Die freimütige Beichte des Brian Hastings

In der glitzernden Welt des Pokerspiels, in der es vordergründig nur Gewinner gibt, sind freimütige und ehrliche Wortmeldungen eine absolute Seltenheit. Der amerikanische Highroller Brian Hastings überraschte nun vor einigen Tagen mit einem Blogeintrag, in dem er über seine Depressionen schreibt.

Brian Hastings Glücklich sieht anders aus: Brian Hastings

Hastings zählt sicher zu den besten PLO-Spielern der Welt und bei der jüngsten WSOP wurde er Weltmeister im Heads-Up No-Limit Hold’em, doch richtig berühmt wurde er vor knapp zwei Jahren, als er mit einer Megasession den scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg des Isildur1 beendete.

In seinem Blog greift Hastings einen Beitrag seines Freundes Phil Galfond auf, der sich zum Thema Stress geäußert hatte. Momentan ginge es ihm gut, doch finanzielle Probleme aufgrund von diversen Verlusten nach Bezahlung einer Rate über 250.000 Dollar für seine Eigentumswohnung hätten ihn im Verlauf des Sommers unruhig gemacht.

Viel schlimmer seien aber seine Depressionen gewesen, die er letzten Herbst und Winter verspürte. Zu diesen führten das Ende einer längeren, engen Beziehung im Juli 2011 und die mit dem Black Friday verbundenen Probleme.

Nach der WSOP entschied sich Hastings, von New York nach Vancouver zu ziehen, mietete allein ein Apartment und fühlte sich oft einsam. Der einzige Grund, nach Kanada zu ziehen, war die Möglichkeit, im Internet zu spielen, doch dafür war Hastings weit weg von seiner Familie und seinen Freunden.

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Alles schien gut, doch im Endeffekt fragte er sich, warum er überhaupt dorthin gezogen war. Er hatte das Gefühl, Geld würde sein Leben bestimmen, obwohl ihm seine Erfolge eigentlich finanzielle Freiheit versprachen.

Schließlich verbrachte Hastings den Winter und das Frühjahr bei seinen Eltern in Pennsylvania, wo er sich allmählich besser fühlte. Das wichtigste, um sich gut zu fühlen, seien persönliche Beziehungen, und selbst in verlustreichen Phasen sei man nicht lange schlecht drauf, wenn jemand in der Nähe sei, der einen aufmuntere.

Brian Hastings ist der typische amerikanische Vertreter der Internetpokergeneration. In jungen Jahren endlos vor dem Computer gesessen und ein Vermögen gewonnen, doch die Frage nach dem Sinn des Lebens konnte damit nicht beantwortet werden.


Kommentare


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  • lol
  • 21.07.12

die probleme hätte ich auch gerne, weichei!


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  • Goldgräber
  • 21.07.12

250k bereiten ihm Sorgen .. oh Mann, das sollte für einen wie ihn Spielgeld sein. Kinder…


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  • Beobachter
  • 21.07.12

Ist auch gut, mal die andere Seite zu sehen. Ganz ehrlich, die jungen Internetkids kultivieren eine absolute Gefühllosigkeit, die cool erscheinen soll, aber mir manchmal etwas sauer aufstösst.

Wenn ich einen 19jährigen sehe, der in einem live-CG NLHE FR 2/5 ohne mit der Wimper zu zucken dreimal hintereinander 500 BB auflegt, von einer schlechteren Hand kaputt gemacht wird, und dann nur mit dem Satz “schönen Abend noch” aufsteht, dann ist das zwar professionell, aber da fehlt mir n bisschen die Soul.

Bei Online-Poker ist das wahrscheinlich noch technokratischer. Naja, nicht meine Welt.


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  • Sky
  • 21.07.12

@Beobachter

Professioneller wäre sitzen zu bleiben, korrekt.

Ansonsten: Übles Weichei der Hastings. Diese Typen werden durch Modekrankheiten wie Burn-Out kaputtgemacht. – Klügere Kaputte haben wenigstens “ADHS” und schmeißen dann Speed.

Sky (der natürlich (fast – sofern man THC als Droge nimmt, bringt auch nichts der S.) nie Drogen nahm)


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  • Cherrit
  • 21.07.12

”...finanzielle Probleme aufgrund von diversen Verlusten nach Bezahlung einer Rate über 250.000 Dollar für seine Eigentumswohnung hätten ihn im Verlauf des Sommers unruhig gemacht.”

Mir kommen die Tränen – wirklich. Vielleicht sollte er mal ans Erwachsenwerden denken.

C.


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  • Rivernutte
  • 21.07.12

Wo kann man spenden?


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  • serbia
  • 22.07.12

hahahahaha ich muss ehrlich sagen ich hab mich dabei ertappt nur auf pokerolymp vorbeizuschauen wegen sky’s kommentaren. wenns irgendwo von dir fanshirts oder dergleichen gibt bitte bescheid sagen.

mfg


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  • noko
  • 26.07.12

na klar ist es besch…, wenn man allein arbeitsbedingt wo hin muss! aber wenn ich so viel geld hab, ist mir das egal, dann geh ich shoppen, mach party, kauf mir 100 spielereien und bin dann fix positiv drauf! ich bin schon froh, wenn ich mal abstand von meinen freunden hab, damit ich mal in ruhe pokern kann!



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