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Pokerschule – Die größten Anfängerfehler, Teil 1, Auswahl der Starthände

Mit einer neuen Serie wollen wir in den nächsten Wochen und Monaten weniger erfahrenen Spielern die Möglichkeit geben, ihre Spielstärke zu steigern und die wichtigsten Grundlagen erfolgreichen Pokerns zu erlernen. Zu Beginn der Artikelreihe dreht sich alles um die fundamentalen Fehler, die unerfahrene Spieler und Anfänger immer wieder begehen und sich damit in unprofitable Situationen manövrieren.

Auftakt bildet dabei die Auswahl der Starthände, die für den Ausgang der Hand wegweisend ist. Dabei kommt es auf die Qualität der Hände, die Position und die bisherigen Aktionen an.

Beginnen wir mit der Qualität der Hände. Ein Großteil der Starthände ist schlicht Müll, auch wenn viele Anfänger dies nicht wahrhaben wollen, weil sie ja schließlich spielen wollen. Dazu zählen zum Beispiel kleine ungepaarte und unzusammenhängende Karten wie S8D2 oder H10S3, die nur selten eine gute Hand oder einen guten Draw auf dem Flop treffen. Aber auch Hände wie SkC4 oder DaH2 sind nichts Tolles, da man zwar mit der hohen Karte ein gutes Top Pair bekommen kann, aber die andere Karte nichts taugt und die Möglichkeiten damit sehr begrenzt sind.

PokerOlymp_Pokerschule_Teil1

Gute Hände sind XaXk oder XaXq, da sie mit beiden Karten ein gutes Top Pair treffen können, mittlere Paare wie X7X7 oder X9X9, da diese oft die beste Hand sind und mit einer weiteren Sieben bzw. Neun ein Set (=Drilling) und somit ein Monster treffen können. Unter bestimmten Umständen sind auch Blätter wie S8S7 oder CjC10 gut, da sie die Möglichkeit für eine Straight und einen Flush bieten. Vor allem Anfänger spielen aber zu viele schwache gleichfarbige Karten wie CjC5, weil sie auf einen Flush hoffen. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Kreuz auf dem Flop (Flush Draw) kommen, beträgt aber nur knapp 11 Prozent, daher sollte eine gleichfarbige Hand zusätzliche Qualitäten bieten.

Die besten Starthände sind die hohen Paare wie XaXa, XkXk, XqXq und XjXj, mit denen man auf jeden Fall spielen sollte und die (fast) immer Favorit gegen die gegnerischen Hände sind.

Kommen wir nun zur Position, einem Faktor, den die meisten Anfänger zu wenig Beachtung schenken. Dabei ist es ziemlich einleuchtend, dass es immer unwahrscheinlicher wird, dass ein Spieler hinter einem eine gute Hand hat, je man später man an der Reihe ist.

Dementsprechend sollte man in früher Position weniger Hände (tight) und in immer späterer Position immer mehr Hände spielen. Während XaX6 in früher Position etwa Müll ist, kann man auf dem Button durchaus damit erhöhen (raisen), wenn alle Spieler vor einem ausgestiegen sind (gefoldet haben). Auch der Vorteil, den man auf dem Button nach dem Flop hat, weil man immer als Letzter an der Reihe ist, ist ein Grund, warum man in dieser Position mehr Hände spielen kann. Da ein Gegner in den Blinds immer zuerst agieren muss, kann man die Verluste begrenzen bzw. die Gewinne steigern und auch besser bluffen.

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Abschließend noch einige Worte zu den bisherigen Aktionen. Der Wert der Starthand ist relativ, und genau das berücksichtigen Anfänger oft nicht. Haben zum Beispiel alle Spieler vor einem gefoldet, ist XaXq eine sehr passable Starthand, doch wenn Spieler 1 erhöht hat, Spieler 2 noch einmal erhöht hat und Spieler 3 All-In geht, ist sie vermutlich nichts mehr wert. Allem Anschein nach hat einer der Spieler ein sehr hohes Paar wie Asse oder Könige, gegen die XaXq katastrophal abschneiden.

Generell macht es einen großen Unterschied, ob man den Pot eröffnet (first-in ist) oder sich schon ein oder mehrere Spieler vor einem daran beteiligt haben. Hat ein Spieler etwa geraist und drei andere gecallt, kann man mit einer Hand wie S8S7 oder S2C2 auf dem Button gut callen. Die eigene Hand bietet Chancen auf ein Monster und der Preis (die Pot Odds, dazu später mehr) ist günstig. Hat dagegen ein Spieler geraist und ein anderer gereraist, werden diese spekulativen Hände zu teuer, außerdem muss man einen weiteren Reraise des noch aktiven ersten Raisers befürchten.

Eine gute Grundlage für den relativen Wert von Händen bietet das sogenannte Gap-Konzept des amerikanischen Theoretikers David Sklansky. Dieses besagt, dass man für den Call eines Raise eine bessere Hand braucht, als für einen eigenen Raise. Hat man etwa XaX9 auf dem Button, könnte man damit nach lauter Folds raisen, sollte aber nach einem Raise aus früher Position folden, weil der Gegner zu oft eine bessere Hand wie XaXk, XjXj oder XaXj hat.

Dies soll eine kleine Einführung in die Auswahl der Starthände sein, in der nächsten Folge widmen wir uns dann der Frage, wie man sein Spiel vor dem Flop planvoll gestaltet.


Kommentare


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  • Moo
  • 24.01.12

@ PO

naja, der inhalt dieses artikels ist wirklich solide, aber ich frage mich ob sich hier genug Leserschaft findet, die noch was lernen kann.


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  • Don
  • 24.01.12

@Moo Solche Artikel lassen sich gut an Anfänger weiterempfehlen.


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  • Donnerfotze
  • 24.01.12

Das mit den Beispielen in den beiden Absätzen AQ und A9 ist mal wieder typisch. Man hätte ja auch stattdessen AK und AQ nehmen können, aber dann hätte man natürlich noch schreiben müssen, dass das ganze auch relativ zu den anderen Spielern bzw. dem Niveau (Freerolls – ja, das spielen doch oft Anfänger) gesehen werden muss. In low limits oder Freerolls gibt es bekanntermassen immer Spasserhöhungen oder gewisse Spieler raisen grundsätzlich (wieso auch immer). Wenn man da jedesmal AQ wegwirft oder 22 mitgeht (obwohl hintereinem meist einer raised oder allin geht) ist das nicht optimal. Man sollte immer Position und Spieler zusammen berücksichtigen (sich Notizen machen). Am besten im kleinen Kreis spielen, da kann man sich sowas besser merken. Wenn ständig die Spieler den Tisch wechseln (wie beim Freeroll) immer starke Hände preflop allin ;)


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  • hä?
  • 25.01.12

also hände wie K4o finde ich extrem gut zum versenken mit stacks von über 100 bb, imo perfekt für 13-bets, weil die range des gegners fast keine 4 enthält.


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  • janya
  • 25.01.12

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