WSOP Inside – Warmer Regen für Negreanu

Tja, das hat man nun davon. Gestern prognostizierte ich, dass Daniel Negreanu beim diesjährigen Main Event kaum mehr als die Bubble überstehen könnte und jetzt wurde ich von ihm eines Besseren belehrt. Der kanadische Vorzeigeprofi schaffte es sogar, aus seinen 22 BB, mit denen er in den Tag gegangen war, 25 BB zu machen und damit den Tag auf Rang 234 abzuschließen.

Daniel Negreanu Negreanu übersteht nicht nur die Bubble

Die Wahrscheinlichkeit dafür dürfte etwa so groß gewesen sein wie der gestrige Regen in Las Vegas, der allen Lebewesen in dieser Stadt sichtliche Erholung brachte, doch gönnt man Kid Poker diesen Teilerfolg mit Aussicht auf mehr natürlich in jedem Fall. Verständlicherweise bin ich aber im Gegensatz zu den Wetterpropheten nicht mehr zu weiteren Prognosen bereit.

Via Twitter kommentierte Negreanu jedenfalls nüchtern, dass ihn weder der Durchschnitts-Stack noch die Anzahl der verbliebenen Spieler interessiere, sondern dass er sich nur um sich und seine Situation kümmere. Es werde auf jeden Fall schwer, ihn aus dem Turnier zu werfen.

Kann man Negreanu also heute die Daumen drücken, dass seine Reise durch das Main Event nach einer bis dahin verkorksten WSOP noch ein wenig weitergeht, steht mittlerweile fest, dass es einen komplett neuen Weltmeister geben wird.

Huck Seed und Johnny Chan überstanden zwar die Bubble, doch für den fünften Turniertag reichte es bei beiden nicht. Seed hatte eigentlich nie einen veritablen Stack und wurde 527., doch bei dem von mir ebenfalls geschätzten Johnny Chan hatte ich lange Hoffnung auf mehr.

Johnny Chan Johnny Chan während der Bubble

Seine relaxte Art ist einfach sehr angenehm und ihn längere Zeit am TV-Tisch beobachten zu können, auf jeden Fall ein Ereignis. Direkt auf der Bubble machte Chan noch kräftig Chips, als er einen allzu vorlauten Gegner mit einem 6-Bet-All-In abkanzelte, doch dann ging bei ihm nicht mehr viel zusammen. Schade, auf Platz 353 kam dann das Aus, als er mit Siebenen in Könige rannte.

Übrigens ist die Bubble im Amazon Room schon ein besonderes Erlebnis. Die Hände, in denen Spieler ausscheiden können, werden mit den Board-Karten live durchgesagt und vom gesamten Saal mit Ahs und Ohs kommentiert. Dass es gleich in der ersten Hand der offiziellen Bubble (also dem Spiel Hand für Hand) zu fünf All-Ins gecoverter Spieler kam und vier davon mit einmal AA, zweimal KK und einmal QQ ausschieden, dürfte so schnell auch nicht wieder vorkommen.

Sucht man ehemalige Champions auf dem Leaderboard vergebens, wird man immerhin bei früheren November Ninern fündig. Davon sind mit Eric Buchman auf Platz 5 und dem unerschrockenen Joseph Cheong noch zwei im Rennen. Und natürlich nicht zu vergessen die immer noch stattliche deutsche Fraktion, die von Nicco Maag und Wilfried Härig angeführt wird.

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Kommentare


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  • serbia
  • 14.07.12

die deutschen machens wie der bvb. jahrzehnte nichts und dann zwei mal hintereinander Smoke


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  • Tobi
  • 15.07.12

ein weiterer november niner ist übrigens noch Sam Holden, der letztes Jahr 9. wurde ;)



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