WSOP Inside – Venezianisches Vegas
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- Rainer Vollmar, Montag. 09. Juli 2012
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Mit den Starttagen beim Main Event ist es ja so eine Sache. Herrscht an Tag 1A im Rio noch ansatzweise Übersichtlichkeit, wird es an den Folgetagen doch ziemlich chaotisch. Nachdem wir in der Masse von mehr als 2.100 Spielern immerhin auf die Ferne die Poker-Amigos und eine erneut entfesselt aufspielende Vanessa Selbst entdeckt haben, läuft uns Daniel Negreanu über den Weg, als er offensichtlich gerade ein Bedürfnis hat.
Der Eingang zum Poker Room des Venetian
Negreanus WSOP gleicht mit Preisgeldern von 70.000 Dollar zwar keiner totalen Katastrophe, doch liegt er mit seinen vier Cashes und einem Finaltisch zu Beginn natürlich weit hinter seinen Erwartungen. Bedenkt man das Buy-In für das ebenfalls wenig erfreuliche Big One, hat Kid Poker bislang auf jeden Fall ziemlich draufgezahlt.
Der gestrige Turniertag gibt aber Anlass zur Hoffnung, schließlich konnte Negreanu seinen Anfangsstack kräftig ausbauen und sich mit gut 140.000 Chips eine gute Ausgangsposition erarbeiten.
Vor dem Rio haben wir noch dem Venetian einen Besuch abgestattet. Für Deutschland unvorstellbar, kann man dort als Jetlaggeplagter locker eine Runde Frühstückspoker einlegen. Wir kommen so um 11 Uhr dort an und es laufen schon (bzw. noch) einige Partien. Alex Moro und Joe Weaponsmith gehören kurz darauf zur Startneun des dritten NL500-Tisches, gleichzeitig wird auch NL1k, Omaha Hi/lo und im Nebenraum eine Art Highroller-Partie gespielt.
Sicher, es ist Sonntag, doch als ich nach drei Stunden (also um 14 Uhr) wieder am Poker Room vorbeikomme, bin ich dennoch fasziniert, dass fast alle Tische im Cashgame-Bereich bespielt werden. Viele lokale Regs spielen hier, der Anteil von zahlungswilligen Touris ist um diese Uhrzeit zumindest augenscheinlich gering. Nebenan läuft außerdem die Deep Stack Extravaganza, deren Turniere von vielen deutschen Spielern als Alternative zu den Massenturnier-Crapshoots der WSOP genutzt werden.
Das Venetian ist nicht nur eines der größten Hotels der Welt, sondern geradezu ein wahrzeichenhaftes Symptom für die Illusionen, die diese Stadt seinen Besuchern verkauft. Wo es keine Kulturgeschichte gibt (Frage: Was sind die drei dünnsten Bücher der Welt? Antwort: Italienische Heldensagen, Englisches Kochbuch und Amerikanische Kulturgeschichte), wird sie kurzerhand nachgebaut und in klimatisierte Innenräume verlegt.
Einmal Gondelfahren im Venetian??
So kommt man unter gemaltem, wolkenverhangenem Himmel an die berühmte Rialtobrücke (die allerdings vermutlich vor allem die Europäer kennen) und kann dort mit singenden Gondoliere Richtung Markusplatz schippern. Wählt man den Fußweg, kann es ganz schön dauern, bis man sich durch das Labyrinth geschlängelt und den Weg zurück zum Poker Room gefunden hat.
Zum Pokern ist das Venetian ein Paradies, der Rest ist aus europäischer Sicht schon mehr als nur ein bisschen lächerlich.
Kommentare






















Toll
keine Zeit zum fotografieren oder passt der Platz dann zum Artikel nicht?
Ehrlich gesagt: Miese Handyqualität..
Da gab es vor 2 Jahren am nachgebauten Markusplatz sogar eine echte Taube. Wie auch immer die in dieses Stockwerk gekommen ist…
Bin im Venetian und spiele das Deep heute – nice place, good structure.