Doyle Brunson nimmt Lederer und Ferguson in Schutz
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- Rainer Vollmar, Mittwoch. 22. Februar 2012
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Der zweifache Pokerweltmeister und Godfather of Poker Doyle Brunson spielt nicht nur jeden Tag Poker, er hat auch wieder zu bloggen begonnen. Äußerte sich bislang eher über seine eigenen Belange, gab er nun am vergangenen Montag seine Meinung zum Skandal um Full Tilt Poker zum Besten.
Natürlich hat Brunson tiefe Einblicke in die Szene und kennt die Verantwortlichen von Full Tilt persönlich, wodurch seinen Gedanken einiges Gewicht beizumessen ist. Aus diesem Grund wollen wir den längeren Blog-Eintrag hier in Auszügen auf Deutsch wiedergeben.
Muss man Full Tilt grobe Fahrlässigkeit und schreckliches Missmanagement vorwerfen? Ja, natürlich, aber was ist geschehen und warum? Nach meinem Verständnis war Ray Bitar, der in der Pokerszene gänzlich unbekannt war, ein sehr guter Freund des größten Anteilseigners von Full Tilt Chris Ferguson. Auf dessen Empfehlung wurde Bitar Geschäftsführer.
Unter der Leitung von Bitar und Lederer machte Full Tilt hervorragende Werbung und tolles Marketing. Lederer zog sich aber 2008 als Präsident zurück, während Bitar an der Macht blieb und alles über die Interna von Full Tilt wusste.
Unter Bitars Führung zahlte Full Tilt seinen Anteilseignern hohe Dividenden aus, als das Geschäft immer besser lief. Würde jemand wirklich das Management einer Firma hinterfragen, wenn er jeden Monat hunderttausende Dollar überwiesen bekommt? Ich zweifle, ob dies jemand täte, aber ich sicher nicht, denn ich würde denken, alles sei gut.
Wie Full Tilt sein Geld verloren hat, ist mir nicht völlig klar. Bitar war an der Macht und hat natürlich schlechte Entscheidungen getroffen. Es kam zu finanziellen Problemen, doch anstatt die Anteilseigner zu informieren, glaubte er, den Schlamassel beheben zu können. Er zahlte weiter hohe Dividenden, um den Leuten vorzugaukeln, alles wäre in Ordnung. Bitar ist zweifellos ein kluger Kerl und vielleicht wäre alles gut gegangen, doch es kam der Black Friday und damit alles ans Tageslicht.
Nun hat die Regierung alle Konten gesperrt und der Firma alles flüssige Kapital abgenommen. Alle Anteilseigner behaupten, nichts von den finanziellen Problemen gewusst zu haben. Meines Wissens haben die meisten dem Justizministerium erzählt, dass sie über den wahren Zustand von Full Tilt nicht Bescheid wussten. Dies dürfte der Wahrheit entsprechen, da das Risiko, eine Regierungsbehörde zu belügen, sehr groß wäre.
Ich will niemanden verteidigen oder anklagen. Das Wie und Warum kann vielleicht nie geklärt werden. So wie es aussieht, bekommen Bitar, Ferguson und Lederer die ganze Schuld zugeschoben. Ferguson vertraute seinem Freund Bitar sehr. Generell kann man davon ausgehen, dass auch Lederer trotz seines Rückzugs noch stark in die Firmengeschäfte verwickelt war. Wenn jemand, den ich seit vielen Jahren kenne, sagt, er hätte nichts über die finanziellen Probleme gewusst, glaube ich ihm.
Mit Ferguson habe ich nicht gesprochen, aber ich verstehe, dass er dasselbe wie Lederer sagt. (…)
Soweit ich weiß, war ich vor dem Black Friday mit jedem Anteilseigner von Full Tilt befreundet. Trotz aller Fehler und des schrecklichen Missmanagements bin ich mir sicher, dass sie keine Betrugsabsichten hatten. Trotz der Klage eines großen Anteilseigners, der potentielle Umsätze verhinderte, und trotz des Rettungsversuchs, die Geschäfte außerhalb der USA fortzuführen, sind sie dieselben Menschen wie vorher.
Ich will nicht den Stab über sie brechen und sie auch nicht daran hindern, in die Pokerszene zurückzukehren. Wo hört Verantwortlichkeit auf? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass alle Full-Tilt-Mitglieder meine Freunde waren und sind.
Außerdem erinnere ich mich an einen Satz aus dem meistgelesenen Buch der Welt: „Niemand werfe den ersten Stein.“
Gute Flops! Doyle Brunson
Kommentare























Hätte man damit nicht warten können bis alle Full-Tilt Spieler ihr Geld wieder haben?
