibehält


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  • der glitschige Aal
  • 19.08.12

Ja Ja ! Poker-Moderator, Pokerschule, PokerProfi und das alles für “Ein Glückspiel”. Um Dein Profil noch ein bißchen Glaubwürdiger auszubauen würde ich noch Experte der Glücksspirale, Lotto-Fee, 50-50 Joker und Wetter-Experte hinzufügen.


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  • eddy ist schlau..
  • 19.08.12

...wie schon von manchen angemerkt. sollte das gericht ein urteil fällen, aufgrund der tatsache, dass poker ein geschicklichkeitsspiel ist, dann wird a. ein verbot für poker aufgrund der behauptung es sei ein glücksspiel nicht mehr haltbar und b. wird man auch buyins, hotelrechnungen, anfahrtskosten anrechnen müssen, denn es gibt kein gewerbe, welches versteuert wird, bei dem man als betreiber keine ausgaben angeben kann. go eddy, go…..


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  • xy78
  • 19.08.12

wartet mal ab, in ein oder zwei Jahren huldigen wir alle unseren Eddy Smile wenn das Gericht Poker als Geschicklichkeitsspiel einstuft, muß “die Sportart” aus dem Glücksspielstaatsvertrag genommen werden Tongue

ich drücke ihm und seinem Anwalt alle Daumen. Glücksspiel = keine Steuerzahlungen Geschicklichkeit = legales pokern

egal wie es ausgeht, es wird wegweisend sein Cool


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  • Sky
  • 19.08.12

Korrekt wäre es Poker so einzustufen, dass es (bzw. die Spieler Smile ) bei den Olympischen Spielen gebeten wird teilzunehmen.


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  • SteuerR
  • 19.08.12

Wegweisend nur, wenn es rechtskräftig wird, es gibt ja noch die Revision zum BFH.

Das Urteil gilt dann auch nicht unbedingt für das StrafR etc. In Deutschland ist eben alles etwas schwieriger …


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  • Wilhelm
  • 19.08.12

Natürlich wird Herr Scharf freigesprochen!

Warum? Ganz Einfach weil man bei einer entgegengesetzten Rechtsprechung auch dann später die Verluste der Spieler mit zurate ziehen müsste was kaum möglich ist!


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  • eddy scharf
  • 20.08.12

Poker wäre dann ein gutes Steuersparmodell. Im Gegensatz zu Sportveranstaltungen ist beim Pokerturnier am Ende weniger Geld übrig als vorher. Dazu kommen die Spesen. Das ist denen noch nicht klar, aber bald.


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  • O
  • 20.08.12

Mein Vorschlag für Pokergesetz -15 Jahre Poker spielen und nicht mehr als Glücksspiel bewerten, sondern absolute Geschicklichkeitsspiel.


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  • Cherrit
  • 20.08.12

... Das wäre wirklich absolut kurios – denn wie bei anderen Liebahabereien könnten die Finanzämter beim Pokern wohl kaum die Gewinnerzielungsabsicht verneinen, nur weil nach vielen Turnieren am Ende des Jahres kein Gewinn übrig geblieben ist, großartig !!

C.


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  • O
  • 21.08.12

Bevor man die ganze Sache begreift, Jeder spielt Poker mit nicht vollständigen Informationen, endeffekt- das Blatt gewinnt. Das kostet dem Spieler enorm Zeit, Geld, auch Gesundheit. Nach 15 Jahren Poker, wenn nicht geschafft hast- selber schuld, und nach 15 Jahre Pokerschule spielt jeder Spieler ein geschicktes Spiel. Nur nach der Schule könnte man die Spieler zur Kasse bitten.


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  • gio
  • 23.09.12

So werden Steuergelder aus dem Fenster geschmissen, dass Finanzamt kann nicht gewinnen denn wenn sie wirklich gewinnen würden, würde das bedeuten das man Verluste von der Steuer absetzen kann. Der Deutsche Staat könnte dann mit ziemlicher Sicherheit Insolvenz beantragen oder Geld von Griechenland ausleihen. ;) Etwas gutes würde bei einer gewonnenen Gerichtsverfahrens seitens des Finanzamtes mit sich bringen, es gäbe keine Arbeitslosen mehr es sind ja jetzt schließlich Profi Poker Spieler.



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