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Der Glücksspielstaatsvertrag (GlüSTV)

Casinokrise – Schleswig-Holstein bietet seine Spielbanken zum Verkauf an

Im ersten Moment klingt es widersinnig, dass ausgerechnet das Land Schleswig-Holstein sich dazu entschieden hat, seine Casinos zum Verkauf anzubieten. Durch das Ausscheren aus dem Glücksspielstaatsvertrag und den daraus entstehenden erweiterten Möglichkeiten konnte man dem nördlichsten Bundesland und dessen Casinos durchaus eine positive Entwicklung zutrauen.

Nun kam es aber anders. Die CDU-geführte Landesregierung startet ein europaweites Bieterverfahren, denn nur so sei laut CDU das besonders stark in der Krise befindliche Casino Travemünde zu retten. Dort halbierte sich der Umsatz in den letzten vier Jahren von 7,8 Millionen Euro auf geschätzte vier Millionen.

Das europaweite Bieterverfahren wurde gestern vom Finanzministerium eröffnet, wobei sowohl ein Gesamtverkauf als auch eine einzelne Veräußerung der Casinos möglich ist. Für die CDU ist die Krise anders nicht zu bewältigen. Nicht nur in Travemünde, sondern auch in den anderen vier Casinos, Kiel, Flensburg, Schenefeld und Sylt gingen die Umsätze dramatisch zurück. Die Rede ist von einem Rückgang von 29,7 Millionen Euro im Jahr 2007 auf voraussichtlich 16,5 Millionen Euro in diesem Jahr.

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Für den oder die Käufer bietet sich dadurch eine Chance, die den staatlichen Casinos bislang verwehrt geblieben war. Künftig können die Casinos aufgrund der gesetzlichen Neuregelung auch Internet-Glücksspiele anbieten und damit neue Zielgruppen erschließen. Umso paradoxer wirkt in diesem Kontext der nun getroffene Beschluss, sich von den Casinos zu trennen. Noch im September hatte der Landtag mit den Stimmen von Schwarz-Gelb die Liberalisierung beschlossen und damit neue Möglichkeiten für die Spielbanken geschaffen.

Für die Politiker war dies aber offenbar nur ein Schritt, um leichter einen Käufer zu finden. Travemünde und Sylt seien anders nicht zu halten, meint Hans-Jörn Arp von der CDU, und dass nur so die dortigen Arbeitsplätze gesichert werden könnten. Angesichts der liberalisierten Gesetzgebung sei der Zeitpunkt für einen Verlauf ideal.

Weniger begeistert zeigt sich dagegen die Opposition. Die SPD spricht von Lobbyismus für die Glücksspielindustrie und auch die Grünen sehen darin nur das Ziel, sich aus einer bundesweiten Neuregelung des Glücksspielstaatsvertrags herauszuhalten.

Wie es in Schleswig-Holstein weitergeht, ist also völlig unklar, doch scheint es sehr wahrscheinlich, dass es nicht nur einen Interessenten geben wird.


Kommentare


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  • J23
  • 01.12.11

Angesichts der liberalisierten Gesetzgebung sei der Zeitpunkt für einen Verlauf ideal.

Ich denke es sollte Verkauf heißen! Schöner Artikel sonst, hätte ich das Geld würde ich mir eins von denen Kaufen. Smoke


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  • Jojo
  • 01.12.11

“Künftig können die Casinos aufgrund der gesetzlichen Neuregelung auch Internet-Glücksspiele anbieten und damit neue Zielgruppen erschließen. Umso paradoxer wirkt in diesem Kontext der nun getroffene Beschluss, sich von den Casinos zu trennen.”

Der Punkt ist doch, daß ein staatlicher Betreiber einfach kein Know-How hat. Man schaue sich win2day in Ö an. Die kaufen sich die schlechtmöglichste Software ein. Ist zwar die einzig legale Seite in Ö. Trotzdem spielt dort fast keiner. Zumindest nicht im Vergleich mit anderen kommerziellen “illegalen” Angeboten.