Tschüss Poker-Olymp
Ein Leser weniger
OMG! “Bitar ist zweifellos ein kluger Kerl und vielleicht wäre alles gutgangen,doch es kam der Black Friday und damit alles ans Tageslicht.” Also ist es laut Mr.Brunson,völlig legitim seine Anteilseigener zu belügen und zu bestehlen,oder wie? Aha na gut zu wissen wie der “Godfather of Poker” über solche Geschäftsgebarren denkt.Da würde man doch gerne mehr über seinen Prozeß wissen wollen.Bin zwar kein “Tilti” aber ich glaube der Herr hat sich mit diesem Blog selbst ins Fleisch geschnitten.Ich habe jeden Respekt für diesen Menschen verloren.Sowas geht garnicht!
@Alice: Er sagt doch nicht das er es gut findet….stopp…Versuch abgebrochen, erklären hat keinen Sinn. Das kann man so verstehen wie man will, und reininterpretieren etc…
Ein Blog ist, meiner Meinung nach, dazu da den Leuten seine persönliche Minung kund zu tun. Er ist ja nicht Richter in dieser Angelegenheit, sondern ein Freund, der versucht das ganze differenziert anzuschauen.
Bei jedem anderen Geschäft oder in der Politik müssen die Chefs den Kopf hinhalten, siehe Wulff letzte Woche, oder in der Schweiz der Nationalbankchef.
Von mir aus gesehen tragen Lederer und Ferguson genau so die Verantwortung wie Bitar und gehören deshalb hinter Gitter oder zumindest in UH. Kohle holen wollen sie aber Verantwortung tragen nicht….
...aber dennoch finde ich Doyle super sympatisch und dass er sich so äussert verstehe ich aus seiner Sicht…
@Postillon
Liest du überhaupt noch irgendwelche News-Seiten, egal zu welchem Thema, im I-Net? Irgendwo steht da doch immermal was, das einem nicht passt. Und wenn du genauso konsequent wie dämlich bist, wirst du über Poker in Zukunft nichtmehr soviel mitkriegen, denn diese Äußerungen wurden ja nun von den meisten Pokerseiten zitiert.
Was sollten sie auch sonst tun?
Da äußert sich also einer der populärsten Pokerspieler zu dem derzeit leider immernoch am heißesten diskutiertem Thema in der Pokerwelt und ein Pokernews Seite zitiert diese (aus meiner Sicht sehr naiven und wie er ja selber einräumt nicht gerade unvoreingenommenen) Äußerungen.
Wenn ein anderer populärer Pokerspieler mit vermutlich ungefähr dem gleichen Informationsstand per Videoblog sachlich genauso naiv eine gänzlich gegenteilige Meinung vertritt, dabei rumpöbelt und quasi zu Straftaten aufruft (”.... Baseballschläger…”) wird das ja auch gebracht.
In beiden Fällen hat sich die Redaktion ja auch einer Wertung enthalten, sondern nur zitert bzw. das Video zugänglich gemacht. Man nennt das ausgewogenen Journalismus.
Doyle hat keine Ahnung. Und wenn es um sein Geld gehen würde, wär er der Erste, der alle Verurteilen würde. Der soll sich sein Statement sonst wo hinstecken. Interessiert niemanden.
Ich will meine Bankroll zurück.
Also ein krummer Hund verteidigt den anderen. Was soll uns das sagen? Doyle Brunson ist wohl einer der krummsten Vögel in der Szene. Sein Erfolg wäscht ihn nicht rein.
@Medardus
http://www.gutefrage.net/frage/post...s-her
you made my day
@Medardus
Postskriptum:
Ok Insidergag…
Hab nix gegen Doyle und finde die Aussage auch interressant. Wobei ich sagen muss dass ich ihm hier zwar glaube Ferguson und Konsorten allerdings nicht.
Grüße von nem Satirefreund
@ der richter recht hast du, da äussert sich einer der grössten betrüger des pokerns der vergangenheit, über die wohl grössten der neuzeit!!! ALLES PACK!!!
@Postillon
Okay da hast du mich wohl erwischt.
Angesichts der Kommentare die hier regelmäßig (gerade beim Thema FT) gemacht werden, kommt einem aber auch bei hirnverbranntesten Einlassung nur noch selten der Gedanke, dass die nicht wirklich ernstgemeint sind.

ok Doyle Brunson, Fergusson bla bla! Aber wo ist Horst Koch?
Also das Lederer und Fergeson nichts von der Schieflage gewußt haben wollen glaube ich beim besten Willen nicht.
Das sich Leute die nur einen relativ kleinen Anteil haben möglicherweise die Bilanz nicht so genau ansehen mag ja vielleicht noch sein. Aber die Hauptanteilseigner haben sich doch die Bilanzen angesehen.
Die wussten doch das das DOJ im Laufe der Jahre immer wieder Gelder eingefroren hat. Da sieht sich doch jeder die Bilanz etwas genauer an wenn er weiss das wie x-Mio eingefroren worden sind.
Also entweder Doyle leidet schon an Demenz oder hat selbst bei diesem Spiel der Gauner mitgemacht und versucht nun einen auf naive Welt zu machen
Kann schon stimmen…
Ändert aber wenig daran wie mit Lederer und “Jesus! umzugehen ist.
Sehr geehrter Herr Vollmar, Herr Brunson ist zehnfacher Pokerweltmeister!